Most posts are in german, yet sometimes I switch to english. The title of this blog changes from time to time.
If the title is displayed in Comic Sans, please refresh the site! That's unless you really dig Comic Sans of course.
Interested in me reviewing your music? Please read this!

2021-11-06

INSECT ARK - Future Fossils

Hello darkness, my droning friend!

Nach "Marrow Hymns" (2018) und "The Vanishing" (2020) ist das neue Album von Insect Ark nicht unbedingt, was man als nächsten logischen Schritt erwartet hätte.

Der Grund dafür ist... naja, der Grund für beinahe alles in den letzten beiden Jahren.



INSECT ARK - Future Fossils (CD) (2021)

Da das Duo aus Dana Schechter und Andy Patterson durch die Pandemie zum Tourstopp gezwungen war und ich seitdem räumlich weiter denn je auf Berlin und Salt Lake City sozial distanzierte, hat sich Schechter für "Future Fossils" älteren Materials angenommen, welches wieder in den Modus vor "Marrow Hymns" zurückgekehrt, als Insect Ark noch ein reines Soloprojekt gewesen ist. Und so hören wir auf den ersten drei Tracks dieses Albums weder Bassriffs, noch Lap Steel-Gitarre oder gar Drums.
Alle drei sind in den Jahren 2018 und 2019 rein an Synthesizern entstandene, bedrohlich pulsierende Dröhnsoundtracks für die Postapokalypse, wobei am ehesten in den Klavierklängen von "Anopsian Volta" noch ein paar klangliche Hoffnungsschimmer auszumachen sind.

Das dritte, ganze dreiundzwanzig Minuten ausfüllende Stück "Gravitrons" geht gar bis ins Jahr 2016 zurück und dokumentiert eine Liveshow von Schechter mit Andy Pattersons damals gerade zu ihr gestoßenen Vorgängerin Ashley Spungin. Anders als im üblichen Modus ihrer an Godflesh und Swans erinnernden, konkreten Instrumentalstücke war diese Performance vollständig improvisiert. Lap Steel und vor allem die Becken des Drumsets kommen hier zwar vor, doch bestimmend sind auch hier die von beiden Musikern bedienten Synthies, welche einem durch den ganzen Körper fahrend brummen, pochen und schnarren.
Trotz einer gewissen Erhabenheit ist es hier ebenso vor allem die bedrohliche Seite des Dröhnens, der kalte verlassene Horror, der zelebriert wird. Und doch wird einem ganz am Ende doch ein wenig warm ums Herz, wenn man bemerkt, dass hierfür ja tatsächlich begeistertes Publikum aus echten Menschen anwesend war.

Die aus drei verschiedenen Phasen/Quellen stammenden Inhalte dieses Albums funktionieren selbstverständlich reibungslos miteinander. Und alle, die dennoch noch mehr auf ein reguläres Album als diese ausgiebige Übung in der reinsten Drone-Lehre gewartet haben, können ja bereits auf nächstes Jahr hoffen. Schließlich ist 2022 wieder eine gerade Jahreszahl.






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen