MÖRK BORG Heresy Supreme Original Soundtrack (2026)
Ok, Leute. Ich habe es hier bisher bescheiden im Hintergrund gehalten, aber natürlich ist diese Seite auch ein Gaming-Blog! Muss ja, oder?
Ernsthaft weiß ich überhaupt nicht mehr, wie viele Jahrzehnte es her ist, dass ich irgendetwas gezockt (sagt man das noch?) habe. Mein letztes Spiel könnte Final Fantasy VII gewesen sein - und zwar das Original, und nicht das Remake (oder Remake des Remakes, falls es das schon gibt). Dass sich der Soundtrack zu einem Action Adventure in meine Musiksammlung verirrt, kann also nicht daran liegen, dass ich das Game auf Steam entdeckt habe. Auf jener Seite bin ich jüngst zum ersten Mal in meinem Leben gewesen.
Nein, ich bin natürlich über eine der beteiligten Musikerinnen hierauf aufmerksam geworden. Die großartige Lili Refrain hat eine Soundtrack-EP mit den drei Stücken, die sie zu dem Projekt beigesteuert hat, veröffentlicht. Im Vergleich zu ihrer ebenfalls erst dieses Jahr rausgebrachten "Nagalite"-EP sind diese sehr viel gitarrenlastiger und verbinden ihren msytisch magischen Dead Can Dance-Gesang mit ihren Metalwurzeln. Sehr geiles Zeug, nach etwas über zehn Minuten aber leider auch schon sehr schnell wieder vorbei.
Der komplette Soundtrack ist mit 21 Tracks wesentlich umfangreicher. Er beginnt und endet mit den Stücken von Lili Refrain, die auch im Gesamtzusammenhang Highlights bleiben. Doch zwischen "Heresy Supreme" und "Seventh Psalm" bekommen wir noch je einen Track der der Doom Metal-Band Bong Coffin, des Black-Metal-Soloprojekts Eldur und der Noiserocker Cani Dei Portici - und massenhaft Kompositionen von Chris Bisette, die von fett röttelnden Basslinien und Gitarrenriffs dominiert sein, düster herumdoomen oder den Gothic-Charme des Diablo-Dorfs (ja, das Spiel kenne ich auch noch) heraufbeschwören können. Dabei wechselt die Ästhetik auch stark zwischen direktem Liveband-Sound und der Tradition klassischer Computerspiele.
Was ich natürlich nicht weiß, ist wie genau all diese Musik im Spiel eingesetzt wird. Da es von den meisten Titeln die Varianten "A" und "B" gibt, unter denen sich jedoch sehr unterschiedliche Stimmungen verbergen, gehe ich mal davon aus, dass dies die Hintergrundmusik verschiedener Levelabschnitte ist, die zum Hack'n'Slay (oder was immer so tut) in Endloseschleife gespielt wird. Es gibt hier dementsprechend auch kaum vollende Songs, sondern eher Aneinanderreihungen geiler Parts, die irgendwann schnell ausfaden. Das bedeutet für den anderthalb Stunden langen Sountrack als Ganzes, dass man sich kaum gezielt hinsetzen wird, nur um sich auf diese Musik zu konzentrieren. Dann entstehen nämlich durchaus hier und da Längen.
Ist man aber beschäftigt, braucht einen Soundtrack nebenbei - und einem ist nach düsterer Atmosphäre und derben Metalriffs, dann funktioniert dieser Scheiß ganz hervorragend.
JUSTIN BROADRICK - Solo Guitar, 1997 (2026)
Auch der letzte Release in diesem Reigen hat Soundtrack-Charakter, allerdings auf ganz andere Weise. Was wir in diesen vierzig, bis auf wenige Ausnahmen nur bis ein oder zwei Minuten kurzen Tracks erleben, ist wahrscheinlich einfach ein natürlicher Teil von Justin Broadricks (Godflesh, Jesu, Final) Songwritingprozess. Eine fragmentarische Sammlung von Gitarrenideen, von denen ich mich nicht wundern würde, wenn die eine oder andere es irgendwo in fertige Songs seiner zahlreichen Projekte geschafft hätten.
Der Verdacht der Resteverwertung liegt hier nahe, doch tatsächlich bilden diese extrem reduzierten Aufnahmen aus dem Jahr 1997 erstaunlich gut als vollwertiges, experimentelles Ambient-Album mit Shoegaze-Einschlag. Wer Alben wie Emma Ruth Rundle's "Electric Guitar One" mag oder einfach ein Fan von Broadricks enorm produktivem Schaffen ist, der macht auch hier nichts verkehrt.




























































