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Interested in me reviewing your music? Please read this!

2016-09-26

DOOL - Oweynagat

Anyone (with a healthy musical taste) who has seen them live will agree with me that Dool is the new dutch dark rock sensation.

Next year will see their debut album and here's a single to tease us:




DOOL - Oweynagat (12" Single) (2016)


Side A:




Side B:




That's the music, and it looks like this:


It's 12" vinyl for 45 rpm, which really pays off, because this sounds as fantastic as it gets.


Now wasn't that an elaborate witty insightful expert review?

But come on, you've seen the greatness. The album will kill!

"Oweynagat" is also available on CD. 


Highlights: seriously?

2016-09-24

OBSCURA - Akróasis

"Wir sind Obscura und wir spielen Death Metal."

Das war die Vorstellung der Band, als ich sie 2013 auf der "Death To All"-Tour gesehen hatte. Das scheint als Beschreibung für den Unwissenden zwar zunächst einmal etwas mager, doch es braucht erstaunlich wenige Zusatzinformationen, um sich dem Sound von Obscura anzunähern:

Videos der Gruppe sehen z.T. so sehr nach Endorsement-Clips aus, dass man sich eine Einblendung "Dauerwerbesendung" wünscht.

2012 hat die Band mal drei Coverversionen veröffentlicht, die ihr Universum ziemlich präzise umreißen. Diese stammten von Death, Atheist und Cynic.

Oder anders gesagt: Obscura sind in Deutschland wohl der FC Bayern des virtuosen Technical Death Metal.



OBSCURA - Akróasis (blood red vinyl 2LP) (2016)

Hört man sich von den oben genannten Covern mal den Cynic-Klassiker "How Could I?" an, dann offenbart sich aber auch die Problemzone der Band; die Umsetzung ist zwar technisch großartig, doch ebenso großartig scheitern Obscura daran, den Geist des Originals zu transportieren.

So war es tatsächlich dieser gegen jede Art progressiver Musik gerne gehegte Vorbehalt "viel Gefrickel, aber zu wenig Gefühl", wegen dem ich es nicht allzu eilig hatte, mir ein Album der Gruppe zu besorgen, obwohl ich sie live durchaus sehr beeindruckend fand.

Nachdem der schon früher in diesem Jahr erschienene Longplayer "Akróasis" vor ein paar Wochen günstiger zu haben war, bin ich dann alledings doch schwach geworden.

Zum Glück! Denn dieses Album ist eine absolute Genre-Machtdemonstration.

Ihr vertrautes Universum verlassen Obscura nicht. Nach wie vor ist das heilige Dreigestirn Death-Cynic-Atheist Grundpfeiler des Sounds. Doch das Universum expandiert, sowohl was seine Außengrenzen als auch die Details im Kleinen angeht.

So ist die größte Schwäche des Cynic-Covers behoben: Nicht nur weiß der Gesang Steffen Kummerers in allen Grunz- und Krächzvarianten zu überzeugen (nur ein paar gesprochene Passagen fallen negativ raus); tatsächlich emuliert die Band in vielen Songs auch erfolgreich Paul Masvidals auf "Focus" patentierte Computer/Vocoder-Stimmen.

Einen so offensichtlichen Bezug auf wirklich alle Eigenschaften des Cynic-Klassikers habe ich bisher noch nirgends gehört. Und da es das Original ja leider nicht mehr gibt und Obscura diese Einflüsse, zu denen auch der von Sean Malone geprägte, herrlich harmonisch wabernde Bass gehört, alle stimmig ins Gesamtbild integrieren, ist mir dies auch sehr willkommen.


Es fällt schwer, aus "Akróasis" Höhepunkte zu extrahieren, denn nicht nur das spielerische, sondern auch das songwriterische Niveau ist im Verlauf der acht Stücke (plus ein ambient-beeinflusster Vinyl-only-Bonusrack) kaum Schwankungen unterworfen.

Allein in den fünfzehn Minuten und fünfzehn Sekunden von "Weltseele" verliere ich den Song an sich doch manchmal aus dem Sinn. Anderseits fährt dieser Mindfucker aber auch wirklich alle Facetten auf, die Obscura wur Verfügung stehen und krönt diese noch mit einem tosenden Streicher-Orchester-Arrangement. Nein, höher auf die Spitze treiben lässt sich progressiver Death Metal kaum noch.


Es gibt in den Einflüssen der Musik ja eine gewisse Schnittmenge zu den Sci-Fi-Blackthrashern Vektor. Und wenn Obscura aufs Gaspedal drücken, dann fühlt man sich zeitweise fast auf das aktuelle Meisterwerk der Kanadier, "Terminal Redux" versetzt.

Dass Obscura an den Kult des Vektor-Albums, welches ja vielfach als eines der besten Thrashwerke aller Zeiten gehandelt wird, nicht heranreichen, ist keine Schande.
In ihrer Gesamtwirkung sind sich diese Alben in ihrer Verbindung aus brutaler Musik, handwerklicher Meisterschaft und erstaunlich vielen Ohrwürmern aber durchaus ähnlich.

Chuck Schuldiner, sage ich mal, approves this.


Das Cover gefällt und die LP kommt in einem satten blutigen Rot. Relapse Records hat auch noch andere Farbvarianten herausgebracht, welche - anders als bei den übertriebenen Regenbogenveröffentlichungen von Nuclear Blast - ebenso alle ästhetisch Sinn ergeben.

Da die Spielzeit für drei Seiten reicht, gibt es statt Seite D ein Edging.



Auch wenn man die Platte inklusive AutoRip über amazon gekauft hat, empfehle ich, die Downloadkarte einzulösen. Ansonsten entgeht einem nämlich die digitale Version des Epilogs "Melos".


Highlights: Ode To The Sun, Perpetual Infinity, Acróasis, Weltseele

2016-09-20

DEAD NEANDERTHALS - Live At Roadburn 2016

Bock auf Jazz?
Nein?
Wie? Du magst keinen Jazz?

*Ärmelhochkrempel*

Ok, jetzt gibt's Keule!





DEAD NEANDERTHALS - Live At Roadburn 2016 (Tape/mp3) (2016)


Immer voll rein! Immer auf die Fresse!

Yeah! Hau ihm die Nase auf der Snaredrum blutig!
Na, mag der feine Herr immer noch keinen Jazz?
Komm, Du Sau! Friss das Saxophon! Haha, friss das Saxophon für Daddy!

Und noch mehr Drums! Komm, gib's ihm! Immer voll auf die Schnauze mit der Snare!

Geil! Gewalt rockt! Gewalt jazzt!

Dead Neanderthals auf dem Roadburn Festival
Ich habe diese fünfundzwanzig Minuten andauerende, an Kampfsport angrenzende Extremjazzplosion ja schon einmal im Detail beschrieben. Schließlich stand ich am 14. April in der ersten Reihe des kleinen Cul de Sac-Clubs, als das Duo Dead Neanderthals als letzte Gruppe am Roadburn-Donnerstag auftrat.

Alter, was war das irre und was haben wir uns bepisst!

Nun kann sich jeder dieses klanggewordene Beklopptikum komplett auf Bandcamp runterladen.

Inklusive visueller Komponente direkt vor Ort war das natürlich noch ein ganz anderer Schnack, aber auch auf Konserve fetztficktfressepoliert die New Wave Of Dutch Heavy Jazz noch allermächtigst.


Am 3. Oktober erscheint der geile Scheiß auch noch auf Musikkassette, limitiert auf 100 Stück. Eine davon ist demnächst meine, auch wenn ich nach wie vor gar kein würdiges Abspielgerät dafür besitze. Aber das kann ja vielleicht noch kommen. Und zu diesem nachträglichen Andenken an die irrsinnigste halbe Stunde Roadburn, die ich bisher erlebt habe, konnte ich einfach nicht nein sagen.


Randaliere, Jazz! Randaliere!


Highlights: Öhm ja, es ist ein Track, also...



KENDRICK LAMAR - untitled unmastered.

Yep, es wird mal wieder allerhöchste Eisenbahn für ein richtig fundiertes Expertenreview hier! Deswegen heute mein Auskenner-Genre Nummer 1: Hip Hop.

Aber mal ohne Scheiß: Gegen gute Rapper habe ich erstmal gar nichts. Das Problem ist halt, dass mir jenseits des Sprechgesangs an sich die Musik selten was gibt. Und dann sind da natürlich die Inhalte, die gerade im deutschsprachigen Raum schnell zum Ausschlusskriterium geraten können. Vom Blingbling-und-Titten-Overkill amerikansicher Superstars mal ganz zu schweigen...

Doch nun ist da ja ein multipler Grammy-Gewinner, der das Genre mit seinem Meisterwerk "To Pimp A Butterfly" mächtig aufgemischt hat. Ein Konzeptalbum, welches nicht mainstreamgerecht, aber dafür sehr zeitgeistig gefühlte tausend Mal das Wort "Nigger" - eingebettet in exzellente Sprachakrobatik - enthält, und welches u.a. durch kompositorisches Mitwirken von Kamasi Washington eben auch musikalisch wirklich gut ist!

Die mit zahlreichen Musikstilen jonglierenden, aber vor allem jazzigen Arrangements haben ja sogar so weit übers Genre hinaus gewirkt, dass David Bowie auf seinem Abschiedsalbum "Blackstar" davon hörbar beeinflusst wurde.

Und nun also dieses ominös sparsam gestaltete olivgrüne Nachfolgewerk "untitled unmastered."

Ist es überhaupt ein echter Nachfolger?




KENDRICK LAMAR - untitled unmastered. (LP) (2016)

Alle acht Stücke auf "untitled unmastered." tragen Titel wie "untitled 01 | 08.19.2014." oder "untitled 03 | 05.28.2013.".

Und das sind auch alle Informationen, die wir an die Hand bekommen. Sind es Outtakes, die nicht ins Konzept von "Butterfly" passten? Ausschuss aus der Vorbereitung zum Album? Oder Nachgedanken? Basiert der alberne Jam am Ende von "untitled 07" auf dem kurzen "untitled 04" oder ist er dessen Ursprung?

Vielleicht ist alles irgendwie zutreffend. Manche Tracks vereinen zwei oder drei unterschiedliche Bewegungen, manche scheinen isolierte, noch nicht ganz abgeschlossene Ideen zu sein, andere sind komplette Songs auf vollem Album-Niveau.

Natürlich kokettiert Kendrick Lamar mächtig mit dem skizzenhaften Charakter dieser Veröfftlichung: Seht her, das ist meine B-Ware, der ich nicht einmal Titel gebe! Und dennoch steckt sie wohl über neunzig Prozent der restlichen Hip-Hop-Welt auch so locker in die Tasche.

Insgesamt kann "To Pimp A Butterfly" selbstverständlich nicht das Wasser gereicht werden, aber das will "untitled unmastered." auch nicht. Dafür fehlt einfach der übergreifende Erzählfluss des Konzeptalbums.


Die meisten einzelnen Tracks könnten es mit dem allerletzten Feinschliff dennoch mit dem Vorgänger aufnehmen. Das merkt man vor allem, wenn man z.B. die Videos der Premieren bei Stephen Colbert und Jimmy Fallon oder den letzten Grammys anschaut, in denen ein paar der zur allgemeinen Verwirrung nicht immer richtig übereinstimmend nummerierten Stücke vorgestellt wurden. Im Livearrangement ist das Zeug nämlich nur noch jawdropping großartig.


Ok, ich will nicht weiter so tun, als hätte ich hier irgendeinen popkulturellen Plan.


Kendrick Lamar macht einfach arschgeile Mucke.

"To Pimp A Butterfly" bleibt zwar die Empfehlung zum Kennenlernen. Aber wer das Album mag - und Junge, daran gibt es so viel zu mögen - der wird an "untitled unmastered." auf jeden Fall auch viel Freude haben.





Highlights: untitled 08, untitled 06, untitled 05, untitled 02

2016-09-18

MONARCH - Two Isles

Der Monarch (Danaus plexippus) ist ein auffällig orange und schwarz gezeichneter Schmetterling aus der Familie der Edelfalter. Sein Verbreitungsgebiet ist u.a. Nord- und Mittelamerika, sowie der Südpazifik.

Hängt sich ein einzelner Monarch an die Fersen von Roller Girl, während diese für einen Dreh nackedei die kalifornische Küste entlangrollt (Dirk Diggler wird sie bald als Cop zur Leibesvisitation anhalten), dann spielt auf ihrem brandneuen, gerade auf den Markt gekommenen Sony Walkman die Sehnsuchtsmusik der Generation vor ihr und lässt sie davon träumen, ein echtes Hippiemädchen auf einem spirituellen Roadtrip nach San Francisco zu sein.



MONARCH - Two Isles (blended green/red vinyl) (2016)

Es ist schon schade, dass Schallplatten so viel mehr kosten als Jamba-Klingeltöne (also zumindest, was den absoluten Preis angeht). Denn bei einem Label wie El Paraiso Records möchte man ja schon wegen der tollen Cover im Stile traditioneller Jazz-Labels ein Abo abschließen.

Eine der schönsten Neuveröffentlichungen aus dem dänischen Haus ist das Album "Two Isles" von den Kaliforniern Monarch, welches ein knallbunt trippiges Cover mit einem batikmäßigen grün-roten Farbvinyl vereint.

Yep, das war für mich mal wieder so ein Fall, wo ich das Ding gesehen habe und dachte: Wenn die Musik was taugt, dann muss ich die Scheibe haben!




