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2017-09-15

DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND - What Makes You Pray

It's that time of the year again. In einem Monat, Mitte Oktober, beweisen Der Blutharsch And The Infinite Church Of The Leading Hand mal wieder, dass sie nicht nur live spielen und unverlangt nackige Backstageeinblicke auf facebook posten können. Dann erscheint auf allen gängigen Formaten (LP, Knäckebrot, Toast, ihr wisst schon) das neueste Studioalbum der österreichischen Finsterpsychedeliker.


DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND - What Makes You Pray (2017)

Das Album wird eröffnet mit dem zwölfminütigen Stück "Shine", einer geduldigen Meditation, in der allerhand Keyboardklänge und andere Geräusche über einem hypnotisch ranzenden Bassriff schweben, was insgesamt eine Stimmung ergibt, wie man sie ähnlich bei entrückten Doomern wie Bong oder Zaum erleben kann. Und nebenbei übermittelt der Opener auch gleich in seinen ersten Sekunden die frohe Kunde, dass der gelungene Sound von "Sucht & Ordnung" kein Ausrutscher war, sondern dass die Zeiten dumpfer Unterproduktion bei DBATICOTLH wohl tatsächlich dauerhaft vorbei sind.

Die restlichen acht Songs und Zwischenspiele sind alle deutlich kürzer, und mit dieser kompakten Struktur schließt "What Makes You Pray" insgesamt weniger an die langen Jams von "Sucht & Ordnung" und den "Wolvennest Sessions", sondern vielmehr an das von (relativ betrachtet) konventionellerem Songwriting geprägte Album "Joyride" von 2015 an.

Stilistisch fahren Der Blhsdaoifuhsdfhsfdhkjlkjh dabei ein breites Programm auf, dessen größte Konstante die zumeist sehr repetive Rhythmussektion ist. Darüber haben die Stücke mal einen instrumentalen Schwerpunkt, mal die Hauptgewichtung auf Marthynnas für mich immer noch nicht hundertprozentig einsortierbaren Gesang, der den ohnehin großteils recht düsteren Stücken einen noch enigmatischeren und z.T. auch strengeren Anstrich verleiht.

Ob organischer oder eher roboterhaft, fast immer sind auch ein unterschwelliges cineastisches Element und eine gewisse Coolness zugegen. Insgesamt passen die dunklen, neueren White Hills-Sachen ganz gut als Referenz für das, was uns Albin Julius und Co. hier ins Gehirn telekinesen.

Die am meisten als andersartig herausragenden Tracks sind das Ambient-"Interludio", das Postrock-zum-mit-ausgebreiteten-Armen-im-Regen-Stehen-Zwischenspiel "Right" und mein persönlicher Favorit "El Veaso". Es gibt Dinge, mit denen kriegst Du mich musikalisch so ziemlich immer rum, eine ordentliche Prise morriconeskes Spaghettiwesterntum gehört ganz gewiss dazu und macht dieses Stück für mich zu einem der lässigsten Ohrwürmer des Jahres.

Der Rausschmeißer "Time" ist eine bewusst etwas schräge und unbequem stolpernde Industrial-Ballade, so dass man "What Makes You Pray" mit einem Anflug von Erleichterung verlässt. Danach folgt allerdings noch ein hidden track. Vor diesem empfehle ich allerdings dringend, die Lautstärke ein paar Stufen höher zu drehen, damit man auch alle Details mitbekommt.

Fazit / Prädikat: ziemlich geil.

Fans von Der Blopwequihldjkösdsdkaä werden gewiss nicht enttäuscht, und auch wer Der Bliasdizfgbwefhsdjhllkjhfl noch nicht kennt, aber meint, für Dark Psychedelic Rock mit Doom-, Industrial-, Ambient- und Drone-Einsprengseln empfänglich zu sein, könnte hier eine neue Lieblingsband entdecken.


Highlights: El Veaso, Shine, What Makes You Pray



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