Most posts are in german, yet sometimes I switch to english. The title of this blog changes from time to time.
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Interested in me reviewing your music? Please read this!

2018-07-08

KING GIZZARD AND THE LIZARD WIZARD - Gumboot Soup

Moin Kinners! Was gibt es schöneres, als einen Sommersonntag mit einem kleinen musikalischen Marathon zu beginnen? Anlass und für die Auswahl der Musik verantwortlich war heute, dass ich hier noch unfinished gizzness zu erledigen hatte.

Eigentlich ist der spektakuläre Fünf-Alben-in-einem-Jahr-Lauf der australischen Psychedelicbekloppten King Gizzard And The Lizard Wizard ein 2017er Thema und fällt damit nicht mehr unter meine Richtlinie, Neuanschaffungen zu besprechen, die im laufenden Jahr erschienen sind. Doch da das letzte Album auf den allerletzten Drücker am 31. Dezember als Stream und Download ausgeworfen wurde und sich erst ein paar Monate später als physischer Tonträger auf meinem Plattenteller drehte, muss es hier natürlich noch abgefrühstückt werden. 




KING GIZZARD AND THE LIZARD WIZARD - Gumboot Soup (orange vinyl) (2018)


Seitdem ich im vergangenen November mit "Polygondwanaland" in den Gizzard-Kosmos eingetaucht bin, haben auch alle weiteren 2017er Alben den Weg in meine Sammlung gefunden. Seit Mai ist das Quintett nun vollständig.
Bevor ich zu "Gumboot Soup" selbst komme, will ich hier nochmal die Gelegenheit nutzen, auf das ganze Year of the Gizz zurückzuschauen und die vorigen Scheiben zu ranken.



Zunächst sei gesagt: Ich mag sie alle sehr. Doch mit einem muss man ja anfangen:

Platz 4: "Murder Of The Universe"

Musikalisch nah am 2016er Album "Nonagon Infinity" - und auch inhaltlich mit ein paar Referenzen - ist diese Drei-kleine-Konzeptalben-in-einem-LP das krachigste, metallischste Monstrum des Bündels. Und gleichzeitig wohl auch für die meisten Fans das anstrengendste, wird doch über den panischen Sound nur teilweise gesungen und vor allem in spoken words die Geschichte erzählt. Dass man diese in einem sehr schicken siebenzölligen Booklet mitlesen kann, gibt Extrapunkte für die Aufmachung. Und die irre Story von "Han-Tyumi & The Murder of the Universe" gehört zu den brilliantesten Ideen, die in der Geschichte des Konzeptalbums je realisiert wurden.


Platz 3: "Flying Microtonal Banana"

Benannt nach der eigens dafür gebauten mikrotonalen Gitarre Stu Mackenzies hat das erste Album der Reihe mit seiner Inspiration in arabischer Musik und deren erweiterter Tonleiter von allen den am klarsten umgesetzten Ansatz. Mit seinem komplett eigenwilligen, frischen Sound kratzen King Gizzard hier teilweise schon an der Perfektion, stellen sich allerdings mit ihrem Stilmittel x-facher Wiederholung, das hier manchmal zu weit getrieben wird und somit ein paar Längen erzeugt, selbst ein Bein. Trotzdem immer noch fantastisch.


Platz 2: "Polygondwanaland"  
 
Mit der Idee, dieses Album nicht nur zu verschenken, sondern jedem zu erlauben, es in welcher Form auch immer zu veröffentlichen, haben King Gizzard einen musikhistorischen Coup gelandet. Discogs listet aktuell 197 verschiedene Versionen, doch wer weiß, wie hoch die Dunkelziffer inklusive aller privaten Kleinstveröffentlichungen tatsächlich ist?
An meiner sehr preisgünstigen "Tri Colour Transparant Red / Mellow Yellow / Blue Monday"-Version von Stolen Body Records habe ich eigentlich nur auszusetzen, dass sie keine Texte enthält. Ansonsten ist sie optisch und akustisch aber großartig.
Musikalisch zeigt sich die Band hier von ihrer proggigsten Seite. Vor allem die A-Seite ist ein wilder, verrückter, aber stets ohrwurmiger Ritt.


Platz 1: "Sketches From Brunswick East"

Gemeinsam mit dem Mild High Club, der King Gizzard auch auf der letzten Europa-Clubtour als Support begleitete, zitiert der Albumtitel nicht umsonst einen Miles Davis-Klassiker. Denn entspannter Jazz ist neben bubblegumigstem Sixties-Psychedelic eine der Hauptzutaten dieses locker zusammengejammten, chilligen Werks. Doch keine Sorge, ohne subtil eingeflochtene dunkle und humorvolle Brüche, geht es natürlich nicht. Ein wenig drauf achten muss man allerdings, denn die "Sketches" sind ungewöhnlich unaufdringlich und holzhammerfrei geraten. Dafür aber einfach verdammt gut!



Und wo sortiert sich "Gumboot Soup" nun in diese Reihe ein?

Orthografisch belegt es wohl den letzten Platz. Die Typos auf dem Backcover der ansonsten wunderhübschen Heavenly recordings-Version mit orangem Vinyl sind jedenfalls so drastisch (Albumtitel "Gum T Soup"), dass ich sie mir nur als schräghumorige Absicht erklären kann.




Credits wie "Tracks 3, 6 recorded by Cooky on his phone" oder "Track 5 recorded by Joey in his bedroom" lässt eine in bestem Garagenrock-Ethos produzierte musikalische Resterampe aus den nicht verwendeten Ideen zu den vorigen Alben erwarten.

Und so ganz verkehrt liegt man damit nicht. Denn tatsächlich ist hier von allen Vorgängern ein bisschen zu hören. Allerdings gibt es auch Stücke, die auf jenen Alben nicht gepasst hätten. Ein ziemlich bunter Strauß also.

Im Gesamteindruck ist "Gumboot Soup" überwiegend relaxt bis leichtfüßig rockend, mit viel Keyboards, Mellotron, Flöten und Saxophon.
Der Opener "Beginner's Luck" hätte ebensogut auf "Sketches" gepasst, ebenso wie weitere laid back poppig psychedelische Momente wie "The Last Oasis", "I'm Sleepin' In" oder das gesanglich sehr an The Mars Volta erinnernde "Barefoot Desert".
"Superposition" geht tendentiell in eine ähnliche Richtung, bietet aber eine alternative, synthielastigere Interpretation dieses Sounds. Und vor allem das Unisono von Flöte und Gesang ist fantastisch.

Songs wie "Muddy Water" oder "Greenhouse Heat Death" orientieren sich eher an dem gleichzeitig verspielten und nach vorne treibenden Stil von "Polygondwanaland" oder "Flying Microtonal Banana". Einen Härtegrad höher geschraubt wird dies in "All Is Known", welches auch textlich sehr nach einem "Murder Of The Universe"-Outtake klingt.

Die größten stilistischen Überraschungen sind am Ende der A- und Anfang der B-Seite plaziert.
"Down The Sink" ist astreiner Jungle Boogie Funk. Bobby Womack hat das Leben "Across 110th Street" erkundet, King Gizzard And The Lizard Wizard folgen ihm - allerdings durch den Küchenabfluss auf dem Flusspfad des Abwasserkanals. Großartiger Track!