Und was soll ich sagen? Die Musik taugt ganz enorm.

Es handelt sich natürlich - da lässt das Artwork wenig Spielraum - um Psychedelic Rock.

Gitarrenlastig, dezent wurlitzer-untermalt, mit meist luftig leichtem Drive, der auch mal Fusion-Gefilde touchiert, sind hier durchaus - um mal bei meinen artverwandten Käufen dieses Jahres zu bleiben - Parallelen zum Label-Zugpferd Causa Sui oder auch den fröhlichen Melodien von Agusa zu hören. Hier kommt allerdings auch noch Gesang und dieser deutlich hörbare, aber schwer erklärbare, ganz authentische kalifornische Spirit hinzu.

Ich mag die Magie von Monarch gar nicht zerreden und meiner musikhistorischen Bildung fehlen wahrscheinlich auch die treffendsten Referenzen. Es ist sommerliche, positive Musik zum Cruisen, Surfen, Transzendieren und Von-Zeiten-freier-Liebe-Träumen, wunderbar frisch eingespielt und vom hier auch als Studio-Gastkeyboarder agierenden Brian Ellis exzellent produziert, so dass farbiges Klanggewand und physischer Tonträger tatsächlich traumhaft zusammenpassen.

Auf der B-Seite wird das Album unerwartet noch eine Spur progressiver, kantiger und damit auch manchmal düsterer, was ihr ausgesprochen gut steht, so dass die letzten Beiden der insgesamt sechs Tracks - das relativ harte "Sedna's Fervor" und die epische, in einem langen Instrumentaljam eskalierende "Shady Maiden" - auch ganz klar den Höhepunkt von "Two Isles" bilden.

Zu meckern habe ich nichts.
Und nun widme ich mich wieder meiner Diggler-Pornothek.


Flieg, Monarch, flieg!


Highlights: Shady Maiden, Sedna's Fervor, Two Isles


2016-09-17

RUSSIAN CIRCLES - Guidance

Ich befürchte ja fast, dass das Wort "Post" (im Sinne von lateinisch "nach") bei mir allmählich zum beliebig besetzbaren Füllwort gerät, aber es führt ja nunmal kein Weg drumherum: Russian Circles spielen Post Metal.

Und auch wenn das Instrumentaltrio aus Chicago die komplette Palette elegischer Dynamik beherrscht, verrät schon das Cover - die historische Fotografie, die einen Verurteilten auf dem Weg zur Hinrichtung zeigt -, dass es sich dabei nicht um die vollkommen verträumte Variante zum Elfenmelken handelt.



RUSSIAN CIRCLES - Guidance (translucent brown / burgundy splatter LP) (2016)

Zwar gibt es mit "Overboard" oder dem Opener "Asa" auch Stücke auf diesem Album, die komplett von ruhigen Tönen geprägt werden, unterm Strich bleiben Russian Circles aber auch auf diesem neuen Tonträger vor allem eine riff- und groovebasierte Gruppe, die auf maximale Wirkung bei Einsatz weniger Mittel setzt.

Es werden also nicht im großen Stil zusätzliche Geigen, Chöre und Einhörner aufgefahren, sondern sich die meiste Zeit auf die Bass/Gitarre/Drums-Stammbesetzung konzentriert. Die Produktion klingt natürlich und ist absolut firlefanzfrei gehalten, ganz so als stünde die Band im Club direkt vor einem.

Man orientiert sich also soundphilosophisch am 2008er Werk "Station", setzt es diesmal allerdings noch wuchtiger um. So entwickelt "Guidance", auch wenn es atmosphärisch nicht so dicht und dunkel wie der schwarzmetallisch beeinflusste Vorgänger "Memorial" ist, dafür eine mitunter noch größere, an Neurosis anklingende Heaviness.

Doch egal, ob es gerade eher kracht, im ruhigeren Ton herumharmoniert oder mich im letzten Track "Lisboa" für einen Moment an Prince' "Purple Rain" denken lässt; die vielleicht wichtigste Post-Musik-Klischeequalität eines hypnotischen Flusses, in dem man sich fallen von den Wellen tragen lassen kann, ist zu jedem Zeitpunkt gegeben.

"Guidance" lässt also weder Wumms noch Gefühl zu kurz kommen, ist spielerich über jeden Zweifel erhaben und lässt bei recht kompakten sechs Minuten durchschnittlicher Songlänge auch nie die Gefahr von Langeweile aufkommen.

Ob das für einen Klassiker in der eigenen Diskografie oder gar im Genre reicht, sei mal dahingestellt. Das können wohl nur Zeit und Liveumsetzung zeigen.
Es ist auf jeden Fall ein sicherer Blindkauf (bzw. Taubkauf) für jeden Freund gesangslosen Post Metals, ein gutes Album auf wie gewohnt stets hohem Russian Circles-Niveau. Und für mich wächst es momentan auch immer noch.

Das farbige Vinyl ist schön anzuschauen und klingt ordentlich, Bandcamp-Download ist wie immer bei Sargent House auch dabei.


Highlights: Mota, Lisboa, Vorel


2016-09-16

WANG WEN - In Course Of The Miraculous

In ihrem Heimatland China ist die siebenköpfige, überwiegend instrumentale Postrock-Band Wang Wen eine beachtlich große Nummer. Musikalische Innovatoren, Vorreiter der Vinyl-Renaissance und eine der wenigen auch im Ausland auftretenden Rockgruppen.

Doch eigentlich ist dieses erste Auftauchen der Band in diesem Blog gar nicht für eine allgemeine Einführung der Band geeignet, denn das hier vorliegende Fotobuch inklusive vier 10"-Schallplatten und einer DVD verhält sich sowohl vom physischen Umfang der Veröffentlichung als auch von der Sonderstellung des musikalischen Inhalts im Œuvre der Künstler ähnlich wie Motorpsychos "Konsert For Folk Flest" zu deren üblichen Schaffen.

Im Zentrum steht auch hier eine einmalige Liveperformance in ungewöhlicher Kulisse...





WANG WEN - In Course Of The Miraculous (4 x 10" vinyl Fotobuch + DVD) (2016)

Wer z.B. "Hero" oder "House Of Flying Daggers" kennt, der weiß, dass im chinesischen Kino, wenn es dem Regisseur möglich ist, ungerne gekleckert wird. Und so schlägt Cheng Rans "In Course Of The Miraculous", die Verfilmung des Schicksals eines einsamen Atlantikseglers, bei stolzen 9 (neun!) Stunden an.
Bei diesen Dimensionen ist es für den gewöhnlichen Durchschnittscineasten wohl nur eine Randnotiz, dass die Abspannmusik im passenden Verhältnis  selbst schon so lang ist wie anderswo ein ganzer Film.


