Sometimes German, sometimes English. • The title of this blog used to change from time to time. • Interested in me reviewing your music? Please read this! • I'm also a writer for VeilOfSound.com. • Please like and follow Audiovisual Ohlsen Overkill on Facebook!
Posts mit dem Label Ray van Steel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ray van Steel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2017-10-01

2. LAUSCHBAR Benefiz Rock Festival • 30. September 2017, Itzehoe (mit MAJAK, KAPEISTER u.a.)

Majak

Das zweite Benefiz-Festival in der Lauschbar läuft diesmal über zwei Tage. Heute bleibe ich allerdings zu Hause, denn als untrainierter Passivraucher reicht mir ein Abend leider. Aber das Problem beschrieb ich ja schon im Februar nach dem letzten Festival dort.

Habe immer noch das Gefühl, dass mir jemand eine Kippe an die Nase hält.




Abgesehen davon habe ich auch gerade selbst mit DruturuM geprobt.

Doch nun zu gestern:



Ray van Steel


Ray van Steel waren mit ihrem Power Metal ja schon letztes Mal nicht meine Baustelle. Außer einem Besetzungswechsel am Schlagzeug kann ich hier auch keine Änderung vermelden.

Sänger Raimund wurde ich gerne in einem ruhigeren Umfeld hören, da mir seine Stimme in den wenigen sanfteren Passagen am besten gefällt. Und dieses E-Flötending klingt mir nach wie vor zu sehr nach Nintendo. In einem kauzigen Krautrockumfeld könnte mir das Instrument hingegen zusagen.

Am Ende hatte man fast den Eindruck, die Band wollte das Set mit einem klassischen Metal-Drumsolo beenden, was eigentlich eine ganz coole, seltsame Idee gewesen wäre. War fast ein bisschen schade, dass die restlichen Musiker dann doch noch auf die Bühne zurückkehrten. Naja, just my two cents. Wie gesagt war das eh nicht wirklich mein Ding.


Kapeister


Den Rage Against The Machine-Gedenk-Crossover (inkl. obligatorischem "Killing In The Name"-Cover) von Kapeister fand ich auch in der Wiederholung sehr launig.
Die über die tighten Grooves sprechgesungenen Texte liefern klare Ansagen, die gerade in Zeiten politischer Blauseuche und Hitler-Tourettes wohl auch immer mal ausgesprochen werden müssen.

Nicht so sehr zündete der Versuch, relativ früh im Set mit der Johnny Cash-Version von "Hurt" eine ruhigere Note zu setzen. Das Lied war zwar in Ordnung, in diesem Umfeld aber eine unnötige Spaßbremse. Und Spaß verbreiteten die Kapeistermeister ansonsten fett und reichlich.


Surfits



Gewaltig gute Laune herrschte danach auch bei den Surfits.

Allerdings ohne mich, denn der Tag, an dem ich mit poppigen Ska-Punk was anfangen kann, liegt noch weit in der Zukunft - kurz bevor ich Reggae so richtig geil finde vermutlich.

Habe doch lieber draußen geschnackt.



Majak


Zum Abschluss des Abends (ok, es war schon weit nach Mitternacht, aber ich hatte nicht auf die Uhrzeit geachtet) gab es mit Majak eine sehr amtliche Ladung Metal.

Hauptsächlich waren es Death und Thrash, aber durchaus auch böser Hard Rock, immer mit einer spürbaren Verwurzelung in Venom und Zeitgenossen, den die Neumünsteraner zelebrierten. Die Jungs verbinden fast ausschließlich hochtraditionelles Zeug zu einer Mischung, die tatsächlich einen eigenen Sound ergibt.

Man merkt, dass Majak wissen, was sie da tun. Das trifft vor allem auf den Gesang zu, denn man hat gleich drei starke Stimmen dabei; der Leadgitarrist / Frontmann macht einen ordentlichen David Vincent. Der Rhythmusgitarrist hat eine markant tiefkehlige Stimme, für die mir momentan so gar keine Referenz einfällt. Und der Drummer haut einfach mal so die Metalsirene aus.
Nicht übel, das Ganze. Gar nicht übel.



Insgesamt war die Trefferquote für mich beim letzten Festival höher. Aber da spielten ja auch noch mehr Bands.

Und das tatsächlich langfristig erinnerungswerteste Konzert des Tages war schon die Gong-Performance, die ich direkt vorher in der Volkshochschule besucht hatte.

Allerdings war das ja auch eine vollkommen andere Geschichte.

Und ein sehr netter Abend war es auch so. Gerne wieder! Und ich hoffe mal, in einer der künftigen Ausgaben auch von der anderen Seite der Bühne dabei sein zu können.



Ray van Steel:










Kapeister:











Majak:











2017-02-26

1. LAUSCHBAR Benefiz Rock Festival • 25.Februar 2017, Itzehoe (mit EJECT NOISE FIX, LOYFT, AGUNG GURUNG u.a.)

Eject Noise Fix

Ich bin schuldig. Lokale Konzerte habe ich im vergangenen Jahr ziemlich schleifen lassen. Die itzehoer Lauschbar im speziellen hat seit meinem letzten Besuch sogar schon wieder einen Führungswechsel hinter sich. Gestern ließ ich mich angesichts des ersten Benefizfestivals zugunsten des Jugendtreffs aber mal wieder blicken.




Trotz nasskalten Pisswetters trieb es ordentlich Leute in den nun noch musikclubmäßigeren Laden, so dass bereits die erste Band vor voller Kulisse spielen durfte.

Agung Gurung hatte ich zuletzt vor knapp sieben Jahren gesehen. Nach dem Konzert im superengen Raum des leider nicht mehr existenten Musik Cafés bin ich damals am nächsten Morgen mit intensivem (Passiv-)Raucherhusten aufgewacht.
So schlimm war es diesmal nicht. Diese Qualmerei bin ich aber nach wie vor überhaupt nicht mehr gewohnt, zumal viele Locations die Raucher ja nach draußen schicken. So wurde gestern zwar nicht einmal übertrieben exzessiv gequalmt, aber den Gestank habe ich immer noch in der Nase.

Zum Glück gab es zum Ausgleich zur Nikotinbelästigung einen lohnenden Konzertabend.


Agung Gurung

Agung Gurung groovten durch ein lässiges Set freakig wabernden Krautrocks mit betont tschörmenischem Akzent im englischen, oft effektunterlegten Gesang, prominenten Keyboards und der gewissen Note Verrücketerprofessorhaftigkeit, welche dem Kraut die extra Krautigkeit gibt. Nicer Trip!



Ray van Steel

Ray van Steel waren die fantasieanregendste Band des Abends, denn eine quicklebendige Imaginationskraft war bei dem suboptimalen Sound schon vonnöten, um sich vorzustellen, wie es wohl eigentlich klingen sollte. Doch auch unter regen Einsatz meiner rechten Bregenhälfte war der Bronzezeit-Powermetal der Gruppe nicht so meine Baustelle. Dudelsäcke dudeln mir tendentiell auch eher auf den Sack, so dass ich die Ressourcen zur Entwicklung einer elektronischen Variante des Instruments als unnötig verschwendet ansehe.


Die folgenden drei Gruppen hatte trotz ab und zu nochmal einsetzender Brummattacken zum Glück einen prima Sound.

Kapeister

Das überwiegend deutschsprachige Trio Kapeister schmiss mit seinem ohne Schleifchen und Sperenzchen auf den Punkt gerageagainstthemachineten Crossoversound den DeLorean an und parkte direkt in der hamburger Markthalle, als dort Anfang 1994 Such A Surge im Vorprogramm von Mucky Pup und Teddybears STHLM spielten. Frische Agitmucke und doch mit dem gewissen Erinnerungsfaktor daran, was man schon für ein alter Sack ist.



Loyft

Loyft waren optisch der Hattrick beim Hipster/Kiffer-Klischeebingo. Der Typ mit Glatze, Brille und Vollbart *check*, die Dreadlockmatte *check* und die Vollbart-Männerdutt-Kombi *check* - den Drummer zähle ich mal nicht mit, da ich gerade weiter hinten war und kaum sehen konnte. Habe ich jetzt etwas gewonnen?

Nein? Schade. Aber coole Musik, die für mächtig Action im Lauschbar-Pit gesorgt hat, habe ich immerhin gehört. Loyft sind eine Stonerband, die sich das Equipment einer Sludgekapelle geliehen hat, um Grungesongs zu spielen, und das Ganze ergibt eine ziemlich fett rührende Suppe. Nur der eine oder andere Refrain erschien mir ein wenig überstrapaziert. Geschenkt. Loyft bei Loyft!



Eject Noise Fix

Die Gesamtdramaturgie des Abends stimmte, denn mit Eject Noise Fix schloss - bei allem Respekt für die anderen Bands - der geilste Scheiß das Festival ab.

Ausgestattet nur mit Gitarre, Drums und einem unsichtbaren Riffglücksrad, welches bestimmt, was für ein Fein-, Un- oder Irrsinn im nächsten Part passiert, knallte das Instrumentalduo einen knackig kurzen Popperverklopper und Hirnverknoter nach dem nächsten auf die Bretter. Großartige intellidebilgente Energieüberschussumleitung!



Agung Gurung:












Ray van Steel:








Kapeister:










Loyft:





Eject Noise Fix: