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2014-10-19

GODFLESH - A World Lit Only By Fire

Hallelujah! Das neue Album von Godflesh ist endlich da!

Und noch bevor man die Platte in die Hand nimmt, haben sich die Herren Broadrick und Green bereits Spitzenplätze in den Jahrespoll-Kategorien "ikonenhaftestes Cover" und "evokativster Albumtitel" verdient. Was für ein gewaltiger Ausdruck von Wut und Weltschmerz!

Und daran, dass es dieses Comeback es auch musikalisch in sich haben würde, bestand nach vor ein paar Monaten erschienenen "Decline & Fall"-EP eigentlich auch kein Zweifel.



GODFLESH - A World Lit Only By Fire (Red Vinyl) (2014)

In der Hülle befindet sich bei der von mir erstandenen Version ein Lyricsheet, auf dem wir einen uns auffällig anspringenden Tippfehler gnädig verdrängen, und natürlich das transparente rote Vinyl. Da hört das Auge doch gerne mit!

Neben der regulären schwarzen Variante bekommt man das Album auch auf CD und - angeschnallt! - auf retro-fucking Musikkassette! Auf der japanischen CD-Version befinden sich wieder Bonustracks, und zwar drei Songs in Dub-Mixen (ca. 20 Minuten Musik). Bestellt man jedoch die reguläre LP oder CD direkt bei Meister Broadrick auf Bandcamp, so gibt es diese Stücke auch als Download obendrauf.


Godflesh enttäuschen die hochgeschraubten Erwartungen nicht. "A World Lit Only By Fire" ist tatsächlich das räudigste, zornigste Alben der Briten seit dem Klassiker "Streetcleaner", die Musik lehnt sich auch großenteils an dessen direktere Songs an.

Es handelt sich also wie vorher angekündigt um eine Besinnung auf die ursprüngliche Formel von Godflesh bis inklusive zum "Selfless"-Album, also mit Fokus auf in die Fresse gedrückter Riffmacht, brummknarzig drahtigem Bass, rudimentären Brülltexten (bzw. dem ebenso typischen delayreichen Klargesang) und geradezu unverfrorerem Drumcomputer. Man kann nur staunen, wie lebendig das Resultat trotz dieser überdeutlich maschinellen Komponente geraten ist.
Dennoch schleicht sich mit "Shut Me Down" und mehr noch dessen Dub-Version auch ein Groove aufs Album, der eher dem damals umstrittenen "Songs Of Love And Hate" entsprungen zu sein scheint. In der Umsetzung sollte dies jedoch auch Fans, die mit Werk damals nichts anfangen konnten, nicht stören.
Mit programmierten Sounds jenseits des reinen Beats geht das Album sehr sparsam um, ebenso mit der elegischen Seite der Band, in die erst gegen Ende mit dem Schluss von "Towers Of Emptiness" und dann vollends in "Forgive Our Fathers" eintaucht.
Justin Broadrick hat diese Seite seiner Kreativität natürlich im Shoegaze-Postrock von Jesu über die letzten Jahre auch schon reichlich erforscht, so dass die Konzentration auf gnadenlose ausweglose Aggression jetzt nur folgerichtig ist.

"A World Lit Only By Fire" ist grobes Godflesh-Kernprogramm, aber das vom allerfeinsten! Kein Track ist auch nur annähernd ein Füller, das Album muss sich vor nichts in der Godflesh-Discographie verstecken.

Comeback des Jahres. Bäm!


Anspieltipps: Forgive Our Fathers, Imperator, Carrion, New Dark Ages

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