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2020-06-03

ZIFIR - Demoniac Ethics

Nanu. Für eine Weile hatte ich mir doch tatsächlich eingebildet, hier ein Review zum 2017 erschienenen Zifir-Album "Kingdom Of Nothingness" verfasst zu haben.

Dass ich es nicht getan habe, ist einerseits schade, da die Scheibe es ja allein für ihr großartiges Coverartwork verdient hätte. Anderseits muss ich mich dafür im folgenden Text nicht groß wiederholen, denn am grundsätzlichen Sound der Türken hat sich auf dem aktuellen, erneut auf dem norwegischen Label Duplicate Records erschienenen Album an sich nichts geändert. Und das ist auch gut so.




ZIFIR - Demoniac Ethics (grey vinyl) (2020)


Der erfrischend unverklausiert religionsfeindliche Black Metal Zifirs war schon auf "Kingdom of Nothingness" klangästhetisch ganz klar den frühen Neunzigern, also schrammelig schriller Gitarre plus Drums plus Heisergekrächze verpflichtet. Das Duo verzichtete zwar nicht ganz auf einen Bass, brachte ihn im Mix aber sehr unauffällig - und sehr dicht auf der Bassdrum gespielt - unter, um den gewünschten Gesamteindruck nicht zu verwaschen.

Auf "Demoniac Ethics" ist die Gruppe nun allerdings ganz offiziell zum Trio gewachsen, was dem Viersaiter offenbar einen etwas präsenteren Auftritt erlaubt. Überhaupt muss man sagen, dass die Produktion in allen Belangen eine Nummer dicker aufträgt, ohne den rauen, ursprünglichen Geist zu verraten.

Der für die Band sehr typische Effekt, dass man sich mitunter wundert, was für eine gefühlte Breite der widerborstige Primitivsound entfaltet (Spoiler: Es liegt hauptsächlich an den einfach guten Gitarrenarrangements), ist auf dem neuen Album nicht mehr ganz so extrem. Aber dafür haut halt alles fetter rein.

Als fortgesetzte Tradition - und i-Tüpfelchen des Zifir-Sounds - werden dem garstigen Schwarzmetall auch auf "Demoniac Ethics" wieder klerikale Chöre entgegengestellt, welche an die orthoxen Gesänge von Batushka (jetzt komme man mir bitte nicht mit welche Batushka...) erinnern und enorm viel zur Atmosphäre beitragen.

Zum Verhältnis der beiden Alben zueinander kann man abschließend sagen, dass Zifir sich zweifellos sehr treu geblieben sind, aber alles noch ein bisschen besser machen als auf dem letzten Werk.

Geiler Black Metal, der in erster Linie immer noch böse kratzt und scheppert, sich durch relativ wenige entscheidende Kniffe jedoch gut und unverkennbar vom Einerlei abhebt.




Optisch weiß die Scheibe ebenfalls wieder sehr zu gefallen, wurde das Cover doch erneut von Alptraumkünstler Vergvoktre verantwortet.

Schön böse. Böse gut.





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