Für Musikfans hingegen wird es gerade hier natürlich interessant, kommen nun doch Wang Wen mit einem kompletten einstündigen Liveauftritt, sowie mehreren Studiotracks ins Spiel.


Die Bilder im edel aufgemachten Fotobuch, welches auch alle Bild- und Tonträger enthält, zeigen in Farbe Fotos der Performance und in schwarzweiß Eindrücke der Studioarbeit.
Von außen wurden die für den europäischen Markt bestimmten Exemplare leider auf der Reise durch die Schrauben, die den Einband zusammenhalten, etwas lädiert.  Pelagic Records hat den Vorbestellern netterweise extra eine Mail mit Fotos und der Möglichkeit zu stornieren geschickt, doch so dramatisch sind diese paar Kratzer wirklich nicht. Da sehen einige LP-Hüllen in meinem Regal (auch durch eigene Doofheit) wirklich wesentlich mitgenommener aus.

Der hintere Teil besteht aus Papptaschen für die vier Vinylscheiben, während die DVD in einer Einsparung an der Umschlagseite des Buches untergebracht ist. Da diese allerdings ziemlich eng ist, gestaltet sich die Herausnahme recht mühsam und könnte Kratzer hervorrufen, weshalb ich eine permanente Auslagerung der Silberscheibe empfehle.






Ich habe mir "In Course Of The Miraculous" zunächst einmal auf dem Plattenteller zu Gemüte geführt und dabei festgestellt, dass das Auflegen dieses Albums vor allem ein Ritual maximaler Entschleunigung darstellt.
Zum Teil liegt dies natürlich bereits daran, dass man insgesamt sieben Mal - meistens nach etwa einer Viertelstunde Spielzeit - die Seite wechseln muss.


Der Liveauftritt, eine durchgehende, komplett auf wenigen Themen aufgebaute Improvisation, welche die endlose Weite des Ozeans in Klangbilder überträgt, wurde dabei auf fünf Seiten verteilt, während die letzten drei Seiten den sieben jeweils unterhalb der Zehn-Minuten-Marke liegenden Studiotracks gehört.

Die Musik ist auf allen Tracks ganz eindeutig dem eigentlich außerhalb der gewohnten Komfortzone von Wang Wen liegenden Ambient-Genre zuzuordnen.

In langsamen Wogen dröhnt, schwingt, surrt und schwebt man durch eine Vielzahl unterschiedlicher Klangfarben, die sich zu einer einzigen großen Stimmung verdichten.

Ein durchgehendes Grunddröhnen bleibt während der Liveperformance zwar fast immer erhalten und lullt einen gemeinsam mit den ziemlich starken Laufgeräuschen der Tonträger (Sind diese Plastikhüllen so begünstigend für statische Aufladungen?) regelrecht ein, ähnlich wie es die meisten Alben von Sunn O))) tun. Die Band versteht es allerdings, die Aufführung in mehrere klar unterscheidbare Bewegungen zu gliedern, so dass es auch durchaus möglich und sinnvoll ist, die einzelnen Seiten aus dem Kontext losgelöst für sich zu hören.
Das lohnt sich vor allem in der zweiten Hälfte, wenn die melodischen und rhythmischen Elemente konkreter werden und sich zu mächtigen Crescendos steigern.

Die Studiotracks sind thematisch konzentrierter, schließen atmosphärisch aber direkt an und ergänzen das Gesamtwerk nicht nur qualitativ. Immerhin fünfundverzig Minuten messen sie schließlich zusammen, man hätte sie also durchaus auch seperat veröffentlichen können.


Es gibt Livealben, die ich in der Audioversion bevorzuge. Und dann gibt es Alben wie Björks "Biophilia Live", welches ich erst durch das Video vollends verstanden und zu schätzen gelernt habe.

"In Course Of The Miraculous" gehört ebenfalls zu jener zweiten Kategorie. Zu sehen, wo Wang Wen welche Streicher, mit Bogen gespielte Gitarren, Bläser, Percussion, Klangschalen, Glockenspiele usw. benutzen mag vielleicht ein wenig entmystifizierend wirken, steigert für mich allerdings nur die Bindung zur Musik.

Vor allem aber spürt man die Magie der Location. Das Konzert fand nämlich in einer großen Filmstudio-Halle statt, von der ein großer Teil mit Wasser geflutet wurde. Ein Segelboot schwimmt darin, und auch ein paar Eisberge gehören zum Set. Die Bühne liegt nun mitten in diesem großen Studio-Ozean, so dass die Musiker direkt am Wasser spielen. Das trägt nicht nur zur ungewöhnlichen Akustik bei, sondern liefert im Zusammenspiel mit der Lightshow auch einige ganz faszinierende Bilder.
Ich habe durch das Video tatsächlich erst begriffen, wie brilliant die Band hier agiert.

"In Course Of The Miraculous" gehört auf meinem Einkaufszettel zweifelsohne zu den luxuriöseren Musikanschaffungen. Und ich bereue den Kauf trotz der genannten Mängel nicht. Denn dieses Konzert und Gesamtpaket ist einfach großartig und mit viel Liebe gemacht.

Und konzeptionell passt es natürlich auch sehr gut ins Programm des Hauslabels von The Ocean.



Parallel habe ich mir übrigens das fantastische letzte (normale und daher ganz andere) Studioalbum "Eight Horses" gegönnt, dessen Nachfolger wiederum in knapp zwei Wochen ins Haus steht. Ich glaube, Wang Wen können in den folgenden Tagen und Wochen noch zu meiner Lieblings-Post Rock-Band avancieren.
Zumindest bis im November das nächste Livekonzert von Mono ansteht.




Highlights: In Course Of The Miraculous Part 4 + Part 5, Distance, Till The End




ASTRAL TIDE - How Far, Are You Out There?

Es ist nun schon eine ganze Weile her, dass rezensionsfertige Musik von mir selbst umging (und beim letzten Tonträger waren wir dazu auch noch extrem promotionfaul). Aber ich weiß noch genau, welche Sache mich bei positiven wie negativen Reviews immer genervt hat, nämlich wenn sich der Schreiberling an irgendwelchen Begriffen und Details aus der scheiß Bandinfo aufgerieben hat, anstatt sich einfach mal eigene Gedanken zur Musik zu machen.

Und nun sehe ich mich - anders als gewohnt - selbst in der Situation, so einen mit möglichst vielen Musikstilreferenzen plus endzeitlichem ost-berliner Plattenbaugeschwurbel angereicherten Din-A4-Wisch neben der Tastatur liegen zu haben. Und ich muss zugeben: Die Versuchung, eigentlich nur diesen Text zu besprechen und seine Aussagen auf die Goldwaage zu legen, ist tatsächlich sehr real.

Also weiche von mir, Infoblatt!




ASTRAL TIDE - How Far, Are You Out There? (EP) (2016)

Ok, ein paar harte Fakten sind schon übernehmenswert. So wird vor allem der bereits hörbare Eindruck als Tatsache bestätigt, dass die hier vorliegende Debüt-EP der international besetzten berliner Band Astral Tide live eingespielt wurde, was dem gesamten Ding eine angenehm authentische, rohe Dringlichkeit verleiht.

Die Musik der vierköpfigen Gruppe ist eine Mischung aus shoegazigem bis sludgigem Post Metal mit geräuschreichem Punkanteil. Aus dem Punk ziehen Astral Tide vor allem die Energie und bei einigen Stücken auch das bewusst nicht metronomgerechte Tempo.
Die stärksten Momente sind allerdings jene, in denen sich die Band an epischer Breite versucht, wie im klagenden "Out Of Orbit" oder dem achtminütigen Opener "Wrongfoot". Diese beiden Kompositionen können sich durchaus mit Bands aus der postrockenden Oberklasse messen.

Ansonsten herrscht ebenfalls frisches, ideenreiches Abwechslungsreichtum, allerdings nicht immer ganz auf stabilem Maximalniveau, da gerade die auch formal punkigeren Teile und der jammernde Gesang manchmal knapp an der Grenze zur Nervenlücke operieren. Will sagen: bei einem Hördurchgang geht mir eine Stelle leicht auf den Keks, bei nächsten Mal finde ich genau diesen Part gerade gut, beim dritten Mal höre ich dort nicht so genau hin...

Insgesamt sind die vierundzwanzig Minuten von "How Far, Are You Out There?" eine genauso kurzweilige wie eigenwillige Angelegenheit. Die größte Schwäche der EP ist im Grunde eine, die zu kritisieren unfair ist, nämlich eben dass es sich um eine EP handelt.
Nach dem einigermaßen ausladenden Einstieg folgen nur noch Drei- und Vierminüter, wo man als dramatisches Gegengewicht eigentlich einen größeren Ausklang erwartet, der im kurzen "Blissful Agony" zwar durchaus gut, aber halt viel zu kleinformatig angedeutet wird.
An dieser Stelle zehn Minuten erhaben fuzzender Doomkrach und das Ding wäre vollends abgerundet.

Was allerdings in Form von insgesamt sechs Stücken vorhanden ist, das taugt etwas und zeigt noch großes Potential für die Zukunft, wobei ich der Band empfehlen würde, die Liveaufnahme langfristig auch für spätere Veröffentlichungen als Ethos und Markenzeichen zu etablieren.

Zu haben ist die EP als Stream / Download auf Bandcamp , sowie in einer Auflage von 250 Stück auf schwarzem Vinyl (45 rpm auf 12"). Da dürfte dann auch das im mir vorliegenden Promo-CD-Format eher kryptische, nicht wirklich zur Musik passen wollende Coverartwork vielleicht noch Wirkung entfalten.

Highlights: Wrongfoot, Out Of Orbit, Living Off-Air


2016-09-11

ZEAL AND ARDOR - Devil Is Fine

"A good lord is a dark one
A good lord is the one that brings the fire

The riverbed will run red
with the blood of the saints
and the blood the holy."

Willkommen in einer Welt, in der die schwarzen Sklaven Nordamerikas ihre Seelen dem Satan und dem Black Metal verschrieben haben!



ZEAL AND ARDOR - Devil Is Fine (12" EP) (2016)

Man könnte sagen, dass Manuel Gagneux, ein auch sonst vollkommen frei von Berührungsängsten mit Musikgenres jonglierender Schweizer / Wahl-New-Yorker, der sich hinter dem Projekt Zeal And Ardor verbirgt, einfach ein brillianter Troll ist.

Auf Basis einer simplen Prämisse, die Paralellen zwischen Chaingang-Gospel und der Kirchenzündelphase der norwegischen Black Metal-Geschichte konstruiert, haut er hier einfach eine EP raus, welche diese Genres direkt miteinander verbindet, zusätzlich angereichert mit einer Prise Delta Blues.
Da das Ganze so aber noch nicht aufregend (in beiden Sinnen des Wortes) sein könnte, kommen auch noch Spieluhr-Zwischenspiele und gregorianische Gesänge dazu, sowie ein Track, der mit Fragmenten tanzbarer Clubsounds und eher arabisch klingendem Gesang aufwartet.

Sowohl formal als auch inhaltlich scheint hier jemand  einer möglichst breiten Menschenmenge auf die Füße treten zu wollen, denn sowohl Genrepuristen der verwendeten Musikstile als auch Rassisten oder Antirassisten könnten sich beliebig viele Anstoßpunkte heraussuchen, um sich angepisst zu geben.

Doch in Wahrheit ist dies ja einfach nur sehr gut gemachtes Entertainment, eine fiktive Parallelwelt, ähnlich wie der vieler Kinofilme, in den ein großer Teil der Realität mit unserer übereinstimmt, es aber z.B. Superhelden gibt. Und hier eben im Namen des Teufels rebellierende Sklaven.

Das große Wunder dieser ca. fünfundzwanzigmiütigen EP ist, dass sie trotz der vielen eigentlich unvereinbaren Dinge, die hier in kurzer Zeit geschehen, so ein stringentes Hörvergnügen ist.

Der Schlüssel dazu - und hier trollt Gagneux tatsächlich am meisten - sind die scheinbar historischen Leadgesänge. Es klingt so, als hätte jemand ähnlich wie Martin Schirenc bei Hollenthon seine Musik um authentische Samples herum aufgebaut. Nun wird man aber sehr lange nach Platten suchen müssen, auf denen Gospel zu finden sind, die Verse enthalten wie "little one gonna heed my warning / devil is kind / he come in early morning / devil is fine / he go by many names / devil is kind / we gonna go home to the flames / devil is fine".
Nein, das ist alles neu aufgenommen, aber in Ton und Produktion inklusive einfach sehr überzeugend geraten.

Wer auf experimentellen black-metal-basierten Crossover wie z.B. Batushka, Botanist oder Myrkur steht und es gerne noch eine Nummer humorvoller und wirrer mag (ich sage mal Solefald), der sollte hier ruhig ein Ohr riskieren.

Die einzige Schwäche der kurzweiligen EP ist, dass man ihr manchmal etwas zu deutlich anhören kann, dass es sich um ein Ein-Mann-Projekt handelt. Ein bisschen mehr Band-Dynamik, vielleicht ein wilderes, jazzgrindiges Schlagzeug würden dem Werk nicht schaden.
Da allerdings Interesse an Liveauftritten besteht, kann sich Zeal And Ardor durchaus noch zu einer richtigen Band verwandeln.

Das Konzept hat meiner Ansicht nach durchaus noch locker das Potential, um mit einer richtigen Gruppe ein, zwei Alben mit voller Spielzeit zu füllen.

Der Vinyl-Tonträger (12", 45 rpm, schwarzes Vinyl) ist einwandfrei, also gebe ich hier meine vollste Empfehlung.


Highlights: Blood In The River, Devil Is Fine, Come On Down


Monoliths and Crosses : a pilgrimage to Bavaria and Slovenia


LAIBACH
with RTV SLOVENIA SYMPHONY ORCHESTRA
live at Krizanke, Ljubljana (Sept. 2nd 2016)

+

SUNN O))) and BIG|BRAVE
live at the Feierwerk, Munich (Sept. 1st 2016)




Last week I travelled over 1200 kilometres for a concert. People who come to certain festivals from the other side of the world are free to laugh about that, but for me that's a personal record. And of course it was for Laibach. If I believed in the rather unnecessary concept of having a favorite band, Laibach would have extremely good chances to occupy this title. On the other hand they are so different from any other group in so many ways, that I refuse to even put them in any context of rivalry to other artists.

There have been several occasions over the years, where they played special one-off concerts (like "Kohle ist Brot" or "Volkswagner") in their home country Slovenia and I was thinking: damn, if it was just a little bit closer around the corner!
Time, money, work - I just can't go anywhere I want whenever I want, so I always filed the dream of seeing Laibach in Laibach (german name of the slovene capital Ljubljana) under not impossible, yet still unlikely to happen soon.

This time though... I already thought I had passed yet another one-time chance by not seeing them in Brussels, where they had contributed to a celebration of Ljubljana as the "green capital of Europe" with a setlist you wouldn't expect at an official EU event - and of course with the support of an orchestra and a choir!

From the songs and snippets I saw it must have been utterly fantastic. So when they announced a similar show (with a different setlist and an even bigger orchestra) resistance was futile and I ordered my ticket.


Since the distance to Slovenia was too long for the car without at least a second driver and there were no direct flights available within my budget, I opted to use the railway for this journey.

I added one day for tourism after the concert to my stay in Ljubljana and one stop in Munich the day before to see one of the few bands on Earth that can actually live up to Laibach in terms of uniqueness and even beat them in several other respects: the mind-altering drone gods Sunn O))).



 

Thursday / SUNN O))) :


Do you remember me showing you my happy little badly swollen middle toe here last week?

Well, even with the swelling getting much better and thankfully not bothering me physically at all during my trip, it still managed to indirectly annoy me while I was waiting for my first train at the station of Itzehoe. I just wanted to take a fucking selfie with my digital toycam, but the MicroSD card was missing! Still in the slot of my PC of course, which wouldn't have happened - you know it -, if I hadn't taken that damn toe picture the day before.

So now I had to buy a new card. And the worst thing about that was that this had already happened to me once before.
Learning curve: ____________________________
But that applies to me with the whole traveling thing. I don't travel that much, so there are always mistakes, like the new neck cushion I actually only carried with me but never used. Or the fleece jacket which was also only a burden on this hot weekend.

I bought a new card at Hamburg main station, where I had more time than expected, because the Intercity train to Munich had a 15 minute delay had a 25 minute delay was cancelled due to a defect.
Yes, that was when I remembered why May 2007 had been the last time I had travelled a longer distance by train. Something always goes wrong.

As a result the next train was rather crowded and I got a first glimpse of the bullshit that would get much worse during the weekend: reserved seats. How many people spend their ride standing while dozens of seats remain empty with the people who reserved them never showing up?
How about a revolutionary new concept: Have a few wagons which are a bit more expensive, where you can exclusively reserve seats. Let's call these wagons "first class" and the rest of the train "second class"! But this shit with all those empty reservations - or even hidden reservations (you sit down on a seat marked as free until someone shows up with his superior ticket) - just plain sucks.

somewhere in Germany

arrival in Munich

The ride to Munich thankfully went smoothly. Yet with the arrival now at six in the evening there was no time left for any real sightseeing. As soon as I had refreshed myself a little I walked from my hotel to the Feierwerk.

On this way I passed the entry to Therese's Green, where the preparations for the Oktoberfest where already in full bloom. This being my only tourist attraction, paired with lots of advertising for Dirndls and Lederhosen and tons of Brezels and Leberkäs at the station left me with the impression of a city desperately wanting to live up to its stereotypes. Not flattering, but at least amusing.

And it was really warm for the time of the day. I'll give Munich that.

Oktoberfest's coming!

fairground truck arriving at Theresienwiese

dusk over the Feierwerk


This wasn't going to be my first Sunn O))) show.
I've already seen them a year ago at the Kampnagel in Hamburg.

So this concert clearly wasn't the initial reason for this trip, but the icing on the cake. In fact I only discovered the tour date in Munich about a week earlier and added the extra night to my bookings.
And of course I didn't risk to come here without a ticket for the show. Several locals did. And waited for the doors to open for an hour only to learn that the event was already sold out.

Guys, if you find yourselves here, please don't read any further! It will just cause regret and pain.
 

Big|Brave


The night began with Big|Brave, a trio from Canada, made of two guitar players and a drummer.

There was no bass guitar, but being labelmates of Sunn O))) on Southern Lord you could be sure that there was still a heavy shitload of deep sizzling going on, so you would never even think of missing it.

Big|Brave's style was a harsh mixture of sludge, drone and no wave antics with alternative noise rock, orbiting early Swans as well as  The White Stripes. It was without a doubt very intense and desperate, but in a way also didn't take itself too serious, especially when you looked at the obvious fun guitarist Mathieu Bernard Ball was having while he tortured his six strings with a carpet knife instead of a plectrum.

Their minimalistic repetitious grooves and non-grooves above all carried a strong spirit of Godflesh's "Streetcleaner" for me, yet with a totally different vocal approach, as singer Robin Wattie combined the slightly off but still captivating incantatory tone of young Yoko Ono / even younger punk Björk with the raging ferocity of Julie Christmas.

When I told her the latter at the merch stand, she didn't know Christmas or her collaborative album with Cult Of Luna, yet another fan who overheard the conversation seconded my impression, so yes, I'm not just making up some random bullshit here.

The other thing I mentioned then and will gladly repeat was that it is indeed brave to open for Sunn O))) and already an accomplishment if the audience still remembers your set after the mind-cleansing headliner.
(I have no serious memories of the support act in Hamburg last year.)

And Big|Brave did even more than that. They left a strong and original impression, and I've listened to their phenomenal debut album "Au De La" several times a day since I'm home again.
Too bad that I bent literally every corner of the LP cover on the following travel day, but in the end it's the inner qualties that count, right?

Great band, great show, great album.








After a short break to remove Big|Brave's equipment, the stage was set up with the familiar multitude of speaker/amplifier stacks for the central rogue moog and the guitars of Stephen O'Malley and Greg Anderson. But there was also an element I didn't know from Hamburg, as there were also keys and a trombone waiting to be played.

But before that there was smoke. And more smoke. And even more smoke.
 


Sunn O)))

The whole room was drowned in fog which didn't leave anything on stage visible. And that's not an exaggaration! I stood in the first row and could see absolutely nothing, not even my own hand on my outstretched arm. When I looked behind me I could at best guess the sillhouettes of maybe five people. Only the chattering noises gave away that this night was sold out.

All conversations soon stopped when out of the void a single guttural voices chanted otherworldy invocations. For several minutes there was only blindness and the haunting voice of Attila Csihar. That was the part of the performance you could still put into the context of what you normally know to be a musical live performance.

But then came the full drone of the whole band. While the veil of smoke was never lifted entirely but thinned out just enough to let you recognize the five Sunn O))) members in their iconic cowls, the universe with all its mortal beings therein was dwarfed, while time became a distant memory of the far away future.

At a point the only connection to the chronometry of the outer world seemed to be when a single drop of sweat dropped from the tip of the almost motionless singer's spread fingers.

While they are able to vary their performance to a form where songs are recognizable (just listen to their live album "Domkirke"), on their current tours Sunn O))) are about a different experience. Try to find the complete setlist of a Sunn O))) show on setlist.fm and you'll see that it's very rare that a user dares to guess the songs.
This time I could  detect sounds from "Kannon", but I can't even say at what point that happened. If there has been anything else I would normally know it must have been buried from my perception by the sheer relentless volume.

A Sunn O))) show is one uninterrupted, sonically overwhelming flow of deep and dark noises that engulf your senses, your mind and your body, a psychological and physical experience and challenge.

In Hamburg I had endured the whole two hours(?) in the front row, but this time the brutal intensity of it all beat me. The room here was much lower and smaller, the humidity so high that it was hard to hold a bottle in your hands. I actually dropped mine and didn't even hear it hit on the ground.
At some point I suddenly felt a pressure on my throat which forced me to sit down, so I literally kneeled in front of the stage, which at most other concert would have felt weird to me, but here it obviously was just another day at the office.

And even though I knew that Csihar would change into his spectacular mirror costume for the finale I ditched the opportunity to take a good picture of that. I just had to give up and get something to drink (and buy my Big|Brave record) in the next room.

But I'm not mad. So Sunn O))) beat me, there's no shame in that. In a way it was part of the experience, which I am still recommending to anyone who wants to widen his knowledge about what music can be or do. Next time I'll rise harder and stronger!


And how did the trombone sound?

Well, it was deep, dark and droning.
















When orientating yourself in a strange city with the copy of a Google map (nope, I still don't use a smartphone), make sure that the resolution is at least high enough to show the name of every street you pass.

Being reminded of this old lesson I returned to my hotel room a few minutes later than necessary, took a very much needed shower and dropped into bed like a stone.


after-Sunn O)))-self portrait




Friday / LAIBACH:


With my hotel room looking out on an important street near the main station getting up early was no problem at all.

Breakfast was fine and the following train ride from Munich to Villach near the Austrian-Slovenian border was the best of the whole weekend. Not too crowded, a window seat with enough legroom, slumbering in the sun, waking up and watching landscapes go by, closing the eyes again... Just relaxing sleepy lazy vacation mode.


morning in Munich

Austrian mountains

Austrian rivers

Austrian castles

Austrian trees

Austrian valleys

But all good things must end and so came the change to another much bumpier train. All windows and cabin doors were open - and they had to be, so noone would melt.
Found a seat against the driving direction, facing the passenger type intellectual manspreader, who reads his Reclam book while giving his probably medicine ball sized testicles room to breathe. The Austrian outlooks were preferable.

Slovenia itself seemed to be a very beautiful country though:  








I arrived in the Slovenian capital in the middle of the afternoon.

The first thing I realized was that the climate was obviously even more mediterranean than in Munich - and the shorts and hot pants in some cases got ridiculously short and hot. Well, I'm not complaining.

The second thing was the greatest danger to tourists in this place which is very low on crime: the two-wheeled traffic. Ljubljana is a very cyclist-friendly city, but that doesn't mean that the cyclists are moving very pedestrian-friendly themselves.

The beds in my room were very narrow, because much space was occupied by a giant air conditioning system which dominated the room. But since I was not going to do sports in here I could do without it and just left the window wide open.

To my surprise there also was a computer, so I decided to take a break from my online abstinence and check my facebook account. Yet the Firefox version was so antique - and an earlier visitor still logged in and apparantly unable to log out - that I quickly ditched this distraction and returned to my regular plan of showering, eating, shopping beverages for the fridge and taking a first stroll in the beautiful center of Ljubljana.










In the early evening I had a quite sudden moment of realisation, when it finally dawned to me, that it would really happen: In about two hours I was going to see Laibach in Laibach! With an orchestra!


Laibach
Laibach

The summer theater Križanke is an outdoor stage located inside an old monastary of the Order of Teutonic Knights, a phantastic amphitheatre-like location in the heart of the historic city.

The only thing I didn't like that much was that there was a two-class division of the audience with reserved seats (yes, I'm starting with that topic again!) in the front and standing places in the back, behind the line of TV cameras which were filming the event. So even standing in one of the first rows this was still by far the greatest distance to the stage I've ever experienced on one of my now eleven Laibach concerts. That felt a little bit odd. And besides a few lead vocals not being loud enough this is probably the only criticism I can give about the whole concert.


The band's line-up was the same as on the last tours, with Luka Jamnik (synth), iconic singer Milan Fras, the stern and always praise-worthy Mina Špiler (vocals, synth) and Rok Lopatič (synth) building a kraftwerkian front row, backed up by drummer Janez Gabrič.

I didn't even try to count how big the orchestra was, but every square meter of the stage behind conductor Simon Dvoršak seemed to be filled with musicians and singers. This was not some egotistic rock band passing off a handful of cellists as an orchestra, this was the real thing in every respect.


The set was split into two acts, which has been common for Laibach shows for a long time. This time though Act I only consisted of two compositions.

The first one was "Olav Tryggvason", Laibach's interpretation of an unfinished opera of Edvard Grieg. Wholly sung in norwegian this 25-minute-piece has been opening a lot of concerts since its premiere in Oslo 2014 now. I've known the advantgarde/industrial/electro heavy composition, whose only official recording is a limited download from last year's US tour, from the Kampnagel concert in Hamburg last year.
It has also been featured in the Brussels orchestra show.

