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2020-12-30

MUSIC 2020: TOP 5 reissues


And here's the next installment of my look back on music in 2020! After the TOP 7 cancelled live shows, stream recommendations and favorite downloads, and my TOP 7 EPs plus TOP 6 live albums this was supposed to be the post about all the rest of categories before I get to the big one, the studio albums.

But then I saw that I had neither purchased enough singles nor splits or whatever to justify a respective list. Last category standing was my favorite cassettes. But realizing that most of those tapes would eventually be mentioned among my favorite albums anyway, I ditched that too.

So now there are only my favorite re-releases left. Good for you I guess, because it's less shit to read, right?


TOP 5 reissues 2020:


  1. LAIBACH - Laibach

    Of course. What else did you expect here? Alongside the long awaited revisited versions of their early 1980s' Slovenian classics and a live record, which both are previously unreleased elements of it, the core of the monumental "Laibach Revisited" 5 LP box is this ultimate remaster of their 1985 debut album, which includes several bonus (and thus a total of twenty) tracks. Presented in a sound which can rival any production of the following decades, "Laibach" remains an industrial music essential and a feral, demonic, historic, yet still burning relevant experience.
    Yet since this remaster is exclusively available in this quite pricy package, anyone who's only interested in the debut might rightfully consider sticking to the thirteen tracks of the last re-release from 1999 though.


  2. WINTER - Into Darkness / Eternal Frost

    With its weird yet certainly somehow effective production choices and a bleakness unknown to metal at the time of its first release in 1990, Winter's "Into Darkness" has become a cult classic especially among fans of mean doom death ever since. Even though I think there would have been enough space for lyrics in the booklet, Svart Records' two LP release, which also contains the "Eternal Frost" demo, does this cold, harsh and slooow masterpiece justice. Definitely one of the metal albums I listened to the most this year.


  3. THE MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION - Succubus

    Denovali Records has done a whole series of reissues (and will probably continue to do so in 2021) of the Dutch doomjazz collective The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble and its darker, more improvisational alter ego The Mount Fuji Doomjazz Corporation. Six double albums so far, yet I must admit I haven't listened to them all yet, as the two latest ones ("Here Be Dragons" and "Anthropomorphic") are due to delivery in January. Since these coloured vinyl variants all look and sound great so far, I'm just leaving it at my recent personal favorite from each alias in this list.
    Clearly my number one among those is "Succubus". With its dark seductive trombones and guitars is the ultimate soundtrack to a film noire in slow motion. If you ever get asked what doomjazz is, this work from 2009 might be one of the best possible answers.


  4. THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE - I Foresee The Dark Ahead, If I Stay

    Technically not a "real" album, but rather a compilation of previous work plus some unreleased extras "I Foresee The Dark Ahead, If I Stay" is a surprisingly cohesive listening experience while showcasing the full stylistic spectrum of the Ensemble. Between light swing and elegiac winds of doom, from electronic ambient to Jason Köhnen's heavily distorted bass this is a potentially worthwhile release for anyone with interest in smooth jazz fusion, neoclassical music, post and psychedelic rock and droning experimentalism.


  5. WANG WEN - 0.7

    My favorite Chinese post rock band has put out a new album this year, which I have admittedly only given little attention so far, because it hasn't been released in physical form yet. And Wang Wen always have these beautiful vinyl packages! Just look at this new edition of "0.7", originally released in 2012, with its gorgeous art booklet - and above all listen to how the fantastic compositions of this amazing album combine epic post rock with strings, prog, jazz and many other elements! I just love this group.












2020-07-10

GÖDEN - Beyond Darkness

In meiner Rezension der Vinyl-Wiederveröffentlichung des 1990er Doom/Death-Klassikers "Into Darkness" von Winter drohte ich ja bereits an, hier auch die Nachfolgeband zu besprechen.

Während der kurzen Reunionsphase in den Jahren 2011 und 2012 machten die berühmten zwischenmenschlichen Probleme eine dauerhafte Wiederbelebung der originalen Band unmöglich, so dass Gitarrist Stephen Flam und Keyboarder Tony Pinnisi Göden gründeten.

Die Benennung nach einem Winter-Song, sowie der auf "Into Darkness" Bezug nehmende Albumtitel deuten es schon dezent an, doch neben weiteren offensichtlichen Bezügen, auf die ich später eingehen werde, lassen vor allem die (in der CD-Version sogar im Booklet und auf der Jewel-Tray-Innenseite doppelt gemoppelten) Liner Notes keinen Zweifel daran, dass es  sich bei Göden um eine direkte spirituelle Fortsetzung und Weiterentwicklung von Winter handeln soll.
Naja, so "direkt", wie es mit dreißig Jahren Abstand zwischen zwei Alben wohl möglich ist.

Göden verhält sich zu Winter also ähnlich wie Triptykon zu Celtic Frost.

Und auch als Maßstab für die Ermittlung des kreativen Erfolgs von "Beyond Darkness" erscheint es mir realistisch, die zugegebenerweise gemein hohe Frost-Messlatte anzulegen, nämlich in Form des überragenden Reunionswerks (und letzten gemeinsamen Albums von Tom Warrior und Martin Eric Ain) "Monotheist".
Als zweite Referenz möchte ich die sowohl in ihrer enormen Kultigkeit als auch der ähnlich langen Schaffenspause naheliegenden Cirith Ungol mit ihrer phänomenalen, authentischen Wiederkehr "Forever Black" anführen.

Mit diesen beiden Marken mitzuhalten ist natürlich nahezu unmöglich und wäre aus Gödens Perspektive zweifellos das absolute Traumszenario.

Und tatsächlich machen Göden auf dem Weg zu diesem Idealfall einiges richtig. Allerdings nicht alles...



GÖDEN - Beyond Darkness (CD) (2020)


Der neunminütige instrumentale Opener "Glowing Red Sun" fungiert vor allem als eindeutiges Wiedererkennungssignal, indem es nahezu perfekt den gewohnten schleppenden Doomdeath-Winterzauber beschwört.
(Als Ergänzung gibt es allerdings noch schwermütige My Dying Bride-Streicher obendrauf.)

Dass Flam und Pinnisi, die beide nun ein erweitertes Aufgabenfeld haben, während sie von unterschiedlichen Drummern und Gastgitarristen unterstützt werden, den Grundsound noch beherrschen, ist also klar.
Ebenso merkt man am fetteren, aber immer noch räudigen Sound, dass der Band bewusst ist, dass es ein Sakrileg darstellen würde, die sehr... ich sag mal eigene Produktion von "Into Darkness" kopieren zu wollen. Das wäre nach dreißig Jahren Weiterentwicklung der Studiotechnik auch ein peinlicher Ansatz gewesen.

Sängerin* Vas Kallas hat ein solides Todesorgan, welches zwar weniger tief und markant als das von Winter-Bassist John Alman vor drei Jahrzehnten ist, allerdings auch keinen Anlass zum Meckern gibt.
So ein bisschen erinnert sie mich an Martin Ain auf - da ist es wieder! - "Monotheist".
[*EDIT: Ja, das Geschlecht hatte ich hier zuerst verkehrt. Das kommt von Bandfotos im diffusen Halbdunkel.]
Überhaupt scheint es, dass dort wo Winter wie eine heruntergebremste Version der alten Celtic Frost klangen, Göden sich auf "Beyond Darkness" sehr stark vom letzten Frost-Album beeinflusst zeigen.
Mit ca. fünfundsiebzig Minuten Spielzeit und neunzehn Tracks scheint das Album auf jeden Fall ebenso ambitioniert.

Und es würde auch erklären, woher Göden nicht nur ihr düster theatralisches Element, sondern vor allem ganz spezifisch die Idee genommen haben, als amerikanische Band einige Songpassagen auf deutsch (vgl. "Monotheist"s "Synagoga Satanae)" zu singen.

Zum Glück befindet sich im Booklet an jenen Stellen auch eine englische Übersetzung, so dass man als deutscher Muttersprachler in der Lage ist, nachzuvollziehen, was jenes putzige Kauderwelsch zu sagen versucht. So wird in "Komm Susser Tod" die Zeile "Come final solace, In your embrace I know all men must die" übersetzt zu: "Komm endgultig Trost, In Dein Umfassen ich wissen alles Menschen mussen sterben". Dass eine Band mit (stummem) Metal-Ümlaut im Namen die echten Umlaute derart konsequent ignoriert, ist schon bemerkenswert.

Nun finde ich als Laibach-Jünger etwas schief verfremdetes Deutsch ja durchaus sympathisch, aber ob es in diesem Fall Absicht war, um eine bewusst imperfekte Note zu erzeugen, oder ob man einfach nicht auf die Idee gekommen ist, mal vorsichtig auf facebook in die Runde zu fragen, ob vielleicht eine deutscher Fan in der anwesend ist, der Lust hat, mal ein paar Zeilen zu checken, kann ich nicht mit Gewissheit sagen.

Der Rausschmeißer "Winter" enthält übrigens die komplette fantasiedeutsche Transferierung des Winter-Klassikers "Eternal Frost". Who knew that us Germans write Vinter with a V? Man lernt nie aus.

Letztendlich ist das aber ein skuriller Nebenschauplatz, der sich auf die Qualität des Albums nicht groß auswirkt.

Diese leidet eher darunter, dass Göden bei aller mit Frost wetteifernden Ambitionen hier einfach nicht den Abwechslungreichtum der Schweizer auf die große Länge von "Beyond Darkness" bringen können.
Die guten Ideen sind zweiflsohne da, doch es wäre schlauer gewesen, sie in weniger Stücken zu konzentrieren.

"Into Darkness" hatte damals eigentlich genau die richtige Spielzeit, bei der man am Ende immer noch ein bisschen mehr wollte, während "Beyond Darkness" doch auf Dauer in der Gesamtheit etwas zu gleichförmig erscheint. Und dass ein Stück wie "Ego Eime Gy" in Manier von Karyn Crisis' Gospel Of the Witches wieder und wieder eine Beschwörungsformel durchnudelt, ist da nicht hilfreich.

Dabei ist hier kein Song für sich schlecht, wo immer man kurz reinhört, kann man sagen wow, das ist ja wie "Monotheist"! Himmel Hölle, das Schlagzeug könnte oftmals direkt aus Triptykons überlebensgroßem "Requiem" übernommen sein!

Doch es sind schlicht ein paar Songs zu viel.

Noch problematischer sind die Zwischenspiele oder auch "Manifestations" (noch ein Rückgriff, diesmal auf das letzte Stück der "Eternal Frost"-EP), in denen die Schöpfergestalt Göden sich enttäuscht von ihrer Schöpfung zeigt und die Dämmerung eines neuen Zeitalters ankündigt.

Drei oder vier dieser mich tatsächlich am ehesten an Arjen Lucassens Progmetal-Rockopernprojekt Ayreon erinnernden Episoden hätten als Maximum locker ausgereicht, aber gleich acht dieser im Vortrag identischen Dinger sind schon etwas ermüdend.


Trotz alledem sind Göden für mich eine glaubhafte und würdige Winter-Nachfolgeband, die hoffentlich zukünftig ihr volles Potential umzusetzen weiß.

"Beyond Darkness" hätte dies bereits sein können, ist es wie gesagt ja durchaus voller gutem Zeug. Es will jedoch ein bisschen zu viel.

Ein paar Songs und Zwischenspiele weniger, evtl. auch eine Fremdsprache weniger, dafür ein knackiges, die Hörergunst nicht überstrapazierendes Album, welches einen noch ein bisschen hungrig nach mehr hinterlässt - so wie bei Cirith Ungol eben - und Göden hätten hiermit einen absoluten Hauptgewinn abgeschossen.






2020-07-02

WINTER - Into Darkness / Eternal Frost

Das Debüt (und einzige Album) der New Yorker Winter ist schon eine ganz spezielle Kultscheibe. Ich besaß sie damals nur böse raubkopiert auf Kassette und habe sie zwischendurch bestimmt mal eine zweistellige Anzahl von Jahren gar nicht gehört. Doch selbst wenn man "Into Darkness" ein halbes Jahrhundert nicht auf die Ohren bekommen hat, dürfte man diesen Sound wahrscheinlich augenblicklich wiedererkennen.

Zum dreißigsten Geburtstag hat Svart Records das Album nun gemeinsam mit der "Eternal Frost"-EP wiederveröffentlicht. Ich habe in vollem Vertrauen, den Scheiß noch immer zu lieben, zugeschlagen, ganz ohne vorher noch einmal vorsichtshalber reinzuhören.




WINTER - Into Darkness / Eternal Frost (clear vinyl 2LP) (1990/2020)


Album und EP kommen jeweils auf einer LP mit eigener Hülle in einem Pappschuber, welcher auch ein din-A4-formatiges Booklet enthält.

Dieses präsentiert neben den Credits und Liner Notes von Originalveröffentlichung, dem letzten Reissue 2011 und der vorliegenden Version in erster Linie alles, was aus der kurzen Zeit des Bestehens der Band an undergroundigen Flyern aufgetrieben werden konnte. Auch die kurze Reunionsphase (inklusive Roadburn-Show) 2011 und 2012 wurde hier berücksichtigt.

Ein paar super pixelige Vergrößerungen im Mittelteil hätte man sich meinetwegen zugunsten der Songtexte sparen können. Jene fehlen nämlich, was ich bei einer ansonsten so ansehnlichen Box schon als Minuspunkt ankreiden muss.





Beide LPs sind in transparentem Vinyl gehalten. Diese Ausgabe ist beim Label selbst schon wieder ausverkauft, es folgt allerdings demnächst eine zweite Auflage in weiß, welche bereits vorbestellbar ist.

Außerdem ist das Package noch als CD-Digipack zu haben.




Winter haben bei der Auswahl ihres Covers voll ins Schwarze getroffen, denn wenn sich dieses Werk als eines ins kollektive Metalgedächtnis eingebrannt hat, dann wohl als Meilenstein harscher Trostlosigkeit. Und natürlich als eine dieser Produktionen, bei der im Nachhinein keine Menschenseele mehr sagen kann, was Absicht gewesen ist und was Unfall.

Es ist gar nicht so, dass irgendein Instrument nicht hören könnte, doch gefühlt nimmt man zunächst kaum etwas anderes als das Schlagzeug und speziell die nach *flappflapp* gedribbeltem Medizinball klingende Bassdrum wahr. Saiteninstrumente und Keyboards spielen sich scheinbar weit im Hintergrund ab, während einem der Sänger unmittelbar in den Gehörgang gurgelt. Das einzige, was sich hier und da noch über das dumpf depressive Einerlei abhebt, ist eine laute Leadgitarre hier und da.

Es ist also eine Produktion, die bitte keine Band auf diesem Planeten jemals kopieren sollte, die kurioserweise hier allerdings brilliant funktioniert!
Dieser Sound ist auch nach drei Jahrzehnten ein ungebrochen sofort erkennbares Alleinstellungsmerkmal. Und tatsächlich hört man ja doch alles irgendwie, woran der Musikstil auch nicht ganz unschuldig ist. Am häufigsten werden Winter gewiss in der Kategorie Death Doom bzw. Doom Death verortet, was durchaus richtig ist, allerdings auch nicht die vollständige Wahrheit abbildet.

Wie die Flyer im Booklet zeigen, stammten die Musiker eher aus der Punk/Crust/Hardcore-Szene, mit der man sich auch oft die Bühne teilte. Genauso gab es auch gemeinsame Konzerte mit Bands aus dem Death- und Thrashmetal wie z.B. Death und Sepultura.
All diesen Szenen gemeinsam war zu diesem Zeitpunkt die Jagd nach dem nächsten Geschwindigkeitsrekord. Winter allerdings spielten dieses Spiel nicht mit.

Ob man ihre Riffs dabei nun als Verlangsamung von Amebix oder eher Celtic Frost versteht, muss wohl als rein akademische Unterscheidung gelten, die sich vor allem aus der individuellen Sozialisation des Hörers selbst ableitet. Es könnte eigentlich jederzeit beides sein. Und gerade im drastisch gedrosselten Tempo verschwimmen Genregrenzen ohnehin leicht.


Junge, was hat uns die antizyklische Langsamkeit von "Into Darkness" damals geflasht!

Aus heutiger Sicht ist man slow motion in noch wesentlich extremeren Ausprägungen gewohnter, so dass das Tempo alleine einen Ersthörer wohl nicht mehr in ungläubig begeistertes Gelächter stürzen wird, doch zu jenem Zeitpunkt waren Winter schon eine ungemein singuläre Erscheinung.

Paradise Lost, My Dying Bride, der noch viel mehr auf schwere Orgel setzende Funeral Doom von Skepticism betraten zwar auch bald darauf die Bildfläche, doch "Into Darkness" legte sich zuerst tonnenschwer auf die Welt.
Ob es eine Wechselwirkung mit Peter Steele gab, weiß ich nicht, doch das Demo seiner Carnivore-Nachfolgeband trat schließlich noch weiter auf die Bremse und wurde als das Type O Negative-Debüt "Slow, Deep And Hard" zu einer ganz großen Nummer.

Kommerziell wurden Winter also beinahe augenblicklich von anderen Zeitlupenbands eingeholt, und es sollte auch nicht mehr lange dauern, bis die Drone-Pioniere Earth das Bremspedal metertief in die Lava drückten. Und bis heute ist im Doom Metal, Sludge, Drone, Death Doom, Funeral Doom dermaßen viel geschehen, dass es nicht als selbstverständlich anzusehen ist, dass "Into Darkness" auch aus heutiger Sicht noch funktioniert. 

Es ist eben nicht nur Rumgeschnecke. Tatsächlich nimmt das Album mitunter sogar ziemlich flott Fahrt auf und präsentiert auf ganze Länge einen Geschwindigkeitsmix, der mit dem ja auch für seinen speziellen Sound berühmten "Mental Funeral" von Autopsy vergleichbar ist.

Nein, auch wenn Autopsy, Celtic Frost, Amebix und x zeitgenössische Deathmetal-Gruppen, die den Doomabsturz für sich entdeckten, zu jedem Zeitpunkt irgendwie als Vergleich taugen, können sich Winter als eigene Entität behaupten.
Das hat teilweise mit diesem merkwürdigen Sound zu tun, zu dem nicht nur der Mix, sondern auch eine große Liebe zum Flanger-Effekt gehören, doch letztendlich hängt es neben diesen Gimmicks auch ganz einfach am Songwriting.

"Into Darkness"ist Kult, Klassiker und nach wie vor relevant. Sehr gut!





Die EP "Eternal Frost" erschien zwar erst nach dem Album, besteht jedoch aus älteren Aufnahmen, die teilweise auch schon auf einem Demo von 1989 erschienen waren.

Die Besetzung ist hier noch kleiner. Ohne Keyboards und mit anderem Schlagzeuger klingt die Band noch etwas rauer, aber auch holpriger und grobmotorischer. Der Sound ist herkömmlicher als auf dem Album, auch wenn hier schon deutlich wird, dass die im Mix so dominanten Drums offensichtlich gewolltes Stilmittel waren.

So essentiell wie "Into Darkness" finde ich dieses Extra nicht, doch es stellt eine schöne Ergänzung dar.

Neben den früher mal für Metalbands obligatorischen Track, der so heißt wie die Band, enthält die EP mit "Manifestation I" (was durchaus eine "Revolution 9"-Beatles-Anspielung sein könnte) auch Winters Version eines Ambientstückes. Und damit wohl auch den Grundstein für eine Idee, welche sich viele Jahre später durch das Debütalbum der Winter-Nachfolgeband Göden (was wiederum ein Titel von "Into Darkness" ist), ziehen sollte... Doch dazu demnächst mehr in einer anderen Rezension!


Wer es deathdoomcrustig langsam, tief und extrem mag, und mit dieser klirrend kalten Genrelandmarke noch nicht vertraut ist, der sollte bei diesem Reissue unbedingt zuschlagen. Es lohnt sich!