Zehn Tage nach Angine de Poirine in der brechend vollen Großen Freiheit 36 ging es gestern zum nächsten Konzert. Und wie von den kosmischen Mächten Zufall und Zeitgeist bestimmt, erwartete mich auf der gut besuchten MS Stubnitz erneut metrisch wie rhythmisch komplexe, mikrotale tanzbare Experimentalmusik. Als würde das jetzt jeder machen!
Zunächst einmal erwartete uns vor den amerikanischen Horse Lords noch ein Duo aus Spanien, welches man kaum als "normaler" bezeichnen konnte...
Zunächst einmal erwartete uns vor den amerikanischen Horse Lords noch ein Duo aus Spanien, welches man kaum als "normaler" bezeichnen konnte...
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| LOS SARA FONTAN |
Die einfachste Antwort darauf, was Sara Fontan (Synths, Geige, Effekte und wasweißich) und Edi Pou (Drums, Elektronik, allerhand Geklöter und hastenichtgesehen) aka Los Sara Fontan machen, ist: Bekloppte instrumentale Avantgarde mit viel Spaß dabei.
Aber ein bisschen aussagekräftiger möchte ich ja schon beschreiben, was sich auf der Bühne abgespielt hat. Puh... Gar nicht so leicht.
Also: Dis Fig Noise meets Neubauten, Tanzclub küsst Abrissbirne. Komplexe Rhythmen von elektronischen Breakbeats zu analogen Megagrooves. Fette Bassloops und hypnotischer Melodiefragmente. Cowbells und Metallplatten. Spannung und Befreiung. Spill Gold auf Ecstasy. Unberechenbare Wechsel, ungeheuer gut. Kategorie: Muss man erleben statt es sich erklären zu lassen. Apokalyptische Gehirnparty. Geil.
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| HORSE LORDS |
Und dann kamen die Math-Rocker Horse Lords. Für die kürzeste Zusammenfassung ihrer Show müsste ich dem Hype geschuldet wieder die Polkadotaliens von neulich ins Spiel bringen. Optisch waren die Baltimorer unspektakulärer unterwegs. Der Gitarrist und der Saxophist/Perkussionist sahen immerhin aus wie zwei DNA-Hälften, die man zu einem Ned Flanders zusammenschmelzen könnte. Musikalisch allerdings war diese Show im Grunde Angine de Poitrine für Fortgeschrittene.
Ich sollte mich aber auch an Kukangendai in einer größeren Besetzung erinnert fühlen.
Die Saiteninstrumente wurden - schon am speziellen Griffbrett erkennbar - jenseits der westlichen Tonleiter mikrotonal gespielt und kreisten zusammen mit Saxophon tonal und metrisch in Zirkeln umeinander, wobei repetitiv-hypnotische Effekte sowohl über Delay, Loops als auch einfach die Spielweise (gerade beim Fingerpicking auf der Gitarre) erzeugt wurden.
Mal kantig, mal tanzbar, aber immer zerebral herausfordernd steuerten beide Drummer (einer am herkömmlichen Kit, der andere viel für lateinamerikanische und elektronische Akzente zuständig) einen Überfluss an Rhythmus zum genreübergreifenden rechenkundlichen Rock-Spektakel bei, in dem jederzeit Spuren von Jazz Fusion, Orient oder Bluegrass auftauchen konnten.
Es war mit Sicherheit eine der spielerisch spektakulärsten Shows, die ich dieses Jahr gesehen habe - und dass man in den nahezu perfekten Sound, der das Schiff erfüllte, regelrecht hineintauchen konnte, machte es noch einmal besser. Fantastisch!
Ich sollte mich aber auch an Kukangendai in einer größeren Besetzung erinnert fühlen.
Die Saiteninstrumente wurden - schon am speziellen Griffbrett erkennbar - jenseits der westlichen Tonleiter mikrotonal gespielt und kreisten zusammen mit Saxophon tonal und metrisch in Zirkeln umeinander, wobei repetitiv-hypnotische Effekte sowohl über Delay, Loops als auch einfach die Spielweise (gerade beim Fingerpicking auf der Gitarre) erzeugt wurden.
Mal kantig, mal tanzbar, aber immer zerebral herausfordernd steuerten beide Drummer (einer am herkömmlichen Kit, der andere viel für lateinamerikanische und elektronische Akzente zuständig) einen Überfluss an Rhythmus zum genreübergreifenden rechenkundlichen Rock-Spektakel bei, in dem jederzeit Spuren von Jazz Fusion, Orient oder Bluegrass auftauchen konnten.
Es war mit Sicherheit eine der spielerisch spektakulärsten Shows, die ich dieses Jahr gesehen habe - und dass man in den nahezu perfekten Sound, der das Schiff erfüllte, regelrecht hineintauchen konnte, machte es noch einmal besser. Fantastisch!





































































