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Interested in me reviewing your music? Please read this!

2017-03-19

#LBS 11|52 - crocus season


Well, what can I do? It's that time of the year again. My Lensbaby 2.0 also did some kitschy colourful crocus close-ups, but this park picture probably represents my photography a lot better.



2017-03-18

HILLS - Alive At Roadburn

Yes, here it is! Sweden's Hills have released my officially eleventh favorite festival show of 2016 (how ridiculously specific) on record. Well, I came too late to the vinyl party - or at least I thought, as there seem to be copies there again now -, but "Alive At Roadburn" is also available on CD or as Bandcamp download.


HILLS - Alive At Roadburn (CD) (2017)

It always feels a little redundant to describe a live recording when you've already done a review of the show itself. So unsurprisingly the four tracks (each one roughly running fourteen minutes) offer just the same great eclectically shimmering  psych trips I remember from the Green Room.

The strongest trait of Hills is the light-footed, fizzing interplay between the guitars, which flows and bubbles all around your senses and is always kept in line by the confident ever-hypnotically-grooving rhythm section. Pure space rock with soft hints of laid-back blues and country as well as eastern and almost jazzy vibes.

Hills live at Roadburn 2016
The weakest thread on the other hand clearly are the vocals, but that doesn't really matter, because Hills just don't play the music which demands a grammy-worthy performance on the microphone.The additional guy in "National Drone" still annoys me a little, but he fits in slightly better than I felt in Tilburg, I even realized that some of his lines (Or all? Need to investegate this further) are in German. There seems to be a multi-langual mix going on in in all lyrics.


Pity that the concert hasn't been even longer. The band had originally intended to play six songs, but they obviously got carried away in their jams, so there was only enough time for these four. For the listening experience at home it might just by the right length though.

Overall this is a great recording of a fantastic Roadburn show. Highly recommend for all fans of free-flowing psychedelic rock!


Highlights: Master Sleeps, Frigörande Musik




EDIT 2017-03-21:

I've written this review based on the download alone, since my CD was still on its way. It has just arrived and it's a nice little mini gatefold with an inner sleeve for the disc. Since the invention of the CD tray still isn't probably finished, this copy of a record cover has become my favorite form of packaging.

I also feel obliged to mention that I think the band used a fitting live photo on the inside, since they had contacted me, but my digital toycam pictures turned out to be too low-fi, haha. Damn, still have to wait for my first "Live at Roadburn" artwork credit. (Yeah, if I was working on that goal, I'd probably bring a "real" camera. On the other hand - I really dig my sweet little Harinezumi.)




OVERKILL / KREATOR - Man In Black / Warrior Heart

Moin Internet! Hier ist wieder dem Ohlsen sein Blog, das sich nicht einmal für einen Namen entscheiden kann, mit der Rubrik "Rezensionen, nach denen wirklich niemand gefragt hat". Aber wenn man alle im aktuellen Jahr erschienen Musikkäufe bespricht, dann passiert es halt auch ab und zu, dass man etwas zu einem Zeitschriften-Gimmick schreibt.
Ok, wenn es ein regulärer CD-Promosampler wäre, dann würde ich mir das Getippe natürlich sparen. Aber gerade das RockHard kaufe ich ja seit Jahren nur noch in seltenen Einzelfällen - und dann bevorzugt eben wegen des Extras. Damit bin ich sicherlich nicht allein, das kommerzielle Kalkül dahinter geht also auf.

Womit ich den Machern keineswegs seelenlose Geschäftemacherei unterstellen möchte, denn die letztes Jahr mit Running Wild und Sodom gestartete Entdeckung der Vinyl-Split-Single mit vollwertigem Artwork als Beigabe ist mit Sicherheit auch eine Herzensangelegenheit. Ganz davon abgesehen, dass die Produktion der Scheibe sicherlich mehr kostet als bei einer CD. Bei einer Auflage von um die zwanzigtausend Stück (bei wie vielen Singles gibt's das denn noch?) und den Verzicht auf eine Innenhülle dürfte der Einkaufspreis aber auch ok gewesen sein. Wenn der nicht eh schon Promoausgabe von Nuclear Blast Records ist. Man steckt da ja nicht drin...




OVERKILL / KREATOR - Man In Black / Warrior Heart (Split 7") (2017)

Nachdem die erste RockHard-7" für mich wegen Running Wild-Allergie nicht so interessant war, habe ich bei der aktuellen März-Ausgabe (Nr. 358) dann doch mal zugeschlagen. Die Single kommt wie gesagt zwar ohne Schutzhülle, aber immerhin im stabilen Karton. Und da das ganze Heft ja eingeschweißt ist, kann man damit gut leben. Das Entfusseln war allerdings schon mittelmühsam.

So mittel (aber mit leichter Tendenz nach oben) ist auch die Lesbarkeit des der Single beiliegenden RockHards, das immerhin geschmacksicher "Here Now, There Then" von Dool zum Album des Monats gekürt hat.

Doch nun zum eigentlichen Objekt, welches absurderweise jetzt schon für zwölf bis fünfundzwanzig Ocken auf Discogs angeboten wird, obwohl es doch sogar noch ein paar Tage ganz normal im Zeitschriftenhandel zu haben ist.


Overkill sind mir grundsätzlich sympathisch, ich habe schon ein paar Konzerte von ihnen gesehen, die ordentlich gefetzt haben. Und dann war da natürlich jener Viel-zu-laut-Gig nur ein paar Minuten von hier im High Noon, der damals von den Wacken Open Air-Chefs betriebenen schenefelder Musikkneipe, bei dem der Mischer mit fetten Luxus-Ohropax einen Sound zauberte, der draußen an der Straße, weit vom Eingang entfernt, den idealen Pegel hatte, drinnen aber kaum auszuhalten war.
Auf Konserve allerdings sind mir die Thrash-Veteranen ziemlich egal. Ich besitze zwar die "Horrorscope", doch jenseits des Titelsongs hat sie mich nie gekickt.

Von daher war ich bei der A-Seite hier erstmal skeptisch, zumal hier auch noch einer der Johnny Cash-Klassiker gespielt wird. Sowohl genrefremde Cover von Thrash-Metal-Bands als auch Cash-Cover allgemein stehen nun nicht gerade an vorderster Front, wenn es darum geht, die Musikwelt um etwas zu bereichern, was ihr noch ganz dringend fehlt.
Doch Overkill interpretieren das Ding gar nicht schlecht. Sie versuchen zum Glück gar nicht erst, einen Metalsong daraus zu machen, sondern begnügen sich neben der originalgetreuen Gitarre mit etwas zusätzlichem Rhythmus und ein wenig Solo, lassen darüber hinaus aber einfach nur Bobby "Blitz" Ellsworths Stimme die Arbeit machen.

Da kann man nicht meckern. Lässig.
     



Die Kreator-Seite mit dem exklusiven Non-Album-Track "Warrior Heart" ist da schon ein bisschen schwieriger. Die Tendenz, einerseits richtig derbe böse auf den Putz zu hauen, dem anderseits aber immer mehr melodisch-hymnische Heavy Metal-Einflüsse entgegenzustellen ist bei Mille, Ventor und Co. jetzt ja nichts ganz Neues.
Mittlerweile treiben Kreator dieses Spiel aber schon grenzwertig weit. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum ich noch nicht ernsthaft über den Kauf der "Gods Of Violence" nachgeacht habe und mich nun erstmal hiermit als Substitut begnüge.

Schlecht ist der Track ja nicht. Gewöhnungsbedürftig ist diese Ausrichtung aber schon. So ein bisschen klingen Kreator hier so, wie viele auf bösen harten Macker machenden Tralala-Gruppen sich eigentlich ihrem Posing nach anhören müssten.

Wie auch immer man ihr Kunststück, hier truee Traditionalisten mit trueem Traditionalismus anzupissen, musikalisch bewertet - ich bin da persönlich noch etwas unentschlossen -, meinen Respekt dafür, wirklich immer das Ding durchzuziehen, nach dem ihnen gerade der Sinn steht, haben Kreator auf jeden Fall.



Highlights: Ja, manchmal denke ich, ich sollte die Sache mit den "Highlights" einfach lassen. Ausschließlichen Schlager-Fans empfehle ich, das Ding einfach unausgepackt bei Discogs zu verscherbeln. So zwölf bis fünfundzwanzig Euro sollten drin sein! *g*




2017-03-12

#LBS 10|52 - sunflower field


I only used the Lensbaby 2.0 once this week to take some pictures inside a sunflower field, shortly before it began to rain. Here's my probably most abstract photo of that.

2017-03-11

SPIDERGAWD - IV

Enorm fleißig, diese Norweger! Ab dem Debüt 2014 ist bisher jedes Jahr ein neues Werk der Herren Borten (Gitarre, Gesang), Kapstadt (Schlagzeug), Snustad (Saxophon) und neuerdings Gaardløs (Bass) erschienen.

Hier ist also "IV", das vierte Album von Spidergawd:




SPIDERGAWD - IV (golden vinyl LP+CD) (2017)

Wer "III" schon enorm geil fand, kann den Rest dieses Reviews eigentlich gleich skippen und die acht neuen Stücke blind kaufen.

Der Opener "Is This Love...?" gibt sofort unmissverständlich die Marschrichtung vor:
Angetrieben von Kenneth Kapstadts zehnarmigem Tentakeldrumming und dem nach wie stark an Motorpsycho anklingendem fettem Fuzzbass prescht der Monsterschweinerock des Quartetts gnadenlos voran.
Die extra dicke Fettschicht unter der Rhythmussektion liefert wieder das Saxophon, welches meistens eine ähnliche Funktion hat wie die Hammond bei Deep Purple, und so bei einigen Stücken durchaus vom unaufmerksamen Hörer gar nicht bewusst wahrgenommen werden dürfte. Die klassischen Saxophon-Momente, in denen es die Melodie trägt oder gar als Soloinstrument in Erscheinung tritt, sind gut dosiert und dadurch umso wirksamer.

Für den rauen Gesang von Bandkopf Per Borten ist mir zwar nach wie vor kein zufriedenstellender Vergleich eingefallen, in das hochenergetische Rock'n'Roll-Umfeld passt er sich aber perfekt ein.

Vom Aufbau her liegt "IV" sehr nah an "III". Warum auch die erfolgreiche Struktur ändern, wenn man sie so problemlos mit neuen frischen Inhalten füllen kann?
So gibt es z.B. an ähnlicher Position eine deutliche Iron Maiden-Referenz (hier in "What have You Become"). Einen epischen Dreiteiler zum Abschluss hat "IV" zwar nicht, doch "The Inevitable" zeigt Spidergawd von ihrer cinematischsten Seite und erhält mit seinem ausgedehnten bluesigem Gitarren/Saxophonwechselspiel sogar eine Entsprechung für das atmosphärischen Nebelschwadenfest in "Lighthouse, Pt. 2" vom Vorgänger.

Bei aller Kontinuität, die sich ja auch im Artwork zeigt, ist die wichtigste Konstante bei dieser Band der heterogene Ideenreichtum innerhalb ihres Sounds. Und der war wohl noch nie so groß. Ich scheue mich zwar vor einem qualitativen Vergleich, doch die Hartnäckigkeit, mit der sich dieses Album seit Wochen in meiner Dauerrotation hält, spricht vielleicht auch für sich.
Und es ist mir durchaus schon ein paar mal passiert, dass ich nach dem abschließenden ZZ Top-Groovealike "Stranglehold" gleich noch eine Zusatzrunde eingeläutet habe.


Auf dem halluzinogenen, dezent phallussymbolüberschwemmten Cover gibt es jede Menge zu entdecken (also neben den achtzig Prozent Phallussymbolen, haha), und es ist für mich eindeutig das beste dieser ästhetisch faszinierenden abstoßend-anziehenden Viererreihe.

In der limitierten Vinyl-Gold-Edition ist das Bandlogo nicht aufgedruckt, sondern befindet sich auf der PVC-Hülle. Ziemlich schick. Die Credits sind wieder einmal am Rand der Innenseite der Hülle versteckt (was ich bisher noch bei keiner anderen Band so gesehen habe), und - nicht zu vergessen - eine CD-Version von "IV" liegt auch noch bei.





Perfektes Paket einer Band, die jedes Jahr noch ein bisschen besser wird!




Highlights: I Am The Night, The Inevitable, What You Have Become, Stranglehold


2017-03-10

SINMARA / MISþYRMING - Split

Ich gebe es ja zu: Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass diese 10" eine Split-EP ist, als ich sie letztes Wochenende vom Hell Over Hammaburg mitgenommen hatte. Stattdessen hatte ich nur vage im Kopf, dass das aktuell ziemlich rare Debutwerk von Misþyrming ein tolles Cover hat. Ob es ein volles Album ist oder nicht, hatte ich nicht gespeichert. Und das mit dem Cover trifft ja auch hier zu.

Ich will mich ohnehin gar nicht beschweren, denn auch mit ihren nur zwei Songs von ca. sechs und sieben Minuten Länge nehme ich diese Platte sehr gerne in meine Sammlung auf.



SINMARA / MISþYRMING - Split (10" vinyl) (2017)

"Disharmonious howls, cacaphonous swarm" heißt es im Text von Sinmaras Stück "Ivory Stone", und genau so wütet dieses Black-Metal-Inferno auch von Beginn an ohne Umschweife los. Es klingt beinahe, als sei hier über das bewusst stumpfbreiig produzierte Schwarzmetallgeblaste ein episch orchestraler Track von Elend gelegt worden. Viel zu viel widerstreitender Lärm auf einmal und von allen Seiten durcheinander. Eigentlich.
Anderseits funktioniert aber gerade das, dieser undifferenzierte kakaphonische Overkill, hier sehr gut. Es hilft natürlich, dass die diesem Tosen zugrunde liegende Musik durchaus was taugt. Im Gesamteindruck fühlt man sich von allen drei Mäulern Zerberus' zugleich angehustet. So eine Krachschlacht, folgert man,  muss wohl direkt aus der  Hölle stammen. Oder von ein paar irren Isländern, die zu viele Schwefeldämpfe im Geysirfeld eingeatmet haben.



Misþyrming, welche in ihrer Muttersprache brüllkreischen, klingen im Vergleich zu Sinmara eine ganze Ecke konkreter und knackiger, bzw. sie erreichen ein durchaus vergleichbares Maß an psychotischer Panik mit einfacheren Mitteln. Das Schlagzeug versinkt nicht wie oft im Black Metal im Riffgerausche, sondern prügelt schön direkt auf den Schädel. Der absolute Kicker im selbstbewussten Auftreten der Band sind aber diese oft repetiven, sich ganz fies ins Hirn schneidenden kranken Leadgitarren. "Hof" ist ein hervorragendes Beispiel für dieses Stilmerkmal, welches Misþyrming auf sehr wiedererkennbare Art pflegen.
Im Midtempo-Teil sind durchaus Anleihen an Postrock zu erkennen, doch auch wenn Misþyrming Atmosphäre erzeugen, tun sie immer mit den Mitteln räudig kratzigen, garantiert trueen Dunkelbleis. Oder anders ausgedrückt: klasse Track einer arschgeilen Band!

Misþyrming live auf dem Hell Over Hammaburg 2017


Highlight: Hof


2017-03-07

YEAR OF THE COBRA - Temple Of Apollo

"Ich hätte gerne das, was alle wollen."

Zum Glück war ich zur richtigen Zeit am Merchandisingstand des Hell Over Hammaburg-Festivals, denn diese heiße transparente Vinylsemmel war ziemlich begehrt.




YEAR OF THE COBRA - Temple Of Apollo (clear vinyl 7") (2017)

Wie die Nummer unten rechts schon zeigt, ist dieser exklusive Festivalrelease einigermaßen limitiert. Es gab allerdings auch noch eine lila Version mit dem Festivalflyer als Cover, aber ich fand diese reduziertere Variante stimmiger.

Nein, das wird jetzt kein tiefenanalytisches Review. Es geht schließlich nur um knapp über drei Minuten Musik, was Year Of The Cobra schon nicht unbedingt in ihrer typischsten Form repräsentiert. Doch der lockerflockige, punkrockige Track verfügt durchaus über den derben Tiefenranz im Bass und deutet mit seinen Stop-and-go-Pausen zumindest ansatzweise die Sperrigkeit an, zu der das Duo ansonsten auch fähig ist.

Nice to have.



Highlight: Ohne zu viel verraten zu wollen - die unbespielte Seite mit den Autogrammen ist es wohl nicht.

HELL OVER HAMMABURG 2017 • TAG 2: Samstag, 04. März (mit ANGEL WITCH, MISþYRMING, DOOL u.a.)

Dool

Zweiter Höllentag in Hamburg. Alleroberste Priorität hatte für mich, heute auf keinen Fall die erste Band zu verpassen, denn Dool waren für mich der persönliche Headliner.
Anders als der Starkregen des Bösen, der in der Nacht zuvor von Grave Miasma beschworen worden war, zeigte sich das Wetter von seiner guten Seite. Zwischenzeitlich machten mich das Autobahndreieck HH-Nordwest, der Stadtverkehr und zuletzt die Erkenntnis, dass ich normalerweise zu erfolgversprechenderen Parkplatzsuchzeiten als am frühen Samstagnachmittag die Markthalle besuche, zwar dennoch etwas nervös, doch letztendlich kam ich doch noch locker kurz nach Einlass an der Location an.

Wie bereits im Bericht vom Freitag angeteast, gab ich heute meine Lederjacke in der Garderobe ab. Die nette Dame dort schlug mir vor, doch auch meine Fleece-Jacke, die ich darunter trug, abzugeben, doch da ich in dieser noch meine zusammengefaltete LP-Einkaufstasche untergebracht hatte, behielt ich diese an bzw. knotete sie mir bald um die Hüfte. (to be continued)


Im Foyer angekommen wollte ich zunächst eine speziell fürs Festival gepresste Single von Year Of The Cobra einsacken. Diese war allerdings noch gar nicht eingetroffen, also wurde entspannt vor der Hauptbühne auf die erste Band gewartet. Bis ganz kurz vor Beginn waren die Reihen noch relativ licht, doch als die holländischen Dark Rocker Dool schließlich um halb vier anfingen, war die Bude schon erstaunlich voll.  Sicherlich auch ein Ausdruck dafür, dass der Gruppe natürlich allein durch das Mitwirken ehemaliger The Devil's Blood- und Gold-Musiker eine ziemlich hohe Erwartungshaltung vorauseilte.
  

Dool

Da ich die Band bereits vor knapp einem Jahr auf ganz winziger Clubbühne erleben durfte, brauchte ich brauchte weder Gerüchte, Empfehlungen oder das großartige Debütalbum, um zu wissen, dass die folgenden vierzig Minuten sensationell werden würden.

Vielleicht war der lange Opener "Vantablack" dem einen oder anderen besucher noch eine Nummer zu sperrig, doch spätestens als Rock'n'Roll-Charismamonster Ryanne van Dorst und ihre Mannen direkt danach in den schon länger bekannten Hit "Oweynagat" einstiegen, hatten sie den Laden komplett in der Tasche. Dool sind einfach in jedem Detail unverschämt gut und dabei noch eigenständig. Von der legendären Rhythmussektion über die drei Gitarren und die so unverwechselbare wie variable Stimme der Frontfrau stimmt hier einfach alles zu hundert Prozent.
Natürlich war die Spielzeit zu kurz. Es hätte wohl niemand ein Problem damit gehabt, Dool zumindest ihr komplettes Album abfeuern zu lassen. Und "jetzt könnte ich eigentlich schon wunschlos glücklich nach Hause gehen" war nach dieser Show ganz klar keine kauzige Exklusivmeinung.

Natürlich gab es noch weitere Highlights, für die sich zu bleiben lohnte, doch Dool haben das Zeug zum ganz großen Kult. Hamma Show!



