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2019-06-13

JOHN MCLAUGHLIN, DAVE HOLLAND, JOHN SURMAN, STU MARTIN, KARL BERGER - Where Fortune Smiles

Es ist Mitte Juni, auch bekannt als Klickflauten-Saison. Alle Texte, die ich jetzt schreibe, könnten aus sdfölksdjfölksjdfölksjdöflk-Fülltext und Bombenbauanleitungen bestehen und wahrscheinlich würde es niemand merken.

Aber was soll's, ich haue trotzdem noch ein paar Rezensionen raus. Mit genügend Bildern brauche ich ja auch nicht so viel Text.




JOHN MCLAUGHLIN, DAVE HOLLAND, JOHN SURMAN, STU MARTIN, KARL BERGER - Where Fortune Smiles (RSD 2019 Picture Disc edition) (1971/2019)


Ja, frickeln können sie wie blöde, aber wenn es darum geht, sich einen griffigen Namen für ihre Allstar-Zusammenkunft zu geben, scheitern die Herren Jazzer natürlich. Andernfalls hätte dieses Album aus dem Jahre 1971 heute vielleicht einen noch größeren Bekanntheitsgrad.

Man muss sich allerdings keine rückwirkenden Sorgen um die Karrieren der hier beteiligten Musiker machen. Das lief schon unabhängig von diesem Album ganz ok.


Ob die aktuell zum Recordstore Day erschienene Auflage die audiophilste Variante darstellt, sei mal dahingestellt. Die Picture Disc (nach Laibachs "Neu Konservatiw" übrigens erst die allerzweite in meiner Sammlung) begleitet die Music durchaus mit einigen Oberflächengeräuschen, was für mich hier aber nicht wirklich stört, zumal auch die Originalaufnahmen z.B. mit dem knisternden Saxophon in "Earth Bound Hearts" weit weg sind von technischer Perfektion.

Das runde Cover schreit natürlich nach diesem Format. Dazu gibt es einen Einleger mit Liner Notes, sowie ein paar Musikercredits, die ich nicht kapiere. Hatte Jack Bruce auch irgendwie hiermit zu tun? Oder hat die Auflistung im Innencover gar nichts mit dem Album zu tun? Wie gesagt, ich verstehe das nicht ganz.

Auf jeden Fall sieht es aber schick aus.






Ok, wichtiger ist, wie es sich anhört. Und das ist schon speziell.


Die Aufnahmen zu "Where Fortune Smiles" liegen zeitlich zwischen dem Beginn von Miles Davis' elektrischer Phase, an dem hier (nicht alleinig, aber prominentesterweise) natürlich John McLaughlin einen großen Anteil hatte, und dem Debüt seines eigenen Mahavishnu Orchestra.

Klar, der Schatten von Jahrhundertwerken wie "Bitches Brew", "The Inner Mounting Flame" und "In A Silent Way" ist überlebensgroß. Und doch kann sich "Where Fortune Smiles" überraschend bequem behaupten. Denn auch wenn es nicht die ganz große Strahlkraft jener Alben erreicht, wird es dadurch, dass es nicht nur chronologisch, sondern auch stilistisch dazwischen sitzt, sehr interessant.

Die Gitarre hat mehr Freiraum als unter Miles und zelebriert auch schon vom ersten Lick an den typischen Mahavishnu-Stil. Und doch vollzieht die Musik noch nicht ganz den vollen Sprung zur Fusion mit Rock, sondern lotet die Grenzen des Free Jazz in diese Richtung aus.
Von sanft geschmeidigen Tönen bis zu fast schon viele Jahre vorweggenommenen wilden Johnzornismen decken die fünf Tracks mit ihrer übersichtlichen Gesamtspielzeit von gerade mal ca. 32 Minuten ein maximal breites Spektrum ab.

Alle Akteure glänzen durchweg, besonders herausstellen möchte ich neben McLaughlin jedoch noch den perfekt mit ihm harmonierenden Saxophonisten John Surman und vor allem dem eigentlich am Klavier gestarteten Karl Berger, der auf "Where Fortune Smiles" allerdings Vibrafon spielt. Sein eigenwilliges Spiel, ob im Titelstück oder im über zehnminütigen "New Place, Old Place" markiert vielleicht das  deutlichste Alleinstellungsmerkmal des Albums. 

Es ist schon schade, dass es nicht noch mehr zu hören gibt, doch wenigstens bleibt das Album dadurch durchweg ohne Durchhänger. "Where Fortune Smiles" ist ein spannendes Übergangswerk aus einer der nach wie vor aufregendsten Phasen der modernen Musikgeschichte.

Tolles Ding.











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