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2015-08-12

MORDRED, SEEKING AKIRA und METRUM live im Knust, Hamburg (11. August 2015)

So, Wacken ist für dieses Jahr abgehakt, war geil - aber kein Einzelkonzert dort hat mich so sehr entzückt wie das Thrash Metal/Funk/Crossover-Fest, dem ich gestern in Hamburg beiwohnen durfte.

Der Besuch war angesichts des Kultstatus des Headliners leider eher mäßig, aber es ist halt auch Hamburg, in der Woche während der Open-Air-Saison - und auch noch parallel zur Konkurrenz u.a. durch Bad Religion.

Immerhin wurde man so aber gleich nach Eintritt mit "Hi, I'm Scotty, how are you?" direkt vom Sänger begrüßt.

Zwei Supportbands hatten Mordred dabei.


Den Abend eröffnen durften Metrum aus Österreich. Tiefheavygroovender Crossover-Metal, mit dem hier eigentlich nichts anbrennen konnte. Gut gemacht, und aufgrund der Kürze des Sets bestand sowieso keine Gefahr, dass Langeweile aufkommen könnte.



Seeking Akira aus England waren da schon deutlich kontroverser.

Ebenfalls eine Crossover-Band, zu deren Existenz der Headliner des Abends musikhistorisch beigetragen haben dürfte, streiften sie ausgehend von Rap/Brüll-Metal mit Hardcoreeinschlag schon häufiger die Grenzen zur Vollprolligkeit, sei es mit Dance- und Dubstepeinschüben oder einem Katy Perry-Cover, welches - das muss man leider sagen - als Witz so ziemlich verpuffte und einfach der schlechteste Song des Abends war.
Das Ganze war ziemlich wild, vor allem die beiden Shouter sprangen und wirbelten fast mehr im Publikum herum als auf der Bühne. Und einen von den beiden sah ich direkt nach der Show mit einem blutigen Handtuch...

Es war absolut nicht die Musik, die ich auf Tonträger bräuchte, aber man muss Seeking Akira zu Gute halten, dass sie live alles geben und schon ein ganz respektables Energielevel für den Rest des Abends vorlegten.



Danach allerdings ging es im heißen Knust richtig ab.

Mordred, die Band aus der Blütezeit des US-Westküsten-Thrash Metals, welche ähnlich wie ihre Zeitgenossen begonnen hatte, doch bald schon kompetent wie Mother's Finest eine gehörige Portion Funk in ihre Musik einstreute und als erste Metalband einen DJ in ihre Reihen holte, noch bevor überhaupt jemand etwas von Nu Metal (welcher nie ihre Klasse erreichen sollte) oder sogar Rage Against The Machine ahnen konnte...  Diese obskuren Wegbereiter mit der erschreckend schmalen Discographie spielten hier nun ihr erstes kontinentaleuropäisches Konzert seit über zwanzig Jahren!

Ach ja, da war doch was... Die letzte Tour 1994 war nämlich komplett gecancelt worden, wir wussten dies jedoch nicht und standen vor den verschlossenen Türen der Markthalle.
Was sollten wir tun? Wir gingen stattdessen ins Kino und sahen einen total beschissenen, langweiligen Kackfilm. Dieser war auch noch zu lang, und das Parkhaus, in dem wir standen, hatte schon geschlossen und wir waren gezwungen, die Nacht in Hamburg zu verbringen...  unterm Strich ein ziemlicher Scheißabend, wenn man eigentlich einen Konzertbesuch bei Mordred geplant hatte.
Und allein, um nach dieser langen Zeit endlich den kosmischen Karmaausgleich für diesen Abend herzustellen, musste ich nun ja auch trotz Wacken-Husten dabei sein! 

Das lange Set (bis kurz vor Schicht um Mitternacht) bestand aus Material der beiden Klassiker-Alben "In This Life" und "Fool's Game", der brillianten ruhigeren EP "Vision" und einer Handvoll brandneuer, noch nicht veröffentlichter Stücke, welche schon große Hits und eine ordentliche stilistische Bandbreite versprechen.

Es gab also knallhartes Thrashgeballer, relaxte Grooves, fetzende Licks, alles auf was man von Mordred hoffen konnte.
Der einzige Song, der mir irgendwie nicht mehr wirklich zeitgemäß vorkam, war "Close Minded". Die Abwechslung, dass dabei DJ Aaron Vaughn am Mikro ist, glich dies allerdings aus.
Ansonsten entpuppten sich die Stücke alle als zeitlose Klassiker, die kein bisschen Rost angesetzt hatten. Vor allem "West County Hospital" und der Oberkracher "Falling Away", vielleicht einer der besten Metalsongs aller Zeiten, waren meine Highlights.

Die Band, fast personalidentisch mit dem "In This Life"-Line-Up, also auch wieder mit Sänger Scott Holderby, hatte richtig Bock auf diese Tour und diesen Auftritt, und das haben sie das Publikum auch jede Minute spüren lassen. Allerfeinst!

Tolle Band, lässige fan-nahe Typen, bleibt als Kritikpunkt eigentlich nur der Lateinfehler ("en" statt "in") auf meinem frischen Tourshirt.

 

Und nun noch mehr Bilder aus meiner Digital Harinezumi 3.0 Knipse:

Metrum:








Seeking Akira:











Mordred:

































 


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