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2012-03-19

PAIN OF SALVATION live in der Markthalle, Hamburg (15.03.2012)

Bevor ich hier diesen Monat vor lauter anderweitiger Beschäftigung noch gar keinen Blogeintrag im März habe, erwähne ich hiermit doch mal kurz das ich vergangenen Donnerstag die fabelhaften Pain Of Salvation auf ihrer Tour zum aktuellen Album "Road Salt Two" in der leider nur halb gefüllten Markthalle erleben durfte.

Pünktlich fuhr ich zu unserem Treffpunkt los, wo kurz nach mir unser Fahrer mit den Karten eintr... nein, halt, die Karten hatte er zu Hause vergessen. Also ging es erst eine Viertelstunde später ins Auto, in dessen CD-Player sich ein Tonträger zu viel befand, der mit Schere, Zange usw. erst einmal langwierig befreit wurde, ehe es dann wirklich Richtung Hamburg ging. Ein strategischer Tankstellenzwischenstopp und ein nochmaliges Kartenvergessen (diesmal im Auto) sorgten dafür, dass wir wirklich punktgenau in dem Moment den Konzertsaal betraten, als die Vorband ihren nicht dritt-, nicht vor-, sondern exakt den allerletzten Ton spielte.
Dem Applaus nach zu urteilen waren sie wohl nicht schlecht. Hmmpff...

Zum Glück war der Headliner den Eintrittspreis aber auch alleine wert. Gut gelaunt und charismatisch versprühten Pain Of Salvation ihr Progrock-Feuerwerk in die Menge, wobei der Schwerpunkt ganz deutlich auf "Road Salt Two" lag, von der neinahe alle Songs gespielt wurden.

Überraschend für jemanden, der die Band noch nie live gesehen hat, wie sehr sich der Gesang des zweiten Gitarristen überhaupt nicht vor Daniel Gildenlöws Stimme zu verstecken braucht. Überhaupt klasse Harmonien, die da angeliefert wurden. Musik stimmt ja sowieso, dazu eine spannende Setlist inkl. einem Stück auf mehr oder weniger obskuren Akustiksaiteninstrumenten und einem Instrumententausch (u.a. der Frontmann am Schlagzeug) im Zugabenteil.

Bühnenaufbau (Drumkit vorne rechts am Bühnenrand, hinten mehrere Podeste) und Lightshow waren auch sehr gut gemacht.

Dass die Markthalle wie eingangs erwähnt nur halb gefüllt war, ist im Grunde schon als frevelhaft zu bezeichnen. Wenn man im Jubel am Konzertende die Augen geschlossen hat, war dies allerdings nicht zu merken. Nein, unter den Anwesenden gab es über diesen Abend ganz klar keine zwei Meinungen.

Spitzenentertainment!

2012-02-12

Tonträger 2011, jetzt aber wirklich letzter Teil (10) : PAIN OF SALVATION

Da ist doch tatsächlich noch ein Album, welches ich fast unterschlagen hätte, weil es eher unerwartet aus einer CD-Sammlungsauflösung zu mir kam zu einer Zeit, in der ich es meist nur nebenbei während der Arbeit hören konnte. Dabei ist es nun wirklich erwähnenswert!

PAIN OF SALVATION - Road Salt Two (2011)

Multiinstrumentalist und Mastermind Daniel Gildenlöw ist mir zugegebenermaßen in erster Linie als Gastmusiker von Transatlantic und den Flower Kings ein Begriff. Ich kenne zwar auch die Alben "Scarsick" un "Remedy Lane", verzichte aber doch lieber darauf, diese Scheibe mit vorigen Werken in Vergleich setzen zu wollen.

Was ich definitiv sagen kann, ist, dass es wohl kaum eine Progrockband gibt, bei der selbst die kompliziertesten Läufe so nebenbei locker aus dem Ärmel geschüttelt wirken. Dabei steht Gefrickel trotz ständig in allen Musikstilen rumwildernder Gitarrenarbeit hier eigentlich nie als Selbstzweck im Vordergrund.
Nein, die Hauptrolle in dieser wilden Melange aus klassischem (Prog-)Rock zwischen Spock's Beard und Led Zeppelin, irrem Zirkus der Marke Mr. Bungle und einer Prise Western-Filmmusik spielt für mich doch der abwechslungsreiche, charismatische Gesang Gildenlöws, den ich in seiner Bandbreite am ehesten als Mischung aus Ian Gillan und Mike Patton beschreiben würde.

Oder um es einfacher auszudrücken: Das ist einfach geiler, abgefahrener Scheiß!

Mit dem Konzept des Albums habe ich mich noch nicht tiefer auseinandergesetzt, dabei ist das Booklet schon wegen der beinahe überinformativen Infotexte zu den einzelnen Songs lesenswert. Hier mal eine Kostprobe:
"Daniel sang all vocals, played fretless, fretted and slide guitars (mostly to the right in the mix), decided (in a moment of temporary brain dysfunction) to write and sing in French (of which he passed the grammars but failed the pronounciation of the word "donne"), delegated the bass playing three times before finally taking over the bass on his own, arranged and directed the string and wind sections and also bought a very expensive chromatic harmonica that he intended to use but never found the energy to learn how to play in the end."

Sympathisch. Und hörenswert natürlich auch.

Anspieltipps: The Deeper Cut, To The Shoreline, The Physics Of Gridlock, Eleven, Break Darling Break