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2015-06-13

FLORENCE AND THE MACHINE - How Big, How Blue, How Beautiful

Und nun ist es mal wieder Zeit für einen Ausflug in die Welt der chartstürmenden Populärmusik, genauer gesagt zu Florence Welch und der sie unterstützenden Maschine.

Die Dame ist bekanntermaßen zu Hause im lautgesangigen Alle-Gefühle-müssen-raus-Pop mit hoher Refrainwiederholungsrate, einem an sich nicht ganz ungefährlichem Genre mit hohem Nervensägenpotential.
Abgesehen davon, dass Songwriting und instrumentales Arrangement keinesfalls vernachlässigt werden sollten, ist als Hopp-oder-Top-Kriterium vor allem entscheidend, ob einem persönlich Stimme und Vortrag der Sängerin zusagen.

Will sagen: Wer das Organ von Florence bisher generell nicht mochte, der braucht auch hier und jetzt nicht weiterlesen.

Ich persönlich fand ihre eigenwillige, kraftvolle Stimme schon auf den vorigen beiden Studioalben und dem "MTV Unplugged" mitreißend und faszinierend. Und genervt hat sie mich bisher nur mit dieser elenden Rap-Version von "You've Got The Love", über die wir besser den Mantel des Schweigens ausbreiten...

Nach vier Jahren Pause (ok, für mich Radioabstinenzler und Späteinsteiger war es nicht so lang) ist nun Album Nummer drei erschienen:




FLORENCE + THE MACHINE - How Big, How Blue, How Beautiful (2LP) (2015)

Das Artwork, welches zum Glück der Versuchung widersteht, den Albumtitel bildlich umzusetzen, hat durchaus Potential, eines Takes Ikonenstatus zu erreichen.

Und in seiner schlichten kunstvollen Schönheit deutet es auch an, worin sich "How Big, How Blue, How Beautiful" von seinen Vorgängern unterscheidet: Wo "Lungs" jugendlich verspielt war und "Ceremonials" vollkommen losgelöst in himmelhohen Sphären schwebte, da klingt die Band nun geerdeter, rauer und auch direkter, intimer.




An der generellen Ausrichtung -  hymnischer Pop mit Indierock- und Folk-Einschlag - hat sich nichts geändert und das ist auch gut so. Insgesamt schlägt das Pendel nun etwas mehr zum Rock aus, was aber nicht heißt, dass kein Platz für ruhige Töne bleibt. Auch wenn Florence die powervollen, energischen Teile nach wie vor stimmlich am meisten liebt.

Mit "Queen Of Peace" finden sich auch Anklänge an die 70er-Jahre-Disco auf dem Album wieder, die Florence + The Machine für mich zum Idealkandidaten macht, um live mal die kompletten fünfzehn Minuten von Santa Esmeraldas "Don't Let Me Be Misunderstood" zu covern.
Allerdings hat Lana Del Ray ja schon angekündigt, sich auf ihrem nächsten Output um den Song zu kümmern. Das dürfte aber wohl eher in die souljazzige Richtung des Originals von Nina Simone gehen...

Aber zurück zum Thema:

Ein, zwei Tracks fallen ein wenig ab, doch insgesamt liefern Florence + The Machine wunderbar ab. Die Musik stimmt, es gibt eine Menge starker Hooks, und auch wenn die charismatische Stimme der Frontfrau klar im Mittelpunkt steht und selten eine Pause macht, setzen die Instrumente doch immer wieder genügend interessante Akzente, von denen das glasklare majestätische Bläser-Finale im Titelsong nur der prominenteste ist.

Kurzum: Ein emotionales, mitreißendes, abwechslungsreiches, kurzweiliges, hübsches Album.

Sowas darf dann auch gerne mal da oben in diesen *Naserümpf* Charts herumgeistern.

(Wer gerne Erbsen zählt, dem hat der Layouter immerhin ein wenig Lästermaterial gegeben, indem er den Inhalt von Seite C und D vertauscht hat.)




Anspieltipps: Mother, Queen Of Peace, Delilah, How Big How Blue How Beautiful, St. Jude

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