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2025-11-09

BONG-RA - To Mega Panopticon / CONAN - Violence Dimension / SUNN O))) - Eternity's Pillars


Willkommen zu einem kleinen Haul meiner neusten Mercheinkäufe (abzüglich T-Shirts und älterer, vor 2025 veröffentlichter Musik) der letzten zwei Wochen!





CONAN - Violence Dimension (2LP special edition) (2025)

Zunächst einmal Höhlenmenschen-Battle Doom vom Feinsten, mitgenommen aus dem Betty am 26. Oktober. Wo Conan drauf steht, da ist eben auch Conan drin. Was soll man an dem vollmundig sludgigen Gitarren- und Basssound, den gewaltigen Doomgrooves und dem Kriegsgeschrei vom Berggipfel herab auch groß ändern?

Ob "Total Bicep", der Titeltrack oder "Ocean Of Boiling Skin", ob es nun zäh vorankriecht oder überraschend schnell crustpoltert - die Songs stimmen, haben alle den richtigen Mix aus Stumpfheit und dem gewissen Etwas, machen Bock. Geiles Album!

Und was macht diese Edition special? Die Farbe ist es nicht (Standardschwarz), dafür gibt es aber eine LP obendrauf, also mehr Musik. Die regulären sieben Albumstücke wurden hier etwas großzügiger auf drei Seiten verteilt, und auf Seite D erwartet einen mit dem Bonustrack "Vortexxion" das längste Stück, reiner Sun O))) huldigender Gitarren-Drone. Fett. 









SUNN O))) - Eternity's Pillars b/w Raise the Chalice & Reverential (Crystal Clear vinyl LP) (2025)

Und wenn man schon von den Drone Metal-Großmeistern spricht: Nach dem Atome pulverisierenden Konzert im Uebel & Gefährlich ist mein Schädel nach über anderthalb Tagen nun endlich in der Verfassung, das Mitbringsel von dort zu genießen.


Erschienen auf Sub Pop, der alten Heimat ihrer großen Inspiration Earth -welche Bedeutung dies auch immer für ihr eigenes Label Southern Lord Records haben mag - bietet diese halbstündige EP passend zur aktuellen Tour Sunn O))) in purster Form als das Duo O'Malley | Anderson. Nichts als dröhnende (aber auch mal jaulende und zerbröselnde) Gitarren - und etwas dezente Synthieunterstützung.

Zur akuraten Nachempfindung des Liveerlebnisses fehlt mir zwar eine Flugzeughalle voll Hi-Fi-Equipment; dennoch wummert, brummt, knirscht und berstet es in diesen drei Stücken selbstredend in seismischer Intensität und exzellent produziert. Meisterhaft wie erwartet!

Und mit der Prägung auf dem Cover, transparentem Vinyl und roter Innenseite der Hülle macht der physische Teil dieser Tour-Edition optisch auch etwas her.   








BONG-RA - To Mega Panpticon [The Dystopic Remixes] (LP) (2025)

Last but not least die auf hundert Stück limitierte, tourexklusive Vinylversion des neuesten Albums von Bong-Ra, mitgenommen von der Show als Support von Author & Punisher auf der MS Stubnitz.

Wie der Untertitel "The Dystopic Remixes" schon verrät, sind auf "To Mega Panopticon" in erster Linie neue Versionen von "Black Noise"-Tracks zu hören. Hier klingen die Industrial Metal-Stücke nun maschinell verfremdeter und greifen vor allem stärker auf Bong-Ras Vergangenheit als Jason Köhnens Solo-Breakcore/Jungle-Projekt zurück. Viel elektronisch chaotisches Rhythmusgeballer also.

Außerdem enthält das Ding noch drei Coverversionen: "SO36" von Killing Joke, das bereits als Single bekannte Godflesh-Überstuck "Cold World" und - nur auf der Platte und nicht in der digitalen Bandcamp-Version enthalten - Napalm Deaths "Evolved As One".

Perfekt für die düster-dystopische Party in der nuklear verstrahlten Industriehalle inmitten der smogverseuchten Megacity. Ballert gut rein!






2025-10-26

CONAN und THRA live im Betty, Hamburg (24. Oktober 2025)


Betty wer? Betty wo?

Ok, das Headcrash in der Peripherie der Reeperbahn heißt jetzt Betty. Ansonsten hat sich aber nichts wesentliches geändert. Es gibt wohl eine neue Soundanlage, was ich aber nicht eigenständig bemerkt hätte. Vielleicht hätte man also eher nach Vorbild des Logo in eine Klimaanlage investieren sollen? Es wurde am Freitag jedenfalls ganz schon schwül im Laden - auf den Toiletten stand sogar schon Dunst in der Luft, hörte ich.

Aber was soll's? Konzeptionell passte es ja zumindest, dass vor Schweiß und Luftfeuchtigkeit die Muskeln der anwesenden Barbar(inn)en glänzten, als Conan zu Gast waren.



THRA
Ebenso passte die Wahl der Vorband. Die Amis Thra waren eine gute Einstimmung, teilten sie mit dem Headliner doch die Vorliebe für menschenverachtend verheerenden Bass- und Gitarrensound und einen durch den Boden zurück ins Erdgeschoss dampfhammernde Riffs.

Stilistisch setzte das Quartett mit einem der Gitarristen und Bassist als sich abwechselnden Brüllaffen sich allerdings auch genügend ab, war ihre Version von Doom doch direkt mit Sludge Metal, Death und Crust verbunden.

Eine garstige, gnadenlose Tracht Prügel!








CONAN
Acht Jahre? Wirklich? Ich habe es nun bereits mehrfach nachgerechnet. Wow! Ich wusste ja, dass ich mehrere Gelegenheiten, die Großmeister des Caveman Battle Doom in Hamburg zu sehen, nicht genutzt hatte, aber dass die Conan-Show mit Monolord im Bambi Galore nun bereits so lange zurück liegt, hat mich doch gerade etwas geschockt.

Bei den Cimmerischen Liverpoolern gab es in der Zwischenzeit nicht nur ein paar neue Alben, sondern auch einen Besetzungswechsel am Bass, wo nun Krachmusikveteran David Riyley, der früher in Fudge Tunnel lärmte, sein tieftönendes wie -hängendes Instrument in teils kritischer Bodennähe malträtiert und auch die Aufgabe des tieferen Duettpartners zum giftigen Geschrei von Jon Davis übernommen hat.

Aus Davis ist indes immer noch kein Joe Satriani geworden. Nein, es ist ein seltenes Glück, wenn die höheren Saiten und Bünde überhaupt in sein Wahrnehmungsfeld rutschen. Stattdessen mörderisch kriechene oder rumpelnde Monsterriffs en masse.
Der bewusst stumpfe Primitivismus von Conan ist ein Paradebeispiel dafür, wie man auch ohne atemberaubende technische Fähigkeiten einfach mit der richtigen Attitüde - und vor allem dem korrekten Maß an Besessenheit vom perfekten Zermalmungssound - das Ziel erreichen kann.

Was das Trio auch an diesem Abend wieder auszeichnete, war, dass der oft repetive Stumpfsinn nie langweilig wurde. Auch wenn er aus der ersten Reihe erlebt schon sehr ohrenbetäubend dreschte, war vor allem Drummer Johnny King die Wildcard, welche um die geradeaus tuckernden und walzenden Riffs mit variantenreichem Spiel und synkopischen Fills Akzente setzte. Anspruchsvoll - aber in der Gesamwirkung immer noch noch herrlich befreiend stumpf. Geil!

Ein brutales Synchron-Kopfnickfest vom feinsten!