Die 7" meines Begehrens war inzwischen eingetroffen. Ich besorgte sie mir gemeinsam mit einer Misþyrming-Split 10" und machte mich dann auf zur Garderobe, um meine Einkaufstasche zu meiner Jacke zu hängen. Dort angekommen ließ ich mich schnell überzeugen, nun auch meine Fleece-Jacke abzugeben.

Heute war auch das MarX, die kleine Nebenbühne der Markthalle, geöffnet, und die nächsten drei Bands, die ich ich sehen wollte, spielten dort. Als ich vor der Bühne ankam, fiel mir plötzlich ein, dass ich an der Garderobe einen Fehler gemacht hatte... (Fortsetzung folgt)

 

Year Of The Cobra


Mit Year Of The Cobra stand nun ein eigensinniges Duo aus Seattle auf den Brettern. Zwischen Doom Metal, riffbetontem Midtemporock und motörheadigen Passagen bedienen die beiden sich einer ziemlich breiten Palette von Einflüssen, hämmern diese aber mit drahtig dröhnendem Rickenbacker-Bass und gnadenlosem Powerdrumming zu ihrem minimalistischen und doch fetten eigenen Sound zusammen. Der zumeist eher sanfte Gesang steht im Gegensatz zum instrumentalen Gedröhne, was mich vom Pinzip her manchmal ein bisschen an die Noise/Drone-Rocker Big|Brave erinnert hat.

Größter Stunt der Show war ein kippender Beckenständer, der ziemlich schlimmes hätte anrichten können, hätte die Sängerin gerade einen Schritt weiter hinten gestanden hätte. Ich wünsche ihr auch so mal, dass sie keine Wadenverletzung davongetragen hat.

Soundtechnisch anscheinend nicht immer ganz einfach zu händeln, aber eine saucooles Grüppchen, dieses Year Of The Cobra!


Laser Dracul

Es folgten Laser Dracul. Die vierköpfige Band spielte einen oft bewusst stumpfriffigen Doom mit großer Ähnlichkeit zu den Höhlenmenschereien von Conan, der allerdings sowohl Ausflüge ins noch klassischere Fach mit Black Sabbath-Hardrock-Shuffle machte, als auch phasenweise an die langsameren Stampfer von Ministry erinnerte, was nicht zuletzt am Gesang gelegen haben mag, der ganz offensichtlich das Heisergeröchel von Onkel Al Jourgensen zum Vorbild hat.

Von mir aus hätte das Ganze sogar noch ein bisschen mehr Industrial Metal-Anleihen vertragen können. War aber so auch schon super.



Ich schaute kurz in den großen Saal, wo Sortilegia noch spielten. Ein Beweisfoto gibt es nicht, denn nur von den Kerzen auf einem Altar beleuchtet konnte ich kaum ausmachen, wie viele (oder wenig) Leute die Bühne bevölkerten. Und meine Spielzeugkamera schon gar nicht. Mehr Showverweigerung geht eigentlich kaum. Da haben Bohren und der Club of Gore mehr Lightshow.
Es waren übrigens zwei. Sehen konnte man davon nur den Gitarristen hinter jenem Altar. Am Schlagzeug kann theoretisch also auch ein ungewöhnlich talentierter Nasenbär gesessen haben.

Da eh gleich Schluss war und es aus dem Genre sowieso noch eine Vollbedienung geben sollte, blieb ich nicht lange.

Außerdem hatte ich ja noch ein anderes Anliegen und ging nun mal wieder nach draußen und die Treppe runter zur Garderobe.
Was will der der denn schon wieder?

Tja, in der Jacke, die man mich abzugeben überredet hatte, steckte doch noch ein Pfandbecher. Mit dem musste ich nun auch gleich wieder durch die Einlasskontrolle, wo man mir meine Doofheit zum Glück gleich abnahm. Puh, der Euro war gerettet!


Darauf eine Bluna und zurück ins MarX, wo die heutigen Helden des schlimmen Trends zu kryptischen und unaussprechlichen Bandnamen aufspielten.



Khthoniik Cerviiks


Leider war beim deutschen Trio Khthoniik Cerviiks technisch der Wurm drin. Im ersten Song schmierte der Gitarrenamp ab, so dass man lange nur Bass und Schlagzeug hörte. Nach der Problemsuche waren die sechs Saiten dann zwar für den Rest der Show da, doch Störgeräusche zogen sich bis zum Ende durch.

Zum Glück spielt die Band keinen Lounge Jazz, den solche Unannehmlichkeiten vollends verderben würden, sondern "Psychotic Death Metal". Also ein technisch ziemlich abgefahrenen, panischen Black Death mit vielen schrägen Voivodismen. Herrlich anstrengendes und ultraunkommerzielles Geprügel mit Niveau. Freunde von Vektor mögen das. Daumen hoch!


Um halb zehn zog es mich danach wieder zur großen Bühne, wo nach den High Spirits, die für viele Besucher sicherlich das Highlight des Tages waren, mich allerdings nach wie vor nicht besonders interessieren, mit Misþyrming die Zugpferde der aktuellen New Wave of Islandic Black Metal ihren Einstand in Norddeutschland feierten.  


Misþyrming

Neben Dool waren die Isländer die einzige Band dieses Wochenendes, die ich schon einmal live gesehen hatte, allerdings nicht bei einem regulären Auftritt, sondern mit weiteren Musikern der Inselszene im Rahmen der "Úlfsmessa", wo auch noch Songs der anderen beteiligten Bands dargeboten wurden. Damals hatten die Musiker alle schwarze Kapuzen auf, während Misþyrming alleine im Schmutzschmierstyle mit besudelten Gesichtern und Klamotten unterwegs sind. Dennoch waren der Frontmann und der Drummer eindeutig anhand von Haltung, Gebrüll und schierer Körpergröße wiederzuerkennen.

An der Musik von Misþyrming ist kaum irgendetwas zu entdecken, was nicht eindeutig als direkter, harscher Black Metal zu identifizieren wäre, und doch liegt eine ganz eigene Atmosphäre über ihrem infernalischen Geknüppel. Insbesondere die kreative Leadgitarre ist es, die hier das Besondere ausmacht.
Der Saal wurde zwar nicht ganz so sehr zum Höllenschlund wie bei Grave Miasma, doch das mag auch daran liegen, dass das Publikum nun natürlich einen Tag mehr in den Knochen hatte. Dennoch stand die junge Band zurecht weit oben im Billing und wurde entsprechend abgefeiert.




Angel Witch


Ich war nie ein großer Experte, was klassischen Heavy Metal angeht, doch wenn ich die Gelegenheit vor der Nase habe, eine Kultband von der Speerspitze der NWOBHM zu sehen, sage ich nicht nein und lasse mir gerne etwas Geschichtsunterricht geben. Zeit für Angel Witch!

Die Traditionsmucke im Stile von Priest / Sabbath / Maiden konnte tatsächlich auch einiges, hat mich aber im Gesamteindruck bei weitem nicht so geflasht wie die hochglänzendere Show der Tygers Of Pan Tang am Vortag, gegen die Angel Witch einige Ecken düsterer und geerdeter rüberkamen.
Schon geil, keine Frage, aber für mich nicht so zwingend. Ich hatte hier schon das Gefühl, dass mir zur vollkommenen Begeisterungsfähigkeit die vorherige Songkenntnis fehlte.

Ganz bis zum Schluss bin ich nicht geblieben, da ich erstens einfach schon zufrieden genug mit dem Festival war und mir zweitens noch die "SeroLogiikal Scars (Vertex Of Dementiia)" von Khthoniik Cerviiks vom Merchstand abgreifen wollte, bevor dieser abgebaut sein würde.


Klappte auch. Und in der Garderobe war frau durchaus etwas erleichtert, dass ich keinen Extrawunsch mehr hatte und einfach nur meine Sachen abholte.


Abschließendes Fazit zum Hell Over Hammaburg: Sehr sehr gerne wieder!



Dool:




















Year Of The Cobra:
















Laser Dracul:















Khthoniik Cerviiks:












Misþyrming:


















Angel Witch: