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2010-12-28

Tonträger 2010, Teil 6 : Die Großen Acht (THE BIG 4, HEAVEN & HELL)

Nach Teil 2 mit Transatlantic und Neal Morse ist dies nun die zweite Paarung in meinen Tonträgern 2010, die aus Konzertmitschnitten besteht. Und nach Teil 4 (Lis Er Stille) auch der zweite, der ein Weihnachtsgeschenk beinhaltet. :)

Beide Aufnahmen besitze ich als DVD, es gibt sie aber auch auf CD bzw. als DVD/CD-Box.

METALLICA, SLAYER, MEGADETH, ANTHRAX - Live From Sofia, Bulgaria (2010)

"Die großen Vier" des 80er-Jahre-Thrash Metal zum ersten Mal überhaupt zusammen auf einer Bühne. Da haben die Macher der Sonisphere-Festivals dieses Jahr schon mächtig auf den Putz gehauen. Keine andere Metal-Tour hat dieses Jahr wohl so sehr den Blätterwald und Internetdschungel beherrscht wie diese. Das Attribut "legendär", so überstrapaziert es einem auch oft vorkommen mag - hier trifft es unzweifelhaft zu.

Insgesamt bekommt man über fünf Stunden Musik auf die Ohren, zum größten Teil absolute Szene-Klassiker. Wer auch nur auf eine Band oder einen Teil des Schaffens aller Gruppen steht, kann hier schon gar nichts verkehrt machen. Dass diese Festivaltour zu den Karrierehöhepunkten aller Bands gehört, ist allen vier Auftritten anzumerken.

Die positivste Überraschung für mich persönlich sind Megadeth, da ich mit Dave Mustaine und Co. vorher eigentlich nie so richtig warm geworden bin. Aber mit diesem Auftritt haben sie sich direkt auf meine Wacken-Wunschliste katapultiert.

Anthrax sind zwar ebenfalls klasse, können da jedoch nicht ganz ranreichen. In diesem Jahrzehnt hat die Band abseits der Bühne ja vor allem durch ihr oberpeinliches Sänger-Vor-und-zurück-Getausche auf sich aufmerksam gemacht. Und tatsächlich ertappe ich mich manchmal bei dem Gedanken, dass - mal allen 80er-Jahre-Kult beiseite - John Bush doch eine Spur mehr als Joey Belladonna drauf hat.
Der Anthrax-Auftritt enthält mit "Got The Time", "Antisocial" und dem als Tribute an Ronnie James Dio in "Indians" eingebauten "Heaven And Hell" übrigens drei der insgesamt vier Coversongs dieser Doppel-DVD.
Und auch an dem vierten Cover zu fortgeschrittener Stunde waren Anthrax beteiligt...

Slayer und Metallica bieten genau die Weltklasse, die man von ihnen erwartet, letztere natürlich ihrem kommerziellen Status gemäß über eine doppelt so lange Spielzeit wie die anderen Bands. Großartige Auftritte.

Als erste Zugabe beim Headliner gibt's dann noch den Moment fürs Familienalbum bzw. DVD-Backcover, als Musiker aller Bands zusammen Diamond Heads "Am I Evil?" zocken.

Bonusmaterial ist eine Backstagedokumentation, in der es zumindest gefühlt hauptsächlich ums Proben von "Am I Evil?" geht. Ansonsten fällt mir als Highlight eigentlich nur das unfassbare Kerry-King-Rückentattoo eines Fans ein.

Bemerkenswert finde ich den FSK-Aufkleber auf der Hülle.
In England sind beide DVDs wegen "strong language" ab 15 Jahren zu haben, für uns Nicht-Muttersprachler sind sie mit "FSK 0" eingestuft. Dennoch wurde vorne "FSK 12" draufgepappt. Ich suche immer noch nach dem schlimmen, nicht kindgerechten Detail im Booklet

Anspieltipps: zu viele potentielle, da kann ich mich nicht entscheiden ;)



Nun zu einer Band, die man ebenfalls als "The Big 4" bezeichnen könnte. Nicht umsonst stehen die Namen der Musiker - Tony Iommi, Geezer Butler, Vinny Appice und Ronnie James Dio - prominent direkt auf dem DVD-Cover:


HEAVEN & HELL - Neon Nights / Live At Wacken (2010)

Die "Night To Remember" auf dem Wacken Open Air 2009, war - das hat man schon live vor Ort gespürt - eine ganz besondere.

Viele Besucher ahnten gewiss, dass dies ihre letzte Gelegenheit sein könnte, diese vier Metal-Urväter in dieser Konstellation zusammen auf der Bühne zu sehen. Tatsächlich sollte es der letzte Konzertmitschnitt von Ronnie James Dio werden, bevor er an Magenkrebs erkrankte und diesem im Mai 2010 erlag.

Neben der Dokumentation eines hervorragenden Auftritts, der durch eine extralange Version des Black Sabbath-Übersongs "Heaven And Hell" (natürlich) gekrönt wird, ist "Neon Nights" also auch das finale Vermächtnis Dios. Und welcher Rahmen wäre dafür würdiger gewesen?

Der einzige kleine Makel, den ich an der DVD ausmachen kann, ist, dass ich an einigen Stellen gerne mehr vom mitsingenden Publikum hören würde. Ansonsten wurde das Konzert natürlich hervorragend aufgezeichnet. Und mehr braucht es auch nicht.
 Metal-Journalist Malcolm Dome schreibt im Booklet so einfach wie treffend: "It's a cliché, but it happends to be true in this case: we will never see their like again."

R.I.P., Ronnie!

Anspieltipps: Heaven And Hell, Children Of The Sea

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