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2014-12-02

MONO und HELEN MONEY im Hafenklang, Hamburg (1. Dezember 2014)

Ein Konzert am Sonntag und dann am Montag gleich das nächste? Klar, einen Moment überlegen muss man da schon...
Doch man soll die Feste feiern wie sie fallen, oder wie ein weiser Mann auf der facebook-Veranstaltungsseite zum gestrigen Abend schrieb: Montag = Monotag

Also nichts wie hin ans bitterkalte hamburger Elbufer, wo im zum Glück von vielen Fans körperbeheiztem Hafenklang die japanischen Postrocker Mono aufspielten.


Die Boden der kleinen Bühne war zunächst mächtig zugestellt, da dort nicht nur die umfangreichen Effektboards der beiden Gitarristen, sondern auch die noch wesentlich massigere Tretminensammlung des Support-Acts Platz finden mussten.
Bei jenem handelte es sich um die solo auftretende Cellistin Helen Money, welche mit reichlich Brummwumms, Effekten und Loops ihre advantgardistischen Instrumentalstücke präsentierte.
Zum Teil war das schon ziemlich mächtig, wild, erhaben, anderseits wirkte manches auch ein wenig zerfasert. Ählich wie neulich bei Pharmakon im Vorprogramm der Swans, fehlten mir da bei aller Kunst ein wenig die Songs.
Schon nicht schlecht, aber bei einem zwei, drei Stücke längeren Set wäre ich wohl schon irgendwann ungeduldig geworden.





Danach wurde es dann monomental.

Erzählt man, dass von vier Musikern drei (beide Gitarristen und Drummer) fast die ganze Zeit sitzen und alle dabei über lange Strecken sehr in sich gekehrt wirken, klingt das nicht unbedingt aufregend.

Tatsächlich hatte auch ich vor dem Konzert die leise Befürchtung, mangels Alternativen ständig auf den wippenden roten Stöckelschuh der Bassistin, welche zeitweilig auch am Keyboard oder Glockenspiel zu finden ist, starren zu müssen. Aber zum Glück versperrte mir erstens trotz meines Platzes in der ersten Reihe eine Monitorbox die Sicht darauf, und zweitens war dann doch alles, was auf der Bühne geschah, spannend anzusehen.

Und vor allem fantastisch anzuhören war es! Die Musik von Mono ist infernalisch schön. Mit an sich sehr einfachen Mitteln schichtet die Instrumental-Band Atmosphären und Weltfluchtsmelodien übereinander, wie ich es live noch nicht vergleichbar erlebt habe. Die Lieder, schwerpunktmäßig von den beiden neuen Zwillingsalben "The Last Dawn" und "Rays Of Darkness", beginnen oft leise und türmen sich zu immensen, ergreifenden Soundwänden auf, ohne dabei an Glanz einzubüßen.
Es sei denn, die Band will das so. Denn Mono können neben dem Schönen auch das Hässliche und walzen einen plötzlich mit ohrenzerfetzender Urgewalt in Swans-Manier in Grund und Boden, während sich der Leadgitarrist, sein Instrument längst abgelegt, ebenfalls auf jenem windet und an seinen Effekten nur noch das schrille Restrauschen musikalischer Feingeistigkeit moduliert.

Wo einen die Swans nach dem Konzert allerdings als zermürbte blanke Hülle zurücklassen, spenden Mono Träume und Inspiration. Was für ein Erlebnis! Wunderbar.






















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