Ein noch größerer Ausreißer ist allerdings "The Great Chain Of Being", ein mit drei Gitarren und zwei Drumkits ungewohnt heavy hingestampfter, fuzziger Stonerrocker. Auch der rauhere, tiefere Gesang lässt einen beinahe glauben, sich vorübergehend auf einem anderen Album zu befinden.

Mit dem von wildem Jazzfusiondrumming angetriebenen "The Wheel" schließt einer der stärksten Songs ein Album ab, welches ganz ohne Lückenfüller auskommt.
Man könnte unendlich weiter hören. Und auf Schallplatte ist dies sogar möglich, da der letzte Takt in Endlosrille wiederholt wird.


"Gumboot Soup" ist wahrscheinlich das am leichtesten zugänglichste und durch die wirklich starke Songauswahl vielleicht sogar das beste Album des Gizzard-Jahres.

Ich bin aber mal vorsichtig und lasse zumindest den "Sketches Of Brunswick East" weiterhin den Vortritt, sortiere es aber noch dem auf der B-Seite leicht abfallenden "Polygondwanaland" auf Platz 2 ein.




Highlights: Down The Sink, The Wheel, Superposition, The Last Oasis, Muddy Water



2018-07-07

MAMMOTH WEED WIZARD BASTARD / SLOMATICS - Totems (Split)

Die Slomatics sind, wie ich hier zuletzt im Review ihres Roadburn-Livealbums festgestellt habe, ja eigentlich immer grandios. Trotz saustarker Alben ist ihr zumindest vom Hörensagen bekanntester Release aber wahrscheinlich eine Split-LP mit den Steinzeitdoomern Conan. Das mag sicherlich auch an dessem genialen Schneckenbarbarencover liegen.

Und nun haben sie mal wieder gesplittet, diesmal gemeinsam mit einer mir bislang unbekannten Gruppe, deren Bandname für mich hier sicherlich nicht das Kaufargument gewesen ist. Zum Glück klingen Mammoth Weed Wizard Bastard aber nicht nach der klischeebeladenen Kifferbreitseite, die diese zufällige Aneinanderreihung von Wörtern aus dem  Doom-Bandnamengenerator verspricht.




MAMMOTH WEED WIZARD BASTARD / SLOMATICS - Totems (Split) (transparent red 12") (2018)


Zunächst einmal genießen wir jedoch das wunderbare Coverartwork. Nach kurzem Überlegen, woher mir dieser nachkolorierte Fotostil bekannt vorkam, war ich mir sicher, dass hier die Künstlerin am Werk gewesen sein musste, die auch die Hülle von Earths "Primitive And Deadly" zu verantworten hat. Und tatsächlich, Samantha Muljat. Unverkennbarer Stil!

Passend zum Cover standen die Vinylfarben grün und rot zur Verfügung, wovon mir letztere etwas besser gefiel. Bei Black Bow Records ist diese Variante inzwischen auch ausverkauft. Grün und blau (US-Import) sind aber noch zu haben.



Optisch hat "Totems" also schon gewonnen. Die Pressqualität stimmt auch, kommen wir also zur Musik:

Mammoth Weed Wizard Bastard sind mit zwei jeweils über zehn Minuten langen Stücken am Start. Generell wird sofort klar, dass Sludgigkeit und Intensität des Sounds nah mit Slomatics verwandt sind. Instrumental ist die Gruppe mit Bass, Gitarre, Drums (statt Gitarre, Gitarre, Drums) traditioneller aufgestellt. Auch stilistisch bewegt sich der Mammutbastard trotz einiger tendentiell postmetallischer Passagen näher am klassisch Sabbath-Doom. Monolord taugen zumindest teilweise sicherlich als Referenz.
Eine starke eigene Note bringt vor allem die Sängerin hinein, deren Stimme ich ganz schwer in eine Box packen kann. Mal ätherisch geisterhaft schwebend, dann wieder ein bisschen rotzig, sage ich mich mal irgendwo auf halber Strecke zwischen Sinistro und Year Of The Cobra, mit einer Prise Julie Christmas.
Beide Songs sind tadellos, haben packende Riffs, tolle Melodien und Soli. Hier gibt es für mich absolut nichts zu meckern. Mammoth Weed Wizard Bastard sind tatsächlich auch alleine ein mehr als ausreichendes Argument, dieser Scheibe Gehör zu schenken.


Doch was uns die Science-Fiction-Doomer Slomatics auf der B-Seite servieren, lässt einen dann doch mit noch offenerem Mund zurück. In zwei Achtminütern - dazwischen gibt es als Novum ein von Klavier getragenes Instrumentalstück - geben die Iren direkt an ihr letztes Meisterwerk "Future Echo Returns" anschließend alles. Über dem eigenwillig groovenden und mächtig schiebenden Melvins/Conan-Gedröhne und stilvoll eingeflochtenem Synthiegespace erreicht der Gesang hier eine cineastische Epochalität, die so beeindruckend ist, dass ich nicht einmal nachschauen mag, ob es das Wort "Epochalität" überhaupt wirklich gibt. Vor allem das Finale von "Master's Descent" ist wunderbar, genretranszendierend, gewaltig.


Insgesamt wirkt "Totems" wie aus einem Guss, ein großartiges Doom-Album auch ohne den Zusatz "Split". Die beiden Gruppen und ihre Songs passen einfach perfekt zusammen.

Prädikat: Genrehighlight 2018
  


Highlights: The Master And His Emissary, Master's Descent


2018-07-01

FATHER SKY MOTHER EARTH - Father Sky Mother Earth

Since my last (german) Father Sky Mother Earth review, my own band DruturuM has played a concert together with these two drone doomers, which will very hopefully not be the last, since this was a very fitting constellation. So now I'm in the always itchy position where you neither want your review of the band you personally know to be too biased, nor want to piss somebody off, haha.

Luckily in this case I think I'm just fine if I keep it honest.




FATHER SKY MOTHER EARTH - Father Sky Mother Earth (white vinyl) (2018)

Only two releases into their discography Father Sky Mother Earth are already confusing us with the question where to put this first vinyl album in chronological order, because on one hand this is the first physical release of their first album, but on the other they partly re-arranged and completely re-recorded it, so it could just as well count as number three (or 1a?).

It comes on very pretty white vinyl with the track "Father Sky" an side A and - surprise! - "Mother Earth" on side B, both longer than twenty-two minutes. But you shouldn't ignore the download card, because the digital version on Bandcamp (which are still the original recordings from 2016) also includes the twelve minute bonus track "III". 




Stylistically the band very purposely dwells inside the realm of meditative instrumental drone doom with sludgy edges and psychedlic and world-music influences.

Since I'm not into Om my go-to reference for this particular direction besides Zaum (ignoring the vocals) is Bong, whose recent album "Thought And Existence" I bought just in the same week as this one. I basically based my whole review of Father Sky Mother Earth's "Across The River Of Time" on this reference, which I still find as fitting as back then, especially since Bong have done so many different flavors of this minimalistic but also most epic subgenre on their albums.

Father Sky Mother Earth live in Rendsburg
But there are also some notable distictions to be pointed out. Unbelievably Father Sky Mother Earth are playing this music, which leans so much into the idea of amplifier worship - without any amps!
You cannot necessarily guess that from their recordings, but the guitar and bass tone is a little different here. It's hard to really pinpoint what it is. Is it sharper, more precise? Honestly I'm not sure. But when the music gets faster it's clear that the band is closer to fuzzy psychedelic rock than similar groups.

There are particular corners in the internet where this band and album are hyped to no end, calling this the album of the year already and even putting it on one the same level with the likes of Sunn O))). (You guys know who you are!)

Well, I can fully understand the enthusiasm, I think that goes a little too far. Sunn O))) are operating in a whole other universe of crushing bodily experience. And I also think that Bong are a larger, fuller and deeper beast.

That being said Father Sky Mother Earth are really not that far from the latter. In some aspects they are even ahead of Bong. Their slow intesifications might already have more layers. And coming from the circumstance of playing to pre-recorded rhythms live, their compositions seem to be more planned and detailed. Now, if that is rather a strength or a weakness in comparison of course stands to debate.

If this was a competion I would still see the UK in the lead before Northern Germany. Luckily it isn't.

However, this is some impressive, cathartic, monumental drone doom, which every friend of loud, hypnotic and lulling music should check out.


Highlights: Father Sky, Mother Earth


THE MYSTERY OF THE BULGARIAN VOICES featuring LISA GERRARD - BooCheeMish

Es ist soweit! Ein halbes Jahr nach der sensationellen Vorab-Single "Pora Sotunda" wird es Zeit, das erste komplette Albumd seit Jahrzehnten meines Jetzt-schon-Lieblingsfrauenchors aus Bulgarien zu besprechen!

Es ist zwar schlechter Stil, aber es ist Sonntag und ich habe keine Lust mich unnötig zu wiederholen. Deswegen bitte ich darum, für mehr Einsichten dazu zum Hintergrund von The Mystery Of The Bulgarian Voices das gerade verlinkte Review zu lesen bzw. das Video am Ende dieses Textes anzuschauen. Danke! 




THE MYSTERY OF THE BULGARIAN VOICES featuring LISA GERRARD - BooCheeMish (LP) (2018)

Und jetzt komme ich gleich zur Musik: Begleitet von einem meistens überschaubaren, aber sehr effektiv eingesetzten, weltmusikalischen Instrumentarium, zu dem sich hier und da auch kleine Überraschungen wie eine Beat Box gesellen können, beeindruckt der Chor in zwölf Stücken, die traditionelle bulgarische Texte und Melodien mit arabischen und modernen Einflüssen verbinden.

Ob die Damen dabei unisono oder im Kanon zu schnellen Polyrhythmen harmonieren oder der Chor eine breite, orchestrale Ebene bereitet, über denen die Stimmen von in den meisten Tracks ein oder zwei Solistinnen schweben; alle Gesangsarrangements haben gemeinsam, dass sie absolut nicht von dieser Welt sind. Dies ist eskapistische Gourmetkost, die ich mit nichts anderem, was ich je gehört habe, treffend vergleichen kann.

Außer natürlich - und insbesondere die langsamen Stücke - mit Dead Can Dance, bzw. allen Projekten, an denen die extrem von diesem Chor beeinflusste Lisa Gerrard beteiligt ist.
Und eben jene Sängerin ist als Gast auf vier Songs vertreten. Dabei erscheint sie hier zumeist wie eine Stimme unter vielen, was nicht ansatzweise als Negativkritik zu verstehen ist, sondern einfach nur die atemberaubende Klasse aller Darbietungen aufzeigt. Ich habe Gerrard zugegebenerweise auch nicht immer sofort richtig erkannt. Zwar punkten alle Solosängerinnen mit individuellen Performances, doch besonders die neben ihr am häufigsten herausgestellte Gergana Dimitrova hat dann doch eine Stimmfarbe, die man schon mal verwechseln kann.

Lisa Gerrard bleibt es jedoch auf einem Album, welches vor Gesangskunst geradezu überquillt, vorbehalten, mit sehr tiefer Stimme in "Mani Yanni" den Höhepunkt zu setzen.

Wenn man sich denn traut, sich hier überhaupt einen Höhepunkt herauszufischen. Zu viele spannende Dinge passieren auf "BooCheeMish". Manchmal sind dies auch komische Sachen, die einen zunächst mal die Nase rümpfen lassen, wie das fast schon albern beginnende "Tropanitsa". Gerade dieser Song durchlebt dann aber dramatische Wendungen, die ihn fast zu so etwas wie dem Mr. Bungle-Moment des Albums machen.

Ein bemerkenswerter Augenblick ist auch, wenn sich in der Mitte nach einen A-capella-Intro "Sluntse" als melancholisches Instrumentalstück erweist. Eine willkommene Atempause von all der Vokalakrobatik, die beispielhaft dafür steht, dass hier nicht nur verschiedenene Lieder irgendwie zu einer Kompilation zusammengewürfelt wurden, sondern dass die Spannungskurve des gesamtem Werks sehr durchdacht und gelungen ist.


Wie bei Prophecy Records gewohnt, stellt sich beim Kauf von "BooSheeMish" die schwierige Frage nach der bevorzugten Versionen. Ich persönlich habe mich klassisch für Vinyl entschieden, bereue jedoch bereits ein wenig, dass ich nicht die schönere bulgarische Version mit kyrillischer Schrift genommen habe. Ich könnte dann zwar nicht die Texte mitlesen, aber es ist ja ohnehin nicht so, dass ich auch nur ein einziges Wort verstehen würde.
Das Coverartwork an sich, ein Aquarellgemälde von Costin Chioreanu, für mich ganz klar eine seiner besten Arbeiten bisher, ist aber zum Glück in beiden Varianten identisch.

Andere Varianten sind u.a. noch labeltypische Doppel-CD-Artbook mit umfangreichen Liner Notes, SACD (!), die Luxusbox mit allem inklusive blauem Vinyl... eine Menge Optionen zwischen sechs und sechzig Euro.

Begünstigt durch meine Unlust, die Stücke von der Schallplatte selbst zu digitalisieren, habe ich dann auch noch etwas aufgestockt und mir auf Bandcamp die Downloadvariante der Luxusversion besorgt, welche noch fünf Bonustracks enthält. "Sluntse Milo, Yasno Greiche" hält locker das Niveau der regulären Tracklist. Die weiteren Tracks sind Liveversionen von Albumsongs, auch hier unter Beteiligung von Lisa Gerrard.

Mangels Fachwissen weiß ich nicht, was ich noch weiter über "BooSheeMish" schwafeln soll. Eines ist aber als Fazit ganz klar, nämlich das The Mystery Of The Bulgarian Voices hier ganz eindeutig eines der bewegendsten, besondersten, besten Album des Jahres abgeliefert haben.

Magisch!






Highlights: Mani Yanni, Pora Sotunda, Unison, Sluntse, Ganka




2018-06-28

YOB - Our Raw Heart

YOB IS BACK.

Given that singer / guitar player / mastermind Mike Scheidt went through some serious health issues which nearly cost him his life, that alone cannot be taken for granted

Naturally this new album is strongly informed by Scheidt's struggle, mirroring his darkest hours as well as the triumph of survival.
Of course this origin story sounds familiar from albums like Behemoth's "The Satanist". And it kind of raises your expectations to an admittedly unfair level, because even though us rational people don't believe in the rule that true art can only be created through suffering, there are just too many artists out there who achieved their greatest works through the experience of pain. With that in mind, how can you not expect something especially extraordinary from a band that is already as outstanding as Yob?




YOB - Our Raw Heart (metallic gold vinyl 2LP) (2018)


YOB IS FIRE.

The opening track "Ablaze" wastes no time to showcase almost everything that is to love about Yob. Intense epic doom metal with urgent fury and trancendent beauty. A super heavy Neurosis-inspired sound, gripping riffs and melodies in a unique voice - and of course on top of everything that singing voice of Mike Scheidt. It's almost unbelievable that he basically had to learn to sing again before this recording could happen. His high melodic vocals are frail and majestic at the same time, carrying so much emotion. But then also his deep bellowing is as powerful as ever. Impressive, man, impressive!
The song itself is flawless and could easily stand beside everything the band has ever done, be it 2011's "Atma" which was my personal introduction to the band, the all-time classic "The Great Cessation" or the overwhelming last release "Clearing The Path To Ascend" from 2014. And this is just the beginning.

YOB IS RAW.

After the ten glorious minutes of "Ablaze" the album switches gears drastically. Mainly focussing on brutally dry and repetitive riffs and confining melodies strictly to the chorus "The Screen" is Yob at their bleakest.
Scheidt's verse voice is very reminiscent of none other that Thomas Gabriel Fischer on Celtic Frost's "Monotheist" and the following works with Triptykon. Hope is sparse at this point. And it will get even darker.

YOB IS SURVIVAL.

"In Reverie" is a desperate bastard of classic epic doom metal and slightly off post metal harmonies, a beast that painfully but captivating sludges its way for over nine minutes, until it crawls into the absolutely lightless pit of the minimalistic, droning "Lungs Reach", a sonic illustration of bare survival, culminating in the most guttural death doom.

YOB IS LOVE.

On side C the central epic of "Our Raw Heart" awaits us with majestic tear-jerking waves of light, hope, pure touching emotions. The over sixteen minutes long hymn "Beauty In Falling Leaves" follows predecessors like "The Great Cessation" or "Marrow", which to me still is one of the best doom songs ever written. And damn, this is just as good, if not even better! This voice and how it carries the lyrics - it's just so heartfelt and larger than life at the same time. Undescribable. If the chorus line "Your heart brings me home" doesn't touch you here, you should thoroughly check if your mirror image or shadow are missing, because you probably have no soul.

YOB IS ALL.

With only seven minutes "Original Face" is a relatively short bridge between the most monumental tracks. A thick grooving mid-tempo track, which even though it is pretty straight forward somehow reminds me of Disharmonic Orchestra. It also features one of the rare instances in which we can hear a classic high lead guitar sound in a Yob song.

YOB IS LIFE.

Oh, the feelings! They are striking again big time in the finale, which is the 14+ minute title track of "Our Raw Heart". For the most part it meditates over one fantastic riff, which is doom as much as it is stoner rock with strong eastern and psychedelic influences. The slow fade-out makes the song go on in your mind for eternity.

And it closes an album that leaves me almost out of words by now. It's so huge. So real and pure. So masterfully executed. Of course the test of time is still pending, but even after all the stunning work this band already has under its belly, "Our Raw Heart" could very well be the crowning achievement in Yob's discography.

YOB IS GOLD.

As if the music, the lyrics, the origin of this album would not be enough, the artwork is also stunning, with daring full colours, which affirm the overall spirit of the record. Despite and because its dark spots and urgent tumults it ultimately and above everything else is a testimony of life.


As usual Relapse Records offers a bunch of interesting limited colour versions of the vinyl. I opted for the one easiest to get in Germany and I am very happy with it. Just look:



No, there is nothing even remotely bad about this album.

"Our Raw Heart" is essential doom.


YOB IS YOB.




Highlights: Beauty In Falling Leaves, Our Raw Heart, Ablaze


2018-06-16

OCEANS OF SLUMBER - The Banished Heart

Am zweiten März erschien ein Album, welches nun, da sich das Jahr 2018 der Halbzeit nähert, nach wie vor mein unangefochtener Spitzenkandidat für die Krone des Album des Jahres ist. Die Rede ist von Anna von Hausswolffs "Dead Magic".

Damit hätte jener Tag für mich ja eigentlich musikalisch genug geleistet. Es kam allerdings noch ein weiteres, extrem beeindruckendes Werk an dem Tag heraus, welches sich weder vor Anna, noch vor sonst irgendjemandem verstecken braucht! Es ist also allerhöchste Eisenbahn, hier endlich den Nachfolger von Ocean Of Slumbers "Winter" zu besprechen!




OCEANS OF SLUMBER - The Banished Heart (2LP+CD) (2018)


Gleich drei Videos hatte die Band dem Release von "The Banished Heart" voraus geschickt. Dass die Wahl dabei auf die drei Longtracks fiel, welche am Anfang, im Zentrum und am Ende des Doppelalbums stehen, ist natürlich kein Zufall. Man kannte damit schon den Rahmen, in den alles andere eingebettet sein würde.

Allerdings war diese Auswahl auch irreführend. Denn sowohl der von Tourpartner My Dying Bride beeinflusst klingende Opener, als auch der Titelsong und der Beinahe-Rausschmeißer "No Color, No Light" (danach folgt noch eine sphärische Interpretation des amerikanischen Folk Traditionals "Wayfaring Stranger") haben ein überwiegend langsames Tempo gemeinsam, was mich die Digitalversion des Albums in meiner Datenbank unter "Doom" labeln ließ - und abgesehen vom Duett mit Evergrey-Sänger Tom S. Englund steht bei diesen Liedern auch nur Sängerin Cammie Gilbert hinterm Mikrofon, was mich durchaus in Erwägung ziehen ließ, dass man die Growls und Screams der anderen Bandmitglieder wohl zu Grabe getragen haben könnte. Auch dies ein ziemlich großer Irrtum.


Ich hätte es besser wissen müssen, denn ihre furchtlose Diversität aufzugeben wäre für Oceans Of Slumber nach den begeisterten Reaktionen auf "Winter" - ein Album, auf dem jederzeit alles passieren konnte - ein denkbar unsinniger Schachzug gewesen.

Ok, es wäre natürlich durchaus nachvollziehbar, wenn die Band sich noch mehr in Richtung der radiotauglichsten Stücke in der Mitte jenes Longplayers orientiert hätte, doch gerade derart eher leichtere Kost hat die Band auf "The Banished Heart" zugunsten einer sich durch das komplette Album ziehenden düsteren Grundstimmung komplett über Bord geworfen.

Diese konsequentere Stimmung ist es auch, welche die Band bei gleichbleibender Fülle an musikalischen Einflüssen nun noch fokussierter klingen lässt.

"The Banished Heart" ist ein Konzeptalbum, welches Schicksalsschläge sowohl von Cammie Gilbert, als auch von Bandkopf / Drummer / Keyboarder Dobber Beverly (u.a. Scheidung und Verwüstung seines Hauses durch Hurricane Harvey) verarbeitet.
Der Titelsong führt die beiden buchstäblich zusammen. Denn so kitschig es auch klingen mag, beim Texten an diesem Stück haben sie sich ineinander verliebt und sind seitdem ein Paar. Man kann es angesichts dessen fast schon als Wunder betrachten, dass dieses Stück, im Grunde ein bombastisch monumentaler Lovesong, nicht in totale Selbstzentriertheit und -verliebtheit kippt.

Nein, dieser Longtrack ist nicht nur für sich grandios, sondern er schafft es auch, dass auf einem finsteren, oft brutalen und actiongeladenen Metalalbum eine mehrminütige sanfte Klavierpassage inmitten eines Songs den Höhepunkt des ganzen Werks markiert.




Davor und danach brennt das verbannte Herz allerdings lichterloh.

Von den elf Tracks sind diesmal nur zwei Zwischenspiele: "The Watcher" ist ein Dungeon Synth-Stück, welches als Puffer nach dem überragenden Titeltrack dient, "Her In The Distance" ein vom Klavier bestimmtes Präludium zu "No Color, No Light".

Der Rest des Albums bietet in Songs zwischen fünf und neun Minuten beeindruckenden Prog Metal, der sich aber selbst in sperrigen Watchtower-Passagen nie besonders wissenschaftlich anfühlt. Dafür bringt schon Cammie Gilbert mit ihrer unverwechselbaren Stimme zu viel aufrechte Emotion und Ohrwürmer hinein.
Ob es ihr tiefer, leicht angesoulter Bluesgesang ist oder die irgendwo zwischen Amy Lee und Chelsea Wolfe verortbaren Gothic/Metal-Passagen; den meisten Bands würde diese Stimme wohl zurecht als Alleinstellungsmerkmal genügen.

Ein weiteres unverkennbares Stilmerkmal ist aber die Angwohnheit von Dobber Beverly, in beinahe jeden Song - und sei dieser noch so langsam oder balladesk - einen Blastbeat einzubauen. Das klingt tatsächlich nie nach deplaziertem Gimmick. Als langjähriger Grindcore-Drummer u.a. bei Insect Warfare weiß er ganz genau, was er mit der Technik anfangen kann und setzt sie sehr musikalisch jenseits von gewaltsamer Niederknüppelei ein. Im Zusammenspiel mit dem Gesang ist es oft sogar ein Ausdruck von Euphorie. Also eigentlich artverwandt mit dem was z.B. vor fast fünfzig Jahren im Klimax von Pharoah Sanders' Free Jazz-Meisterwerk "The Creator Has A Master Plan" passierte.

Dass der Rest der Mannschaft an Bass und Gitarre nicht enttäuscht, ist klar. Besonderen Spaß macht aber, wie bereits weiter oben erwähnt, dass die Saitenhexer auch ziemlich of ihre derben Death Metal-Growls auspacken. Was natürlich auch ein entscheidener Faktor ist, der "The Banished Heart" vom klassischen Progressivegefrickel unterscheidet und oft eher in die Ecke mal von klassisch schwedischem ("At Dawn"), mal von schuldinerschem oder natürlich von Opeth inspirierten, technischen Death Metal rückt.

Alles in allem hätten Oceans Of Slumber an diesem Album - egal, als was man es nun deklariert - kaum noch etwas besser machen können.

"The Banished Heart" ist spielerisch extrem beeindruckend, kompositorisch aber noch viel mehr. Denn bei aller Technik steht immer der Song im Vordergrund, der Mal sofort zündet, mal wie z.B. das sonderbare "A Path To Broken Stars" von der zweiten Albumhälfte länger braucht, aber dafür umso stärker ankommt.
Es ist ein Werk voller tiefer, glaubhafter Gefühle, manchmal nah an der Kitschgrenze, doch nie darüber. Es ist aber auch ein wildes Metalalbum, welches bei allem Tiefgang einfach nur irre Freude beim Hören bereiten kann.


Oceans Of Slumber haben nach wie vor das Potential, ein ganz großes Ding zu werden, gehen aber nicht den einfachsten Weg eines glätter gebügelteren "Winter II", sondern hauen, nicht von Trends, sondern nur von sich selbst gesteuert, in jeder Beziehung noch mehr - und überraschenderweise wesentlich düsterer - auf den Putz.

Fantastisch!




Highlights: The Banished Heart, At Dawn, The Decay Of Disregard, No Color No Light


2018-06-10

BONG - Thought And Existence

Given the frequency of past records it has been quite a while since Bong's last studio album "We Are, We Were And We Will Have Been". But here they finally are again with two new tracks!



BONG - Thought And Existence (clear blue with glow in the dark splatter vinyl / metallic blue sleeve) (2018)

It's easy to write too much about Bong, because the british drone doomers achieve such a huge sound with seemingly so little effort. With the band being reduced to a classic guitar/bass/drums trio and going back to their heavier selves again, Bong's new release is yet another awe-inspiring testament of that.

The first half of "Thought And Existence", titled "The Golden Fields" basically is a meditation on one single riff and very sparse variations of it.
But add a booming narrator's voice, some well-placed shamanistic chants and epic lead guitars to it and perform it in an ever increasing, building fashion and it becomes a massive entity which encompasses your whole being, ultimately harmonizing your soul to vibrate in unison with the universe.

The slightly longer "Tlön Uqbar Orbis Tertius" (dafuq?) works after the same principle, yet since it features no vocals it allows itself sharper variations a much more action-packed drumming under the permanent guitar drone. 

Both tracks are black hole heavy, transcendently elevating masterpieces and thus - logically - is this album. I'm not saying there aren't other bands which occupy resembling spots here and there (Yob, Bell Witch or the darkest anomalies in the eternal void being reserved for Sunn O)))), but all in all Bong take you to places no other doom outfit does. It's a journey from the electric spark in your cortex to the edge of the redshift at the outer verges of the cosmos.

Good they included a map on the front cover!



The only things which aren't absolutely great about this release are a) the pressing quality of at least my copy (looks great, but there are brutal noises at the end of each track) and b) that there's no digital download included, which would have been especially welcome, because a).

But other than that this is dope. Don't ask where this stands in comparison to the rest of the band's discography. In the upper half, surely. But Bong can do no wrong anyway, right?


Highlight: The Golden Fields


2018-06-09

MINAMI DEUTSCH - With Dim Light

Einen Roadburn-Einkauf habe ich nach den Platten von Bell Witch und Wrekmeister Harmonies noch, der unter meine Regel fällt, alles in meiner Musiksammlung zu rezensieren was im aktuellen Jahr erschienen ist. Es hätte eigentlich ebenfalls eine LP sein sollen, doch als ich die endlich abernten wollte, war das Minami-Merchandise schon verschwunden. Am Guruguru Brain-Stand gab es aber immerhin noch die CD zu holen.


MINAMI DEUTSCH - With Dim Light (CD) (2018)

"With Dim Light" wurde zwar über einen längeren Zeitraum als das selbsbetitelte Debüt der japanischen Krautrocker in verschiedenen Sessions von 2016 bis 2018 aufgenommen, wirkt jedoch trotzdem eher wie in einem Guss geschaffenes Werk.
Schon die diesmal nicht aus deutschen, englischen und japanischen Wörtern zusammengewürfelten Songtitel lassen alles ein wenig aufgeräumter erscheinen.

Minami Deutsch live at Roadburn
Natürlich kann man den gewissen kraut-und-rübigen Charme des Vorgängers vermissen, ebenso wie die roboterhafte Rhythmussektion, die hier nur noch selten präsent ist.

Auf der anderen Seite gefällt mir das, was man dafür nun bekommt, doch um einiges besser. Ausgefeiltere Kompositionen, die zwingender ins Ohr gehen, eine in sich stimmige Produktion. Und der gelegentliche, mitunter sehr den Landsmännern von Kikagaku Moyo ähnelnde Gesang nervt mich diesmal auch nicht. Es mag also sein, dass Minami Deutsch ein paar Prozente Alleinstellungsmerkmal eingebüßt haben; die Verluste wurden jedoch mit schierer Qualität ausgeglichen.

Am Ende steht die Feststellung, dass "With Dim Light" ein lebendiges, überwiegend leichtfüßiges Psychedelic Rock-Album geworden ist, an dem ich mich bisher noch nicht satt hören konnte.
Eingespielt von instrumentalen Könnern, die ganz genau wissen, worauf es ankommt, und sich stets banddienlich nie ünnötig in den Vordergrund des hynpnotisch repetiven Flusses spielen, lässt es mir nichts zu bemängeln.

Alles richtig gemacht, Minami Deutsch!

Nur ein T-Shirt der Gruppe würde ich mir aufgrund des erklärungsbedürftigen Bandnamens wohl nach wie vor nicht anziehen, haha.


Highlights: I've Seen A U.F.O., Tangled Yarn, Don't Wanna Go Back


2018-06-08

WREKMEISTER HARMONIES - The Alone Rush

Nein, mit Roadburn bin ich hier nie richtig durch. Denn nach Roadburn ist vor den Roadburn-Livealben. Und dazwischen findet man immer noch andere verwandte Themen. Wie zum Beispiel Rezensionen von Roadburn-Mitbringseln.

Das ich mir das neue Album von Wrekmeister Harmonies dort eintüten würde, war allerdings schon lange vor dem Festival geplant. Das großartige Konzert der Band am letzten Festivaltag hat diesen Plan nur bekräftigt.





WREKMEISTER HARMONIES - The Alone Rush (grey vinyl) (2018)

Wrekmeister Harmonies haben in der Vergangenheit zeitweise mit Horden von Gastmusikern gearbeitet. "The Alone Rush" allerdings ist das Ergebnis selbstgewählter Abschottung. Um persönliche Verluste und Trauer zu verarbeiten haben sich JR Robinson and Esther Shaw über einen längeren Zeitraum gemeinsam von der Außenwelt isoliert und sich in den einsamen Rausch musiziert. Beinahe alle Instrumente auf dem daraus resultierenden Album wurden von den beiden eingespielt. Einzig Thor Harris (Swans) steuerte noch Perkussion und Klarinette bei.

Wrekmeister Harmonies live at Roadburn
"The Alone Rush" ohne die Referenzen Swans (bzw. Michael Gira / Angels Of Light) und Nick Cave zu beschreiben, wäre ein ziemlich anstrengendes Unterfangen, denn diese Eckpunkte umfassen schon einen großen Teil dieses aus der dunklen Stille kriechenden Albums zusammen. Zwischen von dunklen Wortbildern getragenen Singer/Songwriter-Sound, explosivem Dronerock und altraumhaften Klanglandschaften, die sich sowohl mit No Wave als auch Jazz labeln erscheinen die sechs Tracks von vier und vierzehn Minuten Länge wie Bewegungen einer einzigen großen Komposition.

Die zwei wichtigsten Stimmen, welche alles zusammenhalten und einen durch alle Songs mitnehmen sind das sonore, oft schon mehr sprechende als singende Organ JR Robinsons und die von Esther Shaw gespielte Geige.

Weitere hoch emotionale Erzählstimmen, die sich über den Klangteppichen aus cleaner bis ranziger Gitarre, dröhnendem, Klavier, Orgel, Drums und mehr erheben sind die schwebenden Backgroundgesänge Shaws (natürlich auch ihr Schrei in "Behold! The Final Scream") und Thor Harris' Klarinettenmelodien.

"The Alone Rush" ist ein schwerer depressiver Brocken, der nur von einer gewissen croonenden Coolness teilweise aufgelockert wird - und mich letztendlich auf ähnliche Weise tief berührt und süchtig macht wie Anna von Hausswolffs Meisterwerk "Dead Magic".

Was folglich bedeutet, dass diese Platte ganz klar zu den bisherigen Spitzenveröffentlichungen dieses Jahres gehört.

Die erste Vinylauflage kommt angemessen in trostlos marmoriertem grau.





Highlights: A 300 Year Old Slit Throat, Descent Into Blindness, Behold! The Final Scream, Covered In Blood From Invisible Wounds, Forgive Yourself And Let Go, The Alone Rush (Ja, ich habe die komplette Tracklist abgeschrieben. Es ist einfach alles so großartig und gehört so sehr als ein Wrek Werk zusammen, dass ich unmöglich einzelne Stücke hervorheben mag.)




LAIBACH - Also Sprach Zarathustra Live 2017-2018

Only one week is left,
only one week.

Achtung! Diese "Rezension" ist pure Laibach-Propaganda!

Dieses Jahr erscheint tatsächlich jenes Album, welches ich stets in Anlehnung an Guns'n'Roses "Slovenian Democracy" genannt habe, nämlich "Laibach Revisited", jene 2010 aufgenommene Sammlung überarbeiteter Klassiker aus der Zeit vor "Opus Dei".
Allerdings ist es nun kein einfaches Album mehr, sondern eine gewaltige Box (CD, LP oder beides) mit weiterer Musik und reichlich Bonusmaterial. Der Preis des Ganzen ist stattlich, lässt sich allerdings durch verschiedene Rabattoptionen wie z.B. Spectre Stamps drücken.

Bis inklusive nächsten Freitag (15. Juni) gibt es außerdem noch 20% Frühbestellerrabatt, sowie zwei Extras: ein exklusives T-Shirt und ein aktuelles digitales Livealbum, an dem man sich jetzt bereits erfreuen darf:



LAIBACH - Also Sprach Zarathustra Live 2017-2018 (download) (2018)

Ähnlich wie das Livealbum zur letzten Amerika-Tour handelt es sich hier nicht um den Mitschnitt einer kompletten Show, sondern um eine Zusammenstellung von Material der aktuellen Europatour zu "Also Sprach Zarathustra". Es enthält die erste Hälfte des Liveprogramms, also das "Zarathustra"-Material in der Reihenfolge, die auf allen Liveshows gespielt wurde, plus die beiden Repertoire-Neulinge "The New Parnassus" und "The Cold Song", die mir beide nun tatsächlich weitaus besser gefallen, als noch im März in Hamburg.

