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2025-02-15

EJECT NOISE FIX live im Freiraum Itzehoe (14. Februar 2025)


Spontanes letztes Konzert bevor der dunkle blaunschwarze Merz beginnt. Angemessen, dass es mich dazu in einen ausdrücklich linksversifften, also menschlichen Laden zog. Tatsächlich mein erster Besuch im Freiraum Itzehoe. Ganz klar mein Verlust, ich bin einfach zu wenig in lokalen Krachmacherkreisen unterwegs.

Es spielten gestern Kevin und Roman aka das hyperaktive Spazzcore Duo - oder auch Eject Noise Fix.

Alter! Was? 2017? Manchmal erschrickt man sich ja schon, wenn man in seinem eigenen Blog nachschaut, wann man die Band, bei deren Konzert man gerade gewesen ist, das letzte Mal live gesehen hat. Krass.

Also machen die beiden inzwischen fahrstuhltaugliche Rentnermusik? Nö. Die "Zehn Jahre Proberaum"-Komplettreise durchs Repertoire bestätigte, dass nach wie vor Riffs und Licks aus Noise Rock, Hardcore, Punk etc. mit wilden Bowlingkugel-schmeißt-Mülltonnenpyramide-um-Rhythmen kollidieren und unterhaltsamen arschtighten Instrumentalradau fabrizieren. Geil.

Auch ohne eine neue Pandemie zwischendurch sollte ich nicht noch einmal so lange bis zur nächsten Hirnschüttelrunde warten. Am 15. März kann ich allerdings leider nicht. Da spielen Eject Noise Fix zusammen mit You Guitarprayer und fucking Valborg in der Lauschbar. Geht für mich da hin, Leute!







2017-09-24

EJECT NOISE FIX + DISSMELAND im Jugendtreff Itzehoe (23.09.2017)

Eject Noise Fix

Es ist eine taktische Wahl. Schreibe ich diesen kleinen Konzertbericht jetzt noch vor 18:00 Uhr, weil ich danach vor lauter Ärger über Neu-Nazideutschland keinen Bock mehr habe - oder schreibe ich ihn extra erst nach 18:00 Uhr zu Ende, um mich von der ganzen Scheiße abzulenken?


Wann war ich eigentlich das letzte Mal im Jugendtreff am Holzkamp in Itzehoe gewesen?
Muss auch schon ein paar Jahre her sein. Auf jeden Fall habe ich zu der Zeit noch nicht zu jedem lokalen Konzert etwas geschrieben. Ich glaube, es war irgendwas mit Thrash Metal... oder mit Die Void. Vielleicht war das auch beides zusammen... Ohne dieses Blog ist mein Gedächtnis offenbar ein Sieb.

Unter dem Motto "Noise aus der Nachbarschaft" spielten dort gestern jedenfalls Eject Noise Fix und Dissmeland auf. Und da die dritte Band Powerpissed kurzfristig absagen musste, taten sich die Mitglieder der verbliebenen Gruppen spontan zum an ihren weißen Mützen erkennbaren bluBoys zusammen.


bluBoys

Das bluBoys-Set war (bis auf den recycelten Song einer ehemaligen gemeinsamen Band von anno dazumal) komplett improvisiert, und das Publikum war auch aufgerufen, gerne ein Instrument in die Hand zu nehmen. Die große Stunde geltungsbedürftiger Gitarristen, sollte man meinen. Aber nein, nicht die beiden Sechsaiter, sondern nur Bass und Schlagzeug wechselten zwischendurch ihre Bedienung.

Das Ergebnis war eine gar nicht üble Melange aus Krach, Punk, ein bisschen Psychedelik und verwandtem schrägschönen Scheiß. Gute Chemie insgesamt, das war fein verrücktes Jamtainment.



Dissmeland

Beim ersten Song von Dissmeland (oder auch DML) dachte ich zuerst noch, das wäre mir vielleicht zu Punk nach Zahlen. Doch schnell zeigte sich, das die Hamburger jede Menge gute Ideen in ihre Songs gepackt haben, die das Zeug auch für mich nicht genresozialisierten Zuschauer interessant machten.
Auch wenn Noise wichtiges Thema war, fanden gerade die leiseren Töne fanden viel Zuspruch im Publikum. Und zum Finale gab's sogar ein mittelbombastisches Postrock-Build-Up.

Mid-set-special-move: Einfach mal Drummer und Gitarrist für zwei Stücke gegeneinander eintauschen. Warum auch nicht?


Eject Noise Fix


Jupp, Herr Prox, Sie haben ja recht. Das war Astra sei Dank im Vergleich zum Lauschbar-Auftritt im Februar schon alles ein bisschen hektisch und fahrig.

Allerdings muss man dem hyperaktiven Riffbingo-Instrumentalduo Eject Noise Fix lassen, dass ihre irrwitzigen Stücke auch in grobmotorischerer Ausführung immer noch gut knallen und den Kopf zerkneten.
Stinkt die Musik nach Fisch, freut sich der Seehund, wie wir in Norddeutschland sagen.


Sauberer Abend!

bluBoys:









Dissmeland:








Eject Noise Fix:









 

2017-02-26

1. LAUSCHBAR Benefiz Rock Festival • 25.Februar 2017, Itzehoe (mit EJECT NOISE FIX, LOYFT, AGUNG GURUNG u.a.)

Eject Noise Fix

Ich bin schuldig. Lokale Konzerte habe ich im vergangenen Jahr ziemlich schleifen lassen. Die itzehoer Lauschbar im speziellen hat seit meinem letzten Besuch sogar schon wieder einen Führungswechsel hinter sich. Gestern ließ ich mich angesichts des ersten Benefizfestivals zugunsten des Jugendtreffs aber mal wieder blicken.




Trotz nasskalten Pisswetters trieb es ordentlich Leute in den nun noch musikclubmäßigeren Laden, so dass bereits die erste Band vor voller Kulisse spielen durfte.

Agung Gurung hatte ich zuletzt vor knapp sieben Jahren gesehen. Nach dem Konzert im superengen Raum des leider nicht mehr existenten Musik Cafés bin ich damals am nächsten Morgen mit intensivem (Passiv-)Raucherhusten aufgewacht.
So schlimm war es diesmal nicht. Diese Qualmerei bin ich aber nach wie vor überhaupt nicht mehr gewohnt, zumal viele Locations die Raucher ja nach draußen schicken. So wurde gestern zwar nicht einmal übertrieben exzessiv gequalmt, aber den Gestank habe ich immer noch in der Nase.

Zum Glück gab es zum Ausgleich zur Nikotinbelästigung einen lohnenden Konzertabend.


Agung Gurung

Agung Gurung groovten durch ein lässiges Set freakig wabernden Krautrocks mit betont tschörmenischem Akzent im englischen, oft effektunterlegten Gesang, prominenten Keyboards und der gewissen Note Verrücketerprofessorhaftigkeit, welche dem Kraut die extra Krautigkeit gibt. Nicer Trip!



Ray van Steel

Ray van Steel waren die fantasieanregendste Band des Abends, denn eine quicklebendige Imaginationskraft war bei dem suboptimalen Sound schon vonnöten, um sich vorzustellen, wie es wohl eigentlich klingen sollte. Doch auch unter regen Einsatz meiner rechten Bregenhälfte war der Bronzezeit-Powermetal der Gruppe nicht so meine Baustelle. Dudelsäcke dudeln mir tendentiell auch eher auf den Sack, so dass ich die Ressourcen zur Entwicklung einer elektronischen Variante des Instruments als unnötig verschwendet ansehe.


Die folgenden drei Gruppen hatte trotz ab und zu nochmal einsetzender Brummattacken zum Glück einen prima Sound.

Kapeister

Das überwiegend deutschsprachige Trio Kapeister schmiss mit seinem ohne Schleifchen und Sperenzchen auf den Punkt gerageagainstthemachineten Crossoversound den DeLorean an und parkte direkt in der hamburger Markthalle, als dort Anfang 1994 Such A Surge im Vorprogramm von Mucky Pup und Teddybears STHLM spielten. Frische Agitmucke und doch mit dem gewissen Erinnerungsfaktor daran, was man schon für ein alter Sack ist.



Loyft

Loyft waren optisch der Hattrick beim Hipster/Kiffer-Klischeebingo. Der Typ mit Glatze, Brille und Vollbart *check*, die Dreadlockmatte *check* und die Vollbart-Männerdutt-Kombi *check* - den Drummer zähle ich mal nicht mit, da ich gerade weiter hinten war und kaum sehen konnte. Habe ich jetzt etwas gewonnen?

Nein? Schade. Aber coole Musik, die für mächtig Action im Lauschbar-Pit gesorgt hat, habe ich immerhin gehört. Loyft sind eine Stonerband, die sich das Equipment einer Sludgekapelle geliehen hat, um Grungesongs zu spielen, und das Ganze ergibt eine ziemlich fett rührende Suppe. Nur der eine oder andere Refrain erschien mir ein wenig überstrapaziert. Geschenkt. Loyft bei Loyft!



Eject Noise Fix

Die Gesamtdramaturgie des Abends stimmte, denn mit Eject Noise Fix schloss - bei allem Respekt für die anderen Bands - der geilste Scheiß das Festival ab.

Ausgestattet nur mit Gitarre, Drums und einem unsichtbaren Riffglücksrad, welches bestimmt, was für ein Fein-, Un- oder Irrsinn im nächsten Part passiert, knallte das Instrumentalduo einen knackig kurzen Popperverklopper und Hirnverknoter nach dem nächsten auf die Bretter. Großartige intellidebilgente Energieüberschussumleitung!



Agung Gurung:












Ray van Steel:








Kapeister:










Loyft:





Eject Noise Fix: