Nach der stimmungsvollen Overtüre begann der erste "echte" Festivaltag in der Balver Höhle erst nachmittags um halb vier. Was bei Ankunft am Freitag Ansporn ist, rechtzeitig loszufahren, bot mir diesmal Gelegenheit, den Tag extra langsam anzugehen und sogar noch ein bisschen Tourismus einzuschieben.
Dummerweise zogen das Wetter und das direkte Umfeld meiner Unterkunft, von der ich mich zu einer kleinen Wanderung aufmachte, bei diesem Plan nicht so ganz mit. Ich kuckte mir auf einer Karte am Wandererparkplatz zwar eine in maximal anderthalb Stunden gut machbare Route aus, um eine viel zu lange Exkursion wie im Jahr 2021 zu vermeiden, doch mit jeder Abbiegung wurde der Pfad wilder und überwachsener, so dass ich schließlich auf demselben nicht allzu spannenden Weg, zurückgehen musste. Naja, immerhin habe ich mich etwas an der frischen Luft bewegt.
Dummerweise zogen das Wetter und das direkte Umfeld meiner Unterkunft, von der ich mich zu einer kleinen Wanderung aufmachte, bei diesem Plan nicht so ganz mit. Ich kuckte mir auf einer Karte am Wandererparkplatz zwar eine in maximal anderthalb Stunden gut machbare Route aus, um eine viel zu lange Exkursion wie im Jahr 2021 zu vermeiden, doch mit jeder Abbiegung wurde der Pfad wilder und überwachsener, so dass ich schließlich auf demselben nicht allzu spannenden Weg, zurückgehen musste. Naja, immerhin habe ich mich etwas an der frischen Luft bewegt.
Doch nun zum musikalischen Gechehen! Festivalband und das Programm als Hardbook inklusive zwei CDs, hatte ich mir ja schon am Vortag besorgt, es ging also ohne zusätzliche Wartezeit rechtzeitig zur ersten Band in die Höhle.
Dies ist vielleicht mein bislang schwierigster Bericht vom Prophecy Fest, da ich spät dran bin - u.a. nachdem ich mich nach dem Festival mit einer ausnahmsweise mal gar nicht musikbezogenen Kurzreise nach Helgoland weit vom Thema abgelenkt habe -, und meine Erinnerung gerade an die soliden, aber nicht besonders herausragenden Auftritte darüber teilweise etwas schwammig geworden ist. Und mit eben solchen Shows begannen die Festivitäten auch.
So spielen die ostdeutschen Farsot laut offizieller Info Avantgarde Black Metal Aber was an dem hier präsentierten 2024er Album "Life Promised Death" der avantgardistische Teil ist, muss ich jetzt zunächst einmal wieder nachhören. Und tatsächlich fällt mir so auch wieder ein, dass die ziemlich straighte, midtempolastige Nummer einen gewissen Touch von Old-School-Samael und Post-Rock-Einflüssen hat. Ein ordentlicher, aber nach allem, was später noch folgte, eben nicht übermäßig erinnernswerter Auftakt.
So spielen die ostdeutschen Farsot laut offizieller Info Avantgarde Black Metal Aber was an dem hier präsentierten 2024er Album "Life Promised Death" der avantgardistische Teil ist, muss ich jetzt zunächst einmal wieder nachhören. Und tatsächlich fällt mir so auch wieder ein, dass die ziemlich straighte, midtempolastige Nummer einen gewissen Touch von Old-School-Samael und Post-Rock-Einflüssen hat. Ein ordentlicher, aber nach allem, was später noch folgte, eben nicht übermäßig erinnernswerter Auftakt.
Danach ging es weiter mit den truen norwegischen Black Metallern Dold Vorde Ens Navn, die ein fettes böses Brett spielten, über das ich nicht wirklich meckern kann, bei dem mir allerdings - ein Problem einiger Künstler auf Prophecy Productions - ebenfalls die echten Höhepunkt im relativ gleichförmigen Fluss fehlten.
Ich fühlte mich zwar unterhalten - wozu das Ambiente der Höhle natürlich auch immer ein bisschen beiträgt -, aber noch nicht auf einem Niveau, welches die Anreise für mich rechtfertigte.
Ich fühlte mich zwar unterhalten - wozu das Ambiente der Höhle natürlich auch immer ein bisschen beiträgt -, aber noch nicht auf einem Niveau, welches die Anreise für mich rechtfertigte.
Ja, ich brauchte diesmal wirklich eine Weile, um komplett im Festival anzukommen. Und Spiritual Front brachten zwar Vertrautheit, halfen darüber hinaus aber leider auch wenig mit. Es war auf meinem vierten Besuch des Festivals nun bereits die dritte Show der Italiener - und jene ist halt immer ziemlich identisch. Wieder kamen wichtige Elemte des Post-Punk/Americana/Italiana-Gebräus aus der Konserve, wieder spielte auf der Leinwand der Pasolini-Film "Mamma Roma" - und hey, sogar eine Show auf der exakt dasselbe Album "Armageddon Gigolo" gespielt wurde, hatte ich 2017 bereits gesehen.
Ja, ich mag ihre Musik. Und die Soloperformance von Simone Salvatore am Vortag fand ich tatsächlich ganz erfischend. Die reguläre Show war mir nun allerdings viel zu Déjà Vu, so dass ich mich nach einer Weile ausklinkte.
Ja, ich mag ihre Musik. Und die Soloperformance von Simone Salvatore am Vortag fand ich tatsächlich ganz erfischend. Die reguläre Show war mir nun allerdings viel zu Déjà Vu, so dass ich mich nach einer Weile ausklinkte.
Endlich! Endlich der Umschalter, mit dem das Prophecy Fest richtig losging!
Die kleine Nebenbühne am hinteren Ende der Höhle wurde nur selten und mit kürzeren Shows bespielt, um den Fluss auf der Hauptbühne nicht zu bremsen und gegenseitige Störungen durch Soundchecks zu vermeiden. Gut für die Dänen Maunah, deren Album-Release für ihr Debüt "Hjarta" in zwei Teile gesplittet wurde, so dass sie Donnertag und Freitag ihre doppelte Deutschland-Premiere feiern konnten.
Der Sänger, der ab und zu auch eine größe Holzflöte blies, begann seine Performance einfach mal mit beeindruckenden Obertongesang, welcher einen unmittelbar in die hochemotionale nordisch-mystische Welt der Band hineinzog. Maunahs melodischer Doom Metal war ohne Frage die Neuentdeckung des Festivals für mich. Magisch!
Trotzdem lies ich einen Song ausfallen, um wieder rechtzeitig zur unmittelbar anschließenden Hauptbühnenshow im vorderen Bereich zu sein.
Der Sänger, der ab und zu auch eine größe Holzflöte blies, begann seine Performance einfach mal mit beeindruckenden Obertongesang, welcher einen unmittelbar in die hochemotionale nordisch-mystische Welt der Band hineinzog. Maunahs melodischer Doom Metal war ohne Frage die Neuentdeckung des Festivals für mich. Magisch!
Trotzdem lies ich einen Song ausfallen, um wieder rechtzeitig zur unmittelbar anschließenden Hauptbühnenshow im vorderen Bereich zu sein.
Die Exil-Belarussen Dymna Lotva stellten ihr neues Album "Vyraj" vor. Anders als bei ihrem Auftritt 2024, als ich mich vorher ausführlich mit dem präsentierten Material beschäftigt hatte, war ich diesmal nur sehr wenig mit den Songs vertraut, die aus dramatischen Gründen auch noch in anderer Reihenfolge vorgetragen wurden. Vielleicht deswegen hatte ich den Eindruck, dass ein paar Faktoren ihrer Show mich diesmal ein bisschen zu sehr von der Stärke der Tracks ablenkten. So gab es gleich mehrere Gastauftritte von Chor- und Solosängern - u.a. Ex-My Dying Bride-Vortrauerer Aaron Stainthorpe - die soundbedingt alle nicht so wirkungsvoll wie geplant rüberkamen.
Ein bisschen lag es wohl daran, dass das Geschehen zu sehr vom Backingtrack überlagert wurde, ohne den sich die volle postschwarzmetallische, symphonische Pracht des Albums wohl nicht wiedergeben lässt. Und da stellt sich mir die Frage, ob es nicht besser wäre, eben jene volle Pracht gar nicht perfekt reproduzieren zu wollen, sondern die Songs in reduzierterer, aber noch ehrlicherer Form darzubieten. Ich glaube, dass die (in ihrem Heimatland mittlerweile offiziell als Terrorzelle unter Anführerin Nokt Aeon geltende) Gruppe davon profitieren würde, sich selbstbewusster auf den Kern ihrer Liveperformance zu konzentrieren. Die von Schmerz, Zorn und Sehnsucht getränkte Stimmleistung der Sängerin würde z.B. sicherlich noch mehr zur Geltung kommen, als sie es ohnehin tut.
Ein bisschen lag es wohl daran, dass das Geschehen zu sehr vom Backingtrack überlagert wurde, ohne den sich die volle postschwarzmetallische, symphonische Pracht des Albums wohl nicht wiedergeben lässt. Und da stellt sich mir die Frage, ob es nicht besser wäre, eben jene volle Pracht gar nicht perfekt reproduzieren zu wollen, sondern die Songs in reduzierterer, aber noch ehrlicherer Form darzubieten. Ich glaube, dass die (in ihrem Heimatland mittlerweile offiziell als Terrorzelle unter Anführerin Nokt Aeon geltende) Gruppe davon profitieren würde, sich selbstbewusster auf den Kern ihrer Liveperformance zu konzentrieren. Die von Schmerz, Zorn und Sehnsucht getränkte Stimmleistung der Sängerin würde z.B. sicherlich noch mehr zur Geltung kommen, als sie es ohnehin tut.
Man verstehe mich nicht falsch! Dymna Lotva lieferten wieder ein Highlight des Festivaltages ab. Für mich gehören sie nach wie vor zum eigenständigsten und wichtigsten, was das Genre derzeit zu bieten hat. Ich glaube nur, dass sie roher und freier aufspielend noch stärker sein könnten (auch wenn sie dazu evtl. noch zumindest einen Bassisten bräuchten oder eine Gitarre gegen Bass eintauschen müssten).
Wenn ich eines mittlerweile gelernt habe, dann dass ich die Auftritte der Labelgründerband Empyrium besser für längere Pausen nutze, um nicht schon wieder über meine Langeweile referieren zu müssen. Und so bekam ich diesmal nur den letzten Teil des Auftritts akustisch mit, während ich um die Ecke am anderen Höhlenende auf den Beginn der nächsten Show wartete.
Es war heavy, doomig, definitiv nicht das Schlimmste, was die Gruppe kann - aber halt auch nichts, was ich unbedingt aufmerksamer verfolgen musste.
Es war heavy, doomig, definitiv nicht das Schlimmste, was die Gruppe kann - aber halt auch nichts, was ich unbedingt aufmerksamer verfolgen musste.
Neun Welten waren gegenüber dem vorigen Abend auf Quartettgröße geschrumpft - und sie spielten statt überwiegend akustischem Fantasyfolk nun Metal!
Das Schöne daran war, dass ihre Songs gar nicht nach dem klangen, was sie waren, nämlich schon länger existierende Stücke ihres Repertoires, umarrangiert zu Metalversionen. Nein, man hatte hier wirklich das Gefühl, schon immer genau in dieser Form beabsichtigte Originale zu hören.
Ein gelungener stilistischer Transfer also, der die Wurzeln zwar nicht versteckte, aber so gut adaptierte, dass hier tatsächlich ein anderes Biest auf der Bühne stand. Super!
Das Schöne daran war, dass ihre Songs gar nicht nach dem klangen, was sie waren, nämlich schon länger existierende Stücke ihres Repertoires, umarrangiert zu Metalversionen. Nein, man hatte hier wirklich das Gefühl, schon immer genau in dieser Form beabsichtigte Originale zu hören.
Ein gelungener stilistischer Transfer also, der die Wurzeln zwar nicht versteckte, aber so gut adaptierte, dass hier tatsächlich ein anderes Biest auf der Bühne stand. Super!
Dass die schon vor Alice Cooper den vielfachen Kostümwechsel während Rock'n'Roll-Shows zelebrierende Legende Arthur Brown in seinen Achtzigern mal zum Hausbarden des Prophecy Fests werden würde, hätte vor zehn Jahren garantiert noch niemand in den Karten gehabt. Und sicherlich gibt es Besucher, denen seine Auftritte mittlerweile zu viel sind, so dass sie in dieser Stunde lieber etwas Grillen gehen. Aber hey, so geht es mir z.B. mit gewissen Künstlern ja auch. Realistisch betrachtet hat ein Veranstalter, der einen in diesem Alter noch so stimmgewaltigen Künstler jährlich auf die Bühne bringen kann, doch gar keine andere Wahl, als dies zu tun! Das muss man einfach mitnehmen, solange es geht.
Aber es war nicht nur die meisterhaft durch die Oktaven springende Stimme Browns, die den Auftritt zum unangefochtenen Highlight des Tages machte. Trotz des einen Über-Hits, während dem er live nach wie vor einen brennenden Helm auf dem Kopf trägt, verließ er sich nicht auf die bewährten Oldies seinen psychedelischen Hardrock- und Blueskatalogs, sondern stellte auch Stücke seinen neuesten Albums "Nature" vor, die auch modernere Einflüsse zuließen und ganz genauso überzeugten wie die klassischen Deep Cuts.
Dadurch, dass er zwischen jedem Song in der Garderobe verschwand, hatte sein hervorragendes Trio wie immer viel Gelegenheit mit abwechslungreichen Interludes zu punkten. Dabei gab es auch vertraute Elemente wie z.B. das Drumsolo, bei dem der Schlagzeuger mit einer Tom an den vorderen Bühnenrand kam - und während dem als gelungener Gag der Video/Fotograf der Band mit einem Horn von hinten in die Szenerie hineintrötete -, doch es war definitiv wieder eine andere Show als die letzten Male, als ich seine Crazy World erlebt hatte. In Arthur Brown brennt das kreative Feuer eben nach wie vor lichterloh. The God of Hellfire indeed!
Aber es war nicht nur die meisterhaft durch die Oktaven springende Stimme Browns, die den Auftritt zum unangefochtenen Highlight des Tages machte. Trotz des einen Über-Hits, während dem er live nach wie vor einen brennenden Helm auf dem Kopf trägt, verließ er sich nicht auf die bewährten Oldies seinen psychedelischen Hardrock- und Blueskatalogs, sondern stellte auch Stücke seinen neuesten Albums "Nature" vor, die auch modernere Einflüsse zuließen und ganz genauso überzeugten wie die klassischen Deep Cuts.
Dadurch, dass er zwischen jedem Song in der Garderobe verschwand, hatte sein hervorragendes Trio wie immer viel Gelegenheit mit abwechslungreichen Interludes zu punkten. Dabei gab es auch vertraute Elemente wie z.B. das Drumsolo, bei dem der Schlagzeuger mit einer Tom an den vorderen Bühnenrand kam - und während dem als gelungener Gag der Video/Fotograf der Band mit einem Horn von hinten in die Szenerie hineintrötete -, doch es war definitiv wieder eine andere Show als die letzten Male, als ich seine Crazy World erlebt hatte. In Arthur Brown brennt das kreative Feuer eben nach wie vor lichterloh. The God of Hellfire indeed!
Jetzt nur noch das Freitagsfinale! Die Headlinershow der Schweden Tiamat war nicht, was ich nach der Ankündigung erwartet hatte. "Wildhoney & more" klang für mich jedenfalls danach, dass sie ihren 1994er Klassiker komplett durchspielen würden und es danach vielleicht noch zwei, drei weitere Stücke geben würde. Doch bereits der stampfende Opener "In A Dream", gefolgt von gleich drei weiteren Tracks des "Clouds"-Albums inklusive des ersten echten Hits der Band "The Sleeping Beauty" zeigte, dass die Gruppe andere Pläne hatte.
Für mich war dies eine willkommene Gelegenheit, auch einmal andere Tiamat-Songs zu erleben, denn tatsächlich beschränkte sich meine Liveerfahrung auf zwei Shows, die beide komplett jenem Album gewidmet gewesen waren, auf denen die ehemaligen Death Metaller sich vollkommen ihrer experimentellen psychedelischen progressiven Gothic Pink Floyd-Seite zuwandten. An das erste in den Neunzigern kann ich mich ehrlichwerweise nicht wirklich aktiv erinnern, die Show im Sommer 2010 war allerdings einer der entspanntesten und magischsten Momente, die das Wacken Open Air jemals gesehen hat.