An der Produktion der Liveaufnahmen lässt sich nichts bemängeln. Und da die Stücke schon durch das Liveinstrumentarium inklusive Gitarre eine ganz andere Energie und Dynamik entfalten als das Studioalbum, sind sie eine sehr willkommene Ergänzung dazu.

Ist dieses Album an sich eine Pflichtanschaffung für Fans? - Nein, es ist zwar sehr gut, aber an sich natürlich keine dreistellige Investition wert.

Laibach live im Kampnagel, Hamburg
Letztendlich geht es hier aber natürlich nur um eine Frage: Falls ich sowieso darüber nachdenke, mir "Laibach Revisited" zu bestellen, ist "Also Sprach Zarathustra Live 2017-2018" dann (neben erwähntem T-Shirt und Rabatt) ein Grund, es innerhalb der nächsten Tage zu tun?

Und diese Frage ist mit einem ganz eindeutigen Jawoll! zu beantworten.

Ich persönlich habe für die Bestellung übrigens eine Hundert-Euro-Spectre-Marke eingelöst.

Das bringt mir zwar zunächst keine zusätzlichen Vorteile, allerdings kann ich ein Jahr lang bei allen Käufen im Laibach WTC 20% sparen, was sich lohnen sollte, da in naher Zukunft neben "Revisited" auch noch andere Veröffentlichungen zu erwarten sind.

Da war ja z.B. noch diese Sache mit Nordkorea und "The Sound Of Music"...


Highlights: Das Glück, Das Nachtlied I, Von Gipfel Zu Gipfel, The New Parnassus, Vor Sonnen-Aufgang



2018-05-27

OWLBITES - Live​.​Bites​^​^​/​/​.​.

I've been quite busy with other things lately, including my own music, so i'm not in the most urgent need for new records. But now after more than a month that this blog was dominated by Roadburn and Druturum a lot of stuff I want to review has heaped up anyway.

Let me start lowering that pile with a CD the small Dutch label Faux Amis surprised me with. It's definitely what most people would call the weirdest shit of the bunch. So guys who use the sentence That's not music! in music discussions - please don't bother to read any further!
 


OWLBITES - Live​.​Bites​^​^​/​/​.​. (CD) (2018)

Owlbites is a one-man ambient / drone project of Thanos Fotiadis, with which he has performed improvisations in many special locations, such as light houses, dancing studios, forests, boats and more, before he recorded this album live onto 4-track tape in this January.

It's made out of two 23+ minutes tracks called "The Meditative State" and "Nature Is Satan's Church".

Stylistically both tracks are pretty close to each other as both very heavily rely on the use of looped spoken word sound samples and eletronics, which come together in experimental soundscapes. My first impression after a couple of runs through the album was that this was quite a challenging listening experience. But when I put it away for a while and listened to it again it came surprisingly easy to me.

Of course every music in this advantgardistic direction is an acquired taste. But if you are open for the genre and don't overthink it (that actually being the message of the first track), you can find a pretty rich tapestry of sounds in this.

You also have to be in for what I consider the icing of the cake here: Because sometimes these soundtracks get totally crushed under rasping, gnarling guitars with a thick,  O))) so satisfying flavour of brutal drone. Damn, that guitar tone is great!

The second half of "Live.Bites​^​^​/​/​.​." can't fully hold my attention on the same level as "The Meditative State" does, but even with this small reservation, I can't help appreciating this album more and more with each listen.

This is some very interesting material. Dope!





Highlight: The Meditative State



2018-05-26

ROADBURN FESTIVAL 2018 • DAY FOUR : Sunday, April 22nd

- Leave the lights on

I'm going blind -


Moor Mother


Maybe you haven't noticed, but there was something very odd about my Roadburn Saturday review.

Right, I didn't bother you with anything about my day from morning to noon before the festival. The simple reason for that was that after the longest music night on Friday I just didn't do anything even remotely noteworthy.

Sunday was different, because I had been in bed much earlier. And since my film cameras were already angry with me for only being used on two days, I was up and ready to take my last chance to take them out for a walk right after breakfast.

Only minutes after eight I was ready to grab a bite, but the breakfast room wasn't. A memo that the doors open later on Sundays would have been nice.

No, things just didn't work out a hundred percent like I wanted this morning. I found an area a couple of car minutes away, which I wanted to explore, but the lakes I had spotted on the map turned out to be just too far away to reach them by foot. So basically I just ended up taking a walk through the woods. There were some nice spots, but a second visit at another corner of the dunes I've been to on Thursday would certainly have given me much more spectacular sights.

Well, at least I was in the shadows most of the time.


Huis ter Heide


Luckily the toll my feet had to pay for the extra excursion was mildened by the fact that the ways from concert to concert were shorter on Sunday, because there were no more shows in the Hall Of Fame and Koepelhal. Or let's say almost, because there still were special performances in the skate park - and of course also the merch was still located in the Koepelhal, so at least one visit in Choo Choo Valley (as we all have agreed to call that area from now on) would be mandatory.



I hadn't been to a single show in Het Patronaat on Saturday, but today most bands I wanted to see played inside the former church, starting with Wrekmeister Harmonies.


Wrekmeister Harmonies

Even though this show wasn't announced as one of the many full album performances, which have been a typical Roadburn feature for long, I am pretty sure that Wrekmeister Harmonies's core duo JR Robinson and Esther Shaw, accompanied by a live drummer,  performed their recent album "The Alone Rush" here. I purchased it later and it feels so similar to this concert that I have very little doubt about that.

Not only due to Robinson's sonorous voice the intimate compositions carried a lot of Nick Cave in them, combined with the sound aesthetics of (mostly) calmer Swans and those hauntingly dark and beautiful violins and background vocals from Esther Shaw.
When it comes capturing the audience with severe mournfulness, this was clearly the closest experience to Bell Witch's "Mirror Reaper" show for me. And just like them Wrekmeister Harmonies elevated a performance that didn't need any extras per se to another level with the use of intense videos.

Well, in this case it was clearly too intense for many, and I must admit that I was glad to be so near to the stage that a lot of my view of the screen was blocked by instruments. During the last twenty minutes of the show, while the musical mood droned and grew to its pinnacle, the video showed an extremely graphic black and white documentary of autopsies and the almost industrial disassembling of human bodies, probably for medical research reasons.
I feel like this was justified for the sake of the art though - and in the sum of its parts this show had a deep emotionally quality, almost physically gut-wrenching, that still sticks in my head now over a month later.


I guess it speaks volumes that the group cheering Het Patronaat up after this was none other than the already mentioned Bell Witch with their second, much shorter performance.


Bell Witch

Just like "Mirror Reaper" this was no standard show of the funeral doom duo either. Because guest singer Erik Moggridge has also sung on one long track on each of the two previous Bell Witch albums and was here anyway, they just performed those two pieces "Rows (Of Endless Waves)" and "Suffocation, A Drowning: II - Somniloquy (The Distance Of Forever)".

Even though we are still deep inside the realm of a genre not known for inducing moshpits, this was in comparison a much more action-filled show, with even a noticable amounts of faster paced sections. But then it was also stunningly beautiful and majestic.
Other than the different material I'm running the risk of repeating myself here, because the bass, drums and vocal deliveries were just as impressive as the other day.

I can't stretch enough how essential I think this band has become for doom. The only small flaw was that it ended at least ten minutes too early. And yes, that is just one more of those Roadburn luxury complaints.



Next on my schedule I had the Cul de Sac. I love the small club stage, but hadn't been there for more than two days, since Insect Ark on Thursday. So I really had to see at least one more show there. And the best opportunity for that was Syk from Italy, a band you would rather expect on the line-up of festivals like Euroblast.


Syk

What already caught people's attention during soundcheck were the instruments of Syk, who don't play with a bass guitar. Instead one guitarist played a seven-string guitar (if I remember correctly that is), and the other one handled a crazy custom axe with - I don't even know because it's so hard to count them - nine or ten strings.

I cannot talk about Syk's sound without referencing the early Nineties progressive doom metal classic "Condemned" by Confessor, not only because singer Dalila Kayros' pained, aggressive voice takes me back to it, but because their whole style sounds like a meshuggah'd djent version of Confessor. Which means that it's equally as knotted and hard to follow, but on the other hand not doom at all, but rather very fast stuff.

Syk = sick shit.



After that a familiar sight awaited me on the main stage. On its right half towered a castle of of speakers, amps and electronics, the same way as it did last year during the show of The Bug with Dylan Carlson.


Zonal

There were just two slight differences: The Bug aka Kevin Martin was not the sole lord of the castle, but had his old Techno Animal companion Justin K. Broadrick (Godflesh) with him.
And on the right side of the stage there was no guitar amp, but only a microphone.
This was their new joint project Zonal.

The duo opened with a drone / trip-hop instrumental that left no doubt about Martin's involvement. This ultra-deep bass rumbling black holes into your stomach just is the deadest giveaway ever.
From the second track on they were accompanied by another distinct silhoette in the heavy stage smoke: feminist black activist slash rapper Moor Mother.
Now don't let me pretend that I - not being a native english speaker - understood any message under all the layers of booming and buzzing. But there was something special about the vibe and the sheer fact that this massive, urgent hip hop show was happening here in the first place. On the other hand in a contradicting observation - since the genre had already been introduced to the festival with Dälek last year, it was also remarkably normal to watch this at Roadburn.

I probably should have witnessed the whole show to finish that thought in a satisfying matter. And I would haved loved to, because it definitely was fucking awesome.

But as so often... clashes and priorities...  I had to get a good spot in Het Patronaat again, where Big|Brave were about to perform.


Big|Brave
Big|Brave


I love this band since I've seen them support Sunn O))) in Munich in 2016.

The epic minimalism of their drone rock is just so spot-on. Robin Wattie's high singing contrasts and (dis)harmonizes so perfect to the relentless mixture of monolithic no wave / noise rock, which sounds way too crushing to originate only from two guitars and a drummer. But it does.

A memorable moment of the show was when the bass got so serious that a real wind was blowing out of the speakers. Yeah, finally the faint illusion of fresh air in here!

What else can I say? From start to finish I loved everything about this show.
Even the sometimes a little too quirky stage acting of the left guitar player was ok, when it produced this. Big/Brave nailed it.



It was almost nine in the evening now and my schedule was very clear: Since I didn't see their Saturday two-hour show, I would watch the second two-hour show of Godspeed You! Black Emperor.
But then two things happened, the first being that it was extremely difficult to find a decent spot in the 013 main hall. There may have been shows with more people in the room this Roadburn, but since half of the audience was tired and sitting down, there was significantly less space left.
I eventually found a spot, but the second thing was, that I just needed a break from music.  It's not a thing that happens too often, but my overplanning finally caught up with me. My head just couldn't process any new music. I needed to take a long breath before the finale.



Vampillia

Oh fucking no. I dreaded this moment. What to write about this crazy Japanese monumental post rock meets everything that makes a sound crossover called Vampillia over one month after experiencing it?

And even it had been yesterday I would probably struggle. Such a mr. bungle-ishly weird thing was occuring down there. I felt a little disconnencted though. It was the first time ever I had the opportunity to watch a show seated from the Patronaat balcony. That was undoubtly good for my legs, but closer to the roof it felt even more like a sauna here.
And I realized how much I have gotten used to be much closer to the action at most performances. So in hindsight I'm upset about my own comfortableness. And also about not staying until the end, because I missed that moment everybody talks about now, when the singer was just climbing onto a ladder in the middle of the audience.

There also was a lot of squeezing on my way out, because the security didn't want to let people wait any longer and opened both entries to the location. So somewhere there I lost my cheap digital watch with its bad rubber wristband. Well, I had bought it for Roadburn and it lasted until right before the last show I was going to see. Fair enough.


Gost

It's always great to end Roadburn with a party.

And in the Green Room the one-man satanic synthwave / black metal project Gost delivered exactly that. No, his show doesn't reach the insane party level of Carpenter Brut or the musicality of Zombi. But still, the tunes from his latest album "Possessor" are just sick killers which made for an hour of just pure evil fun.

I also love that he has a guy in the back of the stage who just holds a skull and takes his guitar from him when needed.

(And one remark for a certain german metal webzine: Sometimes artists have their own pre-mix with them and it's so good that the sound technician of the venue has very little left to do, which allows him to do other things like surfing on Instagram. However it does not mean that the artist is playing with 100% full playback like you presumed. *puts ten Cent into the smartypants jar*)








HIGHLIGHTS OF THE DAY:

Big|Brave, Wrekmeister Harmonies, Bell Witch.


MOST PAINFULLY MISSED:

The second commissioned piece of this Roadburn found the who is who of the new wave of Icelandic black metal performing one piece under the moniker Vánagandr: Sól Án Varma, which clashed with the first two Patronaat shows. Hopefully this as well as the Waste Of Space Orchestra will be released as a live album later.

As already mentioned in a previous report I didn't see any of the announced or secret shows in the Ladybird Skate Park.

The most painful thing to have missed however was an insane performance on the Cul de Sac stage. Project Nefast played one chord, one beat, the same way, over and over again, for fifty minutes. They have already released an audio stream of that show and it's fucking legendary.




So, yes. Finally. That's it. Roadburn 2018. Phew.


Some random thoughts are still whirring inside my head, like the first brief visit ever to the new 013 basement or that incident with the token machine... I could also do a conclusion for he whole thing, write down my wishlist for next year, bore you with my slow journey home the next day.
But luckily for you I just want to finish this now and put on one or two Roadburn related records.

Damn, what a mindblowing week in April that was again.


my merchandising purchases

a short tourist break on the way home
Deventer





reviews of the other festival days:

- Attakk of the Evil Belgians -


ROADBURN FESTIVAL 2018 • DAY ONE :
Thursday, April 19th

- Put me down where I can see the Bong of Doom and Christmas -



ROADBURN FESTIVAL 2018 • DAY TWO :
Friday, April 20th

- Go Spread Your Psych -

 

ROADBURN FESTIVAL 2018 • DAY THREE :
Saturday, April 21st

- If it doesn't make us wiser
Doesn't make us stronger
Doesn't make us live a little bit
What are we doing? -





Wrekmeister Harmonies:






















Bell Witch:





















Syk:


















Zonal ft. Moor Mother:
 










Big Brave:





















Gost: