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2016-09-18

MONARCH - Two Isles

Der Monarch (Danaus plexippus) ist ein auffällig orange und schwarz gezeichneter Schmetterling aus der Familie der Edelfalter. Sein Verbreitungsgebiet ist u.a. Nord- und Mittelamerika, sowie der Südpazifik.

Hängt sich ein einzelner Monarch an die Fersen von Roller Girl, während diese für einen Dreh nackedei die kalifornische Küste entlangrollt (Dirk Diggler wird sie bald als Cop zur Leibesvisitation anhalten), dann spielt auf ihrem brandneuen, gerade auf den Markt gekommenen Sony Walkman die Sehnsuchtsmusik der Generation vor ihr und lässt sie davon träumen, ein echtes Hippiemädchen auf einem spirituellen Roadtrip nach San Francisco zu sein.



MONARCH - Two Isles (blended green/red vinyl) (2016)

Es ist schon schade, dass Schallplatten so viel mehr kosten als Jamba-Klingeltöne (also zumindest, was den absoluten Preis angeht). Denn bei einem Label wie El Paraiso Records möchte man ja schon wegen der tollen Cover im Stile traditioneller Jazz-Labels ein Abo abschließen.

Eine der schönsten Neuveröffentlichungen aus dem dänischen Haus ist das Album "Two Isles" von den Kaliforniern Monarch, welches ein knallbunt trippiges Cover mit einem batikmäßigen grün-roten Farbvinyl vereint.

Yep, das war für mich mal wieder so ein Fall, wo ich das Ding gesehen habe und dachte: Wenn die Musik was taugt, dann muss ich die Scheibe haben!




Und was soll ich sagen? Die Musik taugt ganz enorm.

Es handelt sich natürlich - da lässt das Artwork wenig Spielraum - um Psychedelic Rock.

Gitarrenlastig, dezent wurlitzer-untermalt, mit meist luftig leichtem Drive, der auch mal Fusion-Gefilde touchiert, sind hier durchaus - um mal bei meinen artverwandten Käufen dieses Jahres zu bleiben - Parallelen zum Label-Zugpferd Causa Sui oder auch den fröhlichen Melodien von Agusa zu hören. Hier kommt allerdings auch noch Gesang und dieser deutlich hörbare, aber schwer erklärbare, ganz authentische kalifornische Spirit hinzu.

Ich mag die Magie von Monarch gar nicht zerreden und meiner musikhistorischen Bildung fehlen wahrscheinlich auch die treffendsten Referenzen. Es ist sommerliche, positive Musik zum Cruisen, Surfen, Transzendieren und Von-Zeiten-freier-Liebe-Träumen, wunderbar frisch eingespielt und vom hier auch als Studio-Gastkeyboarder agierenden Brian Ellis exzellent produziert, so dass farbiges Klanggewand und physischer Tonträger tatsächlich traumhaft zusammenpassen.

Auf der B-Seite wird das Album unerwartet noch eine Spur progressiver, kantiger und damit auch manchmal düsterer, was ihr ausgesprochen gut steht, so dass die letzten Beiden der insgesamt sechs Tracks - das relativ harte "Sedna's Fervor" und die epische, in einem langen Instrumentaljam eskalierende "Shady Maiden" - auch ganz klar den Höhepunkt von "Two Isles" bilden.

Zu meckern habe ich nichts.
Und nun widme ich mich wieder meiner Diggler-Pornothek.


Flieg, Monarch, flieg!


Highlights: Shady Maiden, Sedna's Fervor, Two Isles


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