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2022-03-26

SINISTRO - Hóspedes Silenciosos

Nein, dies ist noch nicht das neue Studioalbum von Sinistro!

Aber ich habe den, Eindruck, es ist nach dem Abschluss einer Ära mit "Live At Roadburn" ein weiterer geschickter Schritt der Portugiesen, die Fans allmählich daran zu gewöhnen, dass die auf "Cidade", "Semente" und "Sangue Cássia" so prägende Sängerin Patricia Andrade künftig nicht mehr dabei sein wird.


SINISTRO - Hóspedes Silenciosos (CD) (2012/2022)

Die Band kehrt ja nun wieder in den instrumentalen Modus zurück, der bereits 2012 ihr selbstbetiteltes Debütalbum geprägt hat. Und dass diese Inkarnation der Gruppe der langjährigen, mit theatralischem Fado-Gesang aufgeladenen Version durchaus auf Augenhöhe gegenüberstehen kann, zeigen schon die hier präsentierten, damals (also vermutlich 2011) noch vor dem ersten Album aufgenommenen Demos.

Dass die CD nur aus drei Tracks besteht, bedeutet natürlich nicht, dass es an Spielzeit mangelt, zumal der Titeltrack in satten vierzig Minuten das komplette gleichnamige Demo-Album beinhaltet. Daneben gibt es, beide Male immerhin über zehn Minuten langen eine frühe Version von "A Ira" und das allererste Demo, welches genau wie das spätere Debütalbum einfach "Sinistro" heißt.

Das Wort Demo hört sich ja immer ein bisschen klein und unfertig an, doch diese Aufnahmen sind alle irre stark und uneingeschränkt hörbar. Da wo später ein bisschen länger in einem Thema und Klangbild verweilt wurde, um dem Gesang mehr Raum zu geben, wechselte die abgesehen von Samples und einigen auch eher texturartig eingesetzten Urschreien rein instrumentale Band Sinistro noch häufiger zwischen den Stilen. Tief und mächtig schnarrender Doom/Sludge Metal trifft auf mediterran angehauchte, cleane Gitarren, Postrock, Synthie-Soundtracktöne und Trip-Hop-Beats.
Und alles, was man sich noch so an cineastisch ausufernden Elementen dazudenken kann, findet auch noch irgendwie seinen Weg in diese Stücke. Und dies passiert immer sehr schlüssig, passend, nachvollziehbar. Irgendwie war diese Gruppe schon von Anfang an einfach sehr komplett und visionär aufgestellt. Große, schwere, tiefe Emotionsmusik!

Sollte dies tatsächlich eine Nachricht sein, die uns sagen möchte "Hey Leute, macht euch locker! So klangen wir früher ohne Gesang und in diese Richtung geht es etw zurück, aber mit einer Gitarre mehr im Gepäck", dann mache ich mir keine Sorgen, dass mich das nächste Album - so wie alles, was Sinistro bisher angefasst haben - umhauen wird.






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