Das Gute an verzögerten Veröffentlichungen durch Stau oder sonstige Probleme im Presswerk ist ja, dass es zu kleinen Überraschungen führen kann, weil man die Details seiner Bestellung inzwischen vergessen hat. So wusste ich, nachdem sich der physische Release von Nadjas (immer noch?) neuestem Album bis ins neue Jahr verschoben hatte, z.B. gar nicht mehr, dass ich ja auch noch ein großartiges Album von thisquietarmy und Tom Melmendier von Midira Records mitgeordert hatte. Nice!
Auch daran dass "Cut" eine Bonus-CD enthält, konnte ich mich nicht erinnern. Und tatsächlich wurde jene wohl erst im Laufe der Wartezeit als Dankeschön für die Geduld dazugepackt.
Auch daran dass "Cut" eine Bonus-CD enthält, konnte ich mich nicht erinnern. Und tatsächlich wurde jene wohl erst im Laufe der Wartezeit als Dankeschön für die Geduld dazugepackt.
NADJA - Cut (Bone Cream vinyl 2LP + CD) (2025/2026)
Trotzdem war ich nach dem Auflegen der ersten der beiden cremig weißen Schallplatten zunächt einmal enttäuscht von der Qualität der Pressung, knackte und geräuschte es doch mächtig laut und störend in die leise(?) Musik hinein. Zum Glück erwies es sich aber nur als holpriger Start, während man Großteil der restlichen Laufzeit ohne Beeinträchtigungen hören kann.
Warum habe ich hinter "leise" ein Fragezeichen gesetzt? Nun ja, Nadja sind eine Band, die gerne mit der Wahrnehmung von laut und leise spielt, z.B. wenn man live im Dröhnen von Bass und Gitarre badet und der Drumcomputer zwar laute Anschläge simuliert, aber aus weiter Ferne zu kommen scheint.
Das neue Doppelalbum treibt dies nun mit vielen ungewohnten Produktionsentscheidungen auf die Spitze. Und es sind nicht nur die Wände und Texturen aus Leah Buckareffs Bass und Aidan Bakers Gitarre, Drummaschine und gelegentlich auch Saxophon, sowie die säuselnden Stimmen der beiden, die miteinander in einer Weise vermengt werden, dass man oft nicht weiß, ob ihr Zeitlupensound nun eigentlich eher Doom, Noise und Drone oder experimenteller Ambient / Shoegaze ist.
Nein, neben dem Paar bereichern noch mehrere musikalische Gäste die vier Longtracks von "Cut" mit Harfe, Horn und Gesang, letzterer u.a. von Bakers Partnerin im semi-akustischen Slowcore-Trio Tavare Tristen Bakker und der wie immer magischen Lane Shi Otay:onii, die hier wie aus der Ferne eines in den Wolken kaum erkennbaren Berggipfels an der Grenze zwischen bewusster Wahrnehmung und Traum herüberschwebt.
Warum habe ich hinter "leise" ein Fragezeichen gesetzt? Nun ja, Nadja sind eine Band, die gerne mit der Wahrnehmung von laut und leise spielt, z.B. wenn man live im Dröhnen von Bass und Gitarre badet und der Drumcomputer zwar laute Anschläge simuliert, aber aus weiter Ferne zu kommen scheint.
Das neue Doppelalbum treibt dies nun mit vielen ungewohnten Produktionsentscheidungen auf die Spitze. Und es sind nicht nur die Wände und Texturen aus Leah Buckareffs Bass und Aidan Bakers Gitarre, Drummaschine und gelegentlich auch Saxophon, sowie die säuselnden Stimmen der beiden, die miteinander in einer Weise vermengt werden, dass man oft nicht weiß, ob ihr Zeitlupensound nun eigentlich eher Doom, Noise und Drone oder experimenteller Ambient / Shoegaze ist.
Nein, neben dem Paar bereichern noch mehrere musikalische Gäste die vier Longtracks von "Cut" mit Harfe, Horn und Gesang, letzterer u.a. von Bakers Partnerin im semi-akustischen Slowcore-Trio Tavare Tristen Bakker und der wie immer magischen Lane Shi Otay:onii, die hier wie aus der Ferne eines in den Wolken kaum erkennbaren Berggipfels an der Grenze zwischen bewusster Wahrnehmung und Traum herüberschwebt.
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| Nadja live in Hamburg 2024 |
Und dieses lässt sich - bei Nutzung von Bandcamp-Download und Bonus-CD - über drei Stunden lang in wechselnden Varianten genießen. Denn auf dem im schicken Gatefold-Cover verpackten Vinyl gibt es nicht die selben Tracks zu hören, sondern exklusive, jeweils ein paar bis einige Minuten längere Versionen der vier Songs.
Das ruhigste Stück "She Ate His Dreams From The Inside & Spat Out The Frozen Fucking Bones" ist sogar noch ein drittes Mal enthalten, und zwar als über 59(neunundfünfzig)-minüte "Forever Version".
Und alle insgesamt neun Stücke funktionieren. Die Standardversionen sind bereits großartige, sich vollständig anfühlende Songs, die von den LP-Versionen aber ohne Ballast wunderbar erweitert werden. Der einstündige CD-Track fühlt sich in seiner ewig wie das Meeresrauschen mäandernden Form allerdings schon wie eine komplett neue Komposition an. Hier wird man dem normalen Fluss von Zeit und Raum vollkommen entrissen und gleitet zu cinematischen Klängen zwischen Earth und dem Kilimanjaro Darkjazz Ensemble erhaben durch das eigene Bewusstsein. Traumhaft!
Egal in welcher Form, aber umso mehr in maximaler Vollständigkeit lässt Nadjas "Cut" nur ein Fazit zu: Doomgaze-Meisterwerk.





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