Da ist das Ding! Das neue Doppelalbum von Sunn O))) ist da, entstanden aus denselben Aufnahmesessions, denen schon ihr letztjähriges Sub Pop Records-Debüt, die "Eternity's Pillars"-EP, entsprungen ist.
Kann also nur grandios sein und braucht eigentlich keine Rezension, oder?
Kann also nur grandios sein und braucht eigentlich keine Rezension, oder?
SUNN O))) - sunn O))) (Pearl Flip vinyl 2LP) (2026)
Nach dem Unboxing der massigen Gatefoldhülle werden die Zweifel an der Notwendigkeit meines Senfs zum Thema nur noch größer, bersten die Plattenhüllen doch geradezu über vor alle Beschreibung des Hörerlebnisses eloquent diskutierenden Liner Notes, als wäre dies die Luxusedition eines verlorenen Miles/Coltrane-Albums. Insbesondere das Kapitel über stehende Wellen ist an sich schon eine Literaturempfehlung wert. Was soll ich kleines Licht dem noch hinzufügen?
Immerhin, zur symbolischen Entscheidung, dieses Album selbstbetitelt zu lassen, wird nichts weiter ausgeführt. Oder habe ich's schon wieder vergessen? Ich schaue jetzt mal nicht nach. Allerdings ist es auch ohne Winks mit dem Zaunpfahl offensichtlich, warum Stephen O'Malley und Greg Andersson sich für "sunn O)))" entschieden haben. Es ist der Neuanfang auf dem Label, auf dem auch Earth ihre Droneklassiker veröffentlicht haben, ohne die es Sunn O))) so wohl kaum gäbe. Und es ist Sunn O))) in reinster, destilliertester Form: Gitarre rechts, Gitarre links, wwwwrrrrroooommmm.
Ok, es ist natürlich schon ein bisschen mehr. So finden auch Bassgitarre, Synthesizer und Feldaufnahmen aus der Natur statt. Entscheidend ist allerdings - ganz im Geiste der vergangenen Tour, auf der sie im Uebel & Gefährlich auch den Opener und längsten Track "XXANN" gespielt haben -, dass alles tatsächlich nur vom Kernduo aufgenommen wurde. Es ist das erste Studioalbum, auf dem kein weiteres Bandmitglied bzw. Gastmusiker zu hören sind. Und da alles, was nicht durch die zeitlose Unendlichkeit knarrende, brummende, dröhnende, heulende, tektonische Platten verschiebende Gitarre ist, sehr subtil stattfindet, bekommt neben dem körperlichen Erleben klanglicher Texturen hier vor allem das tatsächliche Spiel der beiden Musiker deutlich wie selten zuvor eine Bühne.
Und für eine Band, die nicht gerade durch ihren musikalischen Ereignisreichtum bekannt geworden ist, spielen sie innerhalb der durchschnittlich über fünfzehn Minuten langen sechs Stücke auch ganz schön viel. Das Ausmaß, in dem hier nicht nur seismisch-kosmischer Ton zelebriert wird, sondern auch verschiedene Riffs und Leads - teilweise in ungewohnt hohen Frequenzen - stattfinden, ist schon ungewöhnlich. Und das Tempo ist manchmal auch so - relativ gesehen - schnell, dass ich mir tatsächlich ein Schlagzeug dazu vorstellen könnte.
Drums gibt es aber natürlich nicht. Das tatsächlich auftauchende überraschende Instrument, welches ich vorhin noch unerwähnt gelassen habe, ist das Klavier im letzten Track "Glory Black". Als ich das Album zum ersten Mal auflegte, war ich gerade mittagsmüde und eigentlich zu schläfrig, um mich mit neuer Musik zu befassen. Dementsprechend bin ich auch in dem Stück kurz eingenickt und war ganz schön desorientiert, als ich zum unerwarteten Tasteninstrument aufwachte. Dabei ist die minimalistische und sich einer klaren Melodie entziehende Weise, in der das Piano eingebunden ist, vollkommen harmonisch zum Rest des Albums und bedient zudem auch zumindest ein klein wenig meine aktuelle Begeisterung für das Werk Erik Saties.
Innere Stimmigkeit ist ohnehin das Ein und Alles während dieser beinahe achtzigminütigen Meditation. Tausende Kritiker werden Jahre vor mir geschrieben haben, dass Sunn O))) zu hören der Detailbetrachtung der abstrakten Farbfeldmalerei Mark Rothkos ähnelt. Und so haben sie sich für dieses Album dann auch konsequenterweise die Erlaubnis eingeholt, gleich zwei Werke des 1970 verstorbenen Expressionisten als Coverkunst zu verwenden. Deutlicher ließe sich das Gesamtbild kaum malen.
Regungsloser Stillstand und doch eine Unendlichkeit von Geschichten darin, die jeder Hörer anders empfinden wird. Für den einen mag es immer noch in erster Linie bizarr verlangsamter Doom Metal mit einem der brutalsten Gitarrensounds aller Zeiten sein - für den anderen hingegen spielt es im Grunde gar keine Rolle, welches lauteste Instrument der Welt die Trance triggert, die ihn auf Entdeckungsreise Richtung Ereignishorizont durch das eigene Synapsenlabyrinth schickt.
Einig sind sie sich hoffentlich darin, dass Sunn O))) hier sowohl back to the roots gehen, als auch die Erfahrungen aus der "Life Metal" / "Pyroclasts" / "Metta, Benevolence"-Phase erfolgreich aufgreifen und in reduzierter, fokussierter Form zu etwas Neuem weiterspinnen.
Und auch wer vielleicht sehnsüchtig auf eine Rückkehr des "Monoliths & Dimensions"-Maximalismus wartet, muss einfach zugeben, dass sich "sunn O)))" vor keinem anderen Werk der ins siebenundzwanzigste Jahr gehenden Diskographie des Drone-Duos verstecken muss. Uneingeschränkt und zeitlos meisterlich, keine Frage!
Immerhin, zur symbolischen Entscheidung, dieses Album selbstbetitelt zu lassen, wird nichts weiter ausgeführt. Oder habe ich's schon wieder vergessen? Ich schaue jetzt mal nicht nach. Allerdings ist es auch ohne Winks mit dem Zaunpfahl offensichtlich, warum Stephen O'Malley und Greg Andersson sich für "sunn O)))" entschieden haben. Es ist der Neuanfang auf dem Label, auf dem auch Earth ihre Droneklassiker veröffentlicht haben, ohne die es Sunn O))) so wohl kaum gäbe. Und es ist Sunn O))) in reinster, destilliertester Form: Gitarre rechts, Gitarre links, wwwwrrrrroooommmm.
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| Sunn O))) live in Hamburg |
Und für eine Band, die nicht gerade durch ihren musikalischen Ereignisreichtum bekannt geworden ist, spielen sie innerhalb der durchschnittlich über fünfzehn Minuten langen sechs Stücke auch ganz schön viel. Das Ausmaß, in dem hier nicht nur seismisch-kosmischer Ton zelebriert wird, sondern auch verschiedene Riffs und Leads - teilweise in ungewohnt hohen Frequenzen - stattfinden, ist schon ungewöhnlich. Und das Tempo ist manchmal auch so - relativ gesehen - schnell, dass ich mir tatsächlich ein Schlagzeug dazu vorstellen könnte.
Drums gibt es aber natürlich nicht. Das tatsächlich auftauchende überraschende Instrument, welches ich vorhin noch unerwähnt gelassen habe, ist das Klavier im letzten Track "Glory Black". Als ich das Album zum ersten Mal auflegte, war ich gerade mittagsmüde und eigentlich zu schläfrig, um mich mit neuer Musik zu befassen. Dementsprechend bin ich auch in dem Stück kurz eingenickt und war ganz schön desorientiert, als ich zum unerwarteten Tasteninstrument aufwachte. Dabei ist die minimalistische und sich einer klaren Melodie entziehende Weise, in der das Piano eingebunden ist, vollkommen harmonisch zum Rest des Albums und bedient zudem auch zumindest ein klein wenig meine aktuelle Begeisterung für das Werk Erik Saties.
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| Sunn O))) live in Hamburg |
Regungsloser Stillstand und doch eine Unendlichkeit von Geschichten darin, die jeder Hörer anders empfinden wird. Für den einen mag es immer noch in erster Linie bizarr verlangsamter Doom Metal mit einem der brutalsten Gitarrensounds aller Zeiten sein - für den anderen hingegen spielt es im Grunde gar keine Rolle, welches lauteste Instrument der Welt die Trance triggert, die ihn auf Entdeckungsreise Richtung Ereignishorizont durch das eigene Synapsenlabyrinth schickt.
Einig sind sie sich hoffentlich darin, dass Sunn O))) hier sowohl back to the roots gehen, als auch die Erfahrungen aus der "Life Metal" / "Pyroclasts" / "Metta, Benevolence"-Phase erfolgreich aufgreifen und in reduzierter, fokussierter Form zu etwas Neuem weiterspinnen.
Und auch wer vielleicht sehnsüchtig auf eine Rückkehr des "Monoliths & Dimensions"-Maximalismus wartet, muss einfach zugeben, dass sich "sunn O)))" vor keinem anderen Werk der ins siebenundzwanzigste Jahr gehenden Diskographie des Drone-Duos verstecken muss. Uneingeschränkt und zeitlos meisterlich, keine Frage!
Verpackung und Design sind erwartungsgemäß edel, die halbtransparente Evil Greed-exklusive Vinylfarbe schick und ein dicker OBI-Streifen macht die Schleife ums Paket. Und dass Sub Pop überwiegend die jetzt schon kultige, modifizierte Sunn O)))-Variante des Labellogos verwendet, kann für zukünftige Veröffentlichen selbstverständlich gerne beibehalten werden. Da fehlt doch nur noch (Ist es anno 2026 so schwer, Leute?) ein beiliegender Downloadcode zur Perfektion.









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