Yep, ich bin spät dran. Erst hatte ich ein paar Tage lang noch keine Lust, diesen Bericht anzufangen, und dann kam Wackens Rache - eine fiese Sommererkältung, die ich mir eben dort eingefangen habe.
Dabei war das Wetter doch super, so wie fast jedes Jahr am Wochenende rund um den ersten Samstag im August. Ok, es hat kurz vorher ziemlich heftig geregnet, aber das zählt nicht. Bis inklusive Freitag war schließlich noch Juli.
Würde sich das Veranstaltungsdatum nach dem ersten Freitag im August richten, dann hätte die Gesamtsituation wohl schon ganz anders ausgesehen. Doch ich will gar nicht, dass sich da etwas ändert, denn auch wenn Matschzombie-Bilder zur medialen Folklore gehören; bis auf einzelne Schauer ist das Wacken Open Air durchschnittlich eine - zumindest meteorologisch - recht trockene Angelegenheit. 1999, 2002, 2012 und 2015 waren während der gesamten Laufzeit des Festivals die einzigen Jahre, in denen das Pisswetter zu einer ernsthaften Herausforung wurde.
Und abgesehen davon, dass das Vorankommen auf dem matschigen Grund für alle schwierig war, muss ich mal ganz egoistisch feststellen, dass ich mit den wirklich schlimmen Problemen (gesperrte Campingplätze, Ausweichparken in Itzehoe oder sogar Hungriger Wolf usw.) als bei einem Anwohner parkender Heimschläfer zum Glück nichts zu tun hatte.
Der Weg zur Bandausgabe hat sich selten so lang angefühlt. Was für ein Matsch auf dem Weg über die Campingplätze! Die Wartezeit in der Schlange hielt sich jedoch in Grenzen, so dass noch ein gesundes Zeitfenster zum ersten Programmpunkt auf meiner persönlichen Running Order blieb.
Donnerstag
*brrr* Zu
Wacken eine richtige Jacke anziehen? Was soll man machen...
Abgesehen davon, dass es recht kühl war, hielt sich das Schlechtwetter aber bereits in Grenzen, viel ernsthafter Regen kam da nicht mehr. Reicht ja auch, schon ständig aufpassen zu müssen, dass man sich nicht am Boden festsaugt.
Donnerstags ist ja immer die Gelegenheit, ein paar meiner Lieblingshassthemen auszupacken, doch ich denke zu
Skyline und
MegaBosch, welche beide gerade spielten, als wir ankamen, habe ich wohl in der Vergangenheit bereits genug gesagt. Ganz davon abgesehen haben wir ja zum Glück auch so gut wie nichts von beiden mitbekommen. Die
Wastelandblablubb-Stage haben wir aus Sicherheitsgründen das ganze Festival lang nicht aus der Nähe gesehen.
Auch von
U.D.O. mit dem Bundeswehr Musikkorps blieben wir gänzlich unbehelligt.
Stattdessen sahen wir uns im
Bullhead City Circus noch ein paar Mini-Gigs der am internationalen
Metal Battle teilnehmenden Gruppen an.
Den Anfang machten
Troldskugge aus Norwegen, deren Pagan-Tralala-Black Metal gut gemacht, aber nicht wirklich mein Ding war. Trotzdem ganz witzig - und der Sänger ist so arschhässlich, dass er einen Sack überm Kopf tragen muss.
Ein ganz anderes Kaliber waren die
Walkways aus Israel, welche sehr viel
System Of A Down gefrühstückt hatten, jedoch mehr als ein reines Plagiat der Vorbilder waren.
Bühnenbild und Corporate Identity waren auch ziemlich gut durchdacht.
Im Wettbewerb haben sie am den zweiten Platz (von 28 Bands) gemacht, und das sicherlich nicht unbegründet.
Das Trio
Libertad O Muerte aus Urugay überzeugte danach mit derbe dreckigem Thrash Metal, der meist gut in die Fresse ging, aber auch mit ein paar gelungenen rhythmischen Elementen der Marke
Sepultura aufwarten konnte.
Stortregn aus der Schweiz zelebrierten dann zerstörerisch blastenden Black Metal wie er wohl am meisten Spaß macht.
Eine Band Pause, dann betraten die Teilnehmer aus Großbritannien die Bühne und machten schnell klar, dass die Jury sie wohl weit nach vorne wählen würde.
Der vierte Platz sollte es immerhin werden für
Metaprism, die jetzt gar nicht die Musik spielen, welche ich mir kaufen würde, die sich jedoch mit ihrem Frontmännlein/Frontweiblein-Doppelpack ziemlich professionell präsentierten.
