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2016-01-31

Tarantino auf 70mm : THE HATEFUL EIGHT Roadshow


Gestern war ich im Kino.

Diese Aussage allein ist ja schon eine kleine Sensation, was vor allem damit zu tun hat, dass man hier in der norddeutschen Provinz meistens weit fahren muss, um Filme im Originalton sehen zu können. Und so sehr Cineast bin ich dann einfach nicht.

Aber für eine spezielle Aufführung des achten Films von Quentin Tarantino kann man auch mal den Arsch hochbekommen. Zumal das Savoy-Kino in Hamburg in diesem Fall noch sehr nahe war, denn die "The Hateful Eight" Roadshow ist im deutschsprachigen Raum sonst nur in Berlin, Essen, Karlsruhe und Wien zu sehen.

Tarantinos Werke sind ja immer auch Reflektionen über die Geschichte des Kinos und der Liebe des Regisseurs zu dessen verschiedenen Genres, Phasen und Präsentationsformen.
Sein erster Versuch, eine Kinotradition als komplettes Erlebnis wiederaufleben zu lassen, das zusammen mit Robert Rodriguez aufgezogene B-Movie-Doppelpack "Grindhouse", war allerdings ein Flop, da viele Besucher gar nicht verstanden hatten, dass ihr Ticket für zwei komplette Filme (plus Fake-Trailer dazwischen) galt und den Saal schon viel zu früh wieder verließen.

Das aus den 50er bis 60er Jahren stammende Konzept der Roadshow ist zum Glück idiotensicherer und bedeutet im Grunde nur, dass in exklusiven Vorstellungen eine längere Version des Films mit musikalischer Ouvertüre und Pause gezeigt wird und es dazu evtl. noch Souvenirs gibt.

Und dann ist da in diesem Fall natürlich noch das zentrale Merkmal, wegen dem nur so wenige Kinos in der Lage sind, "The Hateful Eight" in seiner Idealform zu zeigen, nämlich das seit fünfzig Jahren nicht mehr verwendete 70mm-Filmformat.

Das am Eingang des Saals verteilte, etwa schallplattensinglegroße Begleitheft sagt dazu folgendes:


Da die meisten Kinos erst kostspielige Umbaumaßnahmen durchführen mussten (auch das Savoy hat im fünfstelligen Bereich investiert), wird diese Präsentation des Filmes tatsächlich wohl kaum jemandem nennenswerten Gewinn einbringen, sondern muss vor allem als Prestige-Projekt traditionsbewusster Filmtheater gelten.

Und lohnt es sich für den Zuschauer?
Klare Antwort: auf jeden Fall!

Egal, ob es weite verschneite Berglandschaften sind, oder die Close-Ups und raumumfassenden Totalen des Kammerspieles, in welches "The Hateful Eight" bald mündet - niemals war Tarantino so umfassend, räumlich und episch in seinen Bildkompositionen.

Es sollen vor allem die ganz langen, für die Handlung nicht zwingend nötigen Kameraeinstellungen, in denen das Format ohne Eile ausgekostet wird, sein, die im regulären Release kürzer geschnitten wurden. In diesem originalen Cut kann man sich daran allerdings gar nicht satt sehen.

Von mir aus könnten ruhig noch mehr Regisseure diese beeindruckende Technik wieder aufgreifen. In meinen Augen ist das wesentlich interessanter, ästhetischer und wirkungsvoller als jede 3D-Spielerei.



Zur Handlung des Streifens selbst halte ich mich mal bedeckt. Mich hat es schon genervt, dass neulich ein SPON-Schreiber schon in den ersten Sätzen seiner Filmkritik derbe spoilern musste.

In der Besetzung finden sich viele aus früheren Tarantino-Filmen bekannte Gesichter wie Tim Roth, Michael Madsen und Kurt Russell, und wollte man "The Hateful Eight" in seiner Filmographie einordnen, so ist unübersehbar, dass er an einige Ideen von "Django Unchained" direkt anknüpft. Doch trotz des visuell nun ungleich größeren Rahmens und dem mächtigen (erstmal komplett originalen) Ennio Morricone-Scores fühle ich mich aufgrund des teils theaterhaften Set-Ups doch am ehesten an sein Debüt "Reservoir Dogs" erinnert.

Natürlich gibt es auch ohne Kofferaum-Shot oder nackte Damenfüße einige weitere bekannte - optische wie erzählerische - Motive aus Tarantinos Universum.
So ist die Identität des "Niggers" in Amerika schon genauso lange eine Komponente seiner Arbeit wie die Kooperation mit Samuel L. Jackson. Ebenso dürfte es keinen Zweifel geben, welche Zigarettenmarke hier geraucht wird. In einem Jackson-Dialog kann man sich problemlos "burger" statt "stew" denken. Auch die Annahme, dass ein testosterongeladenes, angespanntes Westernszenario bei Tarantino ohne zumindest eine Spur überhöhten Gewaltexzess auskommt, ist eher unrealistisch.
Und eine ganz entscheidende Schlüsselszene des Films variiert effektvoll ein Ereignis aus "Inglouriuos Basterds".

Wo ich den Film insgesamt qualitativ einordnen soll, ganz ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Die Handlung ist die meiste Zeit über dialoglastig und lässt mehr als ein Ende offen, um das Tarantino sich bewusst nicht kümmern möchte, da er lieber (und zu Recht) die Form zelebriert. Und deren Wirkung hat sich in dieser Roadshow ja größtmöglichst entfaltet.

Zur finalen Beurteilung braucht es dann wohl erst die reduziertere Heimkinoerfahrung.
Wenn man denn überhaupt so eine Beurteilung braucht.
Denn ob man wie ich "Jackie Brown" favorisiert, oder "Kill Bill" oder "Pulp Fiction" - Für die restlichen Filme gilt doch trotzdem immer:

Es ist ein Tarantino! --> Geil!

Basta.


Also HamburgerBerlinerKarlsruherEssenerWiener - falls es noch Plätze gibt, schaut euch das Ding an!




2016-01-07

In einem Loch im Boden, da lebte ein Ohlsen und schämte sich.

[leichte Spoiler sag ich mal]


Ja, ich habe etwas zu beichten... 


Zunächst einmal muss ich voranstellen, dass ich den ersten Teil der "Hobbit"-Trilogie schon in der kurzen Kino-Version sehr mochte, auch die albernen Passagen, was ich für mich immer ein bisschen dadurch erkläre, dass der Film ja Bilbos manchmal etwas ausgeschmückte Erzählung ist. (Um nicht zu sagen, dass die Buchvorlage nunmal für Kinder geschrieben wurde.)

Optisch gefiel mir der rauhere, auf Film gedrehte Look von "Der Herr der Ringe" zwar immer besser, doch "The Hobbit: An Unexpected Journey" war insgesamt ein klasse Popcorn-Streifen, an dem mich nur wirklich ärgerte, dass tolle Passagen des offiziellen Soundtracks durch unpassendes Recycling von "Herr der Ringe"-Themen ersetzt wurden.

(Und natürlich, dass "Game Of Thrones" den Darsteller für Gregor "The Mountain" Clegane an die Produktion verloren hat, jener Schauspieler aber letztendlich gar nicht im Film auftauchte.)

"The Hobbit: The Desolation Of Smaug" hat mir ebenfalls viel Freude bereitet, auch wenn man angesichts übertriebener, der Schwerkraft trotzender - und dadurch auch vollkommen unspannender - Over-the-Top-Slapstick-Action (ob in den Fässern, auf den Dächern von Esgaroth oder im Lonely Mountain) schon das eine oder andere Mal mehr mit den Augen rollen musste.


Beim dritten Teil ("Die Schlacht der fünf Heere") war ich jedoch nach dem Kinobesuch vollkommen enttäuscht bis entsetzt von dem wirren, kruden Zeugs, mit dem Peter Jackson da die Leinwand beleidigt hatte.

Aber man ist ja doch Komplettist. Wenn man schon alle Soundtracks besitzt (zum zweiten habe ich auch noch eine Kritik geschrieben), sowie natürlich die ersten beiden Extended Cuts, dann stellt man sich auch den Abschluss der Trilogie ins Regal.
Dort stand er auch ein paar Wochen, ehe ich mich vergangenes Wochenende an den kompletten "Hobbit"-Marathon machte.


Und nun meine Beichte:

Da ich mich immer noch so ärgerte, für den dritten Teil nun mehrmals Geld ausgegeben zu haben, hatte ich mir fest vorgenommen, danach hier einen hämischen Artikel im Buzzfeed-Stil zu schreiben:

10 Szenen, in denen "Der Hobbit" die Klasse des "Herrn der Ringe" erreicht.


Oder so ähnlich...

Dann eine Aufzählung eben jener Szenen, also z.B. der historische Rückblick im Prolog, Bilbos und Gollums Rätsel in der Dunkelheit, Smaug und der Meisterdieb... und am Ende dann die zugegeben müde Pointe, dass ich gar nicht auf zehn Szenen komme.

Ja, ich war halt sauer. Und ich habe es ja auch nicht gemacht. Denn nachdem ich nun auch den dritten Teil zu Hause im Extended Cut gesehen habe, muss ich verblüfft feststellen, dass sich meine Meinung zum Film radikal geändert hat!

Erstmal fällt zu Hause ja natürlich das unnötige 3D-Gedöns weg - und man kann den Film im O-Ton sehen, was in den Provinzkinos hier eher schwierig ist. Allein durch diese beiden Faktoren haben mir ja auch schon der erste und zweite Teil im Heimkino wesentlich besser gefallen.

Und natürlich gewinnen alle Mittelerde-Filme von Peter Jackson durch die zusätzlichen Szenen.
Nur hatte ich mir im Kino ja diesmal eher gewünscht, dass es einen kürzeren Schnitt gäbe, z.B. den Gravity Cut, in dem die Gesetze der Schwerkraft gelten.

Doch zurück vor den Fernseher: Auf die schlimmsten Momente war ich ja nun innerlich schon vorbereitet. Doch nun, eingebettet in zahlreiche neue Szenen, wirken sie plötzlich gar nicht mehr so schlimm. Klar, die Dune-Raketenwürmer sind nach wie vor nicht der strahlendste Jackson-Moment, aber dadurch, dass es nun vorher einen tatsächlichen Kampf zwischen Elben und Zwergen gibt, wirkt das Ganze nicht mehr so Schlag auf Schlag: *plopp* Hier ist das Zwergenheer! *plopp* Hier ist das Orkheer! Nein, die gesamte Schlacht - und die neuen Szenen sind ja zum allergrößten Teil Action-Erweiterungen der Schlacht - hat tatsächlich mehr Rhythmus und wirkt nicht mehr so konfus.

Die über den Mauerbrecher hinausgehenden Troll-Gags haben mich im Kino genervt. Jetzt gibt es noch mehr Trolle, und der wichtigste von ihnen - ich nenne ihn mal den Bofur-Troll - ist eigentlich die mitleiderregendste, tragischste Gestalt des gesamten Films.
Und dann war da ja noch die Sache mit Gandalfs von Radagast (permanent) geborgten und noch nicht eingegroovten Stab und der Entsorgung des lästigen Charakters Alfrid:





Doch, insgesamt sind die Trolle jetzt ok für mich.

Und dass die komplette ausgiebige Zwergen-Streitwagen-Sequenz in der Kinofassung gefehlt hat, muss man schon als skandalös werten. Als vollkommen übertriebene Verfolgungsjagd steht sie einerseits klar in der Tradition der Goblinhöhlen und der Fässer-Action in den vorigen Filmen, macht aber tatsächlich mehr Spaß als jene Stellen, was wohl nicht zuletzt dem höheren Gore-Anteil geschuldet sein dürfte. Aber sie ist trotz allem Gewusel und Gekrache auch irgendwie nachvollziehbarer. Ganz klar ein Highlight!

Die berüchtigten Anti-Schwerkraft-Szenen von Legolas, insbesondere der Jump and Run über die fallenden Steine, sind immer noch da, aber sie sind immerhin nicht mehr geworden - und tatsächlich sind sie ja gar nicht so lang, wie sie mir im Kino vorkamen. Da war der Olifant in "Die Rückkehr des Königs" durchaus zeitaufwendiger.

Legolas' Vater Thranduil bekommt ein bisschen mehr Screentime, und das ist auch gut so.
Die Elbin-Zwerg-Lovestory, welche ohnehin besser nur als entfernte Möglichkeit angedeutet geblieben wäre, wird zum Glück nicht erweitert.

Beorn ist etwas länger zu sehen, spielt aber nach wie vor keine Rolle, welche an seine Bedeutung in der Buchvorlage herankommt. Damit kann ich allerdings leben, denn man kann einem Riesenbären auch nur begrenzt beim Wüten zusehen, ehe es langweilig wird.

Bilbo, der als Titelheld und nicht zuletzt durch Martin Freemans fantastische Darstellung das Herz der Trilogie ist, bekommt zwar noch ein paar Momente hinzu, geht insgesamt aber doch ein bisschen in der Schlacht unter. Was allerdings in der Natur der Sache liegt (remember Merry und Pippin?) und im Buch noch viel extremer der Fall wäre, hätte Professor Tolkien die gesamte Schlacht nicht auf ein paar Seiten abgehandelt. Ist also auch ok so.

Und dann ist da ja auch noch die Sache mit Bifurs Axt und dem einzigen von Bombur in der gesamten Trilogie gesprochenen Satz. Im Grunde klassischer Slapstick wie in Peter Jacksons Frühwerken. Er kommt davon halt nicht los:




Ok, eine kurze neue Galadriel-Szene war ein bisschen dick aufgetragen und dieser blödsinnige Verweis auf Aragorn am Ende nervt immer noch tierisch...

Aber solche Haare in der Suppe gab es in der "Herr der Ringe"-Trilogie ja auch reichlich.
Tatsächlich könnte ich Stunden, Tage, Wochen über die Unzulänglichkeiten der Verfilmung sowohl in sich als auch als Umsetzung des Buches lästern - und finde die Trilogie (natürliche rede ich auch hier von den finalen Extended Cuts) dennoch uneingeschränkt großartig!

Und im Grunde ist es bei der "Hobbit"-Reihe - auf etwas niedrigerem Gesamtniveau - genauso:
Man kann sich ewig und drei Tage über alles mögliche aufregen, aber am Ende ist es bei allen Schwächen doch einfach eine epische, sehr unterhaltsame Filmreihe mit fantastischen Darstellern und irre viel Liebe zu den Details der portraitierten Welt.


Nein, ich kann Peter Jackson einfach nicht dauerhaft pöse sein.

In diesem Sinne: Tschuldigung! ;)





2011-07-04

52 Wochen | 26 | facebook vs. zdf


Als mir gestern einfiel, dass ich ja noch gar kein Foto hatte, knipste ich einfach mal die Bildschirme hier vor mir und erwischte mit dem ersten Auslösen zufälligerweise genau den Moment des Zweinull Brasiliens. Ganz große Fotokunst also. Basta.

2011-02-19

Trübe Tassen und gutte Aussichten

Mein gutter Bundestheo,
liebe Verteidigungsministerverteidiger,
hochverschätze Merkelmannschaft,

Vielen herzlichen Dank für einen (real)satirisch äußerst unterhaltsamen Tag!

Was ihr euch da gestern so herrlich dilletantisch und unsouverän zusammenverplappert und -verschwiegen habt, war wirklich ein wahres Freudenfest der Fremdscham:
  • Der sonst so kameraaffine Bundesposierminister bekommt sein entschuldigungsfreies Roboterstatement nicht auf die Reihe und scheint tatsächlich zu glauben, dass die guttsherrschaftlich ausgewählten Pressevertreter dies aus Dankbarkeit für ihr Privileg nicht ausstrahlen würden.
  • Seinem freudschem Presse(ver)sprecher entfährt das "Plagiat".
  • Steffen Seibert versucht während der PK hochkonzentriert, ein Loch zum Versinken in den Boden zu starren. Im Nachrichtenstudio war's damals offenbar gemütlicher.
So macht Politik Spaß. Und dann auch noch großzügig mitgedacht beim Wochentag!
Der heißt bei Sat1 nämlich "Fun-Freitag", und so durfte nicht nur die öffentlich-rechtliche heute show die Vorlage satirisch aufbereiten, sondern selbst die wandelnde Senderkrise Oliver Pocher gewann für seine Sendung mal wieder ein paar dringend benötigte unterhaltsame Minuten.

Allein - was mag dessen Leidensgenosse im Quotentief und Frontberichtsweichspüler von Actionministers Gnaden, Johannes von und zu Kerner dazu wohl sagen? Ok, wir wollen's nicht wissen.

Nächsten Dienstag läuft wieder Neues aus der Anstalt.
Bis dahin sind noch drei Tage Zeit, sich mit der Angelegenheit noch tiefer in die Scheiße zu reiten. Der Soldat fürchtet sich nicht vorm Dreck, deshalb nichts wie rein da, Doktor Freiherr Oberbefehlshaber!

Wenn das mal keine gutten Aussichten sind!

Also nicht nur fürs Fernsehen, meine ich. ;)

2011-02-08

Ja Scheiße, wer A sagt, der muss ja auch...

Letzte Woche habe ich mich ja dazu hinreißen lassen, ein paar Worte zur ersten Runde der Lena-Werbeshow "Unser Schlaf für Deutschland" loszuwerden - "Düsseldorf liegt ja auch am Rhein" - da gibt es natürlich keine andere Möglichkeit, moralisch wie ethisch, als nun auch die B-Seite zu bewerten.

Jene war zum Glück erheblich kurzweiliger als Teil 1, aus vielerlei Gründen.
Der wichtigste dürfte wohl sein, dass ich einfach deutlich weniger von der Livesendung gesehen habe. Parallel lief ja u.a. im Ersten "Das Wunder Leben", eine sehr sehenswerte Dokureihe, was man im zukünftig total totgelaberten Abendprogramm der ARD ja durchaus mal positiv herausstellen sollte.

Ich habe die fehlenden Songs dann aber noch im Internet nachgeholt.

Die Sendung selbst hat sich im Vergleich zur Vorwoche auch gesteigert: Die Jury war mit Anke Engelke und Joy Denalane unterhaltsamer und vor allem auch kritikfreudiger besetzt, es trugen nicht mehr alle übertrieben gediegen schwarz, jemand hatte dem Tontechniker einen starken Kaffee eingeschenkt, so dass der Gesang von Anfang an zu hören war, und das Wichtigste - die Quote hörbarer Songs war höher.
Ok, die in der vorigen Sendung definierte Messlatte lag mit einem interessanten Lied ("Taken By A Stranger") gegen fünf maue Nummern, an die ich mir zum Teil nicht einmal mehr vage Resterinnerungen erhalten konnte, auch nicht allzu hoch. ;)

Gestern zurecht nicht in die nächste (gebührenfinazierte) Runde weitergekommen sind der Totalausfall "Teenage Dingens", das mit dem wohl miesesten aller Refrains gekrönte "At All" und noch ein nicht weiter auffälliges Stück.

Und die Gewinnersongs?

"A Million And One" - Da hatten die Komponisten offenbar genau analysiert, was in den Castingshows letztes Jahr angekommen ist. Klingt so ein bisschen nach einem Potpourrie aus einigen von Lenas ersten Auftritten. Wirklich neu natürlich nicht, aber dennoch positiv auffallend.

Die Ballade "Push Forward" markierte für das Studiopublikum den Höhepunkt des Abends. Dem kann ich nur beipflichten, war eindeutig das beste Lied. Einfach strukturiert, aber gut gemacht, auch lyrisch. Und mit guten Texten wurde man in beiden Sendung ja nicht übermäßig verwöhnt.

"Mama Told Me" war dagegen die Pflichtübung, die jeder Raab-Schützling mindestens einmal in seiner Karriere absolvieren muss, nämlich den Stefan-Raab-Standard-Funk/Soul-Song mit neuem Text zu besingen. Wie irre aufregend. Nun ist dieser Stil inklusive dickem Bassgroove ja Kernkompetenz der Heavytones, von daher war's kein Wunder, dass der Song im Zusammenhang sehr frisch und weiterwählenswert wirkte.
Im Grunde ist er aber trotz einiger schönen musikalischen Finessen doch unfassbar öde. Das raabsche "Cherry Cherry Lady" halt.


Bleiben nach zwei Sendungen also satte drei brauchbare Lieder. ("Weißnichtmehr" und "Sachnochmal" aus der ersten Show hab ich bereits komplett vergessen.)
Welches davon gewinnt und erst recht, was danach in Düsseldings passiert, ist mir relativ Banane. Ich tippe mal auf "Taken By A Stranger".

Mich hat ja eigentlich nur diese Quote interessiert.

Fazit:
Schon erschreckend, wie schwer es zu sein scheint, für eine europaweit bekannte Sängerin ein paar anständige Songs zusammen zu bekommen.
Und televisionär hätte man die Chose auch durchaus mit der Hälfte der Lieder in einer Dreiviertelstunde erledigen können.
Aber Längen und Langeweile gehörten ja seit jeher zum Eurovisionszirkus dazu. Von daher passt das schon.

2011-02-01

Düsseldorf liegt ja auch am Rhein

Gestern Abend habe ich zappenderweise ferngesehen.

Ich gebe zu, das hatte durch aus mit meinem Interesse daran zu tun, ob es im Laufe des vergangenen Jahres mal jemand geschafft haben könnte, für Lena M. erstmals eine einigermaßen interessante Eigenkomposition zu schreiben.
Diese gab es mit "Taken By A Stranger" dann ja überraschenderweise tatsächlich. Die restlichen Liederchen waren dafür allesamt mal wieder ziemlich belangloses Tralala, bei dem die Interpretin sich anscheinend auch selbst ein wenig langweilte.
Und da im Ton wohl auch schon jemand eingeschlafen war, wurde der Gesang oft auch noch hoffnungslos durch die Musik übertönt.

Das - vom einzigen akzeptablen Song abgesehen - spannenste an der Sendung waren eigentlich die Gesichter der Jurymitglieder Stefanie Kloß und "Der Graf", welche ihren Ekel angesichts der hier demonstrierten Talentverschwendung kaum verbergen konnten, auch wenn beide bemüht waren, verbal nicht aus der Schleimspur zu geraten. Es ist aber schon auffällig, wenn immer wieder die Bandbreite der Liederauswahl insgesamt gelobt wird, weil einem zum gerade gehörten Stück nichts positives einfällt...

Und auch Stefan Raabs Miene wurde am Ende etwas säuerlicher, nachdem seine Komposition zu Recht abgewatscht worden war.

Ich habe nicht alles gesehen, sondern wie oben gesagt gezappt, weil's sonst einfach nicht auszuhalten gewesen wäre.

Trotzdem war "Unser Lied für Deutschland" eigentlich mit etwas über zwei Stunden viel zu kurz. Noch ein, zwei Stunden mehr nämlich, und man hätte die historisch gefloppte Rhein-Fahrt von Harald Schmidt auf Sat1 als langweiligste Sendung in der Geschichte des deutschen Privatfernsehens beerben können.

So aber bleibt nur eine äußerst schale, beinahe kontraproduktive Dauerwerbesendung für Lenas neues Album. Da lasse ich mir ja lieber von Jürgen Milski im Nachtproggramm zweifelhafte Party-Sampler andrehen.

Schade um das verschenkte Potential - wieder einmal.

2010-09-20

Hurrrrleeyy!!!

Wow!

Ich habe gerade die letzte Staffel von LOST (+ Epilog) auf DVD gesehen und ich muss sagen, dass sie mich nicht so umgehauen hat, wie beim ersten Mal, als ich sie online verfolgt habe. Nein, mit ein paar Monaten Abstand dazwischen hat sie mich sogar noch mehr umgehauen!

In meinem Blogdashboard schlummert schon seit längerer Zeit ein viele Absätze langer, mit großen Kreativpausen immer mal bei Gelegenheit weitergeführter, aber dennoch unvollendeter Eintrag. Dort ließ ich mich darüber aus, was ich geahnt hatte, was mich überraschte und erfreute und warum für mich alle wesentlichen der angeblich so zahlreichen offenen Fragen ausreichend beantwortet wurden... Bis auf ein paar Kleinigkeiten war es ein reines Loblied auf die finale Staffel und die Serie als Ganzes.
Denn keine mir bekannte Serie hat je so konsequent fundamentale Fragen von Schuld, Sühne, Vergebung, Leben und Tod, Schicksal und freiem Willen in den Mittelpunkt gestellt. Wo konnte man jemals vorher Fernsehcharaktere mit all ihrem schwarzen, weißen und grauen Facetten so detailliert kennenlernen?
Von all den anderen Qualitäten (Schauspieler, Kulisse, Soundtrack etc.) mal ganz zu schweigen...

Eigentlich wollte ich jenen Text jetzt zu Ende bringen, doch auch wenn ich nicht zu den Unglücklichen gehöre, welche vom Ende maßlos enttäuscht sind (und dabei seltsamerweise noch sehr oft offenbaren, dass sie es gar nicht verstanden haben), so spüre ich gar nicht mehr das Bedürfnis, mein Serienerlebnis so detailliert auszubreiten. LOST ist ja schließlich auch eine Übung im Loslassen. ;)
Wer LOST noch nicht gesehen hat, dem werde ich gewiss nicht den Schluss zuerst auf die Nase binden. Und wer meint, dass ihm sechs Jahre seines Lebens gestohlen worden sind, weil er mit einem Viertel der letzten Folge nichts anfangen kann, dem ist eh nicht mehr zu helfen.


Anderseits...


Copy & Paste ist ja so verlockend einfach...


Hier also zumindest ein Ausschnitt dessen, was ich hier eigentlich geschrieben hätte. ;)

Wer die Staffel und insbesondere den nicht im Fernsehen gezeigten Epilog schon gesehen hat, der kann weiterlesen...

[zum Lesen einfach weißen Text markieren! Eigentlich wollte ich das geschickter mit einem Spoiler-Button machen, aber der funktioniert leider nur in der Vorschau]

[...] Am frustrierendsten finde ich mit Abstand die Nichtauflösung der Schießerei-Szene auf den Booten während der Zeitsprünge zu Beginn der fünften Staffel.
Jeder hat auf die Szene aus anderer Perspektive gewartet und es war tatsächlich geplant, um sie herum eine Episode aufzubauen, und sie wurde letztendlich einfach deswegen nicht gedreht, weil die notwendigen Darsteller nicht gleichzeitig an den Drehort zu organsieren waren. Hrmmpff. Das ist wirklich die einzige Sache, zu der ich aus vollem Herzen Sch#*§ sage, zumal da auch wirklich ein Handlungsloch entstanden ist, dass sich einfach durch keine Erklärung stopfen lässt. Dafür sind der Zeitrahmen und die Besatzungsmöglichkeiten für das Verfolgerboot einfach zu begrenzt.


Aber ansonsten?

Muss ich wirklich ganz genau wissen, wann wer wie genau Statuen gebaut, magische Räder doch noch erfolgreich installiert, den ersten Dharma-Anzug geschneidert hat?
Da wir doch wissen, wer letztendlich hinter fast allem steht, sind diese Details ernsthaft noch von Belang? Ich meine: nein.

Der kürzlich durchgeleakte 12-minütige Epilog zur Serie bestätigt mich nur in dieser Position.

Dieser Epilog ist durchaus sehr clever gemacht, da er im Grunde den Dialog zwischen den nach tausend Antworten fragenden Zuschauern und den Autoren der Serie innerhalb des LOST-Universums selbst stattfinden lässt. Die beiden Lageristen sehen zwar eine Dharma-DVD voller Antworten, doch danach bleiben sie mit noch viel größerem Wissensdurst zurück, weil jede Antwort neue Fragen aufwirft. Nachvollziehbar, dass sie am liebsten Bens komplette Sammlung sehen würden.

Wir allerdings haben gegenüber diesen beiden einen enormen Wissensvorsprung. Uns kann Dr. Chang nicht mehr derart überraschen. Seien wir mal ehrlich - all diese sensationellen Antworten zu Eisbären, Schwangerschaften, Raum 23 usw. waren uns doch schon längst zumindest im Groben klar. Und so liegt der Reiz des Epilogs für mich gar nicht so sehr in diesen Antworten, sondern vielmehr in der Form ihrer Präsentation. Es ist einfach schön, noch einmal in die LOST-Welt mit all ihren Dharma-Labels, schrägen Videos und natürlich einigen ihrer Chraktere einzutauchen.
Aber die Antworten an sich zeigen doch vor allem, dass wir gar keine weiteren Antworten mehr benötigen. [...]



usw.usf.

[hier passendes Abschlusszitat von Jacob, Christian Shephard oder wenn's passt meinetwegen auch Anthony Cooper oder Keamy einsetzen]

2010-06-27

Bilanz, die zweite

Eigentlich hätte ich nach meiner Kurzbilanz des 1. Spieltages ja mal hier nachlegen sollen, zumal einige meiner Eindrücke ja bis zum Ende der Gruppenphase noch deutlich von der Realität korrigiert worden sind.

Aber unter dem frischen Eindruck des 4:1 gegen Wembl..äh... England belasse ich es jetzt einfach mal bei einem kräftigem dreifachen

SCHLAAAAAAAAAAAAAAAND!!!
SCHLAAAAAAAAAAAAAAAND!!!
SCHLAAAAAAAAAAAAAAAND!!!

2010-06-16

Kurzbilanz 1. WM-Spieltag

0,8 Tore pro Spiel Mannschaft [edit: meinte ich natürlich, haha]

Ich bin ja kein Experte, aber nach großem Schützenfest klingt das nicht gerade.


Lieblingsmannschaften bisher:

Schlaahaaand und - wer hätte das gedacht? - die Schweiz! Bis vor ein paar Tagen hatte ich gar nicht auf dem Radar, dass die überhaupt an der WM teilnehmen dürfen. ;) Aber der Sieg gegen Spanien unter 95 Minuten Dauerbedrängnis - grandios!

Ansonsten gab es wenige Highlights. Die Favoriten langweilten und/oder enttäuschten, Respekt bleibt nur noch vor allem vor Spanien, den wenigen brasilianischen Momenten von Brasilien und der Möglichkeit, dass Messi (=Argentinien) ja auch mal treffen könnte.
Die Niederlande kann ich nicht beurteilen, von dem Spiel habe ich fast nichts sehen können.

Ansonsten gefielen noch (alles politische Gesülze mal außen vor lassend) beide Koreas!
Das Südliche, weil es zu den wenigen souveränen Matchwinnern bisher gehörte, das Nördliche, weil es sich mit sehr fairen Mitteln so tapfer gegen den zwar faulen, aber dennoch haushohen Favoriten behaupten konnte und am Ende nur knapp an der Riesensensation vorbeigerauscht ist... die werden zwar nie das Achtelfinale erreichen, haben bei der Punkteverteilung in der Gruppe aber vielleicht noch ein wichtiges Wort mitzureden. Ich bin gespannt.


Größte Ärgernisse bisher:
siehe "Zauber der Vuvuzela"

Ziemlich überflüssig auch Co-Kommentator Klinsmann - hat neulich bei einem seiner Kurzeinsätze in der zweiten Halbzeit eine komplette Spielanalyse aus der ersten Hälfte fast im Wortlaut gecopypastet. Überhaupt RTL - die Öffentlich-Rechtlichen sind doch schon schlimm genug! Warum auch noch ihr?

So, und nun genug den Bescheidwisser gespielt. ;)

SCHLAAAAAAAAAAAAAAAND!!!
SCHLAAAAAAAAAAAAAAAND!!!
SCHLAAAAAAAAAAAAAAAND!!!

2010-05-30

Tja, gestern...

Eigentlich hätten wir ja mit Das Rote Universum auf dem Weinfest in Itzehoe rocken sollen, aber leider kam uns ja der Krankheitsteufel dazwischen. :(

Ich hatte erwägt, vielleicht trotzdem zum Fotografieren anderer Bands hinzugehen, weil das eine gute Gelegenheit gewesen wäre, mich mit meinem neuen Canon EF-S 15-85mm IS USM *proll* ein wenig einzuknipsen, aber da UV-Filter und Gegenlichtblende für das Ding noch nicht mit der Post gekommen waren, habe ich mich dann doch dagegen entschieden. Livemusik kommt aber ohnehin irgendwie blöd, wenn einem gerade selbst zwei Auftritte ausgefallen sind.

Stattdessen war ich zunächst einmal ein wenig mit der Kiev 88 in der Natur unterwegs und habe danach den Abend zappenderweise vor dem Fernseher verbracht. Mit Fußball, Boxen, Star Trek und Eurovisionstrash gab es ja genügend Anlaufstationen auf der Fernbedienung.

Dass wir (=Lena) gewonnen haben, freut mich übrigens ehrlich. Dieses Lied finde ich zwar nach wie vor alles andere als super, aber im Angesicht des erbärmlich unterinspirierten und überchoreographierten Schrotts, den Resteuropa sich und uns da zugemutet hat, wäre ein wirklich guter Song auch absolute Verschwendung gewesen.
Im Grunde hätte Lena da auch mit einem Furzender-Frosch-Klingelton gewinnen müssen, so als einziger echter Mensch mit natürlicher Ausstrahlung zwischen all den affektierten Plastikschmetterlingen. Wie gut, dass ich alleinige Macht über die Fernbedienung hatte! Komplett am Stück wäre das ja nicht auszuhalten gewesen...

Aber so schon ganz lustig. Und als positiver Nebeneffekt des Sieges wird jetzt ja vielleicht auch mal das ewige Mediengeschwurbel um den großen Ralph Siegel ein Ende haben. ;)
Ich drücke jedenfalls fest die Daumen.

2010-03-19

Watch!

Man könnte ja fast meinen, ich sei



ein wenig nerdy in Bezug auf diesen Film.



Dabei wollte ich dieses Wochenende doch eigentlich auch mal raus. ;)

2010-03-14

sowas...

Nun habe ich doch glatt vergessen, dass das erste F1-Rennen der Saison gerade schon eine Stunde lief. Schlimm.

Musik, Musik, Musik

Einen schönen Sonntag allerseits!

Zunächst einmal möchte ich mich noch ein letztes Mal zum Aufreger vom Freitag äußern und meine Aussagen von gestern in zweierlei Hinsicht etwas relativieren. Ich habe mich nämlich erstmals getraut, die Videos der beiden Songs, zwischen denen es sich entschieden hat, noch einmal zu schauen und war positiv überrascht, wie gut die Interpretin den ziemlich mäßigen und insbesondere im Refrain nervenden "Satellite" noch gerettet hat. Trotzdem nichts gegen frühere Auftritte, bei denen sie anständige Songs interpretiert hat.
Das leider nicht gewählte Stück "Love Me" kommt mir gar nicht mehr ganz so veraabt vor, wie ich es in Erinnerung hatte und vor allem verfügt es im Gegensatz zum Siegersong über eine einigermaßen spannende Bridge von Strophe bis zum (noch leicht optimierbaren) Chorus. Und es war auch die einzige Nummer, bei der der Backgroundgesang richtig gut eingesetzt war. Schade für Lena, dass sich das Wahlvolk anders entscheiden hat.


Nun aber zu den wirklich wichtigen Musikthemen 2010:

1. Ich habe ein Ticket für Transatlantic am 05.05. in der Markthalle! Yeah, das wird dermaßen großartig - und nach der letzten Tour 2001 natürlich auch allerhöchste Zeit.

2. Waaaaaaackööööön!!!
Was für ein geiles Billing dieses Jahr! Ich wäre ja nur für Voivod schon gekommen, aber als Bonus dann auch noch Slayer, Iron Maiden, Corvus Corax und viele andere interessante Bands - saustarkes Billing dieses Jahr, man könnte glatt meinen, dass sich da jemand ein wenig für Schwächen des Vorjahrs geschämt hat. ;)

Einige meiner CD-Käufe der letzten Zeit waren im Grunde auch schon vorfreudige Vorbereitung auf Wacken, beispielsweise der Tiamat-Klassiker "Wildhoney", welcher ja komplett gespielt werden soll.

Außerdem habe ich mir neulich zum ersten mal seit vielen vielen (mindestens 15) Jahren gleich zwei Tonträger von Iron Maiden zugelegt!
"Seventh Son Of A Seventh Son" war ja immer mein uneingeschränktes Lieblingsalbum der Briten. Dann kam jedoch ein sehr schwaches Album, noch dazu zu einer Zeit, wo mir Maiden aufgrund meines persönlichen Teenagertums sowieso tendentiell zu weich wurden... Irgendwann habe ich dann zwar mitbekommen, dass es nach ein paar Ausfällen wieder richtig anständige Platten von ihnen gab, aber das Interesse, mir diese wirklich anzuhören, fehlte irgendwie trotzdem.
Nun habe ich mir MediaMarkt sei Dank also doch endlich "Brave New World" und "A Matter Of Life And Death" besorgt und muss feststellen, dass Maiden - ohne ihre Klassiker schmälern zu wollen - eigentlich niemals anspruchsvoller und powervoller als in den 2000ern gewesen sind. Ein schönes "Erwachen" meinerseits. :)

Höre aber eh sehr viel Mucke in letzter Zeit, u.a. noch weitere Klassiker von den Red Hot Chili Peppers, Rage Against the Machine, Muse und Ozzy Osbourne.

Dringend empfehlen kann ich auch (ohne extra Reviews schreiben zu wollen) die "Opiate Sun"-EP von Jesu, das großartige Album "Heavy Metal Fruit" von Motorpsycho (allein der über 20minütige Instantklassiker-Track "Gullible's Travails" ist den Kauf wert) und das absolut von einem anderen Planeten stammende und nur mit Magma vergleichbare Album "Ëmëhntëhtt-Ré" von... Magma natürlich! ;)

Los Leute - alles kaufen!

Und während ich tippe höre ich übrigens schon die ganze Zeit zum ersten mal seit Ewigkeiten mal wieder über Kopfhörer "Killer" von Das Rote Universum. Das Ding ist immer noch ein Knaller - ich glaube, ich werde es immer mögen. Allein schon die letzten 5 Minuten... :) *hach*

Bald dürfte es übrigens endlich wieder eine Konzertankündigung geben, also schaut ab und zu mal auf der Bandhomepage oder bei myspace rein, wenn ihr aus dem Raum Itzehoe kommt!

In diesem Sinne - ein schönes Restwochende!

2010-03-13

"Was war denn DA los?"

Ich habe Freitag abend ferngesehen und ich muss sagen: Ich habe mich wirklich sehr lange nicht mehr so verarscht gefühlt.
Klar, es gibt Fernsehsender, Politiker, Institutionen etc., von denen man sich ständig verarscht fühlt, nur da erwartet man es ja nicht anders...

Also ja, ich gebe es ohne mich dafür zu schämen zu: ich habe in den letzten Wochen große Teile von "Unser Star für Oslo" verfolgt, wobei ich allerdings den Titel der Sendung nie gerne aussprechen mochte, da mich das Ziel (Teilnahme an der Parade europäischer Peinlichkeiten) nun gar nicht interessierte, sondern gerade nach dem berühmten letzten Song der ersten Sendung nur der Weg dorthin.

Lena Meyer-Landrut stand ja eigentlich schon von diesem Zeitpunkt an als "Gewinnerin" (zu den Anführungszeichen komme ich noch) fest, und das auch völlig zu recht. Wann ist in der Geschichte der Castingshows in Deutschland schon vorgekommen, dass eine Achtzehnjährige innerhalb kurzer Zeit gleich reihenweise Nicht-Mainstreamsongs bekannt und beliebt gemacht hat. Bis auf ein paar vereinzelte Ausreißer wie beispielsweise der einzige Auftritt der nicht weitergewählten Franziska Weber mit "Love Foolosophy" hat sie ja durchgehend in einer komplett anderen Liga gespielt als ihre teilweise deutlich erfahreneren Mitbewerber.

Ich werde hier jetzt aber gewiss kein Bashing anderer Kandidaten betreiben, denn dafür könnte ich mich auch in die Foren von TV Total, YouTube, Spiegel oder jeder anderen Internet-Diskussionsdrecklöchern, bei denen ich bewusst noch niemals einen einzigen Beitrag zu irgendeinem Thema verfasst habe, begeben. Was da über junge talentierte Menschen aufgrund von ein paar Fernsehminuten für niederträchtige Widerlichkeiten und Hasstiraden abgesondert werden - und das nicht nur von Teenies - ist schon bemerkenswert und zweifellos eine der größten Fremdschämquellen rund um diese ganze Geschichte.

Klar, mir gefiel nun bei weitem nicht jede Darbietung aller Kandidaten, aber insgesamt war das Niveau für die Verhältnisse eines solchen Formates schon sehr hoch. Und diese Lena hat trotzdem in allen Belangen von Songauswahl über Ausstrahlung/Performance bis hin zum exzellent eigentümlichen und überraschenden Gesang immer wieder noch eine Schippe obendrauf gelegt. Das war äußerst beeindruckend und gewiss nicht nur für mich der Grund, die Sendung weiter zu verfolgen.

Und so habe ich auch das Finale nicht wegen des Resultats gesehen, sondern nur weil ich gespannt war, was für drei Auftritte von der jungen Dame dort noch kommen mochten.
Die zweite Finalistin Jennifer Braun muss man an dieser Stelle natürlich netterweise erwähnen. Die hatte vorher zwar auch ein paar sehr respektable Auftritte und ist für jede Top-40-Coverband sicherlich Gold, aber am Ende stimmlich und interpretatorisch doch recht austauschbar. Es blieb doch immer eher der Originalsong als ihre Version davon hängen, und schon deswegen konnte es auch bei guter Leistung für sie hier eigentlich nur zur Statistenrolle reichen.

Aber was dann tatsächlich gestern im Ersten Deutschen Fernsehen geschah war ja das reinste Grauen!
Da reißen sich Kandidaten und Heavytones, welche ja eigentlich das uneingeschränkte Maß der Dinge im Bereich der Fernsehshowbands sind, also wochenlang den Arsch auf und schüren doch eine gewisse Erwartungshaltung - und dann gibt es derart unterdurchschnittliche, überhaupt nicht zu den Sängerinnen passende Allerweltssongs zu hören? Ein ganz klarer Fall von Universal, wir haben ein Problem!
In sechs (bzw. vier teilweise unterschiedlich dargeboteten) Songs gerade mal ein paar mit gutem Willen passable Strophen und ausschließlich schwache, nervtötende Refrains. Gerade angesichts der vorher so anspruchsvollen Liederauswahl Lena Meyer-Landruts geradezu ein (Un-)Kulturschock! Oder um es mit Raab zu sagen: Was war denn daaa los?

Apropos Raab: "Love Me" roch leider schon nach wenigen Sekunden nach seiner Handschrift. Und beim Refrain hatte ich spontan im Kopf, wie umarrangiert er mir sehr viel besser gefallen würde. Und trotzdem war's das einzige Stück des Abends welchem ich mit gutem Willen noch etwas abgewinnen konnte. Schlimm, mich ärgert die gestohlene Zeit des Abends. Und mich ärgert, dass es mich so ärgert, dass ich mir hier Luft machen muss. ;)

Und dieser Eurovision Song Contest in Oslo, der mir eigentlich total Banane war, der ärgert mich jetzt auch, da dort nun vielleicht durch ein absolut nicht ihrem Niveau gerechten Stück, auf das sie offensichtlich nichteinmal sonderlich viel Bock hat, die musikalische Zukunft einer erfreulich unangepassten, eigentlich äußerst hoffnungsvollen Sängerin riskiert wird. (Die skrupellose, raabfeindliche Springerpresse wetzt schließlich schon die Messer...)
Das meinte ich mit den Anführungszeichen weiter oben: Diese Sendung hatte keine Gewinnerin, sondern nur Verlierer.
Als Gewinner ließen sich wohl höchstens jene Kandidaten zählen, die sich bis maximal zum Halbfinale präsentieren durften und dieses Affentheater am Schluss nicht mehr mitmachen mussten.

Hmm... Erwähnte ich schon, dass ich die Backgroundsängerinnen überflüssig fand?

Nein, Fernsehen ist doof. Ich wende mich jetzt lieber wieder CD- und DVD-Player zu.

Winterpause?

Ja, könnte man fast sagen... Wenn's draußen kalt und dunkel ist wäre im Warmen bloggen ja eigentlich keine schlechte Freizeitbeschäftigung. Mir war allerdings in den letzten Wochen eher nach Sofa/DVDs und Musik. habe meine Sammlung in den letzten zweieinhalb Monaten erweitert wie schon seit Jahren nicht mehr (bzw. in Bezug auf Filme noch nie) in einem vergleichbaren Zeitraum. Vielleicht hole ich dann demnächst mal die höchstwichtigen Informationen darüber, was ich so gehört und gesehen habe nach. ;)

Heute möchte ich mich aber erst einmal über ein aktuelles Ärgernis auslassen...

2010-02-02

*sabber*



Sehr sympathisch auch vom Spiegel, das komplette Ausstrahlungsdisaster der Serie in Deutschland zu ignorieren und ungeachtet der Tatsache, dass Kabel 1 gerade erst in der frühen 5. Staffel steckt, das Finale komplett mit Artikeln begleiten zu wollen.

Klar gibt's kompetentere Quellen zum Thema, aber der gute Wille zählt ja bekanntlich. ;)
Erwartungsgemäß dämlich natürlich die dazugehörige Forumsdiskussion, in der ignorante Arschlöcher und überforderte Deppen tatsächlich stolz ihre Ignoranz und Überforderung zur Schau stellen - ein Phänomen, welches mich ohnehin allgemein im Internet immer wieder verblüfft.

Wer überhaupt noch keinen Schimmer von Lost hat, kann hier in 5 Minuten die kompletten Staffeln 1-5 nachholen:

2010-01-25

Was ich gestern eigentlich sagen wollte...

"Ihr Scheißer! So eine verfluchte Scheiße! Was habt ihr hier für einen Scheiß gemacht? Was habt ihr... Wie habt ihr diese beschissenen Scheißer... Scheiße... Scheiße... Scheiße! Scheiße!"

"Freund, Du hast doch einen recht beschränkten Wortschatz."



Noch Fragen warum ich englischsprachige Filme lieber im O-Ton schaue? ;)



Ok, indirekt wollte ich sagen, dass mir die ganze deutsche Synchronisationskultur auf den Sack geht. So habe ich neulich mal auf Kabel 1 in LOST hineingeschaut. Lost, das ist vielleicht die großartigste Fernsehserie aller Zeiten (mal sehen, was die finale Staffel bringt), auf jeden Fall aber das revolutionärste Erzählformat der Fernsehgeschichte. Dazu kommen ein grandioses Casting, Orchesterscore und Drehorte, von denen andere Serien nur träumen können. Lost in einem Absatz oder durch fünf Minuten Erzählung zu erklären, geht nicht. Jeder Fan weiß das. Und Fans gibt es ja zur Genüge. Der weltweite Hype ist zurecht riesig.
Nur in Deutschland kann man als Lost-Kucker ziemlich einsam sein. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umsehe... absolute Ahnungslosigkeit. Auch Unverständnis, dass ich solche Serien schaue. Wobei "solche Serien" natürlich Blödsinn ist, da es schlicht keine andere mit Lost vergleichbare Serie gibt.

Woher kommt diese Ahnungslosigkeit?
Erst einmal ist da natürlich die Synchronisation. Ich bin die Serie ja nur noch auf englisch gewohnt und ich war echt erschrocken, in welchem Ausmaß Ton, Atmosphäre und auch Sinn unter der Übersetzung leiden. Da stolpern Dialoge mühsam irgendwo in der Peripherie des Originalkontextes umher und werden Charaktere durch von allen Akzenten und Gefühlsregungen befreite deutsche Stimmen zu austauschbaren Handlungsrobotern degradiert, dass es ein Grauen ist. (Stichwort: Daniel Faraday)
Kein Wunder, dass sich der deutsche Zuschauer weniger leicht fesseln lässt.

Hinzu kommt, dass man Lost wirklich verfolgen muss. Man kann nicht einfach wie bei allen Superforensikerserien, Dr. House oder Sex And The City mittendrin einsteigen und mühelos das meiste verstehen. Lost muss man von Anfang an komplett verfolgen, anders geht es nicht.
Mit dieser Komplexität sind deutsche Fernsehsender, die ja nicht eben berühmt dafür sind, mit Serien umgehen zu können, natürlich heillos überfordert. Kabel 1 bemüht sich nun zwar mit der 5. Staffel (von sechs) darum, die Serie anständig zu verkaufen, aber dass der von Pro Sieben angerichtete Schaden jetzt noch zu beheben ist, darf getrost angezweifelt werden.
Und selbst wenn man sich bei der Promotion mehr Mühe gegeben hätte - z.B. nach ABC-Vorbild mit Zusammenfassungen und nach der Erstausstrahlung kostenlosen Folgen im Netz, damit man den Anschluss halten kann -, so gälte es immer noch jene deutsche Mentalität zu durchbrechen, welche Popkultur und Fernsehserien eben nicht als echte Kultur betrachtet. Fernsehserien sind hier doch in erster Linie in 20 bis 45 Minuten dosierte Sinnesberieselung, bei der sich einfach schön entspannt das Hirn ausschalten lässt. Was dieser Maßgabe nicht entspricht, hat es schwer.
Erstmal ist es durch die Synchronisation einfach schon nicht mehr so gut und dann wird es uns auch nicht erfolgreich nahe gebracht.
Wir haben ja auch gerne mal über ein Jahr Zeitverzögerung gegenüber dem Original. Das ist bei fortlaufenden Geschichten wie Lost, über deren Fortgang im halben Internet spekuliert wird, natürlich Gift. Wird der gemeine Zuschauer zu sehr angefixt, dann will er im Netz mehr erfahren, spoilert sich möglicherweise ohne Ende, da der Rest der Welt ja längst viel weiter ist und sieht dann zu, dass er sich die anderorts gerade aktuelle Staffel möglichst schnell auf DVD holt. Oder er schaut sie irgendwo als mehr oder weniger legalen Stream im Internet. Der deutsche Sender hat in beiden Fällen wenig davon.

Was also tun? Wie wäre es damit einfach mal ins kalte Wasser zu springen und die Eier zu haben, dem doofen deutschen Publikum zeitgleich mit dem Rest der Welt den Originalton zuzumuten?
Synchronisation ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Basta.


Aber eigentlich war Lost momentan gar nicht der Hauptanlass für mich, auf das Thema zu kommen.

Meine wachsende Synchro-Abscheu ist ja auch einer der Gründe (nicht der einzige, klar, es gibt ja schließlich auch im Original deutsche Filme) warum ich nur ein extrem sporadischer Kinogänger bin - Filme, die es wert sind, fünfzig bis achtzig Kilometer ins nächste Kino zu fahren (nur Hinweg!), wo sie im O-Ton laufen, gibt es eben nicht allzu häufig.

Und so haben ich auch jetzt erst den - ich kann gar nicht sagen wie grandiosen - aktuellen Tarantino "Inglorious Basterds" gesehen.
Und ich bin froh darüber! Warum zum Henker gibt es für diesen Film überhaupt eine deutsche Fassung?

Da mutet der amerikanische Regisseur dem amerikanischen Publikum zu, in einem nicht eben kurzen und sehr dialogreichen Streifen bei vielleicht sogar über der Hälfte aller Szenen Untertitel zu lesen, da - die Handlung verlangt es so - eben gerade deutsch, französisch oder italienisch gesprochen wird.
Und die Deutschen? Anstatt sich zu freuen, dass man weniger Arbeit hat und es ebenso zu handhaben, wird eine Synchro drübergeknallt die ebenso unsinnig wie inkonsequent ist.

Nachdem ich Inglorious Basterds nun mehrmals verschlungen habe, wagte ich es aus Interesse einfach mal, mir ein paar Szenen in der deutschen Version zu genehmigen. Schließlich wird Sprache und Sprachkenntnis im Film zum handlungstreibenden Element. Vor allem seine Vielsprachigkeit begründet ja Hans Landas (Christoph Waltz) Überlegenheit. Aber auch im Geschehen um andere Figuren spielt Sprache in jedem der fünf Kapitel des Films immer wieder eine prominente Rolle.

Wie setzt eine Synchronisation das also um?

In Bezug auf französisch und italienisch ist die Antwort: gar nicht. Jene Sprachen werden nämlich erfreulicherweise gar nicht synchronisiert. Englisch jedoch sehr wohl.
Das ist inkonsequent und verwunderlich. Denn wenn der Sinn einer Synchro ist, Filme für uns verständlich zu machen, dann wären Französisch und Italienisch doch eigentlich dringender durch Deutsch zu ersetzen als Englisch, oder? Da wo ich herkomme ist jedenfalls immer noch Englisch die Fremdsprache, welche die meisten Leute zumindest bruchstückhaft verstehen.

Die englisch-französischen Szenen bleiben also synchronisiert sinngemäß einigermaßen erhalten, während sich an den deutsch-französischen und der deutsch-italienischen Szene nichts ändert, wenn man mal davon absieht, dass der Witz des unfassbar breiten amerikanischen Akzents in Lt. Also Raines Italienisch in der Synchro natürlich verpufft.
Raines Darsteller Brad Pitt, dessen Rolle ja ohnehin bewusst primitiv gehalten ist und zu siebzig Prozent von Aussprache und (in unsicheren Momenten eingefrorenem) Dauergrinsen lebt, leidet vermutlich vom gesamten Ensemble am meisten unter der deutschen Fassung. All die deutschen Darsteller können sich jedenfalls selbst synchronisieren, während Pitt natürlich seine coole aber unspektakuläre Standardstimme bekommt. Wo er im Original bei der Befragung eines deutschen Soldaten das Sagen hat, während Wilhelm Wicki seine Worte übersetzt, da klopft er in der deutschen Version Sprüche über Baseball und abgeschnittene Eier. Das mag seinem Wesen ja nicht widersprechen, aber es ist einfach unnötig.

Ganz seltsam ist aber die Schlüsselszene im Kino kurz vor Schluss. Ausgerechnet "Stolz der Nation", der deutsche Propagandafilm im Film wurde nämlich nicht synchronisiert und enthält somit also die einzige nicht synchronisierte englische Zeile "Who wants to send a message to Germany?", welche Kriegsheld Fredrick Zoller den flüchtenden Amerikanern hinterherschmettert. Schon seltsam. Und doppelt seltsam, wenn man sieht, dass die im Original direkt darauf in englisch antwortende Französin Shosanna dann aber sehr wohl wieder deutsch spricht...

Aaaargh, was für ein verwirrender kontraproduktiver Sprachmus! Und so unnötig.
Merke: Gerade bei Inglorious Basterds niemals die deutsche Fassung kucken!

Ein gutes hat die Synchro allerdings, nämlich die dazu passenden Untertitel auf der DVD.
Ich schaue den Film also bevorzugt im Originalton mit Untertiteln nur für französisch und italienisch, aber nicht für deutsch und englisch. Ist allerdings beim ersten Sehen nicht zu empfehlen, da das Breitmaulfroschgenuschele von Aldo Raine in manchen Szenen schwieriger zu verstehen ist als Schwizerdütsch. ;)

In diesem Sinne: Guats Nächtli!

Of Een moje Nacht!, wo ik seggen wörd wenn ik platt snacken könt.

2010-01-24

Fuckfuckfuckfuckingfuck

"Fuck you! What the fuckin'... Fuck! Who the fuck fucked this fucking... How did you two fucking fucks... Fuuuck!"

"That certainly illustrates the diversity of the word."