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2014-10-20

TORI AMOS - Unrepentent Geraldines

Produktivitätspausen sind für Tori Amos ein Fremdwort, und so hat die Dame mit dem Bösendorfer-Klavier auch dieses Jahr wieder ein Album veröffentlicht.

Es ist nicht über Deutsche Grammophon erschienen, ihr mehrjähriger Ausflug in die Klassik ist also beendet. Frau Amos spielt auf "Unrepentent Geraldines" wieder lupenreine "U-Musik", wie der GEMA-Mitarbeiter in seine Schreibmaschine tippen würde. 


TORI AMOS - Unrepentent Geraldines (2014)

Ich persönlich bin ja nach wie vor der Meinung, dass Tori Amos nicht schwach kann und mag auch alle ihre als verkopfter und anstrengender geltenden Werke. Nur mit dem Nicht-Weihnachts-sondern-Winter-Album "Midwinter Graces" geht sie mir teilweise ein Stück zu weit. Doch auch darauf befindet sich durchaus starkes Material. Es sind also immer nur einzelne Songs, aber niemals komplette Alben, die ich skippe.

Es gibt natürlich auch - wie bei jedem kommerziell einigermaßen großen Musikkünstler - jene Fans, die jenseits der ersten zwei Scheiben so gut wie nichts an sich ranlassen, und die in diesem Fall seit zwanzig Jahren jenem jungen (in der subjektiven "Me And A Gun" ausblendenden Erinnerung) unbeschwerten Cornflake Girl hinterhertrauern, welches sich einfach ans Klavier gesetzt, losgespielt und alle fröhlich bezaubert hat.

Mit "Unrepentent Geraldines" schafft Tori Amos es tatsächlich, beide Arten von Fans, unkritische Alles-Möger wie mich und Hardcore-Frühe-Neunziger-Traditionalisten, zu bedienen.

Denn tatsächlich atmet dieses Album viel vom Geist und der Frische jener Zeit. Die Lieder wirken locker herausgesungen, spielerisch, ja manchmal sogar albern verspielt. Und auf der anderen Seite gibt es auch "altersweisen" Tiefgang und einige Gänsehautmomente. Und instrumental gibt es auch nach vielen Durchläufen nicht nur beim Klavier immer noch viele kleine liebevolle Details zu entdecken.
An der Ausnahmestimme der Sängerin gibt es eh keinen Zweifel, und auch die Produktion ist tadellos.

"Unrepentent Geraldines"ist negativ ausgedrückt ein Album, auf dem Tori Amos versucht, es allen recht zu machen. Positiv gesehen kommen aber stets ganz hervorragende Werke heraus, wenn sie eben dies versucht ("Scarlet's Walk", "American Doll Posse"). Das ist hier nicht anders.

Wer Tori mag oder auch erstmals jenseits der unvermeidbaren Klassiker näher kennenlernen möchte, der findet hier ohne Frage ein Spitzenalbum.



Anspieltipps: Weather Man, Unrepentent Geraldines, Trouble's Lament, Oysters 



In meiner persönlichen Blog-Challenge, alle im laufenden Jahr erschienen Musikträger, die ich mir gekauft habe, zu besprechen, habe ich nun übrigens tatsächlich komplett aufgeholt. Nichts mehr übrig! Für den Moment zumindest.
Aber weiß on da nicht schon morgen etwas eintrudelt, was ich vor Wochen oder Monaten vorbestellt habe... Nein, fertig habe ich noch lange nicht. Nur Pause. 


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