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2016-06-28

† - I & II

Manchmal sind es aber auch lächerliche Gründe, aus denen man sich zunächst nicht mit einer Band beschäftigt. In diesem Fall war es der Name. Wobei ich die Tatsache, dass diese kaum nach außen kommunizierende Band (nicht auf facebook? WTF!!!!elff!!) die Sache mit dem enigmatischen Image so weit treibt, dass sie eben gar keinen Namen hat, sondern nur ein Symbol, an sich ja wunderbar konsequent finde.

Die Notwendigkeit, dass man ja irgendwie über sie reden und schreiben können muss, hat allerdings doch zur Etablierung eines beschreibenden Platzhalters geführt. Und den finde ich so doof, dass ich hier einfach stattdessen das Dolch-Zeichen (Tastenkombination Alt + 0134) benutze, haha.



† - I & II (LP) (2015)

Sowohl passend zum geheimnisvollen Nimbus der deutschen Gruppe als auch zur Ästhetik von Ván Records, dem Label, dem sich die Industrie für schwarzen Bastelkarton wie keinem zweiten verbunden fühlen dürfte, präsentiert sich die LP sehr schlicht, aber schön. Wäre sie nicht schon letztes Jahr erschienen, könnte man angesichts der Schwarzgrau-in-schwarz-Gestaltung von Hülle und Booklet augenzwinkernd von einer Fußgängerversion des Layouts von David Bowies "Blackstar" sprechen.

Bei "I & II" handelt es sich um die Vinyl-Erstveröffentlichung der 2014 und 2015 zunächst nur ganz kultbewusst auf Kassette herausgebrachten Demos. Diese wurden für die auch auf CD erhältliche neue Version remastert und mit zusätzlichen Instrumentenspuren (Bass) aufgehübscht.

Musikalisch bewegen sich im weiten Feld zwischen Ambient und Black Metal, wobei sich letzter vor allem in der gewollten Low-Fi-Soundästhetik widerspiegelt. Die Songs haben allesamt ein beschwörerisches, stark repetives Element, welches auf Postrock mit Tribal-Elementen hindeutet, mich in seiner brachialsten Form wie in "Maschine" aber auch an Swans und frühen Industrial Metal der Marke Treponem Pal erinnert.

Bei den meisten Stücken steht allerdings eine todtraurig schwebende Grundstimmung im Vordergrund, was vor allem dem Gesang zu verdanken ist, welcher bei mir nicht auf Anhieb gezündet hat, dann jedoch eine ähnlich geheimnisvoll einlullende Qualität entwickelt hat, wie sie mir bei der Sängerin von Der Blutharsch And The Infinite Church Of The Leading Hand Rätsel aufgibt.

In "Licht" trägt eine zusätzliche männliche Stimme dazu bei, dem Song eines gregorianischen Charakter zu verleihen.

Ich möchte jetzt nicht auf alle sechs Tracks (plus Outro) eingehen, doch der Abschluss "Herz" hat als gelungene Reminiszenz an Pink Floyds "Set The Control For the Heart Of The Sun" unbedingt noch Erwähnung verdient.

"I & II" ist ein feines kleines spezielles, düster erhaben schwermütiges Album, Dead Can Dance durch den schwarzmagischen Zerrspiegel betrachtet.


Ob damit dem Hype damit vollends gerecht werden, kann ich allerdings nicht hundertprozentig sagen. Dafür bräuchte es wohl die Live-Erfahrung, die ich mit dem von mir nicht besuchten Hell Over Hammaburg-Festival Anfang März leider verpasst habe. (Mehr dazu im Dezember in der Rubrik "Enttäuschung des Jahres".)

Für nächstes Jahr habe ich mir übrigens schon ein Festivalticket besorgt. Bei Ván Records. U.a. mit dieser Platte als Beikauf. Hat sich also jetzt schon ein bisschen gelohnt.


Anspieltipps: Bahrelied, Herz, Maschine


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