Etwas zu notgeil kam mir die Bildregie vor, welche anscheinend extra einen Kameramann abgestellt hatte, nur um das Dekolleté zu filmen, wenn diese die Matte kreisen ließ. Was ziemlich oft vorkam.
Tatsächlich ist mir im Dankeschön-Filmchen auf der
Wacken-Homepage aufgefallen, dass dort jeden Menge Livebilder von den Hauptbühnen gezeigt werden, jedoch nur ein einziger Ausschnitt aus dem Zelt - ja, genau dieser Ausschnitt.
Jetzt stehe ich zugegebenermaßen etwas auf dem Schlauch. Habe ich die letzte
Metal Battle-Band
Arana aus Costa Rica gesehen? Fand ich sie gut? Ich weiß es nicht mehr. Wahrscheinlich hatte ich gerade einen Durchhänger. Auf jeden Fall habe ich eine Erinnerungslücke.
Noctiferia hatte ich mir als evtentuell interessant markiert. Waren sie dann aber doch nicht.
Also rüber zum Hauptgelände!
Dort hatte auf der
True Metal Stage gerade
Rob Zombie sein Coole-Sau-Programm begonnen. Ist schon sehr festivaltaugliches Zeug, gegen das man eigentlich nichts sagen kann.
So richtig mitnehmen konnte er mich allerdings auch erst mit alten
White Zombie-Klassiker "Thunder Kiss '65".
Insgesamt hat mir der Mann zu viel Rockstarstimmungsquatsch und Coverversionen eingeschoben.
James Brown anzuteasen war ja noch ganz witzig, aber wozu ein halbherziges "Enter Sandman"-Cover anspielen?
Im Anschluss gab es eine ungewöhnlich lange Pause, mussten für den Headliner der "Night To Remember" doch beide Bühnen umgebaut und zusätzliche LED-Leinwande anstelle der großen Werbebanner installiert werden.
Bzw. für
die Headliner des Abends, handelte es sich doch um den ersten Auftritt der Power Metal-Legende
Savatage seit über zehn Jahren, zusammen mit dem einstigen Ableger - und jetzt in den USA irre erfolgreichem Hauptprojekt der Truppe -
Trans-Siberian Orchestra.
So ganz klar war mir nicht, wie ich mir die Sache mit den zwei Bühnen vorstellen sollte, also bezog ich sicherheitshalber einen Platz ziemlich weit vorne in der Mitte, von dem aus man das Geschehen auf beiden Seiten gut beobachten konnte.
Die Show begann dann alleine auf der
Black Stage mit dem Auftritt von
Savatage, die als Sänger sowohl den Mountainking höchstselbst,
Jon Oliva, als auch
Zachary Stevens auffuhren.
Es begann mit
Oliva und dem Doppelpack "Gutter Ballett" / "24 Hrs. Ago" und es war gleich klar, wer hier der unangefochtene Zeremonienmeister sein würde. Was für eine großartige, gepeinigte, authentische Stimme!
Nach sieben Stücken inklusive "Edge Of Thornes" und natürlich "Hall Of The Mountain King" ging dann das Licht aus und auf der
True Metal Stage begann - zunächst ohne jegliche personelle Überschneidung mit
Savatage - das
Trans-Siberian Orchestra.
Das Konzept von
TSO ist ja, bekannte Gassenhauer aus Klassik, Oper und sogar dem Weihnachtsliedergesangsbuch zu nehmen, und diese mit
savatage-ähnlichen Riffs zu verheiraten und diese schon ziemlich kitschige Melange noch mit einer Armee von Lead- und Backgroundsänger(inne)n und sogar Tänzerinnen zu veredeln.
Yep, die Philosophie nutzt sich schnell ab. Anderseits kann ich mir auch schwer vorstellen, mit welcher anderen Art von Musik diese epochale Show vorstellbar gewesen wäre, insbesondere nachdem schließlich tatsächlich beide Bühnen gleichzeitig bespielt wurden und man gar nicht mehr wusste, wo man hinschauen sollte. Die totale Reizüberflutung!
Als Prinzip kristallisierte sich heraus, dass immer beide Bühnen gespiegelt wurden, d.h. es spielten permanent zwei Drummer zusammen, wenn auf einer Bühne ein Solo-Geiger stand, dann auch auf der anderen, fast alle Gesangsparts wurden zu Duetten mit einem Partner auf der anderen Bühne usw... Und wenn unter diesen Sänger dann mal eben eine Hausnummer wie
Russell Allan dabei ist - das alleine sagt ja schon etwas aus.
