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2023-08-13

KRAFTWERK - Tour De France

Och nee, scheiß Sammelwut! Dabei empfinde ich mich in der Beziehung ja normalerweise noch als sehr moderat. Ich bin kein Komplettist, der alle Versionen oder Reissues einer Platte haben muss und kaufe generell eigentlich nur Musik, die mich tatsächlich interessiert.

KRAFTWERK - Tour De France (7") (2023)

Uneigentlich konnte ich dann aber doch der neuesten Kraftwerk-Albumjubiläumssingle vom Musikexpress nicht widerstehen. Dabei ist der Song "Tour De France" für mich eigentlich nie der Riesen-Knaller gewesen. Aber wenn man die Ausgaben mit "Autobahn", "Die Roboter" und "Heimcomputer" schon hat, fällt es zugegebenermaßen doch schwer, zu widerstehen. Vor Ort sah ich die Zeitschrift zwar nirgends, aber man kann sie ja auch portofrei bestellen. Also klick boing boom tschak bestellt - und nur wenige Sekunden, nachdem ich dies getan habe, lässt die Mail von PayPal bereits Reue aufkommen: Ihr Zahlung an Axel Springer... fuck, Menschmaschine! Schon wieder ein Imperium des Bösen unterstützt.

Nun hab ich also auch dieses Ding. Der Remix oder was auch immer dieser Single? Keine Ahnung, bin zu wenig mit den vorigen Varianten vertraut, um ihn zu beurteilen. Musik ist schon klar, ist halt Kraftwerk. Zeitlos, Klassiker. Aber auch millionenfach durchgekaut und meines Inputs unbedürftig.

Vielleicht ist's einfach das Sujet, das mich brutal mit den Schultern zucken lässt? Dabei gab es vor Ewigkeiten ja auch mal eins, zwei Sommer, in denen ich mich richtig an der Tour festgekuckt hatte: Ullrich vs. Armstrong vs. der neben Borat einzige international bekannte Kasache, der mit gerade nicht einfällt. Plus zweitweise noch ein, zwei andere Player. Richtig spannend, wenn man erst einmal drin gewesen ist. Im Nachhinein natürlich alles von den Fußnägeln bis zur Haarspitze zugedopter Publikumsbeschiss. Das war dreister Lebenszeitraub, ihr Wurstpellenhackfressen!
Naja, mittlerweile schaue ich ja überhaupt gar keine Sportevents mehr. Klar, Fußball ist in der Beziehung sicher weniger schlimm, weil biochemische Schummelei einfach weniger bringt. Aber dafür bereichern sich Unrechtsregime (zu denen man die Fifa selbst im Grunde bereits zählen sollte) pervers an dem Kackscheiß, ganz zu schweigen, dass für unser Entertainment mal eben das Leben unzähliger Gastarbeitersklaven verheizt wird. Und all dieser Bullshit drumherum. Erwähnte ich Axel Springer schon? Scheißdreck. Ist diese Single es wert, den gefährlichen Pedalhaltern einer potenziell kommenden blaubraunen Naziregierung Geld in den Rachen zu werfen. Nein.

Also sei nicht wie ich! Finde einen Zeitschriftenhändler, wo es die Ausgabe noch gibt und klau dir die Single einfach aus dem Cover! Dann kannst Du zwar das Ralf Hütter-Interview darin nicht lesen, aber... ok, ich aber keine Ahnung. Dafür müsste ich wohl selbst erst einmal nachlesen, ob sich das Interview überhaupt lohnt oder nicht.

Wir sehen uns dann in ein paar Jahren wieder an dieser Stelle, wenn das nächste Kraftwerk-Album rundes Jubiläum feiert. Ein paar sind ja noch übrig, selbst wenn die ersten drei (prä-"Autobahn") ja leider aus der offiziellen Musikgeschichtsschreibung der Band getilgt sind.
Das Peloton ist neu formiert. Schön und gut. Ich schau lieber Parkourvideos auf YouTube. Ja, ich weiß, die sind auch böse.

Meine nächste Musikrezension wird gehaltvoller, versprochen!





2021-05-23

KRAFTWERK - Heimcomputer

Es gibt da jetzt ein Ding. Jeder hat dieses Ding und jetzt habe ich es auch.
Braucht man es wirklich? Kaum.

Doch weil ich ein anderes Ding und das Ding davor habe und in ein paar Jahren bestimmt noch ein Ding kommt, kann man daraus eines Tages bestimmt ein schönes 14 Zoll breites Quadrat legen.




KRAFTWERK - Heimcomputer (transparent yellow 7") (2021)


Review siehe die Vorgängerveröffentlichungen: Kraftwerk-Album X hat rundes Jubiläum, Ralf Hütter haut den drölfzigsten Mix / Edit einer Hitsingle raus, der wird auf eine durchaus sehr gut klingende, einseitige Single gepresst, die wiederum dem Musikexpress als Beilage zur Titelstory angeklebt wird.

Und schon fallen all die Trottel, für die die Zeitschrift im Großen und Ganzen thematisch eher so seldom hit and mostly miss ist, drauf rein. Wobei ich bei dieser Ausgabe immerhin auch schon eins, zwei Rezensionen und das St. Vincent-Interview gelesen habe.

Doch zurück zur Musik: Die original "Computerwelt"-LP, welche ich in einer äußerlich komplett verwarzten, tesafilmverarzteten, aber klanglich akzeptablen Flohmarktversion im Regal habe, ist natürlich unschlagbar. Gehört bestimmt zu den Alben mit den stärksten und wichtigsten A-Seiten aller Zeiten.

Die B-Seite, auf der sich "Heimcomputer" befindet, höre ich nicht ganz so oft, weil "Computerliebe" nervt, haha. Da haben wir doch einen wichtigen Grund für die Anschaffung dieser Single!

Naja, wie ich eingangs schon andeutete: Der Mix ist lässig, aber essentiell ist das natürlich nicht.

Aber was soll man machen? Die alltagskulturell einflussreichste deutsche Gruppe der Gegenwart - ich rede natürlich von Deichkind - würde sagen: leider geil.







2019-03-24

KRAFTWERK - Autobahn

Ich habe mir gestern zum schätzungsweise zweiten Mal in meinem Leben den für mich ansonsten eher herzlich uninteressanten Musikexpress gekauft.

Vorletztes Jahr geschah dies, weil eine Kraftwerk-Single beilag.

Dieses Mal liegt eine Single-Version eines Klassikers von Kraftwerk bei.




KRAFTWERK - Autobahn (transparent blue 7") (2019)


Nee. Komm. Ernsthaft.


Ich schreib hier doch jetzt keine Rezension über "Autobahn" von Kraftwerk.


Nope.



2017-07-07

KRAFTWERK - Die Roboter

Ich habe mir heute Abend, am 7.7.2017, eine 7" im Supermarkt gekauft.




KRAFTWERK - Die Roboter (7") (2017)

Tja, da konnte ich doch mal wieder nicht widerstehen und bin auf den Gimmick-Trick angesprungen. Den Musikexpress, eigentlich tendentiell eher so Fachblatt für Interessiertmichnicht, Ganznett, Achnö, Kennichnicht und Willichauchnichtkennenlernen (ok, das ist unfair, eigentlich beschäftige ich mich so wenig mit der Zeitschrift, dass ich das gar nicht wissen kann) hat in der aktuellen August-Ausgabe (der fängt auch immer früher an) zusätzlich zur üblichen Interessiertmichnicht-CD eine exklusive Kraftwerk-Single als Kaufargument aufgeboten.

Es ist natürlich - wie bei den Großmeistern der popkulturellen Selbstmusealisierung nicht anders zu erwarten - keine Neukomposition, an die eh kein Mensch mehr glaubt, sondern eine Neueinspielung von "Die Roboter".
Oder genauer gesagt ein Singlemix der "Roboter"-Version aus der umfangreichen (und mir gerade zu kostspieligen) Retrospektive "Der Katalog 3-D", welche in der größten Variante alle Stücke der Studioalben ab "Autobahn" enthält, so wie Kraftwerk sie auf den aktuellen 3D-Konzerten (wie z.B. in Hamburg) spielen.

Das Arrangement ist an sich recht nah an der renovierten "The Mix"-Version, nur hier natürlich mit nicht einmal halber Länge stark verdichtet. Es kann Einbildung sein, aber ich habe außerdem das Gefühl, dass das Stück ein bisschen schneller geworden ist. Auf jeden Fall klingt es trotz seiner musikhistorischen Überpräsenz immer noch erstaunlich frisch.

Insgesamt ist die Single zwar nicht wirklich notwendig, tut aber anderseits auch ganz und gar nicht weh. Ich habe bisher eh nur die englischsprachige Originalversion auf Tonträger, von daher war's für mich ein ziemlicher No-Brainer.

Eine B-Seite gibt es leider nicht, aber so ein stilechtes Edging ist ja auch immer ganz nett.




Das Heft enthält einen recht informativen Kraftwerk-Artikel inklusive eines der seltenen Interviews mit Ralf Hütter. Es hat den Schreiberling nur zwanzig Jahre gekostet, es zu bekommen. Umso seltsamer, dass das Gespräch scheinbar mittendrin abzubrechen scheint. Soll das so sein? Wird es noch fortgeführt?


Und so sah es bei mir übrigens aus, als ich die Single vom Magazincover abgelöst hatte:

 
Ähem.


Highlight: Die Roboter (Na, wer hätte da gedacht?)