Sometimes German, sometimes English. • The title of this blog used to change from time to time. • Interested in me reviewing your music? Please read this! • I'm also a writer for VeilOfSound.com. • Please like and follow Audiovisual Ohlsen Overkill on Facebook!

2009-01-04

2009-01-01

2009



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(Zufallsauswahl; alle hier!)

2008-12-31

Gestern, heute, morgen

Jahreswechsel. Zeit des Rückblicks, des Resümierens, der Vorausschau.

Für den im Internet aktiven Hobbyfotografen traditionell die Zeit, in der er ein Ranking seiner besten Fotos des Jahres aufstellt und aus diesen dann hässlich gerahmte Collagen bastelt, in der er darüber reflektiert, was ihn in seiner hehren Kunst weitergebracht hat, in der er unter jedem Bild in jeder Community kitschige Neujahrsglückwünsche hinterlässt...
Nee, ich spar mir das mal weitesgehend.

Aber mit einem Bild des Jahres könnte ich - wenn ich mich denn entscheiden müsste - durchaus ohne großes Nachdenken dienen:

And so in the twilight of the living room Vladimir bravely faced the four-headed monster ...

Soviel zur Fotografie. :)

Kommt als nächstes natürlich das Fazit des Musikers.
Doch da ich ja gerade noch wegen Sehnenreizung Zwangspause vom Schlagzeug mache, was uns ja auch einen Auftritt vorigen Samstag gekostet hat, ist das momentan nicht wirklich mein Lieblingsthema. Ich bin aber zuversichtlich, beim nächsten Auftritt am 14. März in Windbergen wieder voll einsatzfähig zu sein. In den folgenden Tagen werde ich mal schauen, wie es sich anfühlt, wieder ein paar Takte zu trommeln. Heute habe ich ja immerhin endlich mal wieder die schwere Kiev-Kamera für ein paar Winterimpressionen mit mir herumgeschleppt - und mein gestriges Joggingrevival nach langer langer Pause hat mein Arm mir auch nicht krumm genommen... es ist also vorsichtiger Optimismus angesagt.


An dieser Stelle sollten dann wohl die Vorsätze fürs anstehende Jahr kommen.
Und tatsächlich habe ich davon wirklich eine ganze Menge.
Aber ich bin ja Softcoreblogger, der hier sowohl im Guten wie im Schlechten außerhalb der Themenkomplexe Bilder machen/kucken und Musik machen/hören nur wenig privates von sich preisgibt. Und das schließt auch einige meiner wichtigsten Vorsätze mit ein. ;)
Nur soviel: es sind zwar einige, aber sie sind durchaus alle aus mir selbst heraus realisierbar. Also keine Lottogewinn- und Supermodelheiratsphantasien.
Yes I can!

So, ich denke das war's mit meinem faulen Jahresendposting. Letzte Nacht war es so bitterkalt, dass ich kaum schlafen konnte, also will ich sehen, dass ich jetzt noch eine Mütze Siesta nachhole, bevor dann allmählich in 2009 hineingerutscht wird.

Einen Guten Rutsch wünsche ich auch allen, die sich dieses (und andere) Geschreibsel von mir freiwillig angetan haben - Ihr seid die besten! :)


2008-12-13

Opeth, Cynic & The Ocean (12.12.2008)

Das war ein geiles Konzert gestern in der Markthalle!

Wer meinen diesjährigen Wacken-Festivalbericht gelesen hat, der weiß, dass ich in erster Linie wegen Cynic nach Hamburg gefahren bin.
Und was soll ich sagen? Ich wurde selbstverständlich nicht enttäuscht. Der Auftritt ergänzte sich ziemlich gut zu dem in Wacken, da diesmal statt der "Focus"-Klassiker fast ausschließlich Lieder des genialen neuen Albums "Traced In Air" gespielt wurden:
  • Nunc Fluens
  • The Space For This
  • Evolutionary Sleeper
  • Celestial Voyage
  • Adam's Murmur
  • King Of Those Who Know
  • Integral Birth
Hach, ich bin allerhöchst entzückt! Vor allem "King Of Those Who Know" ist wohl einer der besten Songs, die derzeit auf den Bühnen dieser Welt gespielt werden. :)

Der einzige Wermutstropfen war die doch arg kurze Spielzeit, welche auch keine Zugabe zuließ. In der Beziehung wäre mir ein Cynic-Headlinergig natürlich lieber gewesen.

Was allerdings nicht heißen soll, dass die anderen Bands schlecht gewesen wären. The Ocean überraschten mich insofern nicht, als dass sie ziemlich genau so klangen, wie ich mir eine mit Opeth tourende Metalband namens "The Ocean" vorgestellt hatte. ;) Das war aber gar nicht übel. Sehr massig, mächtig, aus der Tiefe kommend. Allein der Sänger war mir jenseits seiner Anselmo-Schreihalserei eine Nummer zu unflexibel.

Den Headliner Opeth hatte ich ja schon dreimal in Wacken gesehen und konnte mir von daher schon sicher sein, gut unterhalten zu werden. Da ich aber außer der mittlerweile schon betagten "Blackwater Park"-Scheibe nur einzelne Songs halbwegs kenne / mal gehört habe und somit nur mit zwei Stücken des Sets vertraut war, schlich sich anfangs schon die eine oder andere Länge ein. Nach ein paar Stücken ging die Spannungskurve dann aber nach oben. Vielleicht sollte ich mir doch irgendwann nochmal den einen oder anderen Tonträger der Schweden zulegen.
Die bis an die Decke ausverkaufte Markthalle hatten sie auf jeden Fall verdienterweise voll im Griff.

Maximalqualitätshandygrafie von Opeth:


Fazit: Nächstes Mal bitte Cynic mit extralangem Set auf Headlinertour; und es wäre cool, wenn ich auch mal wieder nicht alleine zum Konzert fahren müsste. ;)
Dennoch: mjammjamm!

2008-12-07

365 Tage

So viel, wie ich knipse, sollte ich es doch eigentlich auch schaffen, ein Jahr lang jeden Tag einen Digiknips abzuliefern.
Und es kann ja nicht schaden, mit der Kamera mal etwas routinierter zu werden.

Dachte ich mir und bin Mitglied bei project 365 geworden.

Eigentlich wollte ich ja erst am 1. Januar anfangen, mich dieser Herausforderung zu stellen, aber da ich nicht allzu oft wie dieses Wochenende einen Bratapfel esse oder mich in der Speicherstadt rumtreibe, habe ich's einfach mal vorgezogen. ;)


2008-12-05

PayQual

Ich schreibe eigentlich eher selten im angefressenen Zustand e-Mails.
Diese hier vom 05. November 2007 war jedoch so eine:

Guten Tag,

Da habe ich also die (scheinbar nicht so gute) Idee, nach längerer Zeit mal wieder eine Online-Bestellung per Paypal zu bezahlen, und Sie wollen zum Dank meine Stromrechnung?
Warum nicht auch noch mein polizeiliches Führungszeugnis oder den Kassenbon meines letzten Supermarkteinkaufes?

Sorgen Sie bitte dafür, dass die XXX zügig und ohne Probleme meine 22,74 Euro erhält (Transaktionscode: XXX), aber verschonen Sie mich doch bitte mit solchen seltsamen Gängeleien!

Wie gesagt: Bringen Sie die Transaktion bitte reibungslos zu Ende!
Was Sie DANACH mit meinem Konto anfangen, ist mir gleich, denn in Zukunft werde ich mich gewiss bemühen, einen weiten Bogen um Ihren Service zu machen.

Gruß,
Stephan Ohlsen

Da ich bis heute nicht eingesehen habe, warum nach einer vollkommen legalen, gewöhnlichen, unverdächtigen Überweisung einer ebenso gewöhnlichen Geldsumme willkürlich mein Konto gesperrt und Kopien von Personalausweis, letzter Gas-, Wasser- oder Stromrechnung, sowie eine Existenzbescheinung des Einwohnermeldeamtes von mir verlangt wurden, habe ich es bis heute auch problemlos so gehalten. Also das mit dem weiten Bogen, meine ich.

Blöd ist nur, dass diese Organisation auf ebay, wo ich gerade seit langer Zeit mal wieder einiges verscherbele, so ein unvermeidbarer Platzhirsch geworden ist. Überall wird dem Käufer erzählt, dass nur PayPal vertrauenswürdig ist, und Versand ins Ausland kannst Du als Verweigerer auch knicken, da dieser in einige Länder ohne PayPal schon gar nicht mehr möglich ist.

Und wenn Du dann von potentiellen Käufern gefragt wirst, ob sie per PayPal zahlen können, Du ihnen am liebsten "Nein, weil das eine unseriöse Pissertruppe ist, die mich mal am Arsch lecken kann!" entgegenbrüllen möchtest, was Du aber selbstverständlich nicht tust, dann baut sich durchaus ein gewisses Aggressionspotential auf, welches nur durch einen Blogeintrag kompensiert werden kann. *g*

2008-11-17

LAIBACH - Kunst der Fuge

- real time review -



LAIBACH - Kunst der Fuge (2008)

Laibach
interpretieren Johann Sebastian Bach. Eigentlich ja höchste Zeit, zumal der Komponist ja sogar sogar im Namen der Slowenen enthalten ist.
Es gibt aber wohl auch andere Gemeinsamkeiten, wie z.B. einen oftmals sehr verkopften, akademischen Ansatz, welcher jedoch weder das Hörvergnügen trübt noch einen gewissen Humor vermissen lässt.

Als wichtiges Beispiel sei da Bachs Umgang mit seinem eigenen Namen genannt, welcher sich im häufigen Gebrauch der Tonfolge B-A-C-H, mit welchen er viele seiner Werke und Überarbeitungen von Werken anderer Komponisten sozusagen signiert hat.
In ihrer "Kunst der Fuge" persiflieren Laibach jene Unterschrift, indem sie im "Contrapunctus 7" eine Kraftwerk-Computerstimme ihren Bandnamen singen lassen.

Ich will mich hier gar nicht überweit aus dem Fenster lehnen und den Musiktheorie- und Klassikexperten mimen, also sei gleich gesagt, dass ich meine Information über Bach und die Fuge - ähnlich wie Laibach die Informationen über die Nationalhymnen im Booklet ihres Albums "Volk" ;) - lediglich aus der Wikipedia beziehe.
Obwohl ich mit dem Komponisten also ansonsten gar nichts am Hut habe, kommt mir gerade das B-A-C-H-Thema als Laibach-Fan jedoch sehr vertraut und typisch vor. Ich nehme an, es ist nicht das erste Mal, dass der gute Mann Einfluss auf ihre Musik genommen hat.

Die "Kunst der Fuge" besteht ausschließlich aus verschiedenen Variationen eines einzigen Themas, ein Ansatz den Laibach im Grunde ja auch schon verfolgt haben, z.B. auf dem Tonträger "Sympathy For The Devil", welcher acht verschiedene Versionen des Rolling-Stones-Hits enthält.

Musikalisch hat Laibachs Fuge mit jenem Werk aber kaum etwas gemeisam. Ebenso unterscheidet es sich deutlich von allen anderen regulären Alben. Weder die stampfenden Rhythmen der Achtziger noch die tanzbaren Beats von "NATO" oder "WAT" finden sich hier. Und vor allem fehlt bis auf die bereits erwähnte synthetische Stimme in "Contrapunctus 7" auch jeder Gesang. Das prägende Tiefgespreche von Milan Fras als Markenzeichen hat hier also komplett Sendepause.
Ebenso fehlt auch jedes echte Instrument. Da Bach keine feste Instrumentierung vorgeschrieben hat, nehmen Laibach sich die Freiheit, ihn als Pionier der Elektromusik zu inszenieren und komplett am PC zu arrangieren.
Im Digipak der CD stehen dazu folgende zwei Zitate:


"It's easy to play any musical instrument: all you have to do is touch the right key at the right time and the instrument will play itself." (Johann Sebastian Bach)

"It's easy to play Bach: all you have to do is open the right program on the right computer and Bach will play itself." (Laibach)

Dementsprechend war die Uraufführung des Werkes im Sommer 2006, im Rahmen des Bachfestes in Leipzig, auch eher eine Kunstperformance als ein Konzert. Während der Computer spielte, gab es die üblichen Filmchen zu sehen und Laibach spielten "Kreuzschach für vier Spieler".

Dieses Jahr folgten im Zuge der CD-Veröffentlichung jedoch noch ein paar Konzerte, auf denen die Fuge tatsächlich live gespielt wurde, auf vier Keyboards und elektronischen Drumpads. Die Bilder und qualitativ eher mauen Aufzeichnungsschnipsel, die davon im Netz kursieren, erinnern gewiss nicht zufällig ein wenig an Kraftwerk. Ich hoffe ja, dass es eine der Aufführungen irgendwann als DVD geben wird. Schließlich ist zwischen "Divided States Of America" (numeriert mit 3) und der Volk-DVD (Nr. 6) ja noch Platz im Regal...


Und was erwartet einen hier nun musikalisch?

Trotz der volldigitalen Adaption bleibt das Werk sehr dynamisch. Hier wabert es lange tief und bedrohlich, dort sprudelt es rhythmisch auf, es stolziert, tröpfelt, quietscht und ziept... dabei bewegt es sich aber immer irgendwie unstet voran. Es gibt keinen wirklich abgeschlossen wirkenden Melodiebogen, keine "Hookline" für den Popmusikkonsumenten. Die Tonfolgen verschieben sich, scheinen ständig auf der Suche nach ihrer Auflösung zu sein. Nein, ganz leichte Kost ist dies wahrlich nicht. Besonders gegen Ende, ab "Contrapunctus 11", wird es schwierig, als die Komposition wie eine Schallplatte zu knistern, aber auch zu springen beginnt. Das ist finster, das ist anstrengend. Zum Glück wird es danach zum Anschluss mit einigen recht lustigen Sounds wieder etwas leichtfüßiger.

Nein, die "Kunst der Fuge" ist wohl nichts, was man mal so nebenbei auf einer Party reinschmeißt. Wenn man sich jedoch ein wenig Zeit für sie nimmt, ist sie ein sehr erfüllendes - und vor allem bei jedem Hören wachsendes - Klangerlebnis.

Fazit: Laibach mal (wieder) ganz anders, aber (selbstverständlich) alles andere als schlecht.



So, damit hätte ich nun alle 2008 erschienen CDs meiner Sammlung besprochen. ;)

2008-11-15

CYNIC - Traced In Air

- real time review -

Traced in Air album cover

CYNIC - Traced In Air (2008)

Eigentlich ist es ja ziemlich dreist, wenn sich eine Band nach fünfzehn Jahren Sendepause mit einem Album zurückmeldet, welches es nur auf 35 Minuten Spielzeit bringt. Eigentlich.
Aber wir reden hier ja vom Reunionswerk der legendären Cynic.

Jene Cynic brachten es vor ihrer Auflösung nur auf ein einziges Studioalbum, "Focus", welches es mit seiner absolut einzigartigen und sich jeder Beschreibung entziehenden Musik geschafft hat, mich all die Jahre immer wieder zu erfreuen und niemals zu langweilen. Es gibt wohl kaum ein anderes Album, welches mich so lange ohne nennenswerte Pausen begleitet hat. Und jenes "Focus" brachte es auch nur auf eine unwesentlich längere Spielzeit als nun "Traced In Air".

Da in einem Cynic-Song mehr steckte, als die meisten anderen Bands im Laufe ihres gesamten Daseins auf die Reihe bekommen, galt bei ihnen der von mir zumeist bei Tonträgern angesetzte Maßstab "mehr ist mehr" ähnlich wie bei Slayers "Reign In Blood" ausnahmsweise nur bedingt.

Galt und gilt!

Denn soviel sei gleich gesagt: Die vier Ausnahmemusiker Paul Masvidal, Sean Malone, Sean Reinert und Neuzugang Tymon schaffen es scheinbar mühelos, an ihre Großtat aus den Neunzigern anzuknüpfen. Es gibt also, wie ich im Wacken-Review bereits vereinfachend sagte, wieder jene Mischung aus (Death) Metal und Mahavishnu Orchestra.

Natürlich merkt man, dass seit "Focus" viel Zeit vergangen ist. An den instrumentalen Fähigkeiten nicht unbedingt, denn die waren ja schon damals auf einem schwindelerregend hohen Niveau. Vor allem drei Dinge unterscheiden "Traced In Air" deutlich vom Vorgänger:

1. Die Produktion ist selbstverständlich heutzutage wesentlich kräftiger.
2. Der cleane Gesang wird zwar wieder durch den esoterischen Effektwolf gejagt, wirkt dabei aber weniger computerhaft, was vor allem daran liegen könnte, dass Masvidals stimmliche Fähigkeiten sich enorm entwickelt haben. Dies merkt vor allem an den Falsettpassagen.
3. Das Songwriting ist tatsächlich noch reifer geworden. Selbstverständlich wird einerseits gefrickelt, bis der Arzt kommt; es geschieht jedoch noch mehr als vorher im Sinne des Songs, der Stimmung. Die sich durch's ganze Album ziehende Stimmung ist tatsächlich noch dichter als in der Vergangenheit.

Einzelne Songs könnte man selbstverständlich, muss man aber nicht herausheben. Zum einen ist alles auf konstant überirdischem Niveau, zum anderen wirkt das Album vor allem als Einheit.
Alles fließt hier ins andere, seien es die Gitarren die von einem Moment zum anderen von Jazz zu heftigen Riffs zu packenden Soli wechseln, oder die unglaublich dynamische Rhythmusarbeit an Bass/Chapman Stick und Drums.
Aber auch die Texte fließen. Philosophische, spirituelle, verdichtete Lyrik, die sich nicht eindeutig entschlüsseln lässt, einem jedoch den Eindruck vermittelt, als würde es auf diesem ja so kurzen Werk um nichts anderes gehen, als um die gesammelten Emotionen des kompletten Menschseins an sich.

Dazu noch ein wundervolles Booklet, welches nicht nur gekonnt an "Focus" anknüpft, sondern (zumindest in der limited edition) sogar noch einen oben drauf setzt, indem es auch noch jedem Song sein eigenes mystisches New-Age-Kunstwerk schenkt, was das Durchblättern und Mitlesen zu einer echten Freude macht.

Während in meinem Player nun bereits mit dem abschließenden "Nunc Stans" mein persönlicher Lieblingstrack läuft, kann ich eigentlich nur zu einem Fazit kommen:
Angesichts des Stellenwertes, den "Focus" für mich persönlich hat und der Tatsache, dass Cynic auf dem Nachfolger keinen Deut nachgelassen haben - eher im Gegenteil! -, ist "Traced In Air" trotz des mächtigen "Death Magnetic" für mich eindeutig... das Album des Jahres! Mindestens!



[edit ein paar Stunden später: Ok, ok... ohne eine kleine, aber notwendige Abweichung vom ursprünglichen Konzept komme ich bei meinem "real time reviews" wohl doch nicht aus, nämlich nach Ablauf der CD-Spielzeit (=Beendigung des Textes) doch noch einmal vor der Veröffentlichung Korrektur zu lesen und die gröbsten Orthographiefehler und Doppelungen auszumerzen. Hier standen ja bis vorhin noch ein paar ganz haarsträubende Sachen wie z.B. "wäre" statt "während". *g*]

2008-11-10

Das ultimative Spam-Gestrypp

Meine drei Free-Accounts in der FC (vormals u.a. bekannt unter Stephan Ohlsen, S. Ohlsen, Der Ohlsen, Der Zweitohlsen, Der Ruinator, Der benutzerfreundliche Benutzerfreund, Liebe ist in der Luft, Starfotograf Liebe ist in der Luft, Stuntfotograf Sievers ist in der Luft, Die Geburt Erich Ribbecks aus dem Geist des Fußballs, Konventionen sind Kokolores, Convenience au Chocolat, Convoy di Coco Jambo, Der Kowboy mit dem Koks, denn die Europameisterschaft ist ja im Grunde nichts anderes als die Weltmeisterschaft der Herzen, Startrainer Erich R., Starimperator Superfotografenpräsident, Starfotografengottkaiser Knipserkönig, Propagandaministerium der CCPP - Abt. Volksbeglückung) sind jetzt mal wieder komplett aufgeräumt und neu durchkonzeptioniert:

2008-11-09

Die böse 88... Wir sind Hitler!

Zu den ja eigentlich eher harmlosen aber dennoch unerträglich lästigen Eigenheiten von Nazis gehört die Vereinnahmung eigentlich ganz alltäglicher Dinge durch diese Gruppe - und sei es auch nur in der Wahrnehmung des entgegengesetzten Spektrums.
So stieß ich im sehr lesenswerten Hitlerblog der taz vor einiger Zeit auf diesen absurden Screenshotbeleg, dass man noch nicht einmal mehr 1988 geboren sein darf, ohne dadurch im Verdacht der GröFaZ-Verehrung zu stehen.

Nach dieser Logik stecken mein Umfeld und ich auch ganz tief drin in Hitlers Hintertür.
So hat vorgestern meine Schwägerin ein Auto angemeldet und sich als Zahl am Ende des Kennzeichens die 99 gewünscht, weil sie in diesem Jahr meinen Bruder kennengelernt hat. War allerdings nicht mehr frei, worauf ihr die 88 angeboten wurde. 88 = acht mal elf. Er hat ja auch am 08.11. Geburtstag, passte also auch irgendwie, hat sie also genommen.
Und was ist mein erster Kommentar zum Auto: "Na, seid ihr auch unter die Nazis gegangen?"

Auch sagte ich natürlich, weil eine meiner Lieblingskameras bekanntlich die wunderbare ukrainische Kiev 88 ist. Für die habe ich mir vor ein paar Tagen mein drittes Objektiv, ein Calejnar 3B 2.6/150 geholt. Freu mich schon sehr darauf, damit rumzuspielen. :)

Mit der Kamera habe ich dieses Jahr übrigens auch auf einer Hochzeit fotografiert. Es war die meiner Schwester und sie fand - uuuhuuhuuhuuu - am 08.08.2008 statt.

Mannmann, es wird wirklich allerhöchste Zeit für die intelligenzbegabte Zivilgesellschaft, die allgemeine Zahlenhoheit komplett zurückzugewinnen. In diesem Sinne: Schtonk!

2008-11-04

a few minutes ago live on CNN

Vor wenigen Minuten live auf CNN: Barack Obama gibt in der amerikanischen Präsidentschaftswahl seine Stimme ab.

Gefühlte 10 bis 15 Minuten steht er an einem dieser supermodernen Wahlterminals. Was zum Henker macht er da so lange? Irgendetwas lesen, tippen... man sieht es ja leider nicht. Nebenan ebenso seine Frau. Anscheinend gibt es zwischendurch Wartepausen (in denen die Maschine vielleicht McCain-Wahlwerbespots zeigt?) und Obama seiner Tochter diesen Wahnsinnsapparat erklären kann. Am Ende drucken sie beide einen riesigen Wisch ab, der dann an anderer Stelle nochmal in einen Computer eingelesen wird... Alles sehr kryptisch für meine mitteleuropäischen Augen.

Nur wenige Minuten später wird ein Korrespondent unterbrochen, um live zur Stimmabgabe von Obamas Vize Joe Biden zu schalten. Dieser geht in eine Wahlkabine, zieht den Vorhang zu und kommt - zack! - nur wenige Augenblicke später grinsend wieder heraus.

Vielleicht kann diese Szene den Amis ja ja für die nächste Wahl als Entscheidungshilfe für ein einheitliches Stimmabgabesystem dienen. Ich persönlich empfehle einen Zettel mit den Namen der Kandidaten und einem großen anzukreuzenden Kreis dahinter in Verbindung mit einer Wahlurne. Geht schnell und vermeidet überlange Warteschlangen.

Allerdings könnte es so passieren, dass der Präsidentschaftskandidat evtl. genauso kurz oder gar kürzer als sein Vize im Fernsehbild zu sehen ist.



Nachtrag: Inzwischen bin ich über den Grund für Obamas lange Bildschirmpräsenz aufgeklärt. Es wurde in seinem Wahlbezirk wohl noch über ein Dutzend andere politische Posten abgestimmt. Das könnte man ja auch nicht an einem anderen Tag machen, am Wochenende zum Beispiel. ;)

2008-10-20

METALLICA - Death Magnetic

- real time review -


Unerhört! Der Oktober ist schon fast zu zwei Dritteln vorbei und hier tut sich nichts!
Das mag daran liegen, dass meine üblichen beiden Standardthemen z.Zt. wenig hergeben. Der nächste Auftritt meiner Band ist erst Ende November (Kellinghusen, Ulmenhofschule) und fotografiert habe ich während der letzten Wochen auch kaum. Höchstens die Neuveröffentlichung einiger meiner schönsten Holgabilder aus der Schweiz vom Sommer 2006 auf flickr ist in dieser Hinsicht erwähnenswert.

Deswegen probiere ich heute mal etwas neues, nämlich ein CD-Review. Für so etwas fühle ich mich zwar generell gar nicht qualifiziert, aber ich sehe es auch eher als Übung für mich selbst an, um die Geschwindigkeit meines Schreibflusses mal etwas zu erhöhen. Ich bin nämlich ehrlich gesagt ein ziemlicher Lahmarsch beim Formulieren von Texten. ;)
Das Zeitlimit für meinen Text bestimmt die CD selbst - ich tippe einfach, während ich die Scheibe höre. Mal sehen, ob ich das auf die Reihe bekomme. Um es mir für den Anfang nicht allzu schwer zu machen, teste ich dieses Konzept nun an einer relativ langen Scheibe, die wohl nicht nur bei mir gerade in Dauerrotation läuft, nämlich Metallicas "Death Magnetic".
Jaja, ich weiß, die unoriginellste Wahl, wo gibt...

Ok, e-Mail und Messenger offline. Uuund PLAY!


METALLICA - Death Magnetic (2008)

Also, los geht's. Schönes, mit diversen klassischen Metallica-Trademarks versehenes Intro. Praktisch auch, um die Lautstärke zu justieren. Würden die Jungs gleich voll lospreschen, könnte es sonst gefährlich für die Gehörgänge werden, da die CD wirklich verdammt laut ist. Das ist für mich aber auch das einzig störende am Sound. Es gibt ja sogar alberne Onlinepetitionen, in denen ein neues Mastering gefordert wird, weil's manchmal etwas ranzt... *kopfschüttel*
Apropos *kopfschüttel*: "That Was Just Your Life" geht nach dem Intro gleich richtig flott thrashig ab! Besonders auffällig der schnelle und deutlich jünger als auf den letzten Alben klingende Gesang von James Hetfield. Da die Saiteninstrumente entgegen aktueller Trends wieder auf 80er-Jahre-Niveau hochgestimmt wurden, ist der Gesang auch wieder etwas höher und dadurch frischer. Eine sehr effektive Maßnahme! Und während man sich noch darüber freut, kommt auch schon das erste von zahlreichen auf "St. Anger" bekanntlich vermissten Gitarrensoli, in denen sich Kirk Hammet scheinbar die lange Abstinenz von der Seele zu hexen scheint. Sehr in den Vordergrund gemischt - fast wie manchmal bei Slayer! Sehr geil!

Inzwischen läuft hier übrigens schon das Solo vom zweiten Song "The End Of The Line". Gleich kommt der ruhige Teil ab Minute 6. "The slave becomes the master", die erste Zeile, die sich bei mir regelrecht ins Gehirn eingebrannt hat. Mag daran liegen, dass man natürlich sofort an "Master Of Puppets" denkt. ;)
Aber nicht nur diese Zeile erinnert auf "Death Magnetic" an MOP. Insgesamt erinnert mich das Album auch textlich aber eher an meinen Metallica-Favoriten "And Justice For All".
Wirklich unzitiert bleibt aber keine Schaffensphase der Band. So finde ich mich beim dritten Song "Broken, Beat And Scarred" beispielsweise durch den sehr repetiven Text an "St. Anger" erinnert, was ausdrücklich nichts schlechtes ist, da ich die Scheibe - gerade auch wegen des so oft gescholtenen rohen Sounds - sehr gerne mag.
Ich gehöre allerdings nicht zu jenen Leuten, die alle Metallica-Auswürfe vergöttern. Mein Liebling ist wie gesagt AJFA, dazu liebe ich wie jeder geschmacksbegabte Metalfan MOP. ;)
Die ersten beiden Alben waren mir niemals so wichtig. Natürlich sind einige Songs absolute Klassiker, aber ich habe sie nie selbst auf Tonträger (abgesehen von Kopien auf Kassette, wer erinnert sich?) besessen. Das schwarze Album würde ich gerne mal wieder hören, kann's aber nicht finden. Danach hat mich die Band dann kaum noch interessiert, bis zum katharsischen "St. Anger" vor 5 Jahren eben.

Jetzt bang ich mal wieder eine Runde...
Es läuft gerade das im Radio lächerlicherweise nicht mitgespielte Finale der Single "The Day That Never Comes". Strukturell die klassische Halbballade im Stile von "Sanatorium" oder "One". Ich mag den Song und sogar das dazugehörige Video, was im Normalfall eher selten vorkommt.
Ok, ich sage es gleich - ich mag alle Songs von "Death Magnetic". *g*
So frisch, so nach vorne preschend, so ausufernd aber niemals langweilig gab es Metallica seit Ewigkeiten nicht mehr. Und die Sache mit dem Sound... hach... Ehrlich gesagt finde ich es einfach nur erbärmlich, wie sich heutzutage über irgendwelche Klangkleinigkeiten aufgeregt wird. Mann Leute, solange die Mucke geil ist, ist der Sound doch echt Banane. Klar, man hört mal wieder kaum, was der Bassist macht - nichts wirklich neues bei Metallica, so sind sie eben... aber wen interessiert's? Die Scheibe geht direkt in die Fresse und klingt dynamisch wie kaum eine andere moderne Metal-CD. Und wie ist die Reaktion mancher Fans darauf? Weil das Schlagzeug nicht wie gewohnt nach Computer klingt (ist es bei sehr vielen Metalscheiben ja auch) wird gefolgert, dass Lars Ulrich wohl nicht spielen kann. Autsch.

"Suicide - I've already died..."
Der Refrain von "Cyanide" hat mich gerade glücklicherweise aus meinem Hirnschmerz gerissen. Grandios! Und wieder eines dieser fantastischen Hammet-Soli. *schwärm*

Gleich kommt der einzige Track, bei dem ich zunächst skeptisch war. "The Unforgiven III" klingt vom Titel her natürlich nicht gerade sehr kreativ. Am Anfang Klavier und Streicher und dann ein halbballadesker Midtempo-Song... der sich tatsächlich spätestens nach dem dritten Durchlauf als bärenstark erweist, auch wenn hier mal nicht aufs Gaspedal getreten wird.

Hmm... jetzt wird's schwierig. Kaum erwähne ich Kreativität, hat mich selbst das Schreibloch ereilt.... *erstmaleinpaarMinutennurzuhör*

Ok, mit "The Judas Kiss" geht es nun wieder deutlich brutaler und vertrackter weiter. Ich möchte mal behaupten, dass der Song zum besten gehört, was die Jungs je komponiert haben. Auch textlich... überhaupt hat sich Hetfield hier einige sehr "nette" Sachen von der Seele geschrieben.
Man glaubt kaum, dass es noch geiler werden kann, aber was passiert? Mit "Suicide & Redemption" (ein Titel der das lyrische Konzept des ganzen Albums widerspiegelt) kommt doch tatsächlich ein 10-minütiges Instrumentalstück! Das hat's lange nicht gegeben - meiner Meinung nach das beste Metallica-Instrumental seit Dream Theaters "Stream Of Consciousness", auch wenn es gegen Ende einen der wenigen schwächeren Momente des Albums enthält, als Metallica für eine halbe Minute versuchen, statt nach Metallica nach Deep Purple zu klingen. Ansonsten aber allerfeinst!

Das Abschließende "My Apocalypse" gehört dann kompositorisch eher zu den simpleren Werken der Band, schüttelt dafür aber nochmal in lupenreiner Thrashmanier so richtig die Birne durch. Wieder einmal lassen an einigen stellen Slayer grüßen. Herrlich!


Fazit Nr.1 : Mit dem Todesmagneten haben Metallica ein Meisterwerk abgeliefert, von dem ich mir sicher bin, dass es sich auch längerfristig in meinen persönlichen Metallica-Top-3 etablieren kann, es sei denn, sie schaffen es tatsächlich, dass mit dem nächsten Output noch zu toppen. Aber bitte nicht erst wieder in fünf Jahren!
Und außerdem: Das Wackenticket für 2009 war sauteuer! Also, wo bleibt endlich die Bestätigung für den Night-To-Remember-Hauptact? ;)

Fazit Nr. 2: Ich bin vollkommen unkritisch, was dieses wohl ohnehin sehr mäßig strukturierte und unvollständige Review vermutlich ziemlich überflüssig macht. Aber egal, ich hab's immerhin in der Zeit geschafft!
Mal schauen, vielleicht schnapp ich mir irgendwann noch andere Alben aus meiner Sammlung für ein Real-Time-Review....

*nochdierestlicheMinutemitbang*

2008-09-28

Nindorf gerockt

Gestern hat Das Rote Universum mal wieder auf einer Party gespielt und dabei einigen Widrigkeiten getrotzt. Und damit meine ich nicht den Nebel, der vor allem die Rückfahrt zu einer äußerst zähen Angelegenheit werden ließ... ;)

Den Konzertbericht gibt's wie immer im Roten Logbuch.

2008-09-27

Scheinwerfer an!

Außer dass ich dort ab und zu ein paar Bilder hochlade und "Knipskiste" spiele, bin ich auf SternVIEW eigentlich fast gar nicht aktiv.

Umso mehr freut es mich daher, dass ein Bild von mir für den Artikel "Mittelformat" der Oktober-Ausgabe des e-Papers VIEW Spotlight ausgewählt wurde. :)

2008-09-21

ROOM 606

Guten Morgen!

Da ich gerade das letzte Foto daraus veröffentlicht habe, möchte ich hier heute einmal auf meine kleine Hotelzimmerserie aus der Superbude (Hamburg) hinweisen. :)

Abgesehen von ein paar digitalen Lensbaby-Schüssen, worauf ich dann doch nicht so große Lust hatte, sind alle Fotos mit der Kiev 88 entstanden. Da ich nach einem langen W:O:A-Wochenende wohl nicht ganz bei der Sache war, habe ich die Bilder großenteils gnadenlos überbelichtet, was durch kürzestmögliche Entwicklung jedoch zum Glück sehr gut kompensiert werden konnte.

Ein paar Bilder sind wegen bösem Brust/Nippel-Alarm der Sicherheitsstufe "mittel" zugeordnet und deswegen eigentlich für Nicht-Flickr-Mitglieder unsichtbar. Um die Serie komplett zu sehen, klickt einfach auf diesen Gästepass!

2008-09-17

Pseudorama

Seit kurzem besitze ich eine Toycam - genauer gesagt eine FunCam - mit "panoramic lens"!
Beeindruckend, was?

In Wirklichkeit ist es natürlich eine stinknormale Plastiklinsen-35mm-Knipse, an der sich hinten eine Maske befindet. Dieses Pseudo-Panorama ist vermutlich das unsinnigste, auf jeden Fall das unökonomischste mir geläufige Filmformat.
Das unter Plastikknipsern bekannteste Beispiel für solcherlei künstliche Formatverkleinerung dürfte wohl die ungeliebte 4,5x6er-Maske für die Holga sein, an welche mich Nadjas Blog gerade gestern erinnerte. Für diese lässt sich aber immerhin argumentieren, dass man damit ja 4 Bilder mehr als sonst belichten kann.
Beim Pseudorama bleibt die Breite aber die gleiche, d.h. man verschenkt im Grunde die Hälfte der potentiell belichtbaren Filmfläche.
Dazu hakt und klemmt es in meinem speziellen Fall auch noch bei Auslösen und Filmtransport, und der Bildzähler bewegt sich fast gar nicht, so dass man ähnlich wie bei der zählerfreien Pingo selbst mitzählen muss, oder man knipst eben im Blindflug.

Aber zum Glück ist das alles relativ Banane, denn auch eine Fake-Format kann ja Freude bereiten und schöne Bilder machen! :-)


2008-09-03

Das Rote Universum im Roten Salon und ein Blick hinter die Kulissen eines tippenden Schlagzeugers

Gestern haben wir in Kiel gespielt.

Es war ein guter Auftritt, einer von der Art, wo ich mich mit dem Bericht für das Rote Logbuch immer schwer tue. Bei im Großen und Ganzen gelungenen Gigs lässt sich ja immer schwer etwas schreiben, ohne sich in zu vielen uninteressanten Details zu verlieren oder allzu selbstherrlich zu wirken.

Die Abwägung, was man erwähnt und was nicht, nimmt beim Verfassen meiner Band-Berichte allgemein tatsächlich oft die meiste Zeit in Anspruch. Und das aus ganz verschiedenen Gründen.

So gibt es, um mal mit dem unerfreulichsten anzufangen - und das betrifft jetzt ausdrücklich nicht dieses Konzert -, in der peacigen Muckerwelt, in der jeder jeden lieb hat, ja tatsächlich auch extrem unkollegiale Bands und Veranstalter, über die man im real life herzlich ablästert, was sich im Netz verewigt aber weniger gut macht. ;)

Überhaupt schreibe ich oft nur sehr wenig oder gar nichts über andere Gruppen, auch wenn die Leute total in Ordnung sind und geile Musik machen. Dies geschieht nicht aus Bosheit, sondern einfach, um den Fokus auf unserem subjektes Erleben als Das Rote Universum zu lassen.
Wenn man zu subjektiv wird, läuft man anderseits Gefahr, Nichtmusiker (ok, dazu zähle ich als Drummer ja eigentlich auch...) zu langweilen. Und jeden vom Publikum oft gar nicht bemerkten Verspieler oder jedes technische Problemchen festzuhalten, wäre ohnehin eine nicht zu bewältigende Sisiphusarbeit. *g*

In Wewelsfleth hatte ich stark damit zu kämpfen, statt mit meiner Doppelfußmaschine auf ein richtiges Bassdrumfell mit nur einem Fuß auf ein Elektrodrumpad zu treten, weshalb wir spontan auch einen Song streichen mussten. Hat aber vor Ort sonst niemanden gejuckt und wenn ich's in den Bericht packe, lässt es mich natürlich auch als unflexiblen Stümper erscheinen. ;)
Gleiches gilt für ein ähnliches Problem in Kiel, wo Sönke nach dem bierbedingten Teilausfall seines Verstärkers quasi im Blind- bzw. Taubflug spielen musste, weshalb wir die Premiere eines ohnehin noch nicht ganz ausgefeilten neuen Songs lieber auf den nächsten Auftritt verschoben haben.

Ich habe auch drüber nachgedacht, meinen ungeschickten Stolperer kurz vor dem Auftritt zu erwähnen, bei dem ich mir mit Anlauf einen großen Zeh am Bühnenrand gestoßen habe. Mir erschien das dann jedoch als zu peinlich und weinerlich, zumal mich das beim Spielen nicht behindert hat und gestern auch noch nicht so weh tat wie heute.

Dass wir es endlich mal wieder hinbekommen haben, einen Gig komplett mitzuschneiden, habe ich ausgelassen, da es so eine größere Überraschung darstellt, falls tatsächlich mal etwas davon veröffentlicht wird. ;)

Und dann wäre da natürlich die kindliche Begeisterung darüber, dass ein Tonmann tatsächlich mal unseren Bühnenplan und Stagerider gründlich gelesen hat, was ja eigentlich nur vom Professionalitätsmangel unseres gewohnten Umfeldes zeugt. *g*

Warum ich hingegen verschwiegen habe, dass ich's irgendwie gut finde, ein doch recht langes Set ganz ohne Coverversion bestritten zu haben, weiß ich gar nicht genau. Vermutlich weil ich eben nicht genau weiß, warum ich's gut finde...


Und warum erwähne ich all diese nicht erwähnten Dinge nun doch hier?

Hmmm... Vielleicht poste ich ja demnächst mal einen Beitrag zum Thema, warum ich in meinem Blog was schreibe oder weglasse. ;)


Ich halte jetzt besser mal die Klappe, bevor mir dieser Text vollkommen entgleitet.
Hier zu guter Letzt der Link zum "offiziellen" Konzertbericht:
Das Rote Universum im Roten Salon

2008-08-31

Liebes Tagebuch, dieses Wochenende...

... war das Wetter sehr schön. Deswegen habe ich heute Sonnenblumen fotografiert - und meine Katze. Beides mit der Kiev 88, mit der ich somit diesen Monat u.a. inkl. der Hochzeit meiner Schwester und Teilen von "room 606" mal wieder satte zwölf Filme verballert habe.

Weil es hier drinnen so schön kühl ist, saß ich aber auch vorm PC. Dort habe ich gestern festgestellt, dass die Linksektion von rotesuniversum.de einen recht ranzigen Leichenmief angenommen hatte und habe dort einmal kräftig aufgeräumt.
Dabei kam mir dann auch in den Sinn, die Gedenkseite für unsere frühere Band Osh zeitgemäßer durch einen myspace-Account zu ersetzen. Sicherlich kein besonders aktiver Freund für andere Nutzer, aber immerhin gibt es dort einen 1996er-Livemitschnitt des ansonsten unveröffentlichten obskuren Songs "Where The Bodies Live" zu hören. ;)

Heute abend habe ich den Computer dann genutzt, um einen kleinen Konzertbericht für unser Rotes Logbuch zu schreiben. Der Auftritt, um den es ging, kam relativ kurzfristig zustande und fand heute morgen um 11 Uhr in Wewelsfleth statt. Nach uns spielte dann eine Blasmusikkapelle den "Jäger von Kurpfalz", Birger und Sönke fuhren nach Hause und ich stopfte das Spritgeld des Tages komplett in meinen Tank. *g*

Danach stattete ich in Itzehoe noch dem Planet-Alsen-rockt-Festival einen Besuch ab, was doch eine perfekte Überleitung dazu darstellt, dass ich auf flickr nun auch ein Alsen-Album eröffnet habe. ;) Dort werde ich zukünftig auch einige meiner älteren Aufnahmen seit 2004 wiederveröffentlichen. Zunächst einmal gibt's aber ein paar relativ frische Bilder vom April zu sehen, diese zum Beispiel:

Planet X

Planet X

Planet X

2008-08-29

"für alle, die sich extrem gerne fremdschämen"

Ich poste ja eher selten Sachen, die jeder Internetjunkie sowieso bald weiß, aber heute kann ich's mir einfach nicht verkneifen, weil's einfach zu geil ist. ;)

Auch wenn man bei jedem Anschauen aufs Neue leidet, halte ich Christian Ulmens "Mein neuer Freund" ja für eines der genialsten Tv-Konzepte der letzten Jahre. Auf ulmen.tv kehren drei seiner Figuren, nämlich der hamburger Alleinunterhalter mit dem unerschöpflichen Witze- und Liederrepertoire Knut Hansen auf Tour in Bayern, Oberschichtnazi Alexander von Eich als Mentor einer Hartz4-Familie und der tragisch minderbemittelte Uwe Wöllner jetzt zurück!
Die ersten Clips sind schon extrem vielversprechend. Ich könnte jetzt natürlich noch ein paar Sätze dazu loswerden, aber am besten schaut ihr selbst! Bei mir wandert die Seite auf jeden Fall in die Favoriten. :)

Trailer:


Pressekonferenz (inkl. einigen der ersten Clips): HIER

2008-08-21

Wacken 2008 - endlich alle Fotos da!

Als ich neulich die Post aus dem Labor sichtete, geriet ich ja zugegebenermaßen schon etwas in Panik.
Mein zweiter Film, den ich auf dem diesjährigen Wacken Open Air in der Adox Golf verschossen hatte, war nämlich nicht mit dabei! Aber ich hatte ihn doch... oder hatte ich...? Nein... Fünf Fuji Astia hatte ich mir vor kurzem besorgt, zwei in Wacken vollgeknipst. Ein Blick in meinen Mittelformatschuhkarton: drei eingeschweißte Astias, kein benutzter. Die Full Metal Bag, Fototaschen und meine Reisetasche durchwühlt, Auto - Handschuhfach - nichts! Hose? Aber das war doch alles schon in der Wäsche? Hatte ich den Film also tatsächlich verschludert? Das wäre ja nach dem Pingo-Flop noch die Krönung... Und das, wo ich doch gesagt hatte, dass eigentlich alles andere egal sei, wenn nur ein cooles Bild von Mambo Kurt dabei wäre...

Irgendwann fiel mir dann aber doch die naheliegendste Lösung ein.
Selbstverständlich war der Film noch in der Kamera.


HIER geht's zu meinen Wacken-Fotos 2008! :)



W:O:A 2008


W:O:A 2008


W:O:A 2008

2008-08-14

Schaufenstergalerie Glückstadt

Ab sofort schmücken neun meiner Fotografien das Fenster Nr.5 (Große Nübelstr. 29; ein paar Meter von der Touristeninformation entfernt) der über die ganze Innenstadt verteilten Schaufenstergalerie Glückstadt.


[edit Februar 2009: Die Ausstellung ist inzwischen beendet. Bilder von mir als Fotodruck, auf Leinwand etc. in unterschiedlichen Größen sind natürlich auf Anfrage auf Anfrage nach wie vor zu haben. ;)]

DÜNE
Helgoland 06/2008, Holga


MÖWE
Helgoland 06/2008, Holga


ALSEN
Itzehoe 05/2006, Holga


THUR
Ostschweiz 07/2006, Holga


WEIHER
Schleswig-Holstein 03/2008, Kiev 88


BÜSTE
Niedersachsen 05/2008, Adox Golf


HAFEN
Itzehoe 03/2007, Adox Golf


NORDSTRAND
Helgoland 06/2008, Kodak Brownie Hawkeye


CAFE
Helgoland 06/2008, Kodak Brownie Hawkeye