Also auch wenn mein inneres Kitschometer geprüft wurde - das war einfach eine ganz schön epochale, musikhistorische Show!
Die Fernsehaufzeichnung gibt dies übrigens nur unzureichend wieder, da zum einen der Anfang fehlt, und sich dieses Zwei-Bühnen-Ding vielleicht auch gar nicht wirklich auf Konserve einfangen lässt.
Könnte ich nachträglich etwas ändern, dann würde ich am Mittelteil, in dem
TSO alleine gespielt haben, kürzen, und dafür der reinen
Savatage-Show noch zwei, drei Songs zuschlagen.
Freitag
Endlich normales Festivalwetter!
Den musikalischen Auftakt um eins servierten uns die Inzwischen-auch-schon-Dauergäste
Sepultura.
Aber die Konzerte der Brasilianer in Wacken sind ja auch immer super. Diesmal wurde Bandjubiläum gefeiert und dementsprechend beinhaltete das Programm auch ein paar ganz alte Gassenhauer aus der Thrash Metal-Gruft. Kann man machen!
Kvelertak auf der Nachbarbühne interessierte mich dann nicht, doch mit dem melodischen Death Metal von
At The Gates ging es danach mit hervorragendem Geboller weiter, ehe das erste der proggigeren Highlights des Tages anstand:
Queensrÿche boten eine hervorragende Mixtur aus technischer Versiertheit und eingängigen Hooks, so wie man es erwarten konnte. Natürlich schafften es auch einige "Operation: Mindcrime"-Hits ins Set, auch wenn die Band das Album ja nicht mehr komplett spielen darf. Sänger
Todd La Torre war fantastisch aufgelegt, man brauchte also keine berüchtige Drama Queen am Mikro vermissen...
Nun stand ein böser Clash an:
Opeth oder
Annihilator?
Wir begannen zunächst einmal mit den kanadischen Thrashern auf der
Party Stage. Die Mannen um
Jeff Waters, bei denen für ein Lied - eine Stunde vor seinem Auftritt mit
Dream Theater - ihr Ex-Drummer
Mike Mangini vorbeischaute, machte ihre Sache zwar ordentlich, konnten mich aber bei weitem nicht so packen wie bei ihrem letzten Gastspiel in Wacken.
Nach einer Weile sortierten wir uns vor der
True Metal Stage für
Dream Theater ein und verfolgten währenddessen noch einen guten Teil der Show von
Opeth.
Ich muss schon sagen: Der Trend ihres Headlinergigs auf dem
Roadburn Festival hält an: die Schweden gefallen mir live immer besser. Allein diese
mahavishnu orchestra-würdigen Schlagzeuggrooves sind der Hammer. Die Balance zwischen Seventies Prog, Folk und Death Metal stimmte und die Laut/leise-Dynamik funktierte diesmal auch wunderbar, da die Soundcrew hier eine der sicherlich besten Leistungen des Wochenendes ablieferte. 1a!
Und nun war es soweit. Der Augenblick, auf den ich in meinen Reviews seit zehn Jahren hingemeckert habe:
Dream Theater spielten in Wacken!
Statt eines typischen Festivalprogramms aus Klassikern plus ein paar neuen Stücken feierten die Progmetaller auf ihres Sommertour ihr dreißigjähriges Jubiläum, indem sie in chronologischer Reigenfolge von jedem Album einen Song spielten.
Das waren allerdings ein paar Stücke zu viel für die in Wacken vorgesehene Zeit, so dass die Alben "Awake", "A Change Of Seasons", "Six Degrees Of Inner Turbulence" und "Black Clouds & Silver Linings" hier unberücksichtigt bleiben mussten. Gekürzt wurden vor allem ruhigere Stücke, so dass abgesehen von der Mitsing-Ballade "The Spirit Carries On" ein ziemlich metal/rifflasiges Set übrig blieb.
Die Fans liebten es und feierten die Band zurecht ab, auch wenn die vorangegangene Tour der Stimme
James LaBries anscheinend nicht gut getan hatte. Gesanglich war das verglichen mit den letzten
Dream Theater-Konzerten, die ich gesehen habe, leider ziemlich schwach.
Natürlich waren das Set und die Dramaturgie
letztes Jahr in Hamburg noch besser, aber das damalige Programm mit einer Festivalshow schlagen zu wollen, wäre auch illusorisch.
Nee, das war schon super! Ein bisschen vermisst habe ich allerdings die Comic-Alter-Egos der Band, die diesmal in keinem Filmchen vertreten waren.
Für das Finale des Freitags ging es nun wieder rüber ins Zelt, wo wir noch die letzten Minuten von
Armored Saint mitbekamen, die klar machten, dass die Show von
John Bush, Joey Vera und co. sicherlich nicht von schlechten Eltern gewesen war.
Aber man kann halt nicht alles haben. Gerade jetzt verzichteten wir ja auch auf die
Black Label Society, um an der folgenden Zeremonie teilzunehmen...
"Zeremonie", da die Schweizer
Samael das zwanzigjährige Jubiläum ihres Klassiker "Ceremony Of The Opposites" feierten, ein Album, welches ich damals ziemlich geliebt habe - und zugegeben auch das letzte Album der Band, mit dem ich mich beschäftigt habe. Von daher war der Auftritt für mich auf jeden Fall sowohl nostalgisch als auch immer noch aktuell.
Eines der ungewöhnlichsten Merkmale des (Post-)Black Metals von
Samael ist, dass der Großteil des Schlagzeugs aus dem Computer kommt, nur hin und wieder akzentuiert durch zusätzliche echte Drums, da der Schlagzeuger (übrigens noch derselbe Herr wie vor zwanzig Jahren) ansonsten die Keyboards bedient. Nein, das entspricht nicht dem traditionellen Metal-Reinheitsgebot, ist tatsächlich aber ziemlich geil.
Einige Songs des komplett gespielten "Ceremony"-Albums wurden auch darüber hinaus ein wenig mehr an den elektronischeren Sound der modernen
Samael angepasst, aber das machte das Ganze nur interessanter.
Ungewöhnlich, eigenwillig, auf die Glocke, böse. Sehr gut,
Samael!
Es war nun zehn und es standen u.a. mit
Nuclear Assault und
My Dying Bride durchaus noch interessante Gruppen auf den Brettern, doch wir waren schon lange genug auf den Beinen und machten uns für heute auf den Heimweg.
Bei trockenen Bodenverhältnissen, die einem auch mal erlauben, sich eine Weile hinzulegen, schafft man doch wesentlich mehr Programm.
Samstag
Erkältungsbedingt war unser
Wacken-Kommando inzwischen auf zwei Leute (mein Bruder und ich) geschrumpft. Das bedeutete für mich vor allem, dass weniger Leute genervt warten würden, während ich zum ersten Mal seit bestimmt mindestens zehn Jahren das Metal-Markt-Zelt heimsuchen wollte.
Tatsächlich habe ich mich auch nicht durch die komplette Vinylauswahl gearbeitet, sondern nur stichprobenartig in einigen Ecken zugeschlagen. Auch die Bühne mit ihren Krankenschwester-Shows und solierenden Drummern ließ ich links liegen.
Obwohl es der letzte Festivaltag war, gab es noch viele Schätze zu entdecken und die Versuchung, sich diverse Klassiker endlich auch auf Platte zu holen, war groß. Im Sinne meines Budgets (und meiner Schulter, welche die Einkaufstasche schließlich den Rest des Tages trage sollte) blieb ich allerdings standhaft und beließ es insgesamt bei vier LPs:
Ja, bis auf unten rechts eine ziemlich antizyklische Auswahl für dieses Festival - dafür aber sehr geil. ;)
Zu
Powerwolf sage ich besser nichts. Wer's mag...
Es ist zu ertragen, wenn man danach mit einem der absoluten Highlights des Festivals belohnt wird:
Amorphis spielten "Tales From A Thousand Lakes".
Yep, noch ein Album, das Geburtstag feierte. Mit genau diesen Stücken hatten wir die Band vor zwanzig Jahren in einem winzigen Liveclub in Itzehoe gesehen, wo sie vor überschaubarem Publikum und erheblich alkoholisch angeheitert eine ziemlich chaotische, aber kultige Show abgeliefert hatten.
Und nun nur wenige Kilometer entfernt, doch auf der
Black Stage des größten Metal Open Airs der Welt. Was für ein Gegensatz!
Und die Finnen waren verdammt gut, auch wenn der strahlende Sonnenschein so gar nicht auf Songs wie "Black Winter Day" abgestimmt war. Wie gesagt:
Amorphis waren eines
der Festivalhighlights!
Danko Jones nahm ich wohlwollend nebenbei auf, doch der nächste Auftritt, dem wir vollständig beiwohnten, fand auf der beschaulichen Bühne des Biergartens statt, wo wir direkt noch gute Sitzplätze in direkter Hörweite zur Action ergatterten.
Steve'n'Seagulls, finnische banjobekloppte Partycoversensation aus diesem Internet spielten Rock- und Metalklassiker auf ihre eigene, ganz unnachahmliche Weise und die Meute war aus dem Häuschen.
Definitiv die Partyband, die man dieses Jahr gesehen haben musste!
Auf der
Black Stage war parallel dazu anscheinend auch Party, als unter dem minimal spannenden Titel
Rock Meets Classic anscheinend gerade
Dee Snider mit schickem "Stop Taking Selfies!"-Shirt seinen größten Hit sang. Hatte ich gar nicht gewusst, dass der auch hier auftauchen würde...
Bloodbath spielten ordentlichen Death Metal, den ich allerdings nicht wirklich beurteilen kann, da wir nur ein Stückchen des Auftritts aus weiter Ferne betrachteten.
Wir wollten nämlich keinen Schlenker durchs Infield machen, da der nächste Hauptprogrammpunkt doch wieder am anderen Ende des Geländes im Zelt stattfinden sollte.
Setz mir die Pistole auf die Brust und frag mich, was der
eine beste Auftritt des
W:O:A 2015 war - wenn ich mich entscheiden
müsste, dann könnte es tatsächlich der Gig von
Morgoth gewesen sein.
Ein Indiz dafür ist auf jeden Fall, dass ich nach keiner anderen Show so sehr überrascht war, dass es schon zu Ende war.
Viel zu kurz!
Die Könige des deutschen Todesbleis bretterten uns Hits von "Cursed" und "Odium", sowie Stücke des neuen Albums "Ungod" um die Ohren und es war einfach die ultimative Death Metal-Show".
Viel besser als 2011 auf der
Party Stage. Fantastisch!
Apropos
Party Stage...
Dort hatte bereits die nächste Death Metal-Abreibung begonnen.
Cannibal Corpse blasteten, staubsaugten und solierten, als gäbe es kein Morgen. Saugeil!
Und besonders komisch, wenn sich zu ihrem Ultrabrutalgebolze die Leinwandbilder der Hauptbühne anschaute, auf denen
Sabaton (siehe
Powerwolf...) herumposten.
Für den Death Metal war dies auf jeden Fall ein ganz großer Tag.
Doch nun hieß es erstmal Heavy Metal, denn
Judas Priest gaben sich auf der
True Metal Stage die Ehre.
Was soll man zu
Priest schon groß sagen?
Ich bin überhaupt kein Experte für die Band, doch 2011 fand ich sie überzeugend, und diesmal ebenso.
Rob Halford an sich ist ja schon eine Metal-Großmacht. Und er war wohl der einzige Sänger mit so viel Geschichte in seiner Stimme wie
Jon Oliva an diesem Wochenende.
Vor der Bühne war es zurecht proppevoll, kein Wunder, gönnte sich doch nun auch die Chefetage mal ein Konzert vom Publikum aus. (Zumindest
Thomas Jensen sortierte sich direkt neben mir ein.)
Nach vielleicht zwei Dritteln von
Judas Priest verzichteten wir allerdings auf die ganz großen Hits und machten uns zum nächsten Death Metal-Sahnestück auf.
Aaaalter! Was hatten die Todesmetaller denn heute alle im Tee?
Wie geil bitte waren
Obituary?
Nee, komm, mir fällt nichts mehr ein. Wahnsinn.
Und das war dann mal wieder ein großes, langes, wunderprächtiges
Wacken Open Air für uns.
Es gab wieder diverse kleine Verbesserungen hier und da, die Stimmung unter Fans und Crew war bestens und für das Wetter kann ja niemand was.
Das einzige was mich wirklich negativ gestört hat war die Getränkepreiserhöhung über die Verkleinerung der Becher.
Vielleich wäre mir dies alleine gar nicht aufgefallen. An einem Getränkepils wurde mir allerdings ein größerer Becher vom Vorjahr (entsprechend weniger gefüllt) angedreht. Und diesen Becher hat dann natürlich niemand mehr zurückgenommen!
SKANDAL! ICH KOMME NIE WIEDER!!!!elf!!!
Zum Schluss noch meine obligatorischen Bandwünsche für nächstes Jahr. Ich beschränke mich mal auf Gruppen, deren Buchung für Wacken ich tatsächlich für realistisch vorstellbar halte - und Junge ist das ungewohnt hier zum ersten Mal nicht Dream Theater auflisten zu müssen...