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2012-12-09

CYNIC - The Portal Tapes

Nach dem aktuellen Geschreibsel zum "Hobbit"-Soundtrack wird's mal wieder Zeit für etwas älteres. Zwei Alben stehen schon seit März in meiner Rezensions-Warteschleife. Und eines davon ist tatsächlich sogar noch viele Jahre älter und erst 2012 offiziell erschienen...


CYNIC - The Portal Tapes (2012)

"Cynic" steht auf dem limitierten Tonträger namens "The Portal Tapes" drauf, obwohl es eigentlich gar nicht Cynic ist, anderseits aber uneigentlich schon irgendwie... Ok, ich fang von vorne an:

Nach dem legendären und bis heute unvergleichlichen Debütalbum "Focus" (1993) lösten sich Cynic bekanntlich 1994 auf und ließen uns bis 2008 auf das Wiederauferstehungsalbum "Traced In Air" warten.

Die Zeit zum dritten Album, welches derzeit noch in Arbeit ist, wurde bisher mit den EPs "Re-Traced" und "Carbon-Based Anatomy" verkürzt. Und dieses Jahr nun also dieser als hübsches Digipack aufgemachte Silberling, der es mit zehn Tracks tatsächlich mal wieder auf Albumlänge bringt und doch nicht das neue Album ist.

Denn tatsächlich handelt es sich hier um Aufnahmen, die Paul Masvidal, Sean Reinert und drei weitere Mitstreiter nach dem Ende von Cynic in den Jahren 1994 und 1995 unter dem Projektnamen Portal als Demo aufnahmen aber bisher nie in dieser Form veröffentlichten, da auch diese Formation sich bald wieder auflöste. Einzig die drei Songs "Cosmos", "Circle" und "Endless Endeavors" haben es auf die erweiterte Neuauflage von "Focus" gebracht und sind mit der Reunion auch ins Live-Repertoire gerutscht.

Diese drei Songs waren zu der Zeit wohl auch als einzige unter diesem Bandnamen veröffentlichungsfähig. Zu weit weit weg von allen "Focus"-Markenzeichen sind die restlichen Stücke.
Zunächst einmal gibt es hier definitiv keinen Metal zu hören, sondern allesamt ruhige, im Prinzip poppige und einfach strukturierte Lieder, auf denen die Musiker ihre Virtuosität wesentlich zurückhaltender als auf dem vorhergegangenen Jazz/Avantgarde/Progmetal-Meilenstein  aufscheinen lassen.

Der Gesang teilt sich zwar wieder in zwei Hauptstimmen auf, doch statt Vocoderstimme vs. Deathgrowls sind es hier klassischer Männlein und Weiblein, die sich am Mikrofon ergänzen, wobei der größte Leadgesangsanteil bei Aruna Abrams liegt, während Paul Masvidal sich mit meist etwas tieferer Tonlage als heutzutage eher ruhig im Hintergrund hält.

Nein, das wäre einfach nicht durchgegangen...
Heutzutage sieht es diesbezüglich allerdings anders aus, sind die letzten beiden  EPs doch großenteils auch eher ruhig ausgefallen. Mittlerweile ist man es als Fan gewohnt, dass die Werke von Masvidal und Reinert immer etwas anders (und dabei eben mal lauter mal leiser) ausfallen, aber eben auch alle dieses vom Härte- und Gefrickelgrad unabhängige gewisse Etwas haben, was sie einfach zu Cynic macht.

Dies gilt im gesamtdiscographischen Zusammenhang eben auch für die "Portal Tapes", weshalb ich die Veröffentlichung als Cynic-Werk auch absolut gerechtfertigt finde.

Man muss allerdings schon einschränken, dass sie damals für viele Elemente ihres heutigen Sounds noch geübt haben. Obwohl es sich bei den meisten Tracks um zeitlos schöne Musik handelt, sind gerade zum Ende hin manche Ideen und ihre Umsetzungen noch nicht auf Zielniveau und einige Textpassagen noch arg cheesy. Allerdings darf man ja nicht vergessen, dass dies "nur" ein Demo war.

An diesen paar Stellen einfach beim Hören locker bleiben und es bleibt immer noch ein interessantes Interimswerk, für das man zwar schon in Stimmung sein muss, in das man als Fan jedoch auf jeden Fall zumindest mal reinhören sollte!

Anspieltipps: Cosmos, Karma's Plight, Endless Endeavors, Road To You

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