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2013-12-15

BLACK SABBATH - 13 (Deluxe Edition)

Was soll ich noch sagen? Ich bin spät dran und es weiß doch eh schon jeder bescheid.

Black Sabbath, Urväter von allem und jedem sind zuück, in 3/4 Original-Klassikerbesetzung mit Ozzy Osbourne am Mikro, und wollen es noch einmal so richtig ernsthaft wissen.


BLACK SABBATH - 13 (Deluxe Edition) (2013)

Ich persönlich hatte ja gar keine Erwartungen an Black Sabbath, in dem Sinne dass ich sie einfach als Geschichte angesehen und mich mit allen Gerüchten und Querelen um ein neues Album gar nicht beschäftigt habe. Umso schöner, dass sie dieses Jahr tatsächlich diesen Kracher rausgehauen haben.

An Tony Iommi und Geezer Butler hätte ja wohl eh kein Mensch gezweifelt, aber dass sie sich tatsächlich so sehr auf ihre Wurzeln besinnen würden? Doom and gloom und Blues und Riffmacht (fast) überall. Fantastisch! Ein paar Tracks mögen zwar etwas an bestimmte Klassiker erinnern, oder an andere Bands, die es natürlich wiederum vom Original haben. Aber wenn es eine Band auf dem Planeten gibt, die wie Black Sabbath klingen darf, dann ist es natürlich Black Sabbath.

Mit Ozzy ist es bekanntlich eine andere Geschichte... Mit dieser Studioarbeit hat er aber allen Zweiflern mal ganz kräftiig den Mittelfinger gezeigt. So eine rundum gelungene Gesangsleistung (Grundvoraussetzung man kommt mit seiner Stimme an sich klar, versteht sich) hätte ich wahrhaftig nicht erwartet.

Die elf Songs (inkl. drei Bonustracks auf der Deluxe Edition) sind durchweg super und würden jeder als Anspieltipp taugen. Ein perfektes Comeback-Album also?

Eine Sache ist leider ziemlich daneben gegangen. Wenn man schon eine Scheibe mit so viel glaubhaftem Retro-Feeling aufnimmt, warum produziert man sie dann nicht in einem passenden, dynamischen Soundgewand und versucht also den Klang der 70er mit den Mitteln von heute zu optimieren?

Stattdessen hat man sich hier in den Loudness War-Modus begeben und mit der Prämisse "Hauptsache laut laut laut und lauter als der Rest!" gnadenlos aufgerissen und dabei insbesondere die Drums dermaßen komprimiert, dass es nicht mehr feierlich ist. Diese meisterhafte Scheibe hätte so viel hörbarer ausfallen können. Sehr schade.

Und das sage ich als jemand, der das Ding trotzdem noch gerne hört. Ich bin halt gegenüber nicht idealen Produktionen relativ tolerant und lasse mir gute Musik nur schwer verderben. (Liegt mittlerweile vielleicht auch daran, dass mein Hauptsoundproblem grundsätzlich ist, mich nicht von meinem Tinnitus stören zu lassen.)
Aber wenn wirklich alle Zeit und jedes Budget der Welt da ist, um einen Reinfall zu vermeiden, dann finde ich auch ich so etwas ärgerlich. Warum lassen sich eigentlich ausgerechnet immer jene etablierten Künstler, die es überhaupt nicht nötig haben, durch schieren Wumms gegen irgendwen aufzufallen, auf dieses Kaputtgemastere ein?

Und spezielle im Falle Iommi & Co.: die "The Devil You Know" von Heaven & Hell (=Sabbath mit Ronnie James Dio) klang doch auch ohne es zu übertreiben ganz ordentlich.

Man kann nur hoffen, dass sich dieser Trend bald verläuft.


Aber die Songs auf "13" von Black Sabbath: einwandfrei!


Und nur weil ich vergessen habe, es vorher unterzubringen, schließe ich noch mit einem Lob für das Cover der Special Edition. Eines dieser einst sehr beliebten "bewegten" Bilder, bei dem sich je nach Sichtwinkel die Flammen ändern. Schick.



Anspieltipps: Loner, Damaged Soul, End Of The Beginning, God Is Dead?

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