Sometimes German, sometimes English. • The title of this blog used to change from time to time. • Interested in me reviewing your music? Please read this! • I'm also a writer for VeilOfSound.com. • Please like and follow Audiovisual Ohlsen Overkill on Facebook!

2026-03-03

YĪN YĪN - Yatta!

Montag Abend Dienstag Nachmittag, Partytime!

Ok, nicht ernsthaft, ich bin schon ziemlich platt. Aber wenn eines meinen großen Zeh dennoch massiv zum Bouncen und meine Synapsen zum Funken sprühen bringt, dann ist es ja wohl das neue, vierte Album der maastrichter Globalgroover Yīn Yīn, oder was?   


YĪN YĪN - Yatta! (Golden Lotus vinyl LP) (2026)

Ich sagte ja schon, dass Montag Abend Dienstag Nachmittag ist, d.h. erlaube mir jetzt mal etwas Faulheit und gehe nicht im Detail durch, was genau sich im Vergleich zu "Mount Matsu" seit 2024 geändert hat. Denn in der Quintessenz läuft es eh auf das Fazit hinaus, dass das überwiegend instrumentale Quartett bei dem bleibt, was es kann - und es irgendwie noch fetter produziert, noch besser auf den Punkt bringt. Keine Frage - jede bereits vorhandene Yīn Yīn-Sucht wird sich mit "Yatta!" noch einmal potenzieren.

Für alle noch nicht Betroffenen, die sich fragen, was für ein Ohrenrauschmittel sich denn hinter diesem Tischfeuerwerkscover verbergen soll, hier der Stickwortrundumschlag: Funk, 70's Disco, Morricone, Thai-Beat, Krautrock, Americana, Funk, Ommm, Yang, asiatischer Folk, Soul, Surfrock, Fusion, Funk, psychedelische Elektronik, Afro-Beat, Filmsoundtrack, Tracks, die das Leben zum Film machen, hier ein Spoken-Words-Sample, da ein Motown-Chorus -  und natürlich noch ein weiteres verdammtes Mal Funk.

Yīn Yīn machen Musik zum tanzen, feiern, chillen, aber ganz klar auch zum hören. Disko ja, aber nicht für Doofe. Spirituell aufgeladene, aber saucoole Weltpartymusik. Yatta! Yatta! Bang!

Das Album ist digital, auf CD und in unterschiedlichen Vinylvarianten erschienen, die alle ganz lecker aussehen. Die halb schwarze, halb weiße Vesrion dürfte wohl die wertvollste sein, aber ich bin mit meiner goldenen Scheibe auch sehr zufrieden.






2026-03-01

WAR - Venividiwar

Das nenne ich doch mal eine nette Überraschung zum Wochenende! Zunächst bekam ich eine Zustellbenachrichtigung, die ich trotz aktuell einigermaßen übersichtlicher Lage, was offene Lieferungen an mich angeht,  nicht so recht zuordnen konnte. Der Absender kam mir bekannt vor; woher wollte mir mein schlechtes Namensgedächtnis aber nicht verraten. Also ließ ich die Post einfach mal auf mich zukommen.

Es stellte sich zu meiner Freude dann als das bereits im Oktober erschienene, aber von mir komplett verpennte Debütalbum der mir seit November 2023 vom Pink Tank Festival in Kiel bekannten Leipziger War heraus. Nach der tollen Split mit Deibel nun also ein in Eigenregie veröffentlichter Tonträger der Doomgazer ganz für sich alleine.


WAR - Venividiwar (transparent yellow vinyl LP) (2025)

Stilistisch bleibt das Trio sich treu. Und warum auch nicht, umfasst die bewährte eigenständige Stilmischung doch bereits ein spannendes Klangspektrum mit hohem Wiedererkennungswert.

Man nehme den Gitarrensound von Yob, einen noch garstigeren, manchmal fast schon primitivemanschen Sludge-Bass und spiele variablen Doom Metal, der dem mal derben, zwischendurch aber auch mal atmosphärisch zurückhaltendem Grundsound neben gelegentlichem Hardcoregeshoute vor allem überzeugende Harmoniegesänge gegenüberstellt.

Insgesamt erinnert dies an diverse Phasen des japanischen Chamäleons Boris, vor allem aber den ähnlich von Shoegaze und Grunge inspirierten Doom von King Woman, hier nur eben in der andersgeschlechtlich und kollektiv gefronteten Knecht Mann-Variante mit stärkerem Stoner-Einschlag.

Geiler Sound, acht super Tracks, was will man mehr? Texte sind in einem stabil kartonierten Sheet dabei, das transparente gelbmarmorierte Vinyl sieht richtig gut aus...

Nur das Cover, welches mir an sich zugegebenermaßen gefällt, hat ohne Namensnennung des Künstlers diesen gewissen unschönen Beigeschmack, eventuell mit einer artifiziellen Kreativitätsdiebstahlmaschine gepromptet worden zu sein. Wäre schon schön, wenn ich mich hier irrte. Denn dieser sowohl gefühlsstarker als auch mächtig reinknarzender Scheiß hat schon eine visuelle Präsentation mit menschlicher Seele verdient. 







LUCY KRUGER & THE LOST BOYS - Pale Bloom

After Kabasse, Martin Stürtzer, Ponte Del Diavolo and Work Money Death here's yet another great album that has been released on my birthday this year. I got it directly from Lucy Kruger & The Lost Boys' merch table after their electric show on the MS Stubnitz last Wednesday.

And oh boy, it looks like I might have a whole discography to catch up on now!


LUCY KRUGER & THE LOST BOYS - Pale Bloom (transparent vinyl LP) (2026)

The most prominent impression about "Pale Bloom" - even before any thoughts about the album's genre arise - is that it's a collection of eleven evocative pieces of intriguing poetry put into captivating songs. And even in passages when the music intentionally sounds less inviting than during most of the running time, the singer's voice always draws you into the narrative with its warm tone, its captivating diction and presence. And while the music doesn't step back into a subsidiary role at all, it's always purposefully arranged to hand the stage over to Kruger's charismatic performance.

She reminds me of other singers, but mostly just in certain moments and details. Whenever she ends a word going from a deep to a slighty squeaky tone, it throws me to Milla Jovovich's only music album "The Divine Comedy" from 1994. The sonic surroundings are too Post Punk for Angel Olsen, not Pop enough for Lana Del Rey, not Post Metal enough for A.A. Williams - and of course Blixa Bargeld has a completely different voice, even though some almost spoken verses like in "Ambient Heat" have a certain recitative  Einstürzende Neubauten quality to them. That feeling however may be subconsciously amplified by the fact that the South-African artist's band is based in Berlin.

Lucy Kruger & The Lost Boys live 2026
And overall Lucy Kruger & The Lost Boys' mixture of  Psychedelic Folk, experimental Art Pop, Post this and that Ambient and Noise Rock indeed - and definitely in a good way - just feels very Berlinese. Which is an English word I surely just officially used for the very first time in my life.

They're not going for a similar amount of heaviness and distortion, but for me personally in terms of drive, artistic strength and clarity as well as mesmerizing vibes and emotional depth "Pale Bloom" very much fills the blank which the indefinite hiatus of  Esben And The Witch after the release of "Hold Sacred" left.

All in all - be it live or recorded - Lucy Kruger & The Lost Boys deliver a perfectly crafted both raw and delicate, yet without a doubt addictively beautiful experience.
The packaging of the record is nice and extra transparent, not only with see-through vinyl, yet also a lyric sheet printed on tracing paper. Nice!