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2018-07-26

MALIA - Ripples (Echoes Of Dreams)

Ja was? Natürlich ist hier gerade nicht viel los. Tippen ist bei diesen Dürresommertemperaturen einfach zu anstrengend. Und ich war auch ewig nicht auf einem Konzert.

Allmählich sammelt sich aber doch wieder einiges an reviewbedürftiger Musik an. Jazz ist ziemlich wichtig unter meinen aktuellen Anschaffungen. Ob hier nicht zur Besprechung angedachte Fusion- (Miles Davis - "Agharta") oder Advantgarde-Klassiker (Painkiller - "Execution Ground"), das erneut überlebensgroße neue Album von Kamasi Washington (Review demnächst) oder am anderen Ende des Spektrums angesiedelter, gefühlvoller Vocal Jazz.

Und jenen lege ich jetzt mal ganz entspannt auf.




MALIA - Ripples (Echoes Of Dreams) (LP + bonus 7") (2018)

Malia kommt ursprünglich ja eher aus der modernen Soul/Pop/R'n'B-Ecke mit gelassenem Jazzeinfluss. Und natürlich einem Gesang, der ganz enorm von Sarah Vaughan und Billie Holiday inspiriert ist. Anders als ihre Einflüsse war sie mir allerdings bisher jenseits von ja, das hab ich schon einmal gehört noch nicht geläufig. Die Akzente haben sich mit der Zeit offensichtlich immer mehr zum Traditionellen verschoben, was u.a. ein komplettes Nina Simone-Tributalbum einschließt, ohne jedoch neuere Klänge ganz zur Seite zu legen.

"Ripples" ist vielleicht die sanfte Kulmination dieser Entwicklung. Auch dieses Album ist eine Hommage, jedoch an Malias eigenes, 2004 erschienes Werk "Echoes Of Dreams".
Es ist eine im Unplugged-Geist entkernte Neuaufnahme jenes Albums. Die Songreihenfolge ist anders und die Instrumentierung beschränkt sich über die gesamte Laufzeit auf Klavier und Streicher-Terzett.

Es ist demnach zunächst einmal ein vollkommen unmysteriöses Album, dessen Geschichte sich wie bei allen künstlerisch integeren Werken dieser Art (z.B. Kylie Minogues "Abbey Road Sessions") darauf beschränkt, dass jemand offanbar einfach Lust darauf hatte, das eigene Material neu zu interpretieren.

Das einzige wirkliche Rätsel an diesem Album ist, warum die beiliegende Bonus-Single in billigster Zeitschriftbeilagenmanier in einer offenen Hülle mit Klebepunkten aufs Backcover gepappt werden musste. Das sah im noch eingeschweißten Zustand so aus:



Es bleiben oberflächliche Kratzer und Rückstande von den Klebepunkten.

Unnötiger Verpackungsquatsch, zumal das Ding ja ansonsten durchaus hübsch aufgemacht ist.




Keine Minuspunkte gibt es zum Glück bei der Musik auf "Ripples".

Das ganze Album ist eigentlich wie sein Frontcover: simpel und offensichtlich, aber eben auch stilvoll und wunderschön. Malias volle, samtig raspelnde Stimme steht ganz klar im Fokus und geht eine perfekte Symbiose mit dem sparsamen, manchmal geradezu brüchigen Klavierspiel Alexandre Saadas ein.
Die intime Direktheit dieser Aufnahmen könnte sie verletzlich, angreifbar machen, verleiht ihnen tatsächlich aber Substanz und Stärke. Wie ich bereits sagte: Dieses Album ist unmysteriös, und zwar im besten Sinne: Alle Karten liegen offen sichtbar auf dem Tisch, es gibt keinen Raum für Tricks. Und doch ist es unzweifelhaft voller Magie.

Auch wenn "Ripples" mit Unterstützung der Streicher zuweilen zu größerem Drama anschwillt, ist es insgesamt in erster Linie einfach ein sympathisch geerdetes und doch bezauberndes, angenehm entspanntes und entspannendes Album.
Prädikat: makellos. Kammermusikalisch unterlegter Vocal Jazz (mit Prisen von Soul und Blues) vom Feinsten.

Und die Bonus 7" ist nicht nur ein Herzkasperbeschleuniger beim Auspacken der Platte, sondern mit ihren exklusiven Interpretationen des Soulklassikers "The First Time Ever I Saw Your Face" und des John Lennon-Songs überhaupt, "Imagine", musikalisch eine durchaus sehr willkommene Ergänzung.

Highlights: Little Darling, Echoes Of Dreams, Imagine, I Miss You, After The Love, Unfastened



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