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2013-12-30

Jahresrückblick Musik 2013

Willkommen zur Fortsetzung meiner letztes Jahr begründeten Blog-Tradition des Jahresrückblicks im üblichen Musikpresse-Format.



ALBUM TOP 15:

  • THE WINERY DOGS - The Winery Dogs
  • VOIVOD - Target Earth
  • JANELLE MONÁE - The Electric Lady
  • THE DILLINGER ESCAPE PLAN - One Of Us Is The Killer
  • AUTOPSY - The Headless Ritual  
  • STEVEN WILSON - The Raven That Refused To Sing
  • DAVID BOWIE - The Next Day
  • MOTORPSYCHO - Still Life With Eggplant
  • EXIVIOUS - Liminal 
  • DREAM THEATER - Dream Theater
  • AYREON - The Theory Of Everything
  • SWANS - Not Here / Not Now
  • YOUN SUN NAH - Lento
  • BLACK SABBATH - 13
  • JESU - Every Day I Get Closer To The Light From Which I Came

Auf 10 Stück wollte ich es beim besten Willen nicht mehr runterbrechen. Die Auswahl war so schon knifflig genug und ist im Grunde bis auf die ersten beiden Plätze als Momentaufnahme zu betrachten. Gerade ein paar Livealben (NEAL MORSE, BONGRIPPER) hätten hier eigentlich noch hineingehört. HAKEN wären mit ihrem sensationellen "Mountain"-Album wohl auch vetreten, aber das kaufe ich mir ja erst im neuen Jahr. Und LAIBACH waren mit einer anderen Version ihres "Iron Sky"-Scores ja schon letztes Jahr dabei; ganz davon abgesehen dass der Soundtrack zum Director's Cut auch nur noch einen Tag Zeit hat, um noch 2013 per Post bei mir einzutreffen.


TOP Konzert-BLU RAY:
  • DREAM THEATER - Live At Lunapark


KONZERT TOP 5:
  • THE WINERY DOGS - Knust, Hamburg
  • NEAL MORSE - Markthalle, Hamburg
  • IRON MAIDEN - O2 World, Hamburg
  • THE DILLINGER ESCAPE PLAN - Knust, Hamburg 
  • ANTHRAX - Wacken Open Air
Es überrascht vielleicht das Fehlen von DEPECHE MODE. Irgendwie habe ich die gar nicht so sehr als Konzert, sondern mehr als Event in Erinnerung, was bei großen Sportarenen und Mehrzweckhallen wohl immer die Gefahr ist. Aus diesem Grund spare ich mir schweren Herzens auch die anstehende Tour von DREAM THEATER. Für diesen "Konzertsaal" wieder nach Hannover? Nein.


BESTES KONZERT von DAS ROTE UNIVERSUM:
(Nein, die Auswahl war wieder nicht riesig. Unsere Performance war vielleicht bei den anderen Gigs besser, aber schon durch die Umstände werden wir uns an diese Party wohl am längsten erinnern.)


WIEDERENTDECKUNG 2013:
  • DANZIG
Es gibt ja diese Bands, die man früher live gesehen und ständig gehört hat, aber da man alle Alben nur auf Kassette besaß (heute wäre die Entsprechung wohl "in den Youtube-Favoriten gespeichert" oder so ähnlich), haben sie irgendwann an Bedeutung verloren. So ging es mir mit DANZIG.
In Wacken habe ich Meister Böse nun wiederentdeckt und mir nicht nur endlich die ersten vier Alben auf CD zugelegt, sondern zusätzlich auch noch sein zweites düsterorchestrales Solowerk "Black Aria II" (Nr. 1 kenne ich dank exzessiven Einsatz in Rollenspielrunden in- und auswendig), sowie die sehr lohnenswerte Sammlung "Lost Tracks of Danzig", die inzwischen so rar ist, dass ich drei Monate auf ihre Lieferung warten musste.

Und neben der großartigen Musik gehören bei Danzig natürlich auch grenzwertige Cover und peinliches Posing mit Pornohäschen-Blondinen zum Entertainment-Package dazu.




UND SONST SO 2013?

Dank den tollen La Discotheque Ideale-Boxen eine Menge Jazz-Klassiker kennengelernt.

"FRAKTUS - Der Film" gehört in jede gut sortierte Heimkinosammlung. Dickie Schubert ist der norddeutsche Nigel Tufnel!
 


ENTTÄUSCHUNG 2013:

Zunehmende Special Edition-Abzocke:
Als erstes das Album in normal und als Special Edition mit Bonustracks auf den Markt bringen. Dabei würden die Bonustracks auch locker auf die normale Version mit drauf passen. Außerdem kaufen zunächst einmal sowieso fast alle die Special Edition, was diese eigentlich zur normalen Version macht, während sich die Normalversion nur Leute besorgen, die übersehen haben, dass es auch die Special Edition gibt. Alles klar?
Wie auch immer, wenn der Verkauf läuft, dann bringt man zu Weihnachten noch einmal eine zusätzliche Version mit noch mehr Bonustracks raus. Musikliebhaber finden ja ohnehin nichts geiler, als sich zehn mal dasselbe Album zu kaufen.
Und dann gibt es ja auch noch die Boxen.... Du möchtest das Konzert auf Audio-CD? Ok, aber nur wenn Du die Blu Ray und DVD dazukaufst. Nichts brauche ich mehr, als identischen Inhalt auf DVD und Blu Ray - und fucking Digital Copy natürlich auch noch... Im übrigen ein Problem, dass sich die Musikindustrie mit Film-DVDs und -Blu Rays teilt.

Und über die Unfähigkeit, FSK-Aufkleber vernünftig entfernbar anzubringen und die Immer-noch-nicht-Erfindung der CD-Hülle habe ich mich ja schon oft genug ausgelassen. Obwohl... geholfen hat es bisher noch nicht. ;)



VORFREUDE / HOFFNUNG 2014:

Neue Alben von CYNIC, TRANSATLANTIC, TRIPTYKON und LAIBACH. Von letzteren vielleicht auch endlich die immer wieder verschobene "Revisited"-Scheibe, bevor man sie in "Slovenian Democracy" umbenennen muss. Hoffentlich auch Gelegenheit, diese Bands alle live zu sehen. Bisher sieht es, auch wenn ich dafür weit fahren muss, sehr gut aus, denn es fehlt mir tatsächlich nur noch das Ticket für CYNIC - wenn sie denn auf Tour kommen. Sie teilen sich ja mit EXIVIOUS die Plattenfirma. Das wäre doch die Traumkombination...

TRIPTYKON spielen u.a. zusammen mit CANDLEMASS, NAPALM DEATH und den leibhaftigen MAGMA auf dem Roadburn Festival, auf das ich schon extrem gespannt bin, inkl. mir persönlich noch neuer Künstler wie YOB und LOOP. Und das Festival bringt mich gedanklich natürlich zu VOIVOD. Die dürfen 2014 selbstverständlich gerne die Tour zu "Target Earth" nachholen.

2013-12-21

JANELLE MONÁE - The Electric Lady

"To get lost in your thoughts is a very, very complex thought and the things that you find are surprising."

Ist das jetzt die Anleitung, um die ultimativ interessante Musikkritik zu schreiben? Darüber muss ich wohl noch nachdenken...

Aber ehe ich das tue, freue ich mich erstmal, dass sich die unfassbare Janelle Monáe drei Jahre nach ihrem Meisterwerk "The ArchAndroid" endlich mit einem neuen Album zurückgemeldet hat.


JANELLE MONÁE - The Electric Lady (2013)

Schon das lässig sowohl an Jimi Hendrix als auch an die Discowelle der 70er angelehnte Cover birgt einen Grund zur Freude: Wie schon auf "The ArchAndroid" und davor der "Chase Suite"-EP zeigen uns Kreise an, wo wir uns gerade in Monáes Metropolis-Saga befinden. "The Electric Lady" enthält demnach nicht wie erwartet die abschließende vierte Suite, sondern auch eine fünfte - und es folgen noch zwei weitere. Das heißt wohl, dass uns das Alter Ego der Sängerin, die Androidin Cindy Mayweather, noch mindestens ein Album länger als ursprünglich geplant erhalten bleibt.

Darüber kann man natürlich geteilter Meinung sein, genau wie über das vorliegende zweite Album. Ich persönlich mache mir keine Sorgen, dass die Dame an Kreativitätsmangel leiden könnte. Nein, ganz im Gegenteil, denn auch wenn wie beim Vorgängeralbum die einzelnen Suiten durch Overtüren eingeleitet werden, ist "The Electric Lady" alles andere als ein zweites "The ArchAndroid" geworden. Tatsächlich könnte ich mir nur wenige Stücke wie "Look Into My Eyes" oder "Sally Ride" auf dem Album von 2012 vorstellen.

"The Electric Lady" ist nicht mehr die ganz große Umarmung aller denkbaren im und um den Pop herumschwirrenden Genres, sondern tendiert eher in eine Richtung, was allerdings nicht heißt, dass hier auch nur ein Song einem anderen gleicht.
Ich habe ja schon diverse Reviews gelesen. Manche meinen, Janelle Monáe spielt hier die Evolution der Soulmusik durch, oder Sie erzählt die Geschichte der Emanzipation der schwarzen Frau in der nordamerikanischen Popmusik von den 60ern bis heute, wobei wahlweise auch noch die Roboter-Persona als Sinnbild ihrer Sexualtät interpretierbar ist. Oder auch: Janelle Monáe kreiert eigentlich Progrock-Alben, nur eben mit den Mitteln des R'n'B.
Und irgendwas ist wohl an all diesen Sichtweisen dran.

Tatsächlich scheint jeder Song für eine Spielart der Black Music zu stehen und einen anderen Paten wie z.B. Stevie Wonder oder die Jackson Five zu haben. Vor allem der Geist von Prince durchweht das gesamte Album, welches folgerichtig auch gleich mit einem Duett Monáes mit dem Artist formerly known as the artist formerly known höchstselbst und dessen Gitarre eröffnet wird. Es gibt noch ein paar Gastauftritte weiterer Sänger/innen, von denen man ein paar beim ersten Hören allerdings überhören könnte, einfach weil die Stimme von Janelle Monáe selbst so wandelbar ist, dass mir ihr die Parts von Solange Knowles oder Esperanza Spalding zunächst einmal ebenfalls zurechnet.

Wie gut einem "The Electric Lady" gefällt hängt natürlich zu einem großen Teil davon ab, was man den einzelnen Musikstilen und deren Vermengung miteinander abgewinnen kann.
So bin ich zwar grundsätzlich im gesamten Genre wenig zu Hause, jedoch für gut gemachten "klassischen", angejazzten Soul, Motown-Sound und knackigen Funk schnell zu haben, während ich mich mit dem Destiny's Child-R'n'B der 2000er oder dem mir völlig fremden Slow Jam meine Anlaufschwierigkeiten habe. Aber irgendwie schafft diese Künstlerin es doch, mir das alles im Gesamtzusammenhang zu verkaufen.
Eine besonders harte Nuss, die ich zunächst ab und zu ausgelassen habe, ist ausgerechnet das Finale des letzten Stückes "What An Experience", in dem sich einer der schlimmsten Musikarten der Moderne, des 80er-Jahre-Reggae-Pops bedient wird. Aber selbst das funktioniert für mich inzwischen irgendwie.

Allerdings beinhalten die 19 Tracks der CD noch drei nicht musikalische Zwischenspiele, an denen sich zurecht die Geister scheiden. Manchmal höre ich sie mit, weil sie die Lieder in den Zusammenhang einer pulsierenden Sci-Fi-Metropole setzten und konzeptionell einrahmen - anderseits gibt es für mein Empfinden grundsätzlich nur weniges auf der Welt, was mehr nervt als Radio-DJs... da muss man auch mal skippen können. Für das nächste Album hoffe ich doch lieber wieder auf instrumentale Zwischenspiele.

Android 57821, oder auch Cindy Mayweather, wird immer menschlicher. Der Sound ist wärmer und zugänglicher geworden als auf "The ArchAndroid", das Hit-Potential der Singles gestiegen.

Das überzogen Exzentrische, die künstlerische Distanz der Marke David Bowie, die auf "The ArchAndroid" oft spürbar war, hat abgesehen vom bewusst affektierten "Dance Apocalyptic" den Rückzug angetreten. Doch dafür legen die Stücke an anderer Stelle zu. So rücken die Leadgitarren immer mehr in den Fokus und auch Janelle Monáes Gesang ist anzumerken, dass sie trotz ihres gewaltigen Talents nach wie vor an sich arbeitet. Vor allem die Rap-Passagen in "Q.U.E.E.N.", dem Titelsong und ganz explosiv in "Ghetto Woman" gehören für mich zu den absoluten Highlights eines Albums, dessen erneut retrofuturistischer Ansatz erneut frischer klingt und mehr innovative Klasse hat als 99% dessen, was uns andere Popsängerinnen so um die Ohren nölen.

Noch einmal so überraschend aus dem Nichts die Musikwelt überflügeln wie mit "TheArchandroid" kann die Künstlerin zwar nicht, aber ich würde (bis auf die Zwischenspiele) auch nicht sagen, dass "The Electric Lady" ein schlechteres Album ist. Die Produktion ist sogar unzweifelhaft besser.

Um neue Zuhörer abzuholen, die fernab von Soul, R'n'B und Hip Hop sozialisiert sind, eignet sich der Vorgänger wahrscheinlich besser, doch wenn man eh schon mit Monáes Musik warmgeworden ist, dann sollte auch diese Scheibe bei einem heißlaufen, auch wenn man sonst wie ich auschließlich Jazz und kasachstanischen Dub Step hört.

Im Großen und Ganzen kann ich wieder sagen: Janelle Monáe - wenn schon Pop, dann doch bitte so!


Anspieltipps: Electric Lady, Sally Ride, Q.U.E.E.N., We Were Rock'nRoll, Givin Em What They Love, Ghetto Woman

2013-01-01

Jahresrückblick Musik 2012

Nach dem Vorbild diverser Musikzeitschriften hier mal mein kleiner Versuch, meine Favoriten auf eine überschaubare Anzahl zu reduzieren. Die Auswahl fällt schwer und ich garantiere nicht, dass ich mich übermorgen noch in allen Punkten genauso festlegen würde. ;)


ALBUM TOP 10:
  • LAIBACH - Monumental Retro-Avant-Garde
  • SWANS - The Seer
  • MOTORPSYCHO and STÅLE STORLØKKEN - The Death Defying Unicorn
  • THE MARS VOLTA - Noctourniquet
  • NAPALM DEATH - Utilitarian
  • CANDLEMASS - Psalms For The Dead
  • MUSE - The 2nd Law
  • LAIBACH - Iron Sky (The Original Film Soundtrack)
  • ARCHIVE - With Us Until You're Dead
  • KREATOR - Phantom Antichrist

TOP DVD:
  • DIE FANTASTISCHEN VIER - MTV Unplugged II 

KONZERT TOP 5:

  • LAIBACH - Statens Museum for Kunst, Kopenhagen
  • SWANS - Kampnagel, Hamburg
  • CORONER - Wacken Open Air
  • VOIVOD - Roadburn Festival, Tilburg (2 Shows)
  • VOIVOD - Hafenklang, Hamburg


BESTES KONZERT von DAS ROTE UNIVERSUM:
  • DAS KLOSTER ROCKT, Lütjenwestedt

    (Welches auch sonst? *g*
    Dieses Jahr wird die Auswahl wohl etwas größer.)

SPÄTZÜNDER 2012:
  • METALLICA - Metallica

    (Mit zwanzig Jahren Verzögerung dann doch zu Schätzen gelernt. Haha.
    Sich mit alten Scheiben nach ewiger Zeit mal wieder zu beschäftigen, rockt eh. Eben gerade habe ich z.B. festgestellt, dass die "Shitfun" von AUTOPSY ja weitaus geiler ist, als ich sie in Erinnerung hatte.)

ENTTÄUSCHUNG 2012:

Um mich vorsätzlich mit schlechten Platten und Konzerten zu belasten, sind mir meine Zeit und mein Geld zu kostbar. Und dieses Jahr bin ich von echten Enttäuschungen zum Glück verschont geblieben.
Was mich allerdings tierisch nervt (betrifft nicht nur Musik, sondern auch Filme / Serien) sind unausgegorene Verpackungen mit Sollbruchstelle und Schäden durch beschissen plazierte FSK-Aufkleber.
Ansonsten war die AWD Hall in Hannover nicht die Knaller-Location für die an sich vollkommen überzeugenden DREAM THEATER.
Und liebe Madame JANELLE MONÁE - anstatt als überflüssiges Feature in Hits anderer Interpreten weit unter Ihren Möglichkeiten zu bleiben, zimmern Sie doch bitte lieber endlich den Nachfolger zu "The ArchAndroid" ein!  Falls Sie das Charthurengeld brauchen, um eben jenen noch großartiger zu machen, sind Sie allerdings entschuldigt! ;)


HOFFNUNG / VORFREUDE 2013:

Nur noch knapp drei Wochen, dann erscheint "Target Earth" von VOIVOD. Selten haben ich mich so auf ein Album vorgefreut. Weihnachten reloaded! 2013 wird ein ganz großes Jahr für BlackyChewySnakeAway!
LAIBACH schaffen es hoffentlich auch, ihre lange verschobene "Revisited"-Scheibe rauszubringen, und JANELLE MONÁE erwähnte ich ja gerade schon.
Mit zwei Tagen Abstand DEPECHE MODE und IRON MAIDEN live - das wird eine eine Knaller-Woche im Juni!

2012-09-04

10 Lieblings-Musikvideos

Ich bin ja eher Banause, was die Kunstform Musikvideo angeht.

Trotzdem hier mal ein paar Lieblinge, die mir spontan einfallen:


DEAD CAN DANCE - The Host Of Seraphim

Eigentlich gehört dies hier schon gar nicht rein, aber es ist dermaßen gut... Ich hab's immer für ein offizielles Musikvideo gehalten, tatsächlich ist es ein Ausschnitt aus dem Film "Baraka", an dessen Soundtrack Dead Can Dance beteiligt waren. Also im Grunde kann man es also schon als "offiziell" durchgehen lassen. ;)




JUNO REACTOR - God Is God

Die Kostüme, Kulissen, Bewegungen, Symboliken... einfach großartige Bilder!




LAIBACH - Across The Universe

Die anderen Videos aus dieser Ära ("Opus Dei", "Sympathy For The Devil", "Geburt einer Nation") sind ebenfalls großes Kino mit ironischem Unterton. Vielleicht machen es der musikalisch total im Gegensatz zu diesen Stücken stehende Song und die Kinder, dass das Video zum Beatles-Cover "Across The Universe" am wirkungsvollsten ausgefallen ist.


Laibach - Across the Universe (official video... von myfilm-gr


BJÖRK - Pagan Poetry

Die weiblichen Gesangsstars und -sternchen unserer Tage sind ja ständig im Wettstreit darum, wer am schnellsten aus den Klamotten kommt. Ich will mich darüber auch gar nicht beschweren. ;)

Dennoch bin ich froh, dass Björk einen Scheiß darauf gibt, was laut Pop-Konsens als sexy gilt und wie Nacktheit zu präsentieren ist.
Ihr Ausdruck von Körperlichkeit, Leidenschaft und Hingabe hat nämlich wesentlich mehr Substanz.


Bjork - Pagan Poetry from samoa on Vimeo.



JANELLE MONÁE - Cold War

Noch ein "nacktes" Video, aber ganz anders. One-Take-Videos dieser Art hat es sicherlich schon viele gegeben, die meisten anderen Künstler hätten diesen Take aber vermutlich weggeschmissen.
Schön, dass Madame Monáe dies nicht getan hat!


Janelle Monáe - Cold War von JanelleMonae-Official


TRIPTYKON - Shatter

Bleiben wir mal minimalistisch. Hartes Licht. Lange Schatten.
Eindrucksvolles Schwarzweiß-Kino!




LAIBACH - Država

Wir bleiben mal s/w und machen eine Reise zurück in die Zeit,
als Laibach noch so richtig Reichsparteitagsfeeling ausgestrahlt haben...


laibach - Drzava von Chevalier_du_Christ


BJÖRK - All Is Full Of Love

Ok, wenn Laibach hier schon zwei Mal auftauchen, dann muss natürlich auch Björk, mit deren Videos alleine ich die Zehn schon leicht hätte vollmachen können, hier doppelt gefeatured werden. Auch in "All Is Full Of Love" spielt sie mit einer eigenen Sichtweise von sexy. Dabei ist die Erotik von Mensch und Maschine ja kein neues Thema, man denke nur an Fritz Langs "Metropolis". Doch dieses Video setzt dem Sujet wohl die Krone auf. Dementsprechend ist der Konsens darüber, dass es sich um eines der besten Musikvideos aller Zeiten handelt, ja auch ziemlich breit.




Und auch die letzten beiden Videos sind keine wirklich originellen Nennungen für eine Lieblingsliste...
Aber ich sagte ja eingangs: Ich bin Banause. ;)



U.N.K.L.E. feat. Thom Yorke - Rabbit In Your Headlights

!!! wie man so schön sagt, wenn einem sonst nichts einfällt. ;)

Auch die Platte "Psyence Fiction", von der dies ausgekoppelt ist, kann ich nur empfehlen!



JOHNNY CASH - Hurt

Ja, das musste natürlich kommen!

So viel so echter Schmerz. Ergreifender als Johnny Cashs eigener bitterer Grabgesang kann ein Video wohl kaum sein.



Zum Schluss noch ein Tipp, was richtig flasht:

Einfach mal alle hier eingebetten Videos von oben nach unten, mit etwa 5 bis 10 Sekunden zwischen jedem "Play" gleichzeitig anschmeissen! Ohne Scheiß, ich finde das sehr interessant.

2011-01-03

Tonträger 2010, Teil 7 : Album des Jahres (JANELLE MONÁE)

Stimmen unterhalten sich, ein leises akustisches Durcheinander, denn das Orchester stimmt die Instrumente ... Das Publikum begrüßt den Dirigenten ... Und los geht sie, die Overtüre zu meinem persönlichen Lieblingsalbum 2010.

Nach meinen bisherigen Erwähnungen der Künstlerin in diesem Blog dürfte es nicht allzu überraschend sein, um welches Werk es sich handelt:

JANELLE MONÁE - The ArchAndroid (2010)

Erst einmal sei gesagt, dass ich mich eigentlich sehr schwer tue, Musik in Rangfolgen zu packen. Wenn mich jedoch eine CD dermaßen dazu bringt, den Rest meiner Sammlung zu vernachlässigen, wie es Janelle Monáes Debütalbum "The ArchAndroid" in den letzten Wochen und Monaten getan hat, wird zumindest die Wahl des persönlichen Lieblingsalbum des Jahres zu einer leichten Übung.

Eine ganz andere Sache ist es allerdings, auch nur einigermaßen knackig auf den Punkt zu bringen, was denn genau die enorme Faszination ausmacht, die mich hier immer wieder auf Play drücken und für fast 70 Minuten in Verzückung geraten lässt.

Die Magie entsteht durch viele verschiedene, kleine und große Teile, die zusammengesetzt sehr viel mehr als ihre bloße Summe ergeben - und ein erstaunlich homogenes Ganzes.

Auf rein musikalischer Ebene sind diese Einzelteile achtzehn - oftmals direkt ineinanderfließende - Tracks, von denen fast jeder für (mindestens) eine andere stilistische Facette steht, der sich auch die Sängerin stets wie ein Chamäleon anpasst. Eingerahmt und zusammengehalten wird alles durch klassische Overtüren und einen ganz dick aufgetragenen, orchestralen Song als Finale. 

Ein größerer, noch über dieses Album hinausgehender Rahmen ist das retrofuturistische Konzept um die "Erz-Androidin" Cindi Mayweather, eine mythische Erlösergestalt in der von Fritz Lang inspirierten Welt Metropolis im Jahre 2719 und ihre "Genmutter" Janelle Monáe (ja, genau die!), welche aus der Zukunft zu uns zurückgeschickt wurde, um uns die Augen zu öffnen und gegen eine mit der Zeit rumpfuschende Geheimgesellschaft anzutanzen... ja, das klingt schnell ziemlich wirr und reichlich überambitioniert, wird allerdings auch mit einer gehörigen Portion Ironie (unbedingt Booklet lesen!) gebrochen.

Die Story wird dabei nach meinem Empfinden auf dem Album weniger direkt erzählt, wie es bei vielen Rock-Opern der Fall ist, sondern findet vielmehr in einem imaginären Film statt, zu dem das Album sozusagen den Soundtrack darstellt. Die zeitreisende Künstlerin selbst spricht hier nicht umsonst von einem emotion picture.

Wie die vier Kreise auf dem Cover andeuten, besteht die gesamte Metropolis-Saga aus vier Teilen. Den ersten bildet die vorangegangene 5-Song-EP "Metropolis : The Chase Suite", Teil 2 und 3 befinden sich auf diesem Tonträger - und Teil 4 kommt erst noch!
Sollte sich Janelle Monáe beim Abschluss auch nur auf Augenhöhe der hiermit gelegten Messlatte bewegen, kann ich es gar nicht erwarten, das Gesamtwerk am Stück zu genießen!

Ich bin ihr auf jeden Fall jetzt schon dankbar, dass sie so konsequent den kommerziell gesehen sicherlich anstrengenden Weg dieses übergreifenden Konzepts und der nicht zwangsweise an Radiotauglichkeit orientierten Songstrukturen geht.
Ebenso kompromisslos ist sie ja mit ihrem androgynen Auftreten in klassischer schwarz-weißer Garderobe, wo andere Sängerinnen ihres Alters (Mitte 20) sich mit jedem Video und/oder Fernsehauftritt noch textilfreier und anzüglicher "neu erfinden" müssen, um Fans und Medien bei der Stange zu halten.

Denn es ist ja nicht so, dass sie keine Wahl gehabt hätte. Die Beziehungen zu bekannten Größen wie Outkast und P. Diddy usw. sind da, für Coca Cola hat sie auch schon gesungen, und mit ihrem Aussehen, Gesangs- und Tanztalent hätte sie auch eine Heerschar prominenter Produzenten versammeln können, die aus ihr dann wahlweise z.B. einen Beyoncé-Knowles-Klon, die neue Lauryn Hill, den weiblichen Usher oder sogar die schwarze Pink gebastelt hätten. In der Aufzählung fehlt noch eine Rapperin, das wäre auch kein Problem.

Zum Glück macht Janelle Monáe ihr eigenes Ding.

Und woraus setzt sich das nun zusammen? - Funk, Soul, Alternative, Musical, Hip Hop, Klassik, Rock, traditionelles und modernes... Letztendlich verschmelzen unzählige Einflüsse ganz einfach zu unterhaltsamen, anspruchsvollem Pop. Oder besser gesagt: Pop, so wie er sein sollte.
Pop mit Vision, bei dem gute Ideen nicht nur verschämt angedeutet, sondern durchgezogen werden, bei dem es kein Whitney-Houston-Gedenk-Geknödel um des Whitney-Houston-Gedenk-Geknödels wegen gibt. Pop, der den Mut hat, vielleicht auch mal ein paar überforderte Hörer am Wegesrand stehen zu lassen.

Pop, der verbindet.

Live kann man gut beobachten, wie heterogen sich ihr Publikum, das "The ArchAndroid" ja immerhin kurzzeitig auf Platz 12 der deutschen Charts gehievt hat, zusammensetzt. Ich persönlich bin da gewiss nicht der einzige, der mit einem Großteil der Musikgenres, die sie vermischt, normalerweise eher wenig in Berührung kommt. Der Schlüssel ist einfach, dass der Stilmix mit einer so leichten Selbstverständlichkeit zelebriert wird, dass es einem als Hörer ebenfalls ganz natürlich vorkommt.

Auch ich höre ja gewisse Songs diverser begabter Supersternchen wie Christina Aguilera, Alicia Keys und sogar der unsäglich gehypten Rihanna durchaus gerne, würde mir von denen aber niemals eine ganze Platte kaufen, weil's darauf letztendlich zu achtzig Prozent doch nur auf den anspruchslosesten gemeinsamen Konsumenten optimierten Konsenspop zu hören gibt. Miss Monáe optimiert eben fürs andere Ende der Musikhörerschaft.


Und dazu ist die Platte natürlich extrem groß und detailreich produziert, so dass es auch immer wieder neue Feinheiten zu entdecken gibt. Allein im Bassbereich darf der Nachfolger gerne noch eine Spur klarer klingen. *HaarausderSuppefisch*


Zum Schluss nun noch ein bisschen Assoziations-Namedropping ohne Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit: Prince, David Bowie, James Brown, Michael Jackson (zu "Off The Wall"-Zeiten), Jimi Hendrix, Simon & Garfunkel, Walt Disney.

Und wer sich jetzt immer noch nicht vorstellen kann, womit er/sie es hier zu tun hat, der muss das Ding eben einfach auf gut Glück kaufen. Vertraut meinem guten Geschmack! ;)



Anspieltipps: Dance Or Die, Cold War, Come Alive (The War Of Roses), Mushrooms & Roses, BabopbyeYa

2010-12-31

Wirres zum Jahreswechsel

Neulich bei Janelle Monáe in Hamburg hatte ich ja auch eines meiner Kameraspielzeuge in der Jackentasche dabei. Da es aber heiß und eng war, und ich meine Aufmerksamkeit lieber dem fabelhaften Konzert schenken wollte, anstatt ständig meine Knipse möglichst still in die Luft zu halten, um mit Glück vielleicht am Ende ein einziges brauchbares Foto zu bekommen, habe ich ihre Benutzung ganz verzichtet.

Naja, bis auf jenen Moment ganz am Ende, also kurz nachdem mir von der Bühne aus dieses Handtuch aufgedrängt worden war. Gerade in diesem Moment spielte der Filmtransport natürlich nicht richtig mit...


Und was soll ich sagen? Vorher war ich zwar deutlich näher an der Bühne, aber dennoch halte ich meine Entscheidung, mir Bilder zu sparen, für richtig. ;-)

Die wichtigsten Bilder sind ohnehin immer jene, welche wir - *einenEuroinPhrasenschweinschieb* - im Kopf mit uns tragen.

In diesem Sinne, für alle, die dies tatsächlich noch vor Mitternacht sehen sollten: Guten Rutsch!

2010-12-17

Janelle Monáe im Uebel & Gefährlich, Hamburg (15.12.2010)

Da war doch ein Konzert am Mittwoch... auf flickr erwähnte ich es schon:




After the last song of the show the lights went on and "Purple Haze" came out of the speakers.
People began to leave and I went to a spot where I had some space to change my clothes, when to everyone's surprise the band came back on stage and the towel came flying right into my hand. ;)

But seriously - Janelle Monáe leaves me without any words which could do her awesomeness justice. Definitely one of the best live shows I've ever witnessed! :)

Dann will ich doch mal mit etwas mehr Abstand versuchen, aus meiner Sprachlosigkeit auszubrechen.

Janelle Monáes "The ArchAndroid" ist in meinen Ohren ganz eindeutig mit Abstand das Album des Jahres 2010, wodurch meine Erwartungshaltung an das Konzert natürlich ziemlich hoch war. Und war es gut? Ja, sehr sogar.
Allerdings hätte es auch durchaus noch besser sein können, weil es an diesem Tag doch ein paar Dinge zu bemängeln gab - und damit meine ich ausdrücklich nicht die persönliche Wut auf meine Katze, die ausgerechnet an einer der am schwersten erreichbaren Stellen meines frisch renovierten Zimmers von der Fensterbank aus Tapete, Heizung und diverse in den PC führende Kabel vollkotzen musste. ;)

Nein, im Ernst waren die Kritikpunkte: zu langes Warten draußen in der Kälte am Bunkereingang, noch viel zu längeres Warten vor der Bühne auf den Konzertbeginn, und schließlich ein etwas zu kurzes Konzert. Eins, zwei Songs mehr hätten es schon gerne noch sein dürfen, "Many Moons" zum Beispiel.
Die Location ist zwar wirklich sympathisch, doch die PA war anscheinend mit den Soundanforderungen des Abends überfordert und fabrizierte einigen Brei.

Anderseits sind solche Kritikpunkte aber Peanuts, wenn da solch ein Charisma-, Talent- und Energiebündel wie Janelle Monáe auf der Bühne steht bzw. tanzt.
Wenn ich auf einem Konzert bei fast jedem Song (außer dem albernen "Wondaland" und "Tightrope", wo man durch das Abwehren schwarzer und weißer Luftballons etwas abgelenkt war) eine Gänsehaut bekomme, dann muss ich es einfach unter den besten, die ich je besucht habe, einordnen.

Ich könnte mich jetzt noch in Details der unterhaltsamen, mitreißenden, humorvollen und manchmal auch für die Bühnengröße vielleicht etwas überambitionierten Show ergehen (aber die Bühnen werden sich der Künstlerin schon noch anpassen). Oder ich könnte beschreiben, wie man ständig darauf wartet, dass sich ihr Haar selbstständig macht und von der Tolle in einen Afro verwandelt. Überhaupt könnte man auch davon schwärmen, wie die Frau es schafft, in jedem Moment und jeder Gefühlsregung und vor allem in diesen Klamotten immer so unverschämt gut auszusehen. Ganz zu schweigen von ihrem Gesang.

Doch doch, auch nach einem kurzen Konzert kann man viele Eindrücke zu verarbeiten haben...
Und wenig davon erzählen. Muss für einen nicht Dagewesenen äußerst informationsarm sein, dieser Konzertbericht, haha. *g*
Keine Sorge, das ist Absicht. Kommt einfach nächstes Mal mit!
Ich bin dann auf jeden Fall wieder dabei. :)

Ordentliche Youtube-Schnipsel vom Konzert gibt es erwartungsgemäß nicht, allerdings vom Auftritt in Köln, wo der Sound anscheinend anscheinend besser war.

Setlist:
  • Ansager / Suite II Overture
  • Dance Or Die
  • Faster
  • Locked Inside
  • Smile (Charlie Chaplin Cover)
  • Sincerely, Jane
  • Wondaland
  • Mushrooms & Roses (extralange Drogenrauschversion mit Mal-Einlage)
  • Oh, Maker
  • Cold War
  • Tightrope
  • Come Alive (The War Of Roses) (Hammerfinale mit denkwürdigem Mitsingteil)

2010-07-13