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2015-08-15

LUCIFER - Lucifer I

Abracadabra! Da ist es nun, das Debüt-Album von Lucifer!

Und es hält, was sowohl die vorherige Single als auch der Auftritt beim Roadburn Festival versprochen haben.



LUCIFER - Lucifer I (purple vinyl) (2015)

Johanna Sadonis mag es schlicht und direkt. Ein Bandname, so originell, dass er bei Discogs den Zusatz "(37)" trägt, ein einfaches grafisches Cover, Songtitel wie "Sabbath", die einen ihren Haupteinfluss ohne Umschweife gegen den Latz knallen, und ein Albumtitelkonzept, dass sich u.a. schon bei so unterschiedlichen Künstlern wie Led Zeppelin, Danzig und Eisenvater zumindest für eine Weile bewährt hat.

Der Sinn dahinter ist einleuchtend: Nichts lenkt wesentlich von der reinen Qualität der musikalischen Darbietung ab. Wenn Lucifer ein großes Ding werden, dann hat das nichts mit dem crazy Bandnamen oder den süßen Katzenbabys auf den Covern zu tun, sondern liegt einzig daran, dass die Fans auf die Musik stehen.

Trotzdem ist das Artwork natürlich schon schick und trägt zu einem runden, in sich stimmigen Gesamtbild bei. Das Vinyl gibt es übrigens in mehreren Farbversionen, die sich am Logo (gold) oder Songtiteln ("White Mountain", "Purple Pyramid") orientieren.

Ich habe mich im Sinne der Kontinuität mit der gleichfarbigen LP der Vorgängerband The Oath für die in Europa nur fünfzig Mal angebotene lila Langrille entschieden.



Zur Musik lässt sich eigentlich gar nicht viel sagen, so unmittelbar ist sie ganz nah bei den großen Pionieren des Doom und düsteren Hardrocks und will auch gar nicht irgendwo anders hin.
Wer den schon von der Single bekannten Song "Morning Star" kennt, der kann sich das Niveau des ganzen Albums sicherlich schon ganz gut vorstellen.

Neben Sadonis, die über den heavy Stücken schwebend ihre magische Messe zelebriert, bestimmt vor allem Ex-Cathedral-Gitarrist Garry Jennings den Sound der Band - und der Mann weiß natürlich ganz genau, was er tut.


Haben Lucifer irgendwas neues geschaffen? Nein.
Gibt es also unzählige Alben, die zum Verwechseln ähnlich klingen? Nein, das auch nicht.

Denn die Stimme, die Gitarre, die exakte Vision und das Gespür für einfach gute Songs machen "Lucifer I" zu einem genre- und selbstbewussten Statement, wie man es von einem Debutalbum wirklich nicht erwarten muss. Diese Band braucht sich weder vor den Großen des Genres noch vor der Vergangenheit ihrer eigenen Mitglieder verstecken.

Luft nach oben gibt es zwar auch weiterhin noch, doch das rüttelt keinesfalls an der Klasse dieses Doom-Werks.




Anspieltipps: Sabbath, Total Eclipse, Abracadabra, Morning Star, Izrael


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