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2014-09-14

THE PRETTY RECKLESS - Going To Hell

Wie bereits hier und da schon erwähnt, habe ich mir jüngst endlich einen Plattenspieler zugelegt. Und da meine Vinyl-Altbestände sehr überschaubar sind, baue ich mir jetzt natürlich so fleißig wie angesichts der Preise möglich eine kleine, aber bunte Grundversorgung auf. Zu dieser gehören bisher u.a. Godflesh live, ein Death Metal-Klassiker von Morbid Angel, apokalyptisches von Chelsea Wolfe und feinsinniges von Youn Sun Nah. Das übliche halt.

Und dann sind da auch Platten, die mein aus dem Jahr 2013 in die Zukunft gereistes Ich wohl überrascht hätten...
 



THE PRETTY RECKLESS - Going To Hell (Red Vinyl) (2014)

Dass Sängerin / Gitarristin Taylor Momsen auch eine einigermaßen bekannte Schauspielerin ist, hat der Band sicherlich kommerziell geholfen, ist für mich, der ich nie "Gossip Girl" gekuckt habe, aber unwichtig. Größeren Einfluss auf die Kaufentscheidung hatten da zweifellos das überaus ansehnliche Cover (in der CD-Version übrigens nicht nur kleiner, sondern auch enger beschnitten), sowie das "blutig" rote, transparente Vinyl.

Aber wenn die Verpackung alleine zählen würde, hätte ich schon furchtbarstes Zeug im Regal. Die Musik muss natürlich auch stimmen. Und das ist, was mich bei The Pretty Reckless so überrascht hat, basiert die ganze Chose doch auf diesem 80er-Jahre-US-Charts-Schweinerock, der eigentlich gar nicht mein Ding ist. Allerdings verneint die Band auch weder die 70er-Hardrockwurzeln des Genres noch die Grungewelle oder modernere Metalsounds.

Das ist alles - inklusive kontroverser Texte und Sex-sells-Faktor - schon durchaus kommerziell ausgerichtet, driftet dabei aber niemals in produzentenferngesteuerte Peinlichkeiten ab.

Momsens Stimme erinnert ab und zu an Pink, und im Grunde kann man auch sagen, dass The Pretty Reckless jene Musik "in echt" spielen, die von Pink und anderen sich ab und zu "rockiger" gebenden weiblichen Popstars in dem einen oder anderen Stück simuliert wird.

Und das ist das Entscheidende: die Musik ist echt, die Songs erfinden zwar die Glühbirne nicht neu, taugen aber alle, sind super gespielt und produziert, bieten also eine gesunde Dreiviertelstunde Rock. Einige Klischees werden knapp gestreift, andere  genüsslich mitgenommen, alles im richtigen Maß.
Der Punkt mit dem am Ende alles steht und (eben zum Glück nicht) fällt, ist die Glaubwürdigkeit von Taylor Momsen, die in böseren Passagen auch mal Marilyn Manson  emuliert, als Frontsau. Und ich sehe da keinen Grund zu zweifeln.

Die in der LP per Code mitgelieferte Download-Version des Albums enthält noch den Titelsong und eines der stärksten Stücke "Sweet Things" als gelungene Unplugged-Liveversionen.

"Going To Hell" ist eine kurzweilige Platte, macht Laune - und ja, sie sieht auch lecker aus.



Anspieltipps: Sweet Things, Going To Hell, Absolution

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