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2018-04-01

CARPENTER BRUT und YOUTH CODE live im Uebel und Gefährlich, Hamburg (31.03.2018)

Carpenter Brut

Nach dem epochalen Abriss auf dem Roadburn Festival und dem ersten Livealbum war es absolut keine Frage, dass ich mir die neue Show von Carpenter Brut nicht entgehen lassen wollte. Also auf ins Uebel & Gefährlich zum letzten Konzert der Leather Patrol Tour!

Die Bude war prall gefüllt, wenn auch nicht bis zum letzten Kubikzentimeter ausverkauft wie neulich bei King Gizzard And The Wizard Lizard. Dafür war diesmal auch keine Notwasserversorgung vor der Bühne notwendig.



Youth Code

Der Abend begann mit dem Elektro/Gebrüll-Duo Youth Code, welches ordentlich Krawall machte. Der Stil, den die beiden Roboterpunker Sara Taylor und Ryan George in den Saal rotzten, ist ein sehr aggressiver und panischer Mix aus mehr oder weniger tanzbarem Industrial und Hardcore.

Nicht unbedingt etwas für meine Sammlung, aber für einen vierzigminütigen Auftritt schon geil. Und auf jeden Fall Respekt für die Gnaden- und Kompromisslosigkeit!


Carpenter Brut


Nach einem Maxell-Tape mit dem Besten der 80er, 80er und 80er und dem bei dieser 80er-Konzentration offensichtlich obligatorischen Toto-"Africa"-Intro enterten dann die drei Franzosen mit dem Besten der überzeichneten, imaginären 80er die Bühne.

Es war eine neue Show mit neuen Instrumenten (Schlagzeug jetzt mit transparanten Kesseln und die Metall-Gitarre komplett verchromt) und neuer spektakulärer Licht- und Videotechnik.

Die Präzision und reizüberflutende Wucht dieser Maschine ist beeindruckend. Die zwischen "Blade Runner" und "Miami Vice", zwischen Diskothek und Notaufnahme pendelnde Bühnenästhetik, die drei großen A (Aerobic, Ärsche, Axtmorde) und die zum neuen, glamrockbeeinflussten Material der Band passenden Lehrstunden zu den Gefahren von Hard Rock und Satanismus - all dies zwingt geradezu ein Grinsen ins Gesicht und die Party auf die Tanzfläche.

Auch wenn es sicherlich Gruppen aus dem Feld zwischen Synthwave und Horrorsoundtrack gibt, die die Sache tiefsinniger und atmosphärischer angehen - niemand adaptiert die Klischees so genussvoll und hemmungslos wie Carpenter Brut. Diese Band live ist einfach eine Genregroßmacht. Ihre Setlist fühlt sich an wie ein gigantisches Hitmedley aus einem Paralleluniversum mit Neonsonne und Schwarzlichtmond.

Die bekannten Kracher wie "Disco Zombi Italia", "Meet Matt Stryker", "Roller Mobster", "SexKiller On The Loose" waren dabei, das neue Zeug wie "Cheerleader Effect", "Hairspray Hurricane" oder "Beware The Beast" (brrrr, was für ein scheußlicher, aber süchtig machender Refrain!) - und natürlich endete die etwa achtzigminütige Show mit dem Karaoke-Überhit "Maniac".

Ich habe allerdings den Verdacht, dass dort im Gitarrensolo die Windmaschine ihren Einsatz verpasst hat. Skandal!

Nein, das einzige, was mich tatsächlich gestört hat, war der frühe Abbau des Merchandising-Standes. Keine Chance, nach der Show noch etwa abzuernten. Ach ja, vor dem Konzert gab's ja auch noch einen Aufreger: Warum war denn heute kein DJ im Fahrstuhl?

Anderseits war draußen um den Bunker herum dieses Wochenende der Hamburger Dom angefangen. Der machte zwar das Parken 7,50 Euro teurer, den Übergang von der visuellen Frontalattacke Carpenter Bruts in die reale Welt dafür etwas fließender.


Ein toller Abend, da konnten auch the return of fucking Schneeregen und ein doppelt blutig eingerissener Daumennagel vor der Heimfahrt nicht dran rütteln.
Und sollte ich mir auf dem kommenden Roadburn in ein paar Wochen GosT anschauen, dann weiß ich wohl alles, was ein besorgetr Musikfan zum Thema Teufelsanbetung wissen kann. 



Youth Code:










Carpenter Brut:
























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