Und das war die Kehrseite: Dadurch, dass nun zwar ein "Wildhoney"-Block folgte und das Konzert nach Ausflügen in die Jahre 1999 bis 2003 mit "Gaia" beendet wurde, war das Album zwar als wichtiger Teil einer abwechslungsreichen Setlist vertreten, doch eben jene Magie, die das Gesamtwerk inklusive seiner weniger hitverdächtifen atmosphärischsten Klangwanderungen (kein "Planets" und "A Pocket Size Sun"?) verströmte, konnte hier einfach nicht erreicht werden.
Zum Teil lag dies allerdings am im Vergleich zu Arthur Brown reichlich alt aussehenden Frontmann Johan Edlund. Dabei war gesanglich tatsächlich gar nicht viel zu bemängeln, aber sein ganzer Auftritt im Temu-Marilyn-Manson-Look mit großer Damensonnenbrille und dem Einsatz seines Gehstocks in zum Augenschließen animierend peinlichem Stageacting boten einfach ein selbst für seine Verhältnisse zu bizzares Bild. Es biss sich wirklich mit dem musikalischen Inhalt der Show und gab ihr einen unnötig faden Beigeschmack.
Insgesamt boten Tiamat so einen seltsamen Mix aus nostalgisch seliger Verzückung und diffuser Enttäuschung. Vielleicht symptomatisch für einen Festivaltag der für mich trotz grandioser Momente die meiste Zeit über doch irgendwie im Schatten voriger Besuche stand.
Wird der Samstag diesen Eindruck korrigieren können? Teil 3 dieses Berichts folgt demnächst!
Für mich war dies eine willkommene Gelegenheit, auch einmal andere Tiamat-Songs zu erleben, denn tatsächlich beschränkte sich meine Liveerfahrung auf zwei Shows, die beide komplett jenem Album gewidmet gewesen waren, auf denen die ehemaligen Death Metaller sich vollkommen ihrer experimentellen psychedelischen progressiven Gothic Pink Floyd-Seite zuwandten. An das erste in den Neunzigern kann ich mich ehrlichwerweise nicht wirklich aktiv erinnern, die Show im Sommer 2010 war allerdings einer der entspanntesten und magischsten Momente, die das Wacken Open Air jemals gesehen hat.
Und das war die Kehrseite: Dadurch, dass nun zwar ein "Wildhoney"-Block folgte und das Konzert nach Ausflügen in die Jahre 1999 bis 2003 mit "Gaia" beendet wurde, war das Album zwar als wichtiger Teil einer abwechslungsreichen Setlist vertreten, doch eben jene Magie, die das Gesamtwerk inklusive seiner weniger hitverdächtifen atmosphärischsten Klangwanderungen (kein "Planets" und "A Pocket Size Sun"?) verströmte, konnte hier einfach nicht erreicht werden.
Zum Teil lag dies allerdings am im Vergleich zu Arthur Brown reichlich alt aussehenden Frontmann Johan Edlund. Dabei war gesanglich tatsächlich gar nicht viel zu bemängeln, aber sein ganzer Auftritt im Temu-Marilyn-Manson-Look mit großer Damensonnenbrille und dem Einsatz seines Gehstocks in zum Augenschließen animierend peinlichem Stageacting boten einfach ein selbst für seine Verhältnisse zu bizzares Bild. Es biss sich wirklich mit dem musikalischen Inhalt der Show und gab ihr einen unnötig faden Beigeschmack.
Insgesamt boten Tiamat so einen seltsamen Mix aus nostalgisch seliger Verzückung und diffuser Enttäuschung. Vielleicht symptomatisch für einen Festivaltag der für mich trotz grandioser Momente die meiste Zeit über doch irgendwie im Schatten voriger Besuche stand.
Wird der Samstag diesen Eindruck korrigieren können? Teil 3 dieses Berichts folgt demnächst!
Zu den anderen Teilen dieses Berichts:
Teil 3/3 bald!




























































































