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2016-05-02

ANNEKE VAN GIERSBERGEN and VIC ANSELMO live at the Rock Café St. Pauli, Hamburg (May 1st 2016)

Anneke van Giersbergen

Yes, another one before I carry on with my Roadburn Festival reviews, which are taking me a little bit longer than expected due to a computer disaster which fucked up a great portion of my weekend, delayed my work and and probably will continue to torture me for longer. At the moment I don`t even know if any of the data on my harddrive can be saved, so I might lose a lot of stuff that didn`t have a back-up yet. Music, scanned photographs - and all of my digital Roadburn pictures. So please keep your fingers crossed that my shit can be saved, hence I don`t have to write my Sunday review without photos. (The unfinished Saturday review luckily already has its pictures.)

So that`s about that.

Und warum schreibe ich eigentlich nicht deutsch?
I decided to keep this blog in english mode for now, at least until my Roadburn diary is done.


But not everything here circles around what I saw in the Netherlands last month. As a welcome distraction from my digital clusterfuck the most beautiful voice from the Netherlands came to Hamburg yesterday, as Anneke van Giersbergen stopped by the Rock Café St. Pauli on her acoustic solo tour.


The first of May is a pretty bad date for anything in the centre of Hamburg if you`re coming with your car, but luckily I had a wide timeframe, so even with an annoyingly long search for a parking space in the temporary police state, I managed it to reach the venue right before admittance and thus could secure a good spot in the first row.


Vic Anselmo


The night started with a short set of Vic Anselmo, a piano singer / songwriter much in the vein of Kate Bush or the early Tori Amos. I soon expected a cover of one of those two artists and indeed Vic played Bush's "Hounds Of Love" classic "Mother Stands For Comfort".
But her own songs were beautiful compositions too, delivered in a captivating charismatic performance. Rightfully the audience welcomed the latvian singer more than just friendly.


The set was over after only about twentyfive minutes. I don`t think anyone would have minded two or three songs more.


Anneke van Giersbergen


If you've ever heard the rumour that audiences in Hamburg are distanced, stiff and unexitable - the applause when Anneke van Giersbergen entered the stage proved this cliche to be wrong. Right from the start there was no mistake:
For the Ex-The Gathering singer (also known for her work with Arjen Lucassen on Ayreon or The Gentle Storm, with Devin Townsend and on various other projects) this show would be a triumph.


Anneke started right with my personal The Gathering favorite "Saturnine", so everything else counted as a bonus. The following set was a mix of her own songs and other material, she was originally involved in, as well as a good bunch of cover versions.
Those were mostly from widely popular artists like Bruce Springsteen, Pink Floyd ("Wish You Were Here") or Queen ("Who Wants To Live Forever"), which isn't the easiest way to go, since everyone notices when you can't live up to the originals or mess something up.





But her renditions were all wonderful. It was all just the acoustic guitar (no loop effects like she had used previously) and her voice. Her guitar playing is good, yet far from spectacular. Her singing on the other hand is just a class of its own.

Anneke van Giersbergen has this enganging combination of an iminitable angelic voice and a humorous down-to-earth presence that just makes it unthinkable not to love what she does. Which ultimately resulted in her playing two encores and people still wanting more.

The only thing that would have made the concert even better would have been her version of Frankie Goes To Hollywood's "The Power Of Love", but you can't have everything, right?

Seriously - this was an excellent concert!



Vic Anselmo:








Anneke van Giersbergen:











2016-03-26

HEXVESSEL und NEW KEEPERS OF THE WATER TOWERS live im Rock Café St. Pauli (25. März 2016)

Hexvessel

In zweieinhalb Wochen geht ja schon wieder das Roadburn-Festival los. Der lächerlichste Teil in der Vorbereitung darauf ist, wenn man sich zunächst einmal im Line-Up alle Bands markiert, von denen man glaubt, dass sie sich lohnen könnten, und dann auf fünf Bühnen nur eine handvoll Konzerte übrig bleiben, welche man nicht markiert hat. So ist fast jeder Slot in der persönlichen Running Order mit einer schweren Entscheidung verbunden.

Zumindest die Planung für den ersten Festivaltag konnte ich mir nun ein wenig erleichtern, da gleich zwei Bands auf ihrer Road to Roadburn für wenig Eintrittsgeld in Hamburg gastierten, wo der gesetzlich vergnügungsfreie Karfreitag zum Glück in der Praxis eher ignoriert wird.

Hexvessel waren bis auf ein paar Videos neu für mich, und wegen der Personalüberschneidung mit Beastmilk, die ich live recht unspannend fand (bzw. jetzt deren Nachfolgeband Grave Pleasures) konnte ich die Gefahr von möglicher Langeweile nicht hundertprozentig ausschließen.


Die New Keepers Of The Water Towers hatte ich allerdings 2014 ihrwisstschonwo bereits gesehen und war deswegen auf einen exzellenten kosmischen Trip vorbereitet.

New Keepers Of The water Towers

Die kleine Bühne des Rock Café St. Pauli war mit Instrumenten und Bodeneffekten erwartungsgemäß vollkommen zugekleistert. Dabei haben die Schweden das parallel zur Gitarre gespielte Moog-Pedal sogar ausgemustert. Dafür musste als Ersatz aber ein weiteres Keyboard her. Und die neue, viel benutzte Lap-Steel-Gitarre musste ja auch untergebracht werden. Und weil das noch nicht genug Gedrängel ergibt, hat sich die eigentlich fünfköpfige Band noch um ein Livemitglied erweitert, um allerhand Percussions - natürlich inklusive dickem Gong - zu bedienen.

Im der Supportrolle geschuldet etwas zu kurzen Set wurden ausschließlich aktuelle Stücke des frisch veröffentlichten Albums "Infernal Machine" gespielt. Die Band hatte die LPs auch gerade rechtzeitig bekommen und ich ärgere mich ein wenig, dass ich mir das Ding schon vorher besorgt, da die Tourversion auf weißes Vinyl gepresst wurde, was ich ja immer sehr sexy finde.

Analog zur Entwicklung der Studioalben unterschied sich natürlich auch die Livedarbietung merklich von der zu "The Cosmic Child". Sehr wenig Gesang, dafür noch viel mehr verspielte bis düstere Klangfarben. Kauziger ist die Musik durchaus geworden, und für einige Hörer sicherlich schwerer zugänglich als der riffbasiertere Sound der Vergangenheit. Wie ich schon in meiner Plattenkritik schrieb, atmet dieses Zeug viel vom Geist der frühen Pink Floyd ("Live at Pompeji" oder auch "Meddle"), gerade auch in seinem kindlichen multiinstrumentalen Klangforschungsdrang. Ich bin sehr begeistert.

Eigentlich war ja der Plan, die Gruppe hier abzufrühstücken, aber die Chancen, dass ich sie mir nun in Tilburg, wo sie ein etwas längeres Set spielen werden, doch noch einmal anschaue, sind nun klar gestiegen. Vor allem interessiert mich ja, wie scheiße eng es dort auf der noch kleineren Bühne des Cul de Sac werden wird. Die Entscheidung wird letztendlich wohl an meiner musikalischen Tageslaune hängen.
  

Hexvessel

Bei Hexvessel herrschte dann ganz klar mehr Bewegungsfreiheit auf der Bühne. Dazu verhielt man sich auch personell gegenteilig zum Support-Act. Während die fünf New Keepers sich ja zu sechs Personen aufgestockt hatten, blieb bei den eigentlich sechs Finnen eine Sängerin/Perkussionistin des "When We Are Death"-Albums zu Hause.

"Psychedelischer 60er/70er Jahre-Folkrock" ist in diesem Blog aktuell ein Trendbegriff, der auch für Hexvessel rausgeholt werden muss. Mit vielen Ohrwürmern kommt er daher, aber auch mit ein paar rhythmisch fröhlich verdrehten Spielereien, und mit einem Keyboarder, der ab und zu zur Geige und für die bemerkenswertesten Highlights zur Trompete greift.

Konnten die Finnen für mich mit den Schweden mithalten? Nein, denn irgendwie kickt mich wie schon bei Beastmilk der Gesang auf Dauer nicht genug, und auch musikalisch dürfte es mir manchmal gerne noch etwas kantiger sein oder auch mal noch verrückter eskalieren.
Auf meine Gesamtwertung für Hexvessel-Konzert drücken diese Punkte aber kaum. Das war unterm Strich nämlich eine sehr gute Show, die auch ausgereicht hat, mich die neue LP mit nach Hause nehmen zu lassen.

Den regulären Auftritt der Band auf dem Roadburn werde ich mir wohl schenken, da ich nicht glaube, dass diese Musik auf der großen Hauptbühne des 013 besser als im kleinen Club zur Geltung kommt. Allerdings gibt es am Freitag eine spezielle Show zusammen mit Arktau Eos, die dafür schon sehr sicher bei mir eingeplant ist.


Wie auch immer - der Besuch im Rock Café hat sich ganz klar gelohnt: tolle Bands, volles Haus. So geht Karfreitag richtig. Denn wie ein weiser facebook-Freund heute morgen postete:

Jesus hätte Karfreitag sicher auch gerne getanzt, wenn er es nicht so mit dem Kreuz gehabt hätte.  



New Keepers Of the Water Towers:














Hexvessel: