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2017-01-15

#LBS 02|52 - stiff breeze


A short Lensbaby break in the Schietwetter of Dithmarschen.


KÖHNEN PANDI DUO - Darkness Comes In Two's

Zeit für die erste Musikempfehlung aus dem laufenden Jahr!

Auf Bandcamp gibt es nun eine Liveimprovisation von Musikern des Kilimanjaro Darkjazz Ensembles (bzw. der Mount Fuji Doomjazz Corporation) und Merzbow aus dem vergangenen November zu hören - und natürlich runterzuladen.

Für wen das jetzt schon interessant bis unwiderstehlich klingt, der kann sich meine folgenden paar Sätze auch zu lesen sparen und gleich zum Köhnen Pandi Duo hinüberklicken!



KÖHNEN PANDI DUO - Darkness Comes In Two's (download) (2017)

Jason Köhnen (Elektronik) und Balasz Pandí (Schlagzeug) freejazzen sich innerhalb einer Dreiviertelstunde durch drei eng miteinander verbundene Bewegungen.

Free dark ambient oder Doomjazz sind die naheliegendsten Genrebezeichnungen für die soundtrackartigen, experimentellen Klanglandschaften, die sich hier erheben. Sollte ich dieses Bild noch weiter spezifizieren, würde ich konkret von der Wellenlandschaft eines Meeres unter dem Mondlicht sprechen, denn sowohl die zahlreichen elektronischen Sounds und Samples, als auch das zumeist eher Texturen als konkrete Beats beisteuernde Drumming, bewegen sich in steten, geduldigen Wogen. Ein alles umfassender, rauschender Rhythmus, über dem sich zahlreiche dramatische Klangbilder manifestieren.

"Darkness Comes In Two's" ist exzellente epische Düstermusik, in der man sich nur zu gerne verlieren mag. Wer sich zwischen coltraneschem Free Jazz und Brummbombastwerken wie "Altar" von Sunn O))) und Boris zu Hause fühlt, der wird hier gut bedient.

Ungeduldig reinzuhören, ist zwar generell nicht anzuraten, aber wenn man nur ein paar Minuten Zeit hat, dann sollte man den zweiten Track "ii" anspielen. Jener ist am kürzesten und bringt den Charakter der Session wohl am wesentlichsten auf den Punkt.

Den waren Klimax erreicht das Album allerdings - wie es sich gehört - erst am Gipfel des längsten, finalen Tracks.

Ein passend großräumiger Klang krönt die tadellose Liveaufnahme. Eine absolut runde Sache also!





Highlights: iii, ii

2017-01-12

LAIBACH - Live In Hell

Sowas aber auch, fast wäre 2016 ganz ohne eine Veröffentlichung von Laibach zu Ende gegangen! Neues, bereits live erprobtes Material gäbe es ja genügend...

Doch im Dezember hat Vinyl On Demand immerhin doch noch den Release eines der ältesten Livealben der Band rausgehauen.



LAIBACH - Live In Hell (LP) (1985/2016)

"Live In Hell" wurde 1985 auf einem Konzert in Hertogenbosch mitgeschnitten und erschien damals als "Live In V2" auf Kassette.
2010 sah das Ding dann erstmals auf rotem Vinyl das Licht der Welt, als Teil einer limitierten Sonderauflage der ohnehin schon limitierten - und heute daher ziemlich mondpreisigen - Box "Gesamtkunstwerk - Dokument 81-86", welche u.a. fünf weitere Live-LPs enthält.

Nun ist sie also wieder da, erneut verpackt im Stil jener Box, mit der klassischen Neuen Slowenischen Kunst der frühen Achtziger als Coverartwork, ganz ohne Namen oder Songtitel, dafür stilecht mit Kreuz.

Der Zeitrahmen ist natürlich derselbe, aus dem auch die Hamburg-Aufnahme "Neu Konservatiw" stammt, es gibt also auch hier das "Nova Akropola"-Material der "Die erste Bombardierung über dem Deutschland"-Tour zu hören. Tatsächlich ist das Set identisch, "Live In Hell" enthält aber mit "Vojna Poema / Sredi Bojew" einen satte vierzehn Minuten langen Doppeltrack mehr.

Von der Soundqualität soll man auch hier natürlich keine Wunder erwarten. Es ist eine Low-Fi-Undergroundaufnahme inklusive Übersteuerungen und leichter Pegelschwankungen. Doch Wohlklang ist bei diesem lauten, roh brutalem Industrial ja ohnehin nicht die dominante Philosophie gewesen.
Und im im Gegensatz zur "Neu Konservatiw"-Picture Disc, ist "Live In Hell" auch wirklich auf Platte hörbar. Ein paar Knackser um die Trackübergange liegen innerhalb meines Toleranzbereiches.

Insgesamt ist dieses Livealbum in sich stimmig, so wie es ist. Ein gelungenes Zeitdokument aus der brachialen Sturm-und-Drang-Phase von Laibach.

Gesamtnote: Geiler Scheiß!

Highlights: Vojna Poema / Sredi Bojev, Nova Akropola, Die Liebe, Vier Personen

#HdD - silvester baby

Hach damals...


als ich am 31. Dezember 2006 mal mit meinem brandneuen Lensbaby 2.0 beim Krinkberg vorbeischaute.

Genau wie meine DSLR hat das Baby in letzter Zeit ein bisschen Vitrinenkoller bekommen. Deswegen wird es dieses Jahr mal wieder etwas häufiger ausgeführt. (Siehe hier!)







2017-01-10

BETTY DAVIS - The Columbia Years 1968 - 1969

Eine Analyse meiner Musikkritiken ließe es wohl nicht zwingend vermuten, doch würde ich meine Plattensammlung* nach musikhistorischer Relevanz sortieren, dann spielten Rock- oder Metalbands im Kampf um die Spitzenplätze wohl bisher eine erstaunlich kleine Rolle. Ganz vorne lägen eher Kraftwerk, Kate Bush und ein paar Jazz-Meilensteine.


Herausragend unter diesen ist selbstverständlich Miles Davis' Jazz Fusion-Initialzündung "Bitches Brew" von 1970, welche erstmals Rockelemente mit Jazz-Improvisationen verband, und ohne welches u.a. die weiteren Karrieren der beteiligten Musiker Wayne Shorter mit Weather Report und John McLaughlin mit dem Mahavishnu Orchestra nicht vorstellbar wären.

Doch halt, in dem Satz stecken zwei Fehler!

Erstens "erstmals", denn natürlich gab es parallel auch noch andere Künstler, die auf verwandten Pfaden wandelten, und gerade aus der Sphäre der Rockmusik hatten schon einige Alben das Licht der Welt erblickt, die klar machten, dass es mit der strikten Trennung der Genres für immer vorbei war. Als Beispiele seien nur die Progrock-Urväter King Crimson und John Hisemans Blues&Jazzrocker Colosseum genannt. Himmel, selbst das Debüt von Black Sabbath hat ja hörbare Jazzeinflüsse im Schlagzeugspiel.

Zweitens nochmals "erstmals", denn tatsächlich hatte Miles Davis zwar ohne seine Trompete, aber als Arrangeur und Produzent durchaus schon vorher einmal eine ganze Horde von Jazz- und Rockmusikern im Studio versammelt, darunter die späteren "Bitches Brew"-Partner McLaughlin (E-Gitarre), Shorter (Saxophon), Larry Young am E-Piano, sowie Co-Produzent Teo Macero. Außerdem waren u.a. Herbie Hancock und Jimi Hendrix Experience-Drummer Mitch Mitchell mit von der Partie, als es darum ging, die Musik einer Visionärin aufzunehmen, deren Diskographie später ihrerseits unzählige Künstler aus den Bereichen Funk, Soul, Pop, R&B und Hip Hop inspirieren sollte.

1969 ahnte die Plattenindustrie dies allerdings noch nicht und die Aufnahmen dieser Session verschwanden von der Öffentlichkeit ungehört im Archiv, um erst 2016 offiziell das Licht der Musikwelt zu erblicken:

Auftritt Betty Mabry, durch kurzzeitige Ehe bekannt geworden als Betty Davis und "The Columbia Years".   






BETTY DAVIS - The Columbia Years 1968 - 1969 (LP) (2016)

Schon nach dem ersten Hören gibt es keinen Zweifel: Was lange währt, wird endlich gut.

Und als Entschuldigung dafür, dass es eine Weile gedauert hat, ist die Aufmachung dieser LP wirklich edel: Ein Gatefold aus sehr stabiler Pappe, wie mein Plattenregal es bisher vor allem aus dem nicht ganz so funky ausgerichteten Hause Southern Lord Records kennt, dazu ein großformatiges Booklet mit Portraitfotos, sowie Interviews und historischem Schriftverkehr und Verträgen zu den Aufnahmen.




Die Platte selbst ist eine schwere, tadellose Pressung und enthält insgesamt neun Tracks, von denen die meisten der wohl tatsächlich als legendär zu wertenden Davis/Davis-Session von 1969 entstammen.

Und Junge, diese fünf Stücke haben es wirklich in sich! Abgesehen von "Born on the Bayou", welches eher von Hendrix inspiriert klingt, haben wir es hier mit brandheißem Funk zu tun, der sich nicht einmal vor den zeitgenössischen Stücken des Godfather James Brown verstecken braucht. Die Musiker sprudeln vor Spielfreude über und sorgen dafür, dass sich in den Songs trotz ihrer geradlinigen Eingängigkeit immer wieder neue Details entdecken lassen.
Das Wunderbare an dieser Aufarbeitung ist, wie sehr sie die Spontanität und spezielle Chemie der Session unterstreicht. Obwohl es dem Sound an nichts fehlt, wurde nicht im Nachhinein versucht, den Democharakter der Aufnahmen zu vertuschen. Ganz im Gegenteil: Der Mix enthält sogar am Anfang und Ende einiger Tracks den Dialog zwischen Betty Davis und der überlaut aus dem Kontrollraum raspelkratzenden Stimme von Miles.

Dazu wird anhand des fünften Songs "I'm Ready, Willing & Able" eindrucksvoll der kreative Prozess verdeutlicht. Wir hören zunächst Take 1. Die Musiker haben das Lied gerade erst kennengelernt, der Rhythmus ist noch relativ zahm, und nach einer halben Minute unterbricht Betty, um den Aufbau zu erklären. Es folgt direkt der finale Take 9. Das Stück ist nun komplett, der Drive auf einem vollkommen anderen Level, der Funk auf elf. Beeindruckend.

Wenn man solche Dinge dokumentiert, läuft man ja immer Gefahr, ins reine Musik-Nerdtum vorzudringen, bei dem "normale" Musikhörer nur skippen wollen, doch hier ist es tatsächlich kurzweilig und für den Fluss hilfreich, da die spezielle Energie der Session - sowohl zwischen den Instrumentalisten und der Sängerin, als auch zwischen dem frisch verliebten Pärchen Betty und Miles - so einfach großartig transportiert wird.

Warum also wollten die Plattenfirmen damals noch nichts davon wissen?

Die eine gängige Erklärung ist, dass der selbstbewusste und selbstbestimmte sexy und sassy Charakter (sie gilt ja gar als weiblicher Prince before Prince) einer schwarzen Sängerin für die Zeit einfach noch zu früh kam.
Ein anderer Grund könnte allerdings gewesen sein, dass Miles bei der Weiterempfehlung der Aufnahmen einfach nicht enthusiastisch genug gewesen ist, da er insgeheim Angst hatte, dass Betty populärer als er werden  und sie verlassen könnte...
Wahrscheinlich beides. Lange gehalten hat die Ehe jedenfalls nicht.


Drei Tracks bleiben noch auf der LP und entstammen Aufnahmen aus dem Jahr 1968 unter der Regie von Jerry Fuller. Allesamt im damals üblichen Singleformat von zwei bis zweieinhalb Minuten zeigen sie eine noch deutlich poppigere und glattgebügeltere Betty Davis.
Insbesondere die schmalzige Soulballade "Live, Love, Learn" hat mit der Session des Folgejahres wenig gemein. In "It's My Life" und "My Soul Is Tired" steckt anderseits trotz der orchestraleren Produktion schon eine unüberhörbare Portion der kommenden Funk-Queen.

Gut ins Ohr geht auch diese kleine Trilogie. Die Platte wird dadurch exzellent abgerundet.


Ja, ich mag "The Columbia Years" sehr. Sie sind sowohl ein spannender Einblick in ein kleines Stück Musikgeschichte, zum anderen auch ohne das ganze Drumherum einfach funky as fuck.


Der einzige Makel mag die für den Preis recht kurze Spielzeit sein. Aber was soll man machen? Klasse statt Masse eben. Ich habe mir die Platte einfach zum Ausgleich zusammen mit einem gerade sehr günstig angebotenen Jazzklassiker ("Karma" von Pharoah Sanders) gekauft. Dann fühlen sich beide preise normal an und das Problem ist gelöst. Sozusagen.


Fazit zu diesem kleinen, feinen Album: Bettylicious! 


Highlights: I'm Ready Willing & Able, Down Home Girl, Politician Man, It's My Life




* Ok, ich rede natürlich nicht von meiner gesamten Musiksammlung, sondern nur von dem relativ jungen Teil aus Vinyl. Doch auch wenn ich die Gesamtheit betrachte, büßen die genannten Künstler und Alben trotz Nachbarschaft zu den Klassikern, die ich nur auf CD besitze, natürlich nichts an Relevanz ein.


2017-01-08

#LBS 01|52 - gestrypp




Today I decided that in 2017 Sunday is Lensbaby Sunday.

That means that there will be one photo taken with my Lensbaby 2.0 (which just turned ten on Christmas - wow, how time flies...) at the end of each week. Let's see if I can keep this up!




splitting Ljubljana

Yes, I'm a little late with this, but after having shared my other film pictures (Holga panorama pinhole and Adox Golf) from my visit to Ljubljana here, I thought it would be right to finish this with the 35 mm double exposures I took with my new Split-Cam.

I'm honestly a little surprised right now that I didn't devote a blog post to this toy camera back in 2014, but probably I was too frustrated at the time, because it broke only after a few films.

Well, I had given it another try and bought a new one especially for Ljubljana.

What this little thrash cam does is pretty self-explanatory and similar to devices like the Lomo Splitzer. First you expose one half of the frame, then the other. At least in theory. Actually it's mostly about two thirds of the frame which you expose, so there's much overlapping, which often results in more subtle effects than I had first expected.


These are not even all photos I took with it, but already a huge selection. To see more (and also my 2014 Split-Cam stuff from Amsterdam, Tilburg and Neumünster) please check out my album on flickr!