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2019-06-02

ULVER - Drone Activity

Irgendwas mit Drone, die x-te.

Keine Sorge, da Thema reißt hier in naher Zukunft auch nicht so schnell ab!

Heute basswummern für uns an dieser Stelle die Norweger, die sowieso alles irgendwie mal irgendwann machen, Ulver.



ULVER - Drone Activity (CD) (2019)

Eine gewisse Verwandschaft des Coverartworks verrät uns schon, dass wir es hier wie auf dem unaussprechlichen Album "ATGCLVLSSCAP" mit der vorrangig improvisierenden Variante von Ulver zu tun haben.

Mit satten zwei Wochen Vorlauf wurde die Band letztes Jahr in ihrer Heimatstadt Oslo von Red Bull Music zu einem besonderen Event namens "Drone Activity" in einer ehemaligen Fischlagerhalle eingeladen. Inklusive von der Band seit einigen Jahren gewohnter fetter Lasershow, sollten sie dort mal eben anderthalb Stunden brandneues Material spielen.

Die Band war zu dem Zeitpunkt um die halbe Welt verteilt, so dass zwei Musiker - darunter der Drummer - für den Gig komplett ausfielen. Die anderen bereiteten maximal zu dritt eine Woche lang die Grundlagen für die Stücke vor, während der Gitarrist erst auf den letzten Drücker am Tag des Geschehens dazukam.

"Drone Activity" ist ein in vier Longtracks gegliederter (und insgesamt um eine Viertelstunde gekürzter Mitschnitt) des Konzerts. Und Junge, der Scheiß muss vor Ort irre beeindruckend gewesen sein!

Doch auch auf Konserve ist dieses Album sensationell. Die in gleicher Gewichtung von elektronischen Bass- und Atmosphärensounds, sowie Percussions und Gitarre bestimmten Jams klingen tatsächlich, als seien sie über Wochen perfekt ausgearbeitet worden. Und das, obwohl hier nicht nur die Musiker improvisieren, sondern auch noch zufällige Klänge durch die Mikrofonierung der Mechanik der Lasermaschine eingestreut werden.

"True North" beginnt zunächst mit dem pursten Gedröhne, welches sich mit der Zeit zu geradezu orchestraler Größe aufplustert, während es einem sowohl den kalten Wind im Land der Wildlinge nördlich der Mauer um die Ohren jagt, als auch die Bedrohung durch die White Walkers im Nacken spüren lässt.

In "Twenty Thousand Leagues Under The Sea", dem über zwanzigminütigen Kernstück und Höhepunkt des Konzerts, spürt man tatsächlich den Druck des Ozeans auf sich lasten, während der Sauerstoff immer knapper wird und Sonarklänge nach Hilfe rufen.

"Blood, Fire, Woods, Diamonds" ist mit Bassdrumbeat und Tribal-Elementen der hypnotysche Dancetrack, während einem der Drone auch in "Exodus" mit seiner starken Postrock- und Ambient-Schlagseite (nudge, nudge, Red Bull und so) Flügel verleiht. Zeitweise die verträumteste Nummer, wird hier an anderer Stelle jedoch wieder ein enormer, unterschwelliger Druck aufgebaut, welcher den Abschluss fast schon zu einer komprimierten Zusammenfassung alles vorher gehörten macht.


Insgesamt sind die siebzig Minuten von "Drone Activity" ein gewaltiges Hörerlebnis, welches mit Macht unterstreicht, warum Drone live zu den wirkungsvollsten Musikspielarten zählt. Auch wenn bei Ulver natürlich keine lupenreine Lehre praktiziert wird, was auch gut so ist.

Dicker Daumen nach oben für Kristoffer Rygg und Co.! Besser geht's kaum.






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