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2015-03-08

PAPIR - Live At Roadburn

Und zur Abwechslung - haha - mal wieder das Thema Roadburn Festival!

Ich habe dort letztes Jahr ja nun wirklich viele Shows gesehen. Da ich mich aber noch nicht aufteilen kann, habe ich auch einige Highlights verpasst. Eines davon habe ich mir jetzt als Doppel-LP nachreichen lassen. Und was für ein Highlight das ist!



PAPIR - Live At Roadburn (2LP) (2015)

Tatsächlich haben die drei Dänen ja gleich drei Auftritte auf dem Festival gehabt. Dem letzten davon, wo sie als Teil der Papermoon Sessions auf der Bühne standen, konnte ich zum Glück beiwohnen. Jener Auftritt ist übrigens ebenfalls als CD erhältlich und erscheint demnächst auch auf Vinyl.

Dieses Album dokumentiert den ersten Auftritt am Freitag. Hätte ich früher von dem Release gehört, dann wäre vielleicht auch die strenger limitierte Version mit einer zusätzlichen 10"-Platte mit Aufnahmen vom Samstag drin gewesen. Aber dafür kam ich leider zu spät. Es blieb also "nur" die Doppel-LP. Diese kommt als Teil der umweltfreundlich hergestellten "Impetus"-Serie von El Paraiso Records in einer schicken, sehr eigenwilligen Hülle, die etwas an historische Jazz-Plattencover erinnert, wobei das Sujet in diesem Fall natürlich ganz klar Rockmusik ist.
Die Qualität der Tonträger selbst ist makellos. Dazu gibt es das Cover als festen Print, als Sticker und einen Downloadgutschein für die Digitalversion des Albums, welche die Songs in der Originalreihenfolge enthält, während für die Platte etwas getauscht werden musste. Für den Hörgenuss ist die Reihenfolge allerdings unwesentlich.

Papir sind eine instrumentale Jam-Band, die rein technisch gesehen bisher eigentlich ausschließlich Livealben aufgenommen hat, live im Studio eben.
Doch auf einer Bühne des Roadburn Festivals, dem europäischen Mekka der Szene, und dementsprechend motiviert, entwickelt sich natürlich noch eine ganz eigene Energie.

Die Zutaten für ihre langen, hypnotischen Stücke holen sich Papir aus der Geschichte der Rockmusik, wobei die Labels stoner, space, psychedelic und eine Prise Kraut jedoch stets im Fokus stehen.
Die Gefahren, welche diese Stilistik in sich trägt, sind bekannt: es könnte zu selbstvergessen oder selbstverliebt werden, sich durch Phasen kreativen Leerlaufs schleppen, zu sehr Seht nur, wie wir auf Pilzen sind! rufen. Doch all dies trifft auf das dänische Trio zum Glück nicht zu.

Papir sind ruhelos, energisch. Fast das gesamte Konzert über treibt die kräftig Rhythmussektion nach vorne, während die Gitarre Stimmungsteppiche in allen Intensitäten darüber legt. Und auch wenn jedes der bis über viertelstündigen Stücke auf Wiederholungen und das vollkommene Auskosten von Themen setzt, wird das Ganze doch in keiner Minute beliebig oder langweilig.

Vergleichbare Bands gibt es gerade heute natürlich haufenweise, aus meiner Plattensammlung denke ich da z.B. an die White Hills und noch mehr an die Kieler Fuzzrocker Bone Man, denen ich einen ähnlichen Wumms bescheinigen würde. Und um auch einen ganz großen Namen zu nennen: Was diese niemals nachlassende, scheinbar ins endlose rockende Kraft von "Live at Roadburn" (und auch die Leadgitarre in "Monday") angeht, so muss ich tatsächlich ein wenig an eines meiner absoluten Lieblingslivealben aller Zeiten denken, nämlich das legendäre "Lotus" von Santana.

Als Fazit lässt sich also sagen, dass dieses Album ganz ok ist.

Nein, Quatsch! Papirs "Live at Roadburn" ist wahnsinnig gut!
Ich finde absolut gar nichts zu beanstanden.

Perfekt.

Anspieltipps: Sunday #2, Live I, Monday


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