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2014-10-14

ARCHIVE - Axiom

Vor knapp einem halben Jahr erschien das neue Album von Archive, welches sich selbst gar nicht primär als solches versteht. Die DVD ist hier nämlich tatsächlich konzeptionell ein bisschen mehr als die übliche Bonusmaterial-Sammlung...


ARCHIVE - Axiom (CD/DVD) (2014)

"Axiom" ist ein experimenteller, dystopischer Sci-Fi-Kurzfilm (inklusive Abspann 40 Minuten), welcher in der gleichnamigen Stadt spielt, einer nach dem dritten Weltkrieg in einer riesigen Höhle errichteten Zuflucht, deren Lebensrhythmus vollkommen vom Läuten einer gigantischen Glocke und dem halbstündig wiederkehrenden tödlichen Echo derselben bestimmt wird. Jede halbe Stunde müssen sich die Bewohner also in ihre schalldichten Wohnungen einsperren lassen... Die "Distorted Angels" sind Rebellen welche die Stille suchen und sich der totalen Überwachung entziehen wollen. Dafür verätzen sie ihr Gehör...

Die CD "Axiom" ist der Soundtrack des komplett mit Musik unterlegten Films. Da jener in Kapitel unterteilt ist, welche genau den Tracks entsprechen, ist es letztendlich Auslegungssache, ob man das Ganze tatsächlich als für sich funktionierenden Film oder eher als zusammenhängende Videosammlung versteht. Abgesehen vom Titelstück, welches auf der DVD mit Abstand am meisten Schauspielertext trägt, hat es für mich eher Videocharakter, was allerdings keinesfalls ein schlechtes Urteil  sein soll und wohl auch damit zu tun hat, dass ich mir die reine Audiovariante nun einmal sehr viel häufiger zu Gemüte führe.

Im Grunde ist die Einordung ja ohnehin rein akademisch. Was zählt ist, dass es hier auf der einen Seite eine Menge starke Bilder und Ideen und auch sehr dick aufgetragenes, aber dennoch effektives Schauspiel zu sehen gibt

Und auf der anderen Seite haben wir die Musik.

Das zentrale Thema liefert auch hier die Glocke, bzw. ein ganzes Ensemble echter Kirchenglocken, um die herum der Rest des Albums konzipiert wurde.

"Axiom" ist ganz typisches Archive-Material, also für alle, die Musik gerne in feste Schubladen einteilen, das nackte Grauen. Vergleicht man mal, was einem Onlineshops, Infoseiten wie discogs, Wikipedia oder die Datenbank des eigenen Musikplayers für Archive anbieten, so bekommt man ja teilweise für ein und dasselbe Album z.B. Electronica, Postrock, Trip Hop, DJ + Dance, Progressive Rock, Alternative und oft auch den Namen Pink Floyd angeboten. Ganz falsch ist wahrscheinlich nichts davon. Demnach könnte man hier ein wildes Gewürfel wie bei Mr. Bungle oder The Dillinger Escape Plan (nur eben mit anderen Genres) vermuten - doch das ist es natürlich nicht.
Archive sind ja sehr sortiert und nachvollziehbar - und klingen dabei eben immer ganz und gar nach Archive.

S
timmungsmäßig liegt "Axiom" nah an "Controlling Crowds", die Sänger(innen) sind dieselben wie auf "With Us Until You`re Dead", also Pollard Berrier, Dave Pen, Holly Martin und Maria Q.
Insgesamt spielt der durchweg tadellose Gesang allerdings dem Soundtrackgedanken geschuldet eine etwas kleinere Rolle als sonst.

Was lässt sich als Fazit zu "Axiom" (dem Musikalbum) sagen?

Fans machen hier nichts verkehrt, wer Archive kennenlernen möchte eigentlich auch nicht, weil hier sehr verdichtet viele stilistische Merkmale der Gruppe zusammenkommen.
Mit nicht einmal einer Dreiviertelstunde Spielzeit ist die Scheibe allerdings recht kurz. Man kann jedoch nicht sagen, dass diese Zeit nicht hervorragend genutzt würde.

Archive auf Normalniveau, sehr gut also.



Anspieltipps: Axiom, Shiver, Transmission Data Terminate

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