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2020-07-20

LUCIFER - LUCIFER III

Das Ding ist ja nun schon eine Weile draußen und hat nur darauf gewartet, dass ich mal wieder etwas bei Century Media bestelle, um mit ins Paket zu hüpfen. Mit der neuen Voivod-EP war es dann neulich endlich soweit, so dass es sich nun fleißig auf meinem Teller dreht:

Das dritte Album von Lucifer, selbstverständlich mit dem chronologisch korrekten Titel "Lucifer III".




LUCIFER - LUCIFER III (LP+CD) (2020)


Wem das letzte Album "Lucifer II" (duh!) so sehr gefallen hat, dass er/sie gerne mehr davon hätte, der darf sich freuen. Denn "Lucifer III", das erste Album der Band (Debüt eingeschlossen), welches aus keinem seismischen Besetzungswechsel hervorging, verfolgt die auf "II" eingeschlagene Linie ganz klar weiter.

Konkret heißt dies, dass Johanna und Nicke Platow Andersson wieder einmal tief in der gut sortierten Siebziger-Jahre-Sektion ihrer fusionierten Plattensammlung gewühlt und Inspiration getankt haben, um einen weiteren Strauß höchst ohrwurmiger Hardrockhits auf die spiralförmige Rille zu bannen.

Manchmal geht es dabei ansatzweise getragen zu (und im Finale "Cemetery Eyes" sogar durch ein Klavier unterstützt), doch der größte Teil der neun Songs geht flott und niemals ohne einprägsame Hooks nach vorne.

Kann das auch mal langweilig werden? Also, ich habe es neulich getestet, indem ich mir an einem Vinylnachmittag mal alle Johanna Sardonis-Scheiben inkl. dem Lucifer-Vorgänger The Oath und den B-Seiten zweier Singles hintereinander reingepfiffen habe.
Die zentrale Erkenntnis war wohl, dass Lucifer innerhalb ihres bewusst abgesteckten stilistischen und ästhetischen Terrains immer etwas abwechslungsreicher sind, als mir meine eigene Erinnerung weismachen will. Ich war von vorne bis hinten vorzüglich unterhalten.

Eine Entscheidungshilfe bei der Frage, ob "III" besser ist als sein unmittelbarer Vorgänger, war dieser Marathon allerdings nicht. Johannas Gesang wird eigentlich auf jedem Album nochmal eine Ecke stärker und selbstbewusster, und auch die Produktion ist wieder ein bisschen knackiger geworden (ich liebe den Drumsound), ohne den anvisierten Charme zu vernachlässigen.
Ich nehme an, dass Drummer Nicke, der auf "II" ja instrumental fast sämtliche Zügel in der Hand hielt (sprich: beinahe alle Instrumente eingespielt hat), sich hier zugunsten von mehr Bandfeeling zurückgenommen hat, es gibt allerdings keine detaillierten Credits, um diese Annahme zu verifizieren.

Bemühte ich mich um möglichst objektive Betrachtung, dann würde ich ganz klar sagen, dass wir es bei Lucifer mit einer stetig ansteigenden Entwicklungskurve zu tun haben, bei der alle Aspekte der Band sich kontinuerlich immer noch verfeinern, was "III" zum besseren Album macht.
Ganz subjektiv gehört ist "II" aber halt nach wie vor saustark und wird durch den Nachfolger auch nicht überflüssig gemacht.

Wer den Rückgang des Black Sabbath-Doom-Worships auf "II" noch nicht verkraftet hat, der wird mit "III" vielleicht weniger glücklich werden, da sich auch dieser Trend fortsetzt. Ich persönlich bin darüber hinweg und genieße beide Werke in vollen Zügen.

Das Cover sieht erneut auf der echt in der Hand gehaltenen Plattenhülle noch cooler aus als gedacht, und eine CD-Version liegt auch wieder bei.

Also wenn man die Dame und die Herren schon nicht live sehen kann, dann kommt man als Fan eigentlich nicht an diesem Album vorbei.








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