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2020-06-08

LOUISE LEMÓN - Devil

Eine neue Schallplatte von Louise Lemón, und sie steckt nicht in einer wichtigtuerischen, zehn Meter dicken Box?

Die Verwunderung weicht schnell der Erkenntnis, dass es sich diesmal ja auch nur um etwas über einer Viertelstunde Musik auf einer 45rpm-EP handelt.




LOUISE LEMÓN - Devil (12" EP) (2020)


Die Grundidee dieser im Proberaum von Lemóns Band aufgenommenen Kurzspielplatte war es, im Vergleich zum letzten Album etwas weniger produziert, etwas rauer und intimer zu klingen.

Nicht dass ich auf "A Broken Heart Is An Open Heart" irgendein Problem in Produktion oder Performance ausmachen könnte; es ist schließlich nicht grundlos auf Platz 4 meiner Alben des Jahres 2019 gelandet. Gerade die Rolle der Band hat mir darauf ausgesprochen gut gefallen.

Eine Verschlimmbesserung hat hier aber zum Glück auch nicht stattgefunden. Louise Lemóns warme, zwar oft dramatische, aber nie zu divenhaft angebende Stimme ist nach wie vor eine Wohltat fürs Ohr, und ihr Stil bleibt in allen Belangen klar erkennbar.

Jeder der fünf kurzen Tracks demonstriert davon eine etwas andere Facette.
Die im Vergleich durchaus etwas spontanere Banddynamik ist vor allem im leicht bluesrockigen Anstrich des Openers / Titelstücks und im gegen Ende bombastisch gospelnden "Taurus Woman" zu spüren.

Die lyncheske Gitarre in "Forever Alone" bereichert die sakrale Atmosphäre der düsteren Soulmusik um eine coole Note.  

Spätestens wenn die Gitarre wunderschön in die Pianoballade "Bathe In Gold" hineinjammert, fällt einem allerdings das sicherlich größte Manko dieser Veröffentlichung auf: Sowohl das ganze Teil als auch insbesondere die Titel der B-Seite sind schon verdammt kurz.

Ich wünsche mir im Grunde bei vier der fünf Songs, sie würden sich noch etwas mehr steigern, noch etwas länger bleiben. Die Musik der Schwedin teast immer einen Tick mehr an, als sie am Ende einlöst. Das kann auch durchaus so gewollt sein und macht "Devil" auf jeden Fall zu einer dieser EPs, die ich auch mal mehrmals direkt hintereinander hören kann bzw. muss.

Und jedes Mal stellt sich bei der Ankunft im hymnischen Mix aus Gitarren-, Rhodes- und Orgelsounds von "All My Tears" ein melancholisch erhabenes Glücksgefühl ein.

*hach*




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