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2026-09-08

ORA COGAN und THE HOBKNOBS live im Nachtasyl, Hamburg (02. September 2026)


Ok, nach einem beinahe komplett musikfreien Montag, wird es jetzt doch allmählich mal Zeit, die vergangene Woche Revue passieren zu lassen - zumal ich von morgen bis mindestens Freitag wohl keine Gelegenheit zum Schreiben bekommen werde.
Zwei Tage Prophecy Fest plus "Prophetic Overture" liegen hinter mir. Doch bevor es Donnerstag morgens Richtung Sauerland zur Balver Höhle ging, stand am Mittwoch noch eine Show in Hamburg an!

Es war Wiedergutmachung für meine einzige schlechte Running-Order-Entscheidung vom Roadburn Festival 2025 angesagt, wo ich die Show der kanadischen Sängerin Ora Cogan unnötig früh verlassen hatte. Zum Glück schaute ich auch nochmal genau nach, wo in Hamburg das Konzert stattfand. Meine unzureichende Erinnerung hätte mich nämlich zum Nochtspeicher geschickt, der doch in einer deutlich andere Ecke der Stadt liegt als das Nachtasyl im Dachgeschoss des Thalia Theaters.

Gibt es in Hamburg - abgesehen vom Uebel & Gefährlich, wenn man zu stolz ist, den Aufzug zu beutzen - eigentlich eine Location, die einen längeren Treppenaufstieg erfordert? Trotz des für meine Spielzeugkamera zu dunklem Diskokugellichts (deswegen diesmal nur Smartphonografie) fand ich die Bude aber ansonsten sehr stimmungsvoll.





THE HOBKNOBS

Noch als Duo angekündigt, doch mittlerweile mit zweiter Gitarristin als Trio unterwegs, eröffneten die Niederländer The Hobknobs den Abend mit unaufdringlich minimalistischer Singer/Songwriter-Musik aus frühem Rock'n'Roll, Folk und Wohnzimmer-Elektronika in Form eines äußerst umgänglichen "Drummers". Also, es war einfach ein kleiner Kassettenspieler, in den jeweils ein Tape mit dem aktuellen Beat eingelegt wurde. Ein sehr sympathisches Element, welches sich gut in das unprätentiös erdige Gesamtbild der Gruppe einfügte.

Musikalisch fand ich The Hobknobs zwar nicht weltbewegend revolutionär, aber mit ihren luftigen Arrangements, sanften Harmonien und häufig überraschenden Songenden hatten sie schon einen eigenwilligen Charakter, der den Abend angenehm menschelnd einleitete. 







ORA COGAN
Die Bassistin? Vielleicht. Der Schlagzeuger war allerdings das einzige Mitglied von Ora Cogans Band, von dem ich wirklich ohne Recherche mit unerschütterlicher Sicherheit sagen kann, dass er das letzte Mal in Tilburg auch dabei gewesen ist.

Abgesehen davon, dass diesmal natürlich das Material des frischen Albums "Hard Hearted Woman" im Fokus stand, hatte dies nur wenig Einfluss auf die grundsätzliche Ausrichtung der Musik zwischen mit viel Reverb auf Solo- und Harmoniegesängen präsentierter dunkler Amerikana und psychedelischem Alternative (Folk) Rock.

Der größte Unterschied war eindeutig, dass in der letzten Show mit bis zu drei Streichern viel mehr Geige stattfand, während Cogan diesmal nur hin und wieder die Gitarre gegen die Violine eintauschte. Die Synthies spielten - gerade auch als atmosphärische Interludes, während denen die übrigen Instrumente stimmen konnten - dafür eine größere Rolle.

Insgesamt wirkte die Show so trotz grundsätzlich immer noch sehr ähnlicher DNA - inklusive der Einbeziehung des vor allem durch Karen Dalton bekannten Traditionals "Katie Cruel" - weniger countrylastig und eher von einem rhythmisch mal robotik-tighten, mal verspielten Krautrock geprägt. Jener verband sich mühelos mit der träumerisch-ätherischen Schönheit des Songmaterials.

Fazit: Bezaubernd, cool und gefühlt viel zu schnell vorbei. Ein ganz wunderbares Konzert.







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