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2017-12-08

SUBROSA - Subdued - Live At Roadburn 2017


"One of two Roadburn 2017 concerts I'd really love to hear released on record in a few months."

So schrieb ich es Anfang Mai in meinem Bericht vom zweiten Roadburn-Tag, und nun ist es tatsächlich so weit: Das "Subdued"-Set von Subrosa ist auf CD (LP folgt nächstes Jahr) erschienen.


SUBROSA - Subdued - Live At Roadburn 2017 (CD) (2017)

Konzerte der "gedämpften Subrosa" kommen nicht allzu oft vor, und wenn dann bisher nur im Heimatstaat der Band, Utah.

Da habe ich mir die Gelegenheit, die Doom-Damen und - Herren im Geiste eines Unplugged-Konzertes (welches es technisch allerdings nicht ist) im Kirchenschiff von Het Patronaat zu sehen, doch nicht entgehen lassen.

Trotz einiger störend schnackender Ignoranten, die auf dem Album natürlich nicht zu hören sind, hat mich die Performance der Gruppe nachhaltig beeindruckend und sogar noch mehr berührt als ihr "normales" Set, in dem sie "For This We Fought The Battle Of Ages" komplett gespielt haben. Die Erinnerung kann natürlich vieles rosa färben, doch in diesem Fall bestätigt das Album, dass es tatsächlich etwas besonderes war, diesem atmosphärisch dichten Auftritt beizuwohnen.

Die sieben gespielten Stücke stammen in erster Linie von den Alben "No Help For The Mighty Ones" und "More Constant Than The Gods". Die Auswahl meiner Favoriten ist jenseits des überragenden und für diese Art der Präsentation von Haus aus prädestinierten Vierzehnminüters "No Safe Harbor" (inklusive Gastmusikerin Kelly Schilling an bezaubernder Flöte) nahezu unmöglich, da die gesamte Auswahl so stark ist.

Ein besonderer Hinhörer ist zweifellos "The Mirror". Stehen schon im gesamten Set die Harmoniegesänge von Rebecca Vernon mit den beiden Geigerinnen Sarah Pendleton und Kim Pack im besonderen Fokus, so treiben sie diesen Aspekt mit diesem beinahe a capella vorgetragenen Song auf die Spitze. Nur ein an Vernons Mikroständer geschlagener Drumstick und eine vereinzelte Tom von Andy Petterson geben hier den Puls.

Der Drummer ist während des Konzerts nur teilweise für den Rhythmus verantwortlich und kümmert sich ansonsten eher um elekronische Klanglandschaften. Ganz am Ende bedient er zudem den Dulcimer.

Die wichtigste Erkenntnis angesichts der modifizierten Rollen und musikalischen Gewichtungen ist allerdings, dass all dies nicht im geringsten Selbstzweck-Charakter hat. Wer die Band nicht kennt und "Live At Roadburn" hört, der hat - abgesehen von einer Ansage - keinen Grund anzunehmen, dass dies nicht der normale Sound von Subrosa ist.

Eben eine perfekt souveräne, wunderbare Vorstellung. Da die Aufnahme wie von Roadburn-Livealben gewohnt auch tadellos ist, lässt sich dieses Werk allen Freunden langsamer, düsterer und wunderschöner Musik nur empfehlen.
 

Highlights: No Safe Harbor, Cosey Mo, The Inheritance, Whippoorwill



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