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2019-11-24

KAPEISTER und AGUNG GURUNG live in der Lauschbar, Itzehoe (23.11.2019)

Agung Gurung


Mann mann, fast hatte ich's vergessen, doch zum Glück reicht bei Konzerten in Itzehoe ja auch die kurzfristige letzte facebook-Erinnerung aus, um mich noch ohne Stress startklar zu machen und rechtzeitig anzukommen. Dies gilt umso mehr, wenn sich der Beginn ohnehin durch Soundcheckproblemchen nach hinten verschiebt. Aber ich will ja nicht meckern, schließlich war das gestrige Konzert in der itzehoer Lauschbar ja für lau. 


Agung Gurung

Den Beginn machten Agung Gurung, die ich zuletzt vor mittlerweile auch schon wieder über zweieinhalb Jahren an diesem Ort gesehen hatte. Aliens Steine Drogen, wie die sechsköpfige Gruppe nach ihren bevorzugten Songthemen auch heißen könnte, war besetzungstechnisch an mehreren Positionen neu aufgestellt, spielte jetzt mit drei Gitarren, aber minus Keyboard.

Der Abstand ist zu groß, um es mit Gewähr vergleichen zu können, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass mir das vorige, spaciger wabernde Format ein wenig besser gefallen hat.


Abgesehen davon war es aber schon eine überwiegend coole Show, in der zahlreiche Einflüsse durch das denglisch verschrobene Krautrocksieb gefiltert wurden. Gesanglich war's mir manchmal ein bisschen viel, oder anders gesagt: ein paar längere Instrumentalstrecken wären bei dem großen Muckeraufgebot schon höchst willkommen.
Ich mag aber, dass Agung Gurung auch trotz relativ herkömmlicher Songstrukturen nach wie vor eine konsequente Kauzigkeit kultivieren.



Kapeister


Eine stilistisch sehr zielstrebige Linie fuhren ebenso nach wie vor Kapeister (letzte Begegnung zwei Jahre her) mit ihrem - abgesehen vom englischen Block inklusive bewährtem Rage Against The Machine-Cover - deutschsprachigen Agit-Crossover für Jugendliche ab vierzig.


Es gab die Hits, aber auch neue Stücke. Das Zusammenspiel war gut geölt, der Drummer eine präzisere Groovemaschine denn je. Nur die Einlage, fürs Deichkind-Cover "Krawall und Remmidemmi" extra eine zweite Gitarre mitzunehmen, der dann nach fünfzehn Sekunden eine Saite riss, war peinlich für sowohl Musikant als auch Instrument, haha.
Der Fauxpas konnte mit einem gut organisierten Crowdsurfingausflug immerhin karmatisch einigermaßen ausgeglichen werden. Insgesamt machten Kapeister darum unterm Strich auch diesmal wieder viel Spaß.


So wie es in die Bar hineinlauscht, so lauscht es heraus.



Agung Gurung:




Kapeister:





2017-10-01

2. LAUSCHBAR Benefiz Rock Festival • 30. September 2017, Itzehoe (mit MAJAK, KAPEISTER u.a.)

Majak

Das zweite Benefiz-Festival in der Lauschbar läuft diesmal über zwei Tage. Heute bleibe ich allerdings zu Hause, denn als untrainierter Passivraucher reicht mir ein Abend leider. Aber das Problem beschrieb ich ja schon im Februar nach dem letzten Festival dort.

Habe immer noch das Gefühl, dass mir jemand eine Kippe an die Nase hält.




Abgesehen davon habe ich auch gerade selbst mit DruturuM geprobt.

Doch nun zu gestern:



Ray van Steel


Ray van Steel waren mit ihrem Power Metal ja schon letztes Mal nicht meine Baustelle. Außer einem Besetzungswechsel am Schlagzeug kann ich hier auch keine Änderung vermelden.

Sänger Raimund wurde ich gerne in einem ruhigeren Umfeld hören, da mir seine Stimme in den wenigen sanfteren Passagen am besten gefällt. Und dieses E-Flötending klingt mir nach wie vor zu sehr nach Nintendo. In einem kauzigen Krautrockumfeld könnte mir das Instrument hingegen zusagen.

Am Ende hatte man fast den Eindruck, die Band wollte das Set mit einem klassischen Metal-Drumsolo beenden, was eigentlich eine ganz coole, seltsame Idee gewesen wäre. War fast ein bisschen schade, dass die restlichen Musiker dann doch noch auf die Bühne zurückkehrten. Naja, just my two cents. Wie gesagt war das eh nicht wirklich mein Ding.


Kapeister


Den Rage Against The Machine-Gedenk-Crossover (inkl. obligatorischem "Killing In The Name"-Cover) von Kapeister fand ich auch in der Wiederholung sehr launig.
Die über die tighten Grooves sprechgesungenen Texte liefern klare Ansagen, die gerade in Zeiten politischer Blauseuche und Hitler-Tourettes wohl auch immer mal ausgesprochen werden müssen.

Nicht so sehr zündete der Versuch, relativ früh im Set mit der Johnny Cash-Version von "Hurt" eine ruhigere Note zu setzen. Das Lied war zwar in Ordnung, in diesem Umfeld aber eine unnötige Spaßbremse. Und Spaß verbreiteten die Kapeistermeister ansonsten fett und reichlich.


Surfits



Gewaltig gute Laune herrschte danach auch bei den Surfits.

Allerdings ohne mich, denn der Tag, an dem ich mit poppigen Ska-Punk was anfangen kann, liegt noch weit in der Zukunft - kurz bevor ich Reggae so richtig geil finde vermutlich.

Habe doch lieber draußen geschnackt.



Majak


Zum Abschluss des Abends (ok, es war schon weit nach Mitternacht, aber ich hatte nicht auf die Uhrzeit geachtet) gab es mit Majak eine sehr amtliche Ladung Metal.

Hauptsächlich waren es Death und Thrash, aber durchaus auch böser Hard Rock, immer mit einer spürbaren Verwurzelung in Venom und Zeitgenossen, den die Neumünsteraner zelebrierten. Die Jungs verbinden fast ausschließlich hochtraditionelles Zeug zu einer Mischung, die tatsächlich einen eigenen Sound ergibt.

Man merkt, dass Majak wissen, was sie da tun. Das trifft vor allem auf den Gesang zu, denn man hat gleich drei starke Stimmen dabei; der Leadgitarrist / Frontmann macht einen ordentlichen David Vincent. Der Rhythmusgitarrist hat eine markant tiefkehlige Stimme, für die mir momentan so gar keine Referenz einfällt. Und der Drummer haut einfach mal so die Metalsirene aus.
Nicht übel, das Ganze. Gar nicht übel.



Insgesamt war die Trefferquote für mich beim letzten Festival höher. Aber da spielten ja auch noch mehr Bands.

Und das tatsächlich langfristig erinnerungswerteste Konzert des Tages war schon die Gong-Performance, die ich direkt vorher in der Volkshochschule besucht hatte.

Allerdings war das ja auch eine vollkommen andere Geschichte.

Und ein sehr netter Abend war es auch so. Gerne wieder! Und ich hoffe mal, in einer der künftigen Ausgaben auch von der anderen Seite der Bühne dabei sein zu können.



Ray van Steel:










Kapeister:











Majak: