Sometimes German, sometimes English. • The title of this blog used to change from time to time. • Interested in me reviewing your music? Please read this! • I'm also a writer for VeilOfSound.com. • Please like and follow Audiovisual Ohlsen Overkill on Facebook!
Posts mit dem Label Thisquietarmy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Thisquietarmy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2025-12-13

THISQUIETARMY x OTAY:ONII - Serpents and Shallows

After my review of their fantastic show on the MS Stubnitz a couple of days ago the most logical logical next post is to cover the second joint album of Thisquietarmy and Otay:onii, which I got at the merch stand there. And since I've just written about these two artists, it also kind of gives me an excuse to keep it brief this time... So here we go!


THISQUIETARMY x OTAY:ONII - Serpents and Shallows (CD) (2025)

I must admit that the extra pissed off and intense energy at the show tricked me into believing that this album, which had been recorded during the same sessions which also birthed "Howl and Tell", would be the noisier and meaner of the two twin albums.

But while listening to it for the second or third time that misperception dissolved. "Serpents and Shallows" actually is the dreamier album of the two, there are more spacious levitating layers of Shoegaze atmosphere aboves the crushing Drone guitar and synth foundation.

All in all however the general combination of sounds is still quiet similar, with Lane Shis expressive vocal improvisations between beauty and despair contrasting the meditative deep end of the instruments and creating an immersive dramatic tension. This music could hardly feel more like pure emotional expression before even sensing the cause of the impulse.

If you dig the vibes of Big|Brave or the collaboration of The Lord + Petra Haden this will very likely speak to you. During the final track "Wet Feet" which develops a strong rhythmic pulse towards the end, I'm also reminded of the brilliant Avantgarde quirkyness of Dalila Kayros - or of course the Electronic parts of Otay:onii's own work.

Both she and Eric Quach really give their best here. So no, "Serpents and Shallows" definitely doesn't make it easier for me to determine my favorite Drone (and adjacent genres) release of the year. Breathtaking stuff!







2025-12-11

THISQUIETARMY x OTAY:ONII und GLARING live auf der MS Stubnitz, Hamburg (10. Dezember 2025)


So, Schicht im Schacht! Falls mich nicht doch noch um die Feiertage herum spontane Hummeln im Hintern erwischen sollten, ist die Livemusiksaison 2025 nun vorbei für mich. Und was wäre ein würdigerer Ort für die letzte Show des Jahres als die MS Stubnitz, die von Kanaan & Ævestaden  im Januar bis zuletzt Neptunian Maximalism Ende Oktober wiederholt mit ganz fettem Booking und fantastischen  Konzertabenden abgeliefert hat?





GLARING
Als Opener betrat die Hamburgerin Anna Nin mit ihrem Soloprojekt Glaring die Bühne. Vollelektronischer Coldwave-Sound stand auf der Speisekarte, mal shoegazig düster, mal eher upbeat mit 1980er Vibes, immer recht experimentell und niemals ewig lange auf einer Idee verharrend.

Klang fett, war gut. Ich habe mir dann nachher vom Merch auch gerne eines der gedimmteren Werke aus ihrer fast schon zu streberhaft fleißigen Diskographie herausgepickt.

Das einzige, was sich mitunter etwas komisch anfühlte, war die Applaussituation. Als ich nach dem ersten Stück gerade klatschen wollte, ging es auch schon weiter. Kein Ding, die Pausen waren halt genauso getimt, dass sie gerade keinen Beifall zuließen. Als es dann aber irgendwann doch mal ein paar Sekunden länger dauerte, war das Publikum schon daran gewöhnt, dass es gleich weitergehen würde und es fühlte sich kurz etwas akward an. Aber keine Sorge: Am Ende der überzeugenden Show machten wir schon unmissverständlich klar, dass uns die Kiste gefallen hatte! 








THISQUIETARMY x OTAY:ONII
Und danach wurde es... intensiv.

Nachdem ich zu ihren letzten beiden Shows auf dem Schiff jeweils schon andere Pläne gehabt hatte, war dies endlich meine erste Gelegenheit Lane Shi Otay:onii auf der MS Stubnitz erleben - und dann noch gemeinsam mit Gitarrendronegroßmeister Eric Quach aka Thisquietarmy!

Zunächst ging die chinesisch-amerikanische Avantgarde-Sängerin aber in den zu diesem Zeitraum wegen der Pause noch beinahe leeren Publikumsraum und erzählte von ihrer jüngsten Schikane am Flughafen, wo sie aufgrund ihres Passes zum Racial Profiling herausgewinkt wurde. Dort wurde ihr dann ernsthaft die Frage "You only sing in English, right?" gestellt, was sie natürlich bejahte - obwohl beide genau wussten dass es gelogen war. Bullshit 2025 eben.

Dass sie durch diesen Vorfall noch angefressen war, konnte man nur wenig später perfekt künstlerisch kanalisiert spüren. Zunächst einmal baute Quach mit Gitarre hinterm mit Effektboarden und Gerätschaften übersähten Tisch die ersten wummernden Ambientebenen auf, während Lane Shi mit Percussion und Delay/Loop-Pedal ins Ritual einstieg. Ihr erster Schrei riss dann aber markerschütternd  einen Riss in die Bordwand! Da war klar: Hier und heute werden keine Gefangenen gemacht!

Die ganze Performance steigerte sich in den kreativen instrumentalen Händen von Thisquietarmy in mehreren Akten, aber niemals komplett unterbrochen zum episch vielschichtigen Klangkaleidoskop, von rundum vibrierenden Drone zu harschem Krach, während Otay:onii säuselnd, singend, kreischend, brüllend, auf ihre eigene, direkt ins Herz stechende, ultra-emotionale Art alles und mehr gab.

Wie auch immer ich diesen Auftritt noch weiter beschreiben könnte, das Gefühl hinter dem Hörbaren, die Macht und Schönheit, vor allem aber auch der greifbare existentielle Zorn kann ich nicht in angemessene Worte fassen. So etwa muss man schlicht live vor Ort spüren. Ein wunderbarer Gut Punch in Zeitlupe. Uff. Ganz ganz groß!







2025-12-07

THISQUIETARMY - Langue Hybride

Eric Quach aka Thisquietarmy ist ein Künstler, den viele so wie ich wahrscheinlich primär als über seinem Effektboard knieenden Gitarrensoundtüftler kennen, der entweder solo, im Duett (z.B. mit Jörg Schneider, N, Otay:onii oder Voivod-Drummer Away) oder als Teil des Hypnodrone Ensembles Klangwände zwischen Ambient, Post- und Psychedelic Rock und Drone erzeugt.

Wer aber z.B. die kosmische Jazz Fusion von Tempête Solaire kennt, der weiß dass die diskographisch-stilistische Bandbreite des Kanadiers sogar noch weit umfangreicher ist. Und so sollte es eigentlich nicht überraschen, dass auf seinem letzten, bereits im April veröffentlichten Album noch einmal neue Tore aufgestoßen werden.


THISQUIETARMY - Langue Hybride (red vinyl LP + 7") (2025)

Perfektionistische Pedanten sofort aufgepasst! Wer die Vinylausgabe dieses Albums in korrekter, vom Künstler beabsichtigter Reihenfolge hören möchte, der darf nicht einfach stumpf dem Alphabet folgen! Nein, nach den ersten beiden Stücken auf Seite A drehen wir die Schallplatte nämlich nicht um, sondern greifen zur kleineren Sieben-Zoll-Scheibe, die den auf deren Seite A beginnenden und auf Seite B fortgesetzten Track "Les Radicaux Libres" enthält! Erst dann beenden wir das Album auf Seite B der regulären LP. Ohne Mitdenken faul Musik hören kann schließlich jeder!

Und wenn ich schon beim physischen Tonträger bin, sei gesagt, dass mir sowohl das rostig rote Vinyl als auch das Gatefold gut gefallen. Insbesondere das von Herrn Quach selbst geschossene Panoramabild eines Flusses auf der der Innenseite des Covers finde ich fotografsch sehr ansprechend.

Auch wenn nur Thisquietarmy draufsteht, ist der Solokünstler auf "Langue Hybride" tatsächlich nicht alleine zu hören, sondern zusammen mit einem fünfköpfigen Ensemble aus Mitgliedern des CEM (Centre d'Expérimentation Musical) aus der Region um Quebec. Enstanden ist das - soweit ich's verstehe - als Mix aus Liveaufnahmen und Ergänzungen im Studio zusammengesetzte Album während seiner vierwöchigen Residenz im CEM im Sommer 2023.

Der Autodidakt Quach trifft hier auf in Jazz, Klassik und Metal erfahrene Musiker, die seine Vision an Bass, Gitarre, Elektronik und - vielleicht am prägendsten für das gesamte Werk - Geige und Cello umsetzen. Und alle Stücke sprechen tatsächlich die titelgebende hybride Sprache, in der beinahe zu jedem Zeitpunkt mehrere Stile zugleich zu hören sind.

Und so geht es von schneller folkloristischer Teufelsgeigerei zu mächtigem sehnsuchtsvollen Doom zu funkiger Jazz Fusion mit bluesig solierender Gitarre und den unweigerlich ein gewissen Mahavishnu Orchestra-Gefühl heraufbeschwörenden Streichern.
Den 7"-Track kann man anfangs wohl als Ambient Free Jazz klssifizieren, bevor sich ein treibender Unterbau irgendwo zwischen Swans-Gitarrengroove und Kammermusik manifestiert.

"Organismes En Aérobiose" ist als einzige Komposition nicht vor Ort entstanden, sondern existierte bereits seit 2003 (ob als Demo oder rein in Quachs Kopf weiß man nicht), wurde jedoch niemals richtig aufgenommen. Wahrscheinlich hat sich Thisquietarmy diese Nummer tatsächlich bis zur passenden Gelegenheit, sie angemessen umzusetzen, aufgespart. Hier lässt er auf jden Fall ganz offensichtlich den inneren Ennio Morricone und den brachialen Gitarrendröhner raus. Ein epochaler Hybrid zwischen Sergio Leone-Film-Heldenthema, Post Rock und Krachekstase. Hymnisch!

"Solastalgie Impalpable" schließlich ist über weite Strecken ein mit Streichermelodien gekrönter Midtempo-Metal-Banger, fügt mittendrin jedoch einen langen Durchatmer ein, in dem Thisquietarmy zunächst in seiner wohl reinsten Form loopt, layert und moduliert ehe der Song sich in ein SubRosa (bzw. den Nachfolgern The Keening oder The Otolith) würdiges großes Finale steigert.

Und damit endet ein unerwartet cineastisches, tatsächlich von Anfang bis Ende fantastisches Album klanglich wie emotonial heavier Instrumentalmusik vom Feinsten.

Wenn das nicht Bock macht, den Mann in ein paar Tagen (natürlich in anderem Zusammenhang) wieder live auf der MS Stubnitz zu sehen, ja dann weiß ich auch nicht...






2025-10-02

cassette craze chronicles XLII feat. MAUD THE MOTH, SOLAR CORONA ELEKTRISCHE MASCHINE, TAVARE, THE MOND and THISQUIETARMY x OTAY:ONII


Ok, since I already have enough new tapes for the next epsidode this post is overdue as fuck. So let's not waste time and press PLAY!






MAUD THE MOTH - The Distaff (2025)

This is not a transparent vinyl edition. I had actually ordered that one, together with Messa's "The Spin". Yet somehow my retailer kept putting me off from month to month, even though both limited editions were already on the market. So at some point I canceled that order and rather got the albums in other formats. And I must say that the Woodford Halse tape version of Maud The Moth's "The Distaff" was a great choice, since it surely must be the loveliest edition of the release, with a slipcase, a cut-out J-card and the possibilty to put in an alternatiove cover artwork. A very nice item!

And musically? While Amaya López-Carromero remains the sole songwriter of her project, and her piano work and ethereal or operatic vocals are still the main attraction on her new album, it features a lot of guitar by her Healthyliving bandmate Scott McLean (who also contributes Moog synths and saxophone) and drums, which often make it feel like a "real" band effort.
On top of that it can of course never be wrong to also have Alison Chesley aka Helen Money on cello on your recording.

"The Distaff" is an impressive journey through dynamics and emotions. From the small and brittle to the surprisingly crushing and cathartic it's an amazingly beautiful achievement. And it does it all in complete defiance of genre conventions. Neoclassical, Doom, Ethereal Wave, Singer-Songwriter, Experimental Folk, Post Rock... the tag list on the album's Bandcamp page goes on and on - and nothing is wrong there, while it still feels as if this is made of a dozen more stylistic influences.

Maud The Moth doesn't try to outdo the the hooks and earworm qualities of Healthyliving's 2023 debut, yet instead impresses with touching heavenly heights and profound spiritual depths. Mesmerizing art.







THISQUIETARMY x OTAY:ONII - Howl And Tell (2025)

Speaking of captivating female singers there's no way around the spellbinding magic of Lane Shi Otay:onii, who seems to be everywhere right now - yet still I keep missing my chances to see her live in Hamburg due to clashes with other shows...

For this album the Chinese-American artist spontanously teamed up with Canadian Drone guitar master Eric Quach aka Thisquietarmy. So this is just the two of them - guitar and effects on one side, vocals, keytar and kazoo on the other interacting with each other. A duet and dialogue here, a harmonious or deliberately cacaphonous merging there. Whatever happens, the artistic chemistry is always palpable.

At the latest once you reach the feral despair of the album's midpoint in "Limps Dragging Towards Saturn Slowly", there's no denying that this a meeting of exceptional experimental artists, who know how to make your bones rumble and your soul shake. A logical sequel to Hypnodrone Ensemble's "The Problem Is In The Sender - Do Not Tamper With The Receiver", where they met before, yet a much closer and more dangerous experience. Amazing waves of emotional Noise!

The cassette design is solid, I especially like the full print on the shell itself.







TAVARE- Too Small To Be So High (2025)

Smooth transition to another core member of the Hypnodrone Ensemble with Aidan Baker's trio Tavare featuring him on guitar, Tristen Bakker on bass and Angela Muñoz (who's also part of the Ensemble) on drums.

Their music is quite quiet, a minimalist semi-acoustic form of slow-motion Alternative and Post Rock, very song-driven with all members singing. It is stripped down, but ambitious enough to still intrigue you. Atmospherically this actually reminds me a lot of good old SubRosa, but Tavare have their own very distinct vibe, providing an excellent soundtrack for winding down with songs that keep getting stronger with each listen.

Could this be one of my favorite Aidan Baker projects? Possibly. But he has so many, right? Well, who cares? Especially the natural, imperfect but just right feeling and tasteful harmony vocals on "Too Small To Be So High" are just balm for the soul.

And the interestingly structured "Left Behind" alone makes me happy that I got this cassette, which comes in an all-cardboard packaging, from Cruel Nature Records. A cool, lovely release.







SOLAR CORONA ELEKTRISCHE MASCHINE - Live At Cafe Oto (2024)

And now we're getting really trippy with a live release from last year, featuring a live performance from 2023, when the Portuguese Improvisational Stoner Rock band Solar Corona played an especially cosmic, hypnotic, infinitely improvised and above all very electronics-based show in London - hence the "Electric Machine" extension of the band name.

In two long Kraut jams with robust robotik backbones sounds are pulsating, oscillating, creaking, wafting and drifting through the cosmos like an android's mind discovering its soul and consciousness and the beauty of the stars in existential wonder.

The hand-numbered tape comes in an interestingly designed, layered combination of one transparent, one shiny silver J-card and prints on the cassette tray. A good visual fit for this great Experimental Psychedelic music. Awesome stuff!







THE MOND - 3 修正ニュートン力学 (2019)

My introduction to the Czech trio The Mond and their self-titled 2016 album hasn't been long ago. I actually featured it in the previous edition of the cassette craze chronicles.

Three years later their combination of Electronics, trumpet / bass clarinet, synths, organ and electric guitar still creates a distinct range of sounds. And while this is still home at the crossing of Experimental Free Jazz and Psychedelic Noise the performances on "3 修正ニュートン力学" (which unsurprisingly I cannot pronounce) actually feel less bonkers and more focussed here. Still way too crazy for the average consumer, but that's a basic prerequisite of everything Avantgarde, right?

The kind of weirdness that makes me happy, with a nice artwork that doesn't hurt either.






2025-01-19

cassette craze chronicles XXXVII feat. PONTE DEL DIAVOLO, 夢遊病者 and THISQUIETARMY


Rediscovering forgotten problems of the the medium and being gifted a release so rare, noone but me will ever enter it into the Discogs database. Read all about it - and maybe also discover some great music you have missed so far - here in the thirty-seventh edition of my cassette craze chronicles:





THISQUIETARMY - Les Entampes (2024)

I bought this album back in November, when Aidan Baker's and Eric Quach's Hypnodrone Ensemble played onboard the MS Stubnitz in Hamburg. Thisquietarmy is Quach's solo moniker and "Les Entampes" shows us how he spent his time during the pandemic, creating a beautful soundtrack to the void of uncertainty.

Drips of Ambient, layering on top of each other until they become swooshing cascades. There may or may not be some other Electronic elements here and there, but most of this album seems to be built on guitars. Looped and manipulated with effects, clean and clear, mystically nebulous and atmospheric, huge and droning...

There's no need to beat around the bush: Quach really shows off his mastery in his Experimental style here as the album invites you to bathe in its deep sonic splendour. Thisisthisquietarmy at its best.

The cassette has a simple effective design, all about showcasing the artful cover and backcover photography, also done by Quach himself. making "Les Entampes" an all around wonderful release.









PONTE DEL DIAVOLO - TRE - The EP Collection (2024)

Not so wonderful was my first time listening to this compilation of three EPs, which the Italians Ponte Del Diavolo recorded before they released their great debut album "Fire Blades From The Tomb", which I will hopefully be able to experience live in full at Roadburn this year, on Seasons of Mist.

I was not disappointed by the music, quite the opposite. But after side A had finished the tape ripped! So there I had challenge: Opening the shell, which wasn't screwed but glued together without damaging it, fixing the tear, which was unfortunately close to the reel and then of course putting it all back together.
Did it work? Well, there are still some seconds of terrible noise and I accidentily switched the sides, so that A and B are now labeled wrong. Apart from that repair seems to have been a success and stood the test of a couple of spins. Yet honestly I don't really trust my craftmanship in the long term, so I'll probably won't put this into my player too often, just for safety.

It's a shame, because while they don't leave as big of an exclamation mark as the full album yet, the songs here already display the bands boundless exploration of Goth Rock, Post Punk and various forms of Metal between Doom, Drone, Post and Black, which should speak to any fan of Dool, Healythyliving or Messa.

The remastered production is sometimes still a bit raw - but in the best way! The drumming is powerful, the riffs are catchy and fresh and the partly Italian female lead vocals provide even more recognizability to this awesome Post Everything mix. Most of all Ponte Del Diavolo are just sparking with a fearless addictive energy.

The tape's artwork is what it is, fine and simple. It's a great compilation/album, so just don't let my anectdotic grievances with my personal copy scare you from missing out on it! 









夢遊病者 - Delirium Pathomutageno Adductum (2024)

This package came as a huge surprise and it took me a moment to realize what it even was. I have positively reviewed the previous two releases by the international project also known as Sleepwalker, "Noč Na Krayu Sveta" (2012) and "Skopofoexoskelett" (2023). And due to this very column I was probably certainly the only writer specifically targeting the tape versions, which both were quiet different from other formats with a completely alternative artwork.

This most recent EP (with four tracks of exactly 05:40 minutes length each) however was not released on cassette. Well, actually, as you can see it obviously was released. It's just a very limited edition of - this is no typo - 1 (one) copy! Of course with a J-card with a different artwork from vinyl and CD - and with a lovely hand-drawn postcard. How cool is that? Getting attentions like that for this little (still time-consuming) hobby here is just awesome. Thank you very much, dear anonymous Sleepwalkers!

Admittedly this gift feels a little undeserved, because in all honesty "Delirium Pathomutageno Adductum" doesn't appeal to me as much as its predecessors, which had a more accessible atmosphere and were easier to grasp. Or to put it different: This one dials up the chaotic everything is possible at the time time philosophy of the band and condenses it to a point, which effectively makes it a much harder and longer work to adjust and dechiffre what's going on here.

There are a lot of vocals from Black Metal screech to Power Metal siren, instrumentals from all kinds of Metal, Rock, Americana, "World Music" and Classical, including many "exotic" sounds from vibraphone, oboe, french horn, accordion and many more tools. So no, that's not a radical conceptual change. But boy this is just very much stuff presented with a very low-fi approach.

Imagine chosing Pan.Thy.Monium's "Khaooohs", Amorphis' "Tales From The Thousand Lakes", some random Death and John Zorn from your record collection - don't forget to also throw some Eastern European and Asian Folk into the mix - and then recording it all over each other on an old 4 track tape machine! It doesn't work that way, I know. You don't have enough tracks after all, so you need to combine them and feed them into the process again. And after all that downmixing the end result feels kind of blurry and demanding to listen to. Phew...

No, this is not bad music. In fact these tracks are all still growing on me. But boy, it took (and still takes) quite some work to make this click! So this time I'm actually content with the short playing time, because more of this would frankly be too intimidating.

And in case you're feeling complety different and think this is an instantly enjoyable motherfucker like the two longtracks of  "Noč Na Krayu Sveta" - maybe I'm just downplaying the release so noone steals my no. 1/1 cassette? 








2024-10-17

Schneiderkalypse 2024 - frei drehender Schlagzeuger verschleißt fünf Gitarristen auf sechs Alben!

September 2024. Der Sommer sieht seinem Ende entgegen und Jörg lässt es wieder mächtig schneidern!

Wie ein Krake hockt der Hückelhovener hinter seinem Drumkit und irrwischt improvisierend mit der Hälfte seiner Tentakel zu wechselnden Gitarristen seine Trommeln schwindelig, während die andere Hälfte schon dabei ist, die im Wochentakt erscheinenden Duett-Album für den Postversand einzupacken.

Vier seiner zu jeder Saison im einheitlichen Design in GROSSEN VERSALIEN ihren Titel vom Cover brüllenden Kollaborationen hat er nun schon wieder auf uns losgelassen, zusammen mit Luís Lopes, Dirk Serries und Eric Quach aka thisquietarmy. Davor erschienen schon ein paar Wochen vorher das zweite Album von The Nude Spur und die LPs Nummer 9 und 10 von Teen Prime. Und auch wenn ich von jenen eine verpasst habe, bleiben doch immer noch satte sechs Tonträger, die ich mit Argusohren durchleuchtet habe, um nun im enzyklopädischen Format über sie zu dissertieren.

Oh sorry, leider leider habe ich gerade nicht ganz so viel Zeit. Ich kürze meine Ambitionen also aufs Wesentliche zusammen. 








SCHNEIDER | LOPES (LP) (2024)

Im Prinzip lässt das niemals ermüdende Chaos, welches Schneider seinem Drumkit entlockt, seinem Improvisationspartner nur die Wahl, sich entweder zurückzulehnen und das Wirrwarr mit atmosphärischer Beständigkeit zu unterfüttern - oder panisch mitzuhalten und dem eigenen Instrument möglichst schnell eine Vielzahl von ebenso chaotischen Geräuschen zu entlocken. Luís Lopes, in meiner Musiksammlung bisher nur auf einem gemeinsamen Album mit Bassist Gonçalo Almeida und Drummer Phillipp Ernsting vertreten, wählt den zweiten Weg.

