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2019-08-15

THE COMET IS COMING - Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery

Dass das Coverartwork des neuen Albums von Saxophonist King Shabakas (Sons Of Kemet) anderer Band The Comet Is Coming sowohl eine Hommage an Weather Report als auch die Hülle für ein 80er-Revival-Synthwave-Werk sein könnte, ist mitnichten ein Zufall.

Denn der Future Jazz auf "Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery" schafft es, jene so verschiedenen (und noch viele weitere) Traditionen zu ehren und als explosiven Fusionmix nach vorne zu treiben.




THE COMET IS COMING - Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery (LP) (2019)


Das Trio, welches mich letztes Jahr auf dem Überjazz Festival als Soundtrack für postapokalyptische Tanzclubs schon restlos überzeugte, hatte sich mit dem 2016 erschienenen Debüt "Channeling The Spirits" bereits eine beachtliche Messlatte aufgelegt.

Als eine Art Jazzversion von Carpenter Brut - und zu zwei Dritteln personell mit einem Mitglied an Synthesizern, Samplern und Gedöns, sowie einem perfekt programmierten Groovemaschinendrummer auch ähnlich aufgestellt - schafften The Comet Is Coming es, einen vollkommen scheuklappenfreien Strauß von Instant-Ohrwürmern aus dem Revers zu zaubern.

Die etablierte Grundformel bleibt auf dem neuen Werk gleich, doch irgendwie ist alles tatsächlich noch catchier und gleichzeitig substantieller. Sprich: Jeder der neun Tracks ist auf seine Art ein Hit.

The Comet Is Coming live at Überjazz 2018
Die Basis des Albums sind tief brummende und blubbernde Elektrobässe, über denen das versatile Drumming und Saxophonspiel es durch zahlreiche Genres navigieren, wobei es selten möglich ist, sich als Hörer auf einen definitiven Stil festzulegen. Vom bombastischen Spiritual Jazz der alles einrahmenden Tracks "Because The End Is Really The Beginning" und "The Universe Wakes Up", über mit geradezu sludge-inspirierter Heaviness walzenden Trip Hop-Grooves, bis zu Passagen, die man als spacigen Post Krautrock labeln könnte, begibt man sich auf eine im Verhältnis zur nicht allzu ausladenen Gesamtlänge erstaunlich gewaltige Musikreise.

The Comet Is Coming betreiben Genre-Bending vom feinsten. Und auch wenn insbesondere Shabakas Stakkato-Spiel immer wieder unverkennbar ist, bedienen sie sich dabei eines ganz anderen Soundarsenals als die Sons Of Kemet. Das heiß, bis auf den Track "Super Zodiac", denn dieses Uptempo-Stück klingt absolut gewollt nach den Sons, nur mit dem Unterschied, dass der Bass hier nicht von der Turbo-Tuba, sondern elektronisch erzeugt wird.

Das einzige, was ich an "Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery" ein wenig schade finde, ist dass es nicht noch zumindest einen Track mehr mit Gaststimme gibt. Denn das achtminüte "Blood Of The Past" mit Sprechgesangsauftritt von Poetin/Autorin/Rapperin Kate Tempest ragt als Kernstück und Herz des Albums tatsächlich noch besonders aus dem ohnehin schon hohen Niveau heraus.

Aber ansonsten: Fuck, Mann! Was für ein enorm cooler Scheiß.







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