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2021-04-15

WORK MONEY DEATH - The Space In Which The Uncontrollable Unknown Resides, Can Be The Place From Which Creation Arises

Ein
Titel
welcher so
ausufernd lang
wie dieser ist, ergibt einmal zitiert
ja im Grunde schon eine halbe Rezension.


WORK MONEY DEATH - The Space In Which The Uncontrollable Unknown Resides, Can Be The Place From Which Creation Arises (LP) (2021)


Wie empfehlenswert dieses Album der Band um Saxophonisten Tony Burkhill ist, ergibt sich zum großen Teil schon automatisch aus dem Verhältnis des Rezipienten zu den spirituellen Werken Alice Coltranes, dem Klassiker "Karma" ihres an jenen beteiligten Pharoah Sanders und der überlebensgroßen Inspiration wiederum jenes Albums, John Coltranes "A Love Supreme".

Es gibt also drei mögliche Ausgangslagen:

1. Jazz ist keine Musik und Du findest diesen Scheiß furchtbar.
Alter, komm mal klar! Wieso liest Du das hier überhaupt?

2. Du kennst die genannten Künstler/Alben (noch) nicht.
Beneidenswert! Du kannst mit diesem Album eine komplett neue Welt entdecken.

3. Du kennst und liebst diesen Scheiß!
Wenn Du nicht gerade zu der speziellen Stock-im-Arsch-Fraktion gehörst, die unverfrorene Huldigung prinzipiell als Majestätsbeleidigung ihres Heiligen Grals betrachten, musst Du mit "The Space In Which The Uncontrollable Resides, Can Be The Place In Which Creation Arises" sehr glücklich werden.

Denn dieses Album ist eine perfekte, authentisch zeitgenössisch klingende Hommage an die Giganten des Spiritual Jazz. Schon der Titel weckt ja Assoziationen zu "The Creator Has A Masterplan" und dem afrofuturistischen Big Band Sound des Sun Ra Arkestra ("Space Is the Place").

Und big klingen die beiden Longtracks "Dusk" und "Dawn" auch in jeder Beziehung. Dafür müssen Work Money Death allerdings gar nicht das ganze gigantische Besetzungsbesteckauffahren. Der größte Teil des Albums wird von einem klassischen Quartett aus Saxophon, Klavier, Bass und Drums bestritten, allerdings erweitert um zusätzliche, für den Eindruck epischer Breite entscheidend mitverantwortlicher Congas und Percussions.

Weitere Bläser, welche dazukommen, fügen sich da eher subtil, fast unbewusst ein. Im Finale allerdings, wenn sich schließlich Gesang dazugesellt, blüht das Album vollkommen auf und das Karma Supreme Worshipping erreicht seinen strahlenden Zenit.

Sind Work Money Death hier besonders innovativ? Nein. Doch das verlangt dieses Album ja auch überhaupt nicht.
Was es aber sein will, das ist es in Perfektion. Jede Note hier gold und voller Seele und Liebe zur Musik. Absolute, heilige Jazz-Ekstase!




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