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2018-08-14

CHELSEA WOLFE + PETER WOLFF live im Kampnagel, Hamburg (12.08.2018)

Chelsea Wolfe


Freitag vor dem Konzert des Sun Ra Arkestra kühlte ich mir mit einer Afri Cola den Ellbogen, nachdem mich im "Avant-Garten" des Kampnagel Kulturfabrik eine Bremse gestochen hatte.

Zwei Tage später nutze ich auf der Hinfahrt zum Konzert von Chelsea Wolfe trotz im Vergleich zu den vorigen Wochen relativ frischem Wetter die Klimaanlage im Auto, immer noch, um meinen heißen Arm zu kühlen.

Montag morgen dachte ich zunächst, der Scheiß wäre durch, da Schwellung und Rumgeeitere sich zurückgezogen hatte, doch dafür streuten nun Schmerzen bis zur Schulter und in die Finger. Nun sitze ich also hier, muss planmäßig noch neun Tage lang Antibiotika nehmen und darf meinen rechten Arm eigentlich möglichst gar nicht belasten oder benutzen. Im Grunde ist also schon böse, diesen Konzertbericht zu schreiben. Ich fasse mich also kurz.

Es gibt also leider keine Gourmetkritik des kampnagel-internen Restaurants "Peacetanbul", in dem wir bis zum Einlass noch gespeist haben. Dabei ist der Fraß wirklich gut.



Der Konzertabend, genau wie Freitag wieder im KMH, begann mit dem namentlich passenden Supportact Peter Wolff. Fehlte ja nur noch Anna von Hausswolff als Co-Headliner.

Wolff, während dessen Auftritt es für meine Spielzeugkamera komplett zu dunkel war (also keine Fotos), bestritt alleine ein hauptsächlich von elektronischem Brummgefurze und sparsamem, elegischen Klavier geprägten Auftritt. Die soundtrackartige Musik zwischen Dark Ambient, Drone und gelegentlichen Klassikeinflüssen, war nicht gerade tanzbar partytaugliche Kost, aber für Chelsea Wolfe eine durchaus passende atmosphärische Hinführung, welche von ihrem Publikum auch erwartungsgemäß unbanausig aufgenommen wurde.
Nur wann genau man am besten klatscht, ist bei solcherlei Aufführungen natürlich immer noch ein ungelöstes Rätsel. Gute Musik war es auf jeden Fall.



Chelsea Wolfe


Chelsea Wolfe kam, sah und herrschte.

Dank nur seitlich und von hinten angestrahlter Bühne fast nur als Silhouette auf zehn Meter hohen Plateaus zu sehen, ließ die Königin der Dunkelheit schon mit dem Opener "Carrion Flowers" von "Abyss" keinen Zweifel über die Route des Abends aufkommen.
Dröhnend, pulsierend, ranzig, heavy - und kraft ihrer Stimme doch auch immer geisterhaft schwebend und unheilvoll betörend.

Es standen noch mehr "Abyss"-Tracks auf dem Programm, mit "Demons" und "Feral Love" auch zwei ältere Stücke, vor allem aber natürlich der schwer groovende Gothicdüstermetal des aktuellen 2017er-Albums "Hiss Spun".

Dass Wolfe - ob nun mit oder ohne ihre fabelhafte aktuelle Liveband, die mich ja auch schon auf dem letztjährigen Roadburn Festival überzeugt hatte - irgendwann wieder ins eher stillere, darkfolkloristische Fach zurückkehren wird, kann und darf man sicherlich nicht ausschließen.
Im Moment jedoch scheint sie die direkte, brutale Linie ihrer Performances noch in vollen Zügen auszukosten.

Und spätestens nachdem sie sich im schweißtreibenden Finale "Scrape" sirenenartig heulend an den Bühnenrand - und beinahe ins Publikum - geworfen hatte, war das wohl auch dem letzten Besucher klar.


"I don’t want to be dramatic but I would die for her" oder "I'd destroy nations at her command" sind unter YouTube-Videos von Chelsea Wolfe ja ganz alltägliche Gefühlsregungen.
In Hamburg hat sie sicherlich wieder neue potentielle Weltenzerstörer hinzugewonnen.

Wir hoffen besser alle, dass sie die große Macht zu ihren Füßen auch in Zukunft stets mit Verantwortung nutzt.


































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