Und so klingt der sechzehnminütige "One Armed Bandit" dann auch, als hätte ein Spieler an diesem eine gewaltige, auf einem Seelenverkauf an den Teufel basierende Glückssträhne, die unablässig Münzen aus der Maschine rasseln lässt.
Auf der B-Seite "Danger of Suffocation" geht er es dann etwas weniger explosiv an, dämmt die Saiten oft ab, erstickt Töne und Noten im Keim. Und wenn er sie gegen Ende tatsächlich frei lässt, tobt die Gitarre sofort im schwersten Heavy Jazz-Sturm.







SCHNEIDER | SERRIES (LP) (2024)

Dirk Serries, selbst zwischen Deep Listening Ambient, Free Jazz und allerhand verwandter Experimentalmusik extrem veröffentlichungswütig, geht die Herausforderung etwas anders an. Der Belgier setzt vor allem auf eine klangästhetisch beständige Krachmauer, die sich in jedem der fünf Tracks von einer anderen Seite zeigt.

"Muscle Steam" gehört vermutlich zu den brutalsten Performances, die er bisher eingespielt hat, "Enhance the Machine" ist eher krank verstörend und "Mechanical Collapse" vereint diese beiden Eigenschaften. Ein mächtig brutzelnder, sich kaum um die rhythmischen Exzesse kümmernder Drone eröffnet die B-Seite mit "Complex Particle System".
"Force Regeneration" schließlich ist ein Meisterstück dissonanten Unterwassergewabers, über dem Schneider mit vielen panischen Hi-Hat-Akzenten um sein Leben rudert. 







SCHNEIDER | THISQUIETARMY (LP) (2024)

Der bisher stärkste Kontrast zwischen ruhelosem Hochgeschwindigkeitsgeratter und in sich ruhender Gitarre erwartet uns in "Attrition Warfare", dem Opener des Duetts Schneider / thisquietarmy. Wenn es einen Musiker gibt, der weiß wie man mit Loops und Tretminen sich immer weiter verdichtende Wellen aus Ambient, Post Rock, Drone und Noise in wogende Bewegung versetzt, dann ist es der unter diesem Soloprojektnamen tätige Kanadier Eric Quach, der sich nicht nur nicht von Schneider aus der inneren Ruhe bringen lässt, sondern sich im Laufe der vier Stücke sogar als so schwere Masse über die Drums legt, dass sie mitunter sogar einbremsen.

Der Sound dieses Albums ist ungemein fett, und dürfte ich nur eine Schallplatten dieser Serie behalten, dann wäre es wohl diese.







SCHNEIDER | THISQUIERARMY (CD) (2024)

Oh!

Ok.

Ja, die Zusammenarbeit von Schneider und thisquietarmy wär tatsächlich so ergiebig, dass gleich zwei Alben dabei herausgekommen sind. Und damit man sie in ihrer Namensgleichheit nicht verwechselt, wurde dieses hier nicht auf Vinyl, sondern als CD veröffentlicht. Das ist auch hinsichtlich der Spielzeit praktisch, denn fünfundsechzig Minuten sind für eine einzelne Schallplatte ja eh zu viel.

Davon abgesehen geht "Schneider | Thisquietarmy" nicht nur als direkte Fortsetzung von "Schneider | Thisquietarmy" durch, sondern auch als Steigerung: längere Tracks, mehr Brummen und Brutzeln, mehr Lärmschichten, mehr Intensität und tatsächlich auch eine musikalisch noch stimmigere Struktur im Inferno, welches das komplett eingeloggte Duo vom Stapel lässt.
Dass es nach einer Dreiviertelstunde, zu Beginn des über zwanzigminütigen Abschlusstracks "Rainbow Codes" mal eine Weile gemäßigter - aber ungemein spannungsgeladen - zugeht, passt perfekt in den Gesamtfluss dieses Free Drone Metal-Meisterstücks.

Ja, ich denke das Ding kann ich bedenkenlos neben dem letzten Album von Glimmen im Kreis meiner Schneider-Favoriten einordnen. Und vor den sehr viel komponierter wirkenden thisquietarmy x Away-Alben müssen sich sowohl diese CD als auch die LP ebenso nicht verstecken.  







THE NUDE SPUR - If They Move Kill 'Em (CD) (2024)

Ist das jetzt schon zu viel "richtige" Musik geworden? Keine Sorge, auch mit dem Co-Chaoten Thomas Kranefeld hat Schneider sich wieder zusammengerottet, um den Nachfolger für das selbstbetitelte Debüt ihres Projekts The Nude Spur einzudreschen.

Die Gitarre schrammelt, slided, strummt, shreddet nun noch druckvoller und auf Krawall gebürsteter als zuvor. "If They Move Kill 'em" heißt das siebenteilige, beinahe das gesamte Album bildende Titelstück - und Junge, es zuckt und tourettet und schießt als Reaktion darauf ganz gewaltig! The Nude Spur zelebrieren im Grunde klassischen johnzornschen Jazzcore - und das nun noch eine Stufe weiter aufgedreht. Don't listen to this if you have a heart condition!

Zum Abschluss zeigt der nackte Sporn im über zwölfminütigen "Open The Pod Bay Door, Hal" noch seine reduziertere, ruhigere Seite, ehe wieder alles herrlich kaputtpurzelt, die CD sich selbst pulverisiert und der Polycarbonatstaub den Laser deines Players ruiniert. Den Preis is der avantgardadaistische Spaß, den die Scheibe macht, aber allemal wert.







TEEN PRIME - No. 10 (LP) (2024)

Puh, allmählich wird das nervlich aber schon zerrüttend. Und nun kommt auch noch der neueste Streich des schon länger aktiven Duos mit Sebastian Väth, welches man stets daran erkennt, dass das Backcover das Cover und das Cover das Backcover ist, dazu.

Nein, geradeaus gespielte, ohne stilistische Angewöhnung nachvollziehbare, eben normale Musik, ist auch auf diesem Album nicht zu erwarten. Dennoch sind Teen Prime wohl das geplanteste, auskomponierteste Projekt in dieser Runde. Die Arrangements sind zwar ziemlich lose und scheinen immer noch häufig ein Kind zu emulieren, welches Haushaltsgegenstande die Treppe herunterfallen lässt - aber es gibt eben auch zumindest lick- und riffverwandte Strukturen, sowie kompakt konzentrierte Bewegungen und geplante Wechsel.

Dazu passt auch, dass die meisten der Tracks vergleichsweise kurze Spielzeiten zwischen zweieinhalb und fünf Minuten haben. Nur der beinahe dreizehnmitüge Psychedelic Jazz Jam "The Singer" fällt hier aus dem Rahmen.
In dem Stück wird übrigens nicht gesungen. Anderswo finden allerdings durchaus Hillbillygesang und Sprachsamples statt. Überhaupt wurde auch was Gitarrenoverdubs angeht mehr nachbearbeitet.
Man könnte also fast sagen "No. 10" ist ein ganz normales Studioalbum.

Vielleicht stimmt dies ja auch. Es klingt halt nur wie perfekt in die richtige Beschäftigung kanalisierter Wahnsinn. "An Assessment in the Course of Empty Gestures" z.B. beginnt so ein bisschen wie die ohnehin immer mal wieder anklingenden Japaner Kukangendai in effektgeloopt mit Quasi-Blastbeats, und ist in angemessener Lautstärke genossen eine der sich am intensivsten durchs Trommelfell vibrierenden Hirnschmelzerfahrungen des Jahres. Zusammen mit dem zentralen Longtrack der A-Seite hat sich die Anschaffung des Albums damit schon amortisiert.

Und der Rest ist halt auch geil.