Unsurprisingly the addition of the RTV Slovenia Symphony Orchestra along with its choir added a lot of dynamic layers and epic grandeur to the piece. Even though there were several changes and additions to the instrumental and vocal arrangements, all in all it stayed very recognizable, at least for the majority of its two main parts.
The clerical epilogue which concluded the known version however was cut away and replaced by the most stereotype thing you can play when you have an orchestra at hand for your use: The "Ode to Joy" from Beethoven's Symphony No. 9.
On one hand this was probably an expression of Laibach's weird humour, on the other hand you just can't deny that Ludwig van's signature tune just still is extremely good and effective.

It also set a rare positive counterpoint to the show as a whole and the dark piece, which was following immediately afterwards.


I cannot go too deep into specific content-related details due to my Slovene being a bit rusty non-existing, but I definitely know that I was deeply impressed by the premiere of the half-hour-long suite "Krst pro Savici" ("Baptism By The savica").
A moving and rousing piece dealing with historic events set in the times of the conversion of the slovene pagans to Christianity (which lead to the cultural seperation of the Slovenes from the other South Slavs and a thousand year-long Austrian hegemony), this was also an anniversary celebration of the thematically close "Krst pod Triglavom", a Neue Slowenische Kunst stage play from thirty years ago, to which Laibach had contributed the soundtrack. It's also one of the more obscure works in Laibach's discography.


The performace was stunning and I really hope that these two pieces (or this concert as a whole) will get a proper release one day. Along with "Smrt Za Smrt" I consider "Krst pro Savici" the musical heart of this night.

But I also need to address the visual aspect, which worked especially great in this part of the show.
The band and the orchestra / choir were seperated by a half-transparent curtain, which mostly served as a projection surface for video effects. Combined with the second screen in the back of the stage this lead to some pretty impressive 3D-like effects. The great visuals were accompanied by a clever light show which often either highlighted or hid the band / orchestra half of the stage.


The twenty-minute intermission after this spectacular premiere went by painfully slow.











Act II was the more accessable part of the show for the casual Laibach listener and was mostly made out of material known from the current tours. To my surprise the "Sound of Music" songs from the band's visit to North Korea, which will be featured in a documentary musical to premiere later this year, were not incorporated at all. This may be because there has already been at least one special event dedicated to them in Slovenia.

As I had heard those tunes being performed on tour in January, I wasn't too disappointed by them not being around now.

With the orchestra elevating every song to goose bumps educing spheres, there had to be classics and recent songs missing, which you would have loved to hear in this immensely mighty fashion. Ask hundred Laibach fans and you'll probably get two hundred more wishes.
But all in all I was happy with the set as it was.

Thematically it was build around the refugee crisis and the current European disunity, starting off right with "Eurovision". The "Europe is falling apart" chorus never sounded so convincing.
The resurrected "WAT" song "Now You Will Pay" hit hard on drums and percussions, starting only with minimal strings, winds and voices, yet in the end it was swirling with unsettling noises.

"Smrt Za Smrt" ("Death For Death") even icreased the intensity. These eight minutes of epochal magnitude alone were worth the effort to come here.Live music doesn't get greater.

The rest of the set was made of "Spectre" songs with the exception of the Mina Spiler spotlight "Vor Sonnen-Aufgang" which was the most surpring addition and served well as substitute for familiar ballads like "Across The Universe".


The encore was the only part of the show where Laibach tapped into greatest hits territory with the medley of "Opus Dei" / "Leben heißt Leben". And especially the brutal german rendition of "Life Is Life" still gets its point across very successful.


What can say about this whole show with my limited vocabulary?
Bliss, just bliss.


Setlist:
  • Olav Tryggvason
  • Krst pri Savici
       
  • Eurovison
  • Now You Will Pay
  • Smrt Za Smrt
  • We Are Millions And Millions Are One
  • Vor Sonnen-Aufgang
  • The Whistleblowers
  • Resistance Is Futile
           
  • Opus Dei / Leben Heißt Leben


I had to buy a T-shirt, because I didn't bring enough for the weekend. And I also couldn't leave with the beautifully mighty poster of the event, even though it would be a risk to travel with the big roll.

My sleep was good and satisfied, even though it was borderline hot for my taste.












Ok, I guess, if you're only here for the musical part, you can stop reading now. On the other hand I won't go on too long about the following two days...



Saturday / Ljubljana:


For breakfast I had to walk a few minutes from my pension to another hotel. After the receptionist showed me the way he commented "Nice shirt, sir!" on my newly bought Laibach wear.
Similar thing back at the pension. Turned out that Laibach is a good conversation starter in Ljubljana. Who would have thought, haha.


The parole for the rest of the day was: Tourism galore!


I was on my feet the whole day, exploring Ljubljana from Tivoli Park to Dragon Bridge to the castle with its far outlook.
Since I brought some film cameras with me, I will probably dedicate another post to this day in a few weeks, as soon as everything is developed and scanned.

I also visited two small record stores where I purchased some second hand albums from Procol Harum, Herbie Hancock and Return To Forever, as well as some rather creepy yugoslavian Volksmusik seven inches.

Even though the city is rather small and everything in the center is very close and for pedestrians only, in the evening my feet were seriously sore and swollen.
In fact ironically the only parts of my feet not hurting were the middle toes. If you don't get what I'm talking about, you have probably forgotten the beginning of this long report. I don't blame you.

After I pre-packed my luggage as good as I closed the day with a nice cup of fruit and ice and a drink I can`t remember, because I'm an absolute amateur in regards of alcohol. Which doesn`t mean that I got sooo drunk. I just don't know any drinks.















Sunday / homewards:


Good morning, Rimska Cesta!

Early breakfast, still more than an hour to go, until I had to check out, so I visited the nearby Trg Republike Square opposite the Slovenian Parliament again. Even though communism had tried to throw its ugly architecture upon many parts of the genuinely pretty city, it hasn't been too successful in the old historic heart by the river.

Yet this place... If there is any location more laibachian than this in Laibach, someone needs to tell me, so I'm prepared to visit it if I ever go there again.








I had almost a full day of train travelling before me and Ljubljana left me with a bad last impression, as it was impossible to get some sandwiches or other serious provision for my ride at the main station.

Yes, it was Sunday morning! But come on, you're supposed to be a state capital!
So it was only sweet vendor food for me the whole day. I wanted to join the dining car after the much too short change into another train in Munich, but alas it was an IC (not ICE), so there was no fucking dining car.

Other joys of this day were reserved seats en masse again (and me using one of those exclusively for my vinyl/magazine bag for more than six hours while I was sitting on one of the very last free seats myself). Or a stressful austrian lady who carried luggange for at least four people and insisted in placing everything in the cabin instead of the corridor and then closed the door which was still absolutely unnecessary given the hot summer weather.

But in the end it mostly was a comfortable day.
My feet wholly recovered from Saturday's burdens and my poster and records remained unharmed.


At point midnight I reached Itzehoe.

Work would suck and go very slow on Monday, but that was a small price for this highly memorable weekend.