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2017-10-25

MOTORPSYCHO - The California EP

Motorpsycho sind ja immer gut für limitierte, zunächst nur exklusiv auf Tour erhältliche Tonträger. Und wie u.a. die letzte EP dieser Art, "Here Be Monsters vol. 2" beweist, nutzt die Band dies ganz und gar nicht, um zweitklassiges B-Material zu verheizen.

Diesmal gibt es analog zum Doppelalbum eine Doppel-Seven-Inch:




MOTORPSYCHO - The California EP (2 x yellow vinyl 7") (2017)

Schon das Format des Minialbums zeigt, dass es hier ein Kontrastprogramm zu den mammutös mächtig ausufernden Liveshows zu hören gibt, denn den Scherz eines Longtracks, bei dem man alle fünf Minuten die Seite wechseln muss, erlauben sich Motorpsycho mit "The California EP" zum Glück nicht. Nein, es sind vier Tracks in radiotauglicher Single-Länge, wahlweise auf schwarz oder gelb gepresst und dazu noch sehr hübsch in einem Gatefoldcover verpackt.



Der Titel bezieht sich einerseits sicherlich auf den eigenen, stark von The Doors und anderen amerikanischen Westküstenbands beeinflussten Klassiker "Go To California", und zum anderen ganz schlicht auf die Tatsache, dass die Stücke zusammen mit den Albumtracks von "The Tower" in Kalifornien aufgenommen wurden.

"Quick Fix" ist ein geradliniger, knackiger Hardrocksong, der die enge Verwandschaft zu Spidergawd aufzeigt und problemlos auf deren letztes Album "IV" gepasst hätte. Vom eigenen Album ist wohl am ehesten noch "A.S.F.E." hiermit vergleichbar.

Auch "Granny Takes A Trip" geht als 70er-Hardrock durch, hat allerdings mit seinem laid back groovenden Rhythmus einen starken Blueseinschlag und ist nicht nur wegen der Flöte der Song, den ich mir am ehesten auch auf "The Tower" vorstellen könnte.

Motorpsycho live in Hamburg
Mit "Alain/The Messenger" wird Seite C dann experimenteller. Das Stück ist eine Meditation/Improvisation von Gitarre, Flöte, Percussions(?)... So ganz genau will ich mich nicht festlegen, was hier alles zu hören ist. Auf jeden Fall könnten diese dreieinhalb Minuten genausogut das erste Viertel eines Swans-Intros darstellen. Ganz klar der psychedelische Peak der EP.

Etwas flowerpoweriger geht's aber schon noch. "California (I'm So Sold)" bietet den dezent beach boysigen, perfekten Easy-Listening-Sound, um am Pazifikstrand in der Sonne zu lümmeln. Und dieses Gefühl kann man sich jetzt im Vorabend des Novembers ruhig mal gönnen.

Gesamturteil: Klein, aber feinsen. Für Fans herrscht hier Abgreifpflicht am Merchtisch.


Highlights: Granny Takes A Trip, California (I'